Das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland ist deutlich abgekühlt: Verteidigungsminister Pistorius muss seine US-Reise absagen, Trumps Kriegsminister Pete Hegseth hätte nun doch keine Zeit für ein Treffen.
picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat seinen geplanten Besuch in den USA in dieser Woche nun kurzfristig abgesagt. Ein erhofftes Treffen mit US-Kriegsminister Pete Hegseth kam nicht zustande, da dieser am Shangri-La-Dialog in Singapur teilnimmt, einer der wichtigsten Sicherheitskonferenzen Asiens. Die Nordamerika-Reise des Ministers konzentriert sich nun ausschließlich auf Kanada, wo strategische Gespräche über ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft im Vordergrund stehen. Die Absage des Treffens in Washington zeigt, wie sehr die Beziehungen zwischen Berlin und Washington aktuell belastet sind.
Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte die Entscheidung am Dienstag gegenüber dem Magazin Politico: Ursprünglich sollte Pistorius deutsche Soldaten im US-Bundesstaat Virginia in Norfolk besuchen. „Von Anfang an war der Hauptplan eine Reise nach Kanada – nach Montreal und Ottawa – um Gespräche und Verhandlungen mit unseren kanadischen Partnern fortzusetzen“, hatte der Minister dann vergangene Woche erklärt. Der USA-Teil habe „nur Sinn, wenn ich die relevanten Gesprächspartner in Washington treffen kann“.
Hintergrund der Absage ist wohl nicht nur der Terminkonflikt. Die transatlantischen Beziehungen leiden derzeit unter einem öffentlichen Zerwürfnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Auslöser waren Meinungsverschiedenheiten über den Krieg im Iran. Merz hatte die US-Strategie kritisiert und von einer „Demütigung“ der USA durch iranische Verhandlungspartner gesprochen. Trump reagierte scharf und kündigte den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland an. Zudem wurde die geplante Stationierung einer Einheit mit weitreichenden Waffensystemen und Tomahawk-Marschflugkörpern ausgesetzt.
Politischer Kanal „vorerst blockiert“
Wie die WELT unter Berufung auf eine mit den Gesprächen vertraute Quelle berichtet, scheint „der politische Kanal vorerst blockiert“ zu sein. Experten sehen in dem Truppenabzug eine klare Signalwirkung: Die USA fordern von ihren europäischen Verbündeten mehr Eigenverantwortung in der Verteidigung. Pistorius selbst hatte den Schritt als „erwartbar“ bezeichnet und betont, Europa müsse den „europäischen Pfeiler“ in der NATO stärken. Dennoch wirft diese Entwicklung einen langen Schatten auf die aktuelle Reise.
In Kanada stehen für Pistorius Rüstungs-Verhandlungen auf dem Programm: ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) konkurriert mit dem südkoreanischen Konzern Hanwha Ocean um einen Großauftrag für bis zu zwölf neue U-Boote für die Royal Canadian Navy. Das Volumen wird auf umgerechnet 17 Milliarden Euro geschätzt – ein Deal mit enormer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Kanada will seine veralteten Victoria-Klasse-Boote ersetzen und seine maritime Präsenz im Atlantik, Pazifik und Arktis massiv ausbauen. TKMS setzt auf enge Partnerschaften mit kanadischen Werften und Technologie-Transfer, während Hanwha mit umfangreichen Investitionen in die kanadische Industrie wirbt.
Die Reise findet in einem heiklen Zeitpunkt auch für die kanadisch-amerikanischen Beziehungen statt. Elbridge Colby, Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, hatte Kanada vergangene Woche scharf für unzureichende Verteidigungsausgaben kritisiert und die Arbeit des ständigen gemeinsamen Verteidigungsausschusses (Permanent Joint Board on Defense) ausgesetzt. Colby forderte einen klaren Fahrplan zur Erreichung der neuen NATO-Ziele. Trotz kanadischer Fortschritte bei den Ausgaben – Ottawa hat zuletzt die 2-Prozent-Marke überschritten – sieht Washington weiter Handlungsbedarf.



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Herrlich, wie sie bei gmx im Übertitel ganz klein „setzen“:
„Hegseth lehnte Treffen ab“
.
Um dann in großen Lettern zu titeln:
Pistorius sagt Besuch in den USA ab – um ihn im Clip leger beim Besteigen einer Gangway zum Flugzeug zu zeigen: https://www.gmx.net/magazine/politik/videos/pistorius-besuch-usa-42314946
Kein amerikanischer, auch wenig andere Politiker würden sich derart öffentlich zeigen.
Hat was mit Wertschätzung gegenüber Land und Leuten zu tun, die man vertritt – nicht wahr?
