Blackbox KW 17 – Eierarsch und Knallköppe

Kubicki nennt Merz „Eierarsch“, Fritz brüllt den Lars an, die Kriminalpolizei rät, keine Beziehung mit einem Mann einzugehen. Da versteht sich von selbst, dass der nächste Bundespräsident auf keinen Fall ein Mann sein darf!

Was der Deutsche in der vergangenen Woche erfahren musste: Die Rente ist sicher, nur zu niedrig und nicht für jeden (Fritz), der Staatsfunk ist selbstverständlich ausgewogen und die Zwangsabgabe rechtens (Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg), und Armin Laschet ist mit einem E-Scooter umgefallen (Lokalpresse). Der gestrandete Ostsee-Wal hat mit Meckpomms Umweltminister Till Backhaus, SPD, einen neuen Sprecher, die „Letzte Generation“ heißt jetzt „Neue Generation“, und der Schah-Sohn könnte morgen schon den Thron in Persien besteigen, wenn es nach Berliner Demonstranten geht.

♦ Boris Pistorius, aus unerfindlichen Gründen beliebtester Politiker unter den inzwischen grundsätzlich Unbeliebten, hat nach zwei Jahren im Amt nun endlich „das große Konzept zur Modernisierung der Bundeswehr und der militärischen Verteidigung“ vorgelegt. Leider können wir hier nicht weiter darauf eingehen, auch wenn Bild „das Wichtigste zusammenfasst“. Pistorius warnt ausdrücklich „vor Veröffentlichung der Kriegspläne“, sonst könne er ja gleich den Putin in seinen Email-Verteiler aufnehmen. Müssen die Russen halt Bild lesen.

♦ Da schau her. Wolfgang Kubicki, Kandidat für den FDP-Vorsitz, steigt plötzlich im Politiker-Ranking auf einen Spitzen-Platz, kaum dass er formuliert, was wohl Millionen vom Kanzler halten: „Eierarsch“. Aber Obacht, verehrte Leser, nicht, dass Sie den Fritz jetzt auf ähnliche Art schmähen! Fritz verklagt gern! Kubicki, der schlaue Advokat, hat nicht „Du Eierarsch“ gesagt, sondern das nur gedacht und dann seinen Gedanken referiert. Wie schreibt Roland Tichy so treffend: Kubicki ist charmant und eloquent, aber eben auch „ein Schlingel wie Friedrich Merz“. Er sagt dieses, er sagt jenes, und macht dann das Gegenteil.

♦ Die CDU verliert nun auch in Umfragen in NRW, wo die SPD längst nur noch röchelt. Deshalb plante Fritz eine XL-Steuersenkung, leider hatte sich das „Entlastungspaket“ schon CDU-intern schnell erledigt. So versuchte er sich wieder als Außenkanzler zu profilieren, und seine Freunde bei „Bild“ posaunten in die Welt hinaus: „Merz bietet Iran Sanktionslockerungen an.“ Dummerweise gibt es keine deutschen Sanktionen gegen den Iran, die Fritz lockern könnte, nur EU-Sanktionen, die Deutschland umsetzt.

♦ Die Regierung ist inzwischen auf dem Niveau aktueller Reality-TV-Formate (Make Love/ Fake Love; Prominent getrennt) angekommen, nur leider ohne Sympathieträger. Hat der herzlose Merz den armen Klingbeil angeschrien?
So jedenfalls soll es sich für den sensiblen Lars angefühlt haben. Dabei weiß jeder Küchenpsychologe, was passiert, wenn Probleme nicht offen angesprochen werden: Missverständnisse häufen sich und ungelöste Konflikte führen zur Trennung. Also sollten der Fritz und der Lars mal zusammen essen gehen und miteinander reden. Viel reden. Am besten auch mal ohne die Bärbel…

♦ Also die Ilse wird es schon mal nicht. Auch wenn Bayerns Söder meint, die Ilse Aigner wäre eine prima Bundespräsidentin, so gilt doch die Regel: Wer zuerst aufs Schild gehoben wird, der wird zuerst medial geschrottet. Wir bleiben dabei: Nur ein Geschlechtswandler kann die BRD 2.0 adäquat im höchsten Amt verkörpern.