Nur quatschen und die USA in der Straße von Hormus hängenlassen? Die Amerikaner haben völlig recht, daß sie sich aus einem völlig passiven Land was die Nato Mitgliedschaft betrifft, zurückziehen. Ein Land, daß nur noch eine Waffenschmiede und gigantische Milliarden für die Ukraine darstellt die niemals wieder zurückkommen werden und zudem einem Beitritt der Ukraine in die EU nicht abgeneigt ist. Da sind die Baltischen und Slavischen Länder eine ganz andere Sorte von wahren Europäern. D ist Pleite, aber Dank der Steuergelder von 80 Millionen „Nicht-Migranten“ läßt sich diese Großmanns-Spielerei noch eine gewisse Zeit fortsetzen. Deindustrialisiert (außer den Waffenschmieden). total… Mehr
Der Ami ist in erster Linie Geschäftsmann. Und der verschwendet seine geldwerte Zeit nicht mit Politischen Nullen.
Der hat zudem eine Nase für Blender.
Ich mag Pistorius auch nicht besonders. Trotzdem ist die Entscheidung von Hegseth unprofessionell. Als Politiker hat man ohnehin genug Feinde, warum also einen Kollegen, der das Gespräch sucht, unnötig brüskieren?
H. ist ein K#tzbr#cken, aber immerhin Mitglied einer Regierung. Bei Pistorius bin ich mir da nicht so sicher, Sogar das Flugpersonal auf dem Foto daddelt lieber auf dem handy rum. In der richtigen Bundesrepublik standen sie stramm Spalier, wenn der Herr Minister kommt.
Der USA-Teil habe „nur Sinn, wenn ich die relevanten Gesprächspartner in Washington treffen kann“.
Ich treffen kann?
Vielleicht warten die „relevanten “ Gesprächspartner auf den richtigen Zeitpunkt?
Warum sollte Hegseth sich mit Pistorius treffen? Glaubt die Bundesregierung, die Amerikaner hätten nichts wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet mit ihnen zu befassen? 😂
Willkommen sind die nur noch in Ländern, wo sie Geldgeschenke verteilen (gerne in neun- oder zehnstelliger Höhe) – und selbst dort sieht man zu, dass man sie danach schleunigst wieder los wird.
Das finde ich logisch. Denn Pistorius geht in die entgegengesetzte Richtung wie Hegseth. Gerade jetzt hatte Lawrow im Gespräch mit Rubio erklärt, dass die Geduld Moskaus jetzt erschöpft sei und hat weitere massive Schläge gegen Kiew angekündigt. Die USA und die Europäer seien gewarnt und müssten ihr Personal aus Kiew abziehen.
Wozu auch – der Krieg läuft weiter, USA sind aus dem Schneider, mindestens für die Leute, die weder die Führung aus Stützpunkten in D. noch Spionageflüge über Schwarzmeer sehen wollen. Für USA ist das Ideal: die dumme Deutschen kaufen Kriegsmaterial für Ukraine, der Krieg kann also weiter so zu sagen selbst weiter gehen und man kann sich mit dem Rest der „Hemisphäre“, was in Washington-Sprech die ganze Kugel bedeutet. Man nimmt auch Distanz, weil wenn es echt brenzlich wird, will man die Optionen offen halten, statt sich mit Russen direkt bekämpfen, was die kinetische Konsequenzen weit weg in USA auch… Mehr
Einbildung ist auch eine Bildung und dies trifft für den Herr zu. Beliebtester Politiker, welch ein Witz. Sicherlich gibt man die Namen vor und man solle sich was aussuchen. Wer wird da schon Afd ankreuzen oder angeben. Muß man doch damit rechnen auf eine Schwarze Liste zulanden. Es ist ja nicht das erste Land, wo man keine Zeit für Politiker der Altparteien hat. Merz Besuche, dürften eher eine Aufforderung gewesen sein, zu erscheinen. Mag zwar um den Iran gegangen sein. Aber dem Herrn P. ukrainischer Kriegsminister in Spe geht es nur um Waffen, Munition, Geld und am Listen US Soldaten… Mehr
Ich kann mir gut vorstellen dass Pistorius ganz froh ist nicht mit Hegseth zusammentreffen zu müssen. Bringt nichts. Die Versäumnisse der europäischen Nato-Mitglieder, nicht nur von D, bei der Sicherheitspolitik, Verteidigungsbereitschaft und Rüstung, der letzten 25 Jahre sind nicht in 1-2 Jahren nachzuholen. Auch im günstigsten Fall wird alles mehrere Jahre, insgesamt eher 4-8 Jahre, dauern. Kanada will in der Nato bleiben, weshalb eine aktive Zusammenarbeit immer nützlich ist. Die USA könnten und sollten in 4-8 Jahren sehr weitgehend überflüssig sein, was sie dann doch nicht werden wollen, weshalb es nicht ganz so drastisch eintreten wird. Die amerikanischen Militärstützpunkte in… Mehr