♦ Gut, dass die Justiz auch in Glaubensfragen schlüssig Klarheit schafft. So gilt in Schleswig-Holstein jetzt die Dreifaltigkeit nach Günther. Der dortige Ministerpräsident tritt gleichzeitig wie wahlweise in Talkshows als Amtsträger (der Neutralität verpflichtet), als Privatperson (Stammtisch-Format) und als politisch handelnde Privatperson (sprich Parteipolitiker) auf. Ein Wunder!

♦ Wir wissen nicht, wie es bei Kommissar Dirk Peglow zuhause zugeht, aber Sorgen machen wir uns schon, wenn der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter Frauen im Hinblick auf die Kriminalstatistik empfiehlt, „besser keine Beziehung mit einem Mann“ einzugehen.. Peglows Ratschlag verbreitete ZDF-Hajali, die eh keine Beziehung mit einem Mann eingeht. Auch bei Interpretationen zu den kursierenden Gewalt-Daten im öffentlichen Raum ist Peglow eine dankbare Quelle. Wo Hajali einst den Messerstecher Uwe als neue Referenzgröße einführte und ARD-Klamroth seinen verblödeten Zuschauern weismachte, unter den zahlreichen Messerstechern könnten neben Syrern und Afghanen ebenso gut australische Austauschstudenten erfasst sein, brachte Peglow nun auch seine Expertise ein. Es seien „Touristen“ unter den nicht deutschen Tatverdächtigen.

♦ Dazu passt der junge Einmann, der in Leipzig mit einem Beil auf einen Busfahrer losging, von dem die Polizei nur weiß, dass er 22 Jahre alt ist, aber nicht, wo er herkommt. Wahrscheinlich ein kanadischer Austausch-Holzfäller…

♦ Was wäre „unsere Demokratie“ ohne ihre Journos? Die USA reichen „Gehaltslisten“ von 50.000 IS-Terroristen ans BKA weiter, schreibt die Welt. Mit dem Zusatz: „Viele in Deutschland vermutet.“ Das ist schon mal sehr hilfreich. Noch hilfreicher wäre es, die „vielen“ etwas einzuordnen: 50? 500? 5.000 Terroristen in Schland? Noch mehr?

♦ CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne in Sachsen-Anhalt haben schnell noch wichtige Regeln geändert, bevor sie sich ab September einer absoluten AfD-Mehrheit im Landtag gegenübersehen. „Unsere Demokratie“, wie sie leibt und lebt. So könnten die Blockparteien wenigstens den Landtagspräsidenten behalten und weiterhin die Richter am Landesverfassungsgericht aus ihren Reihen besetzen.

♦ Seit den 70er Jahren hält sich die Erkenntnis „Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm, er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken“ (Alfred Tetzlaff; „Ein Herz und eine Seele“), und es vergeht keine Woche ohne einen aktuellen Beweis. Nehmen Sie nur den Andy Grote, SPD – Sie erinnern sich, der mit dem Pimmel-Einsatz. Genosse Andy findet nach der Veröffentlichung neuester Statistiken des Innenministeriums – Afghanen und Syrer sind gegenüber Deutschen bei Gewaltdelikten fast 10-fach überrepräsentiert –, „dass Deutschland eigentlich über die Jahrzehnte ein immer sichereres Land geworden ist“. Beim ZDF-Morgenmagazin wurde ein Genosse nach dem Unmut vieler kleiner Unternehmen, die die 1000-Euro-Prämie nicht zahlen können, befragt, und der sagte ernsthaft, das könne er gar nicht verstehen, denn „wir haben doch die Gewerkschaften gefragt“.

Übrigens. Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass die Gewerkschaften die geplante steuerfreie 1000-Euro-Entlastungsprämie an ihre eigenen Angestellten auszahlen.

♦ Und noch ein Genosse. Niedersachsens SPD-Ministerpräsident (Gott, wie heißt er gleich?) war zu Besuch in China und kam mit der brillanten Idee zurück, Chinas Autokonzerne könnten doch bei VW in Wolfsburg ihre Autos bauen. So würden wenigstens die Pförtnerjobs gerettet.

Schönen Sonntag!

Nicht genug? Lesen Sie Stephan Paetow täglich auf
https://www.spaet-nachrichten.de/

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 19 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

19 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
ChristianeB
1 Stunde her

Ganz besonders lustig ging es diese Woche auf dem EU-Gipfel in Zypern zu. Die anwesenden Herrschaften freuten sich wie Bolle, weitere 90 Milliarden Euro versenkt zu haben. Auch der Oberterrorist aus Syrien fühlte sich offensichtlich sehr wohl, wurde hier und da liebevoll am Arm getätschelt und gab dem Gruppenfoto eine ganz besondere Würze. Welchen Geschmack das hinterlässt, sei jedem selbst überlassen. Mir wird übel.

Juergen P. Schneider
1 Stunde her

Als Bundespräsident kommt meiner Meinung nach nur jemand in Frage, der sich selbst als non-binärer Waschbär identifiziert. 🙂 Ich würde den Waschbär sogar wählen, wenn man mich ließe, denn jeder ist besser als der derzeitige Frühstücksdirektor und sein unsägliches Geschwafel.

Nibelung
2 Stunden her

Wer hat Niedersachsen regiert als die Einbürgerung Hitlers erfolgte

lavoyageuse
2 Stunden her

Herr Paetow, und wieder ein großes DANKE für meinen lachenden Sonntag morgen !!!

Nachhaltiger Energie und Klimawandler
2 Stunden her

Vor wem müssen die Deutschen sich am meisten in Acht nehmen? Den Politikern, die jeden Tag mit neuen grandiosen Ideen um die Ecke kommen, wie man dieses Land noch schneller an die Wand fahren kann? Oder diesen vielen deutschen Männern, mit denen man keine Beziehung eingehen sollte? Vielleicht auch nur vor diesen wissenschaftlichen Umfrage-Forschern, mit ihren lustigen Beliebtheitsbefragungen? Der Bildzeitung, oder vor dem kanadischen Austausch-Holzfäller? Das wird kein einfacher Sonntag heute, da zu einer klaren Entscheidung zu kommen.

Haba Orwell
2 Stunden her

> Die Regierung ist inzwischen auf dem Niveau aktueller Reality-TV-Formate (Make Love/ Fake Love; Prominent getrennt) angekommen

Wer Ernsthaftes sucht, sollte woanders suchen: https://tkp.at/2026/04/25/tucker-carlson-und-jeffrey-sachs-schlagen-alarm-hormuz-blockade-treibt-weltwirtschaft-in-den-kollaps/

Kollaps der Weltwirtschaft – sollte man darüber nicht ein wenig nachdenken?

Mausi
2 Stunden her

„Geschlechtswandler“: Gelungene Wortwahl. Beabsichtigt?

Ho.mann
2 Stunden her

„Unsere – Demokratie – Volkstreter“, in Einigkeit gegen Recht und Freiheit agierend, können und wollen nur noch in ihrem Blockparteien- Koalitionsgefüge überleben. Hinter ihrem politischen Brandmauer-Mahnmal brennte es bereits in allen Ecken und sie haben ergänzend dazu bereits einen zum Himmel stinkenden politischen Misthaufen angehäuft. Für diejenigen, die den Misthaufen beseitigen wollen, gilt folgendes: Wer im Schweinestall ausmisten will, der muss zuerst die Schweine aus dem Stall jagen.

Schwabenwilli
2 Stunden her

„Übrigens. Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass die Gewerkschaften die geplante steuerfreie 1000-Euro-Entlastungsprämie an ihre eigenen Angestellten auszahlen“

Das die Gewerkschaften äußerst unattraktive Arbeitgeber sind ist schon lange bekannt.

Mausi
2 Stunden her
Antworten an  Schwabenwilli

Die Gewerkschaften haben eine Entschuldigung: Schließlich sind sie kein echtes Unternehmen. Sie finanzieren sich ausschließlich über Mitgliederbeiträge und Spenden 😉 und die dürfen und wollen sie nicht verschwenden.

Kassandra
2 Stunden her

Das „Urteil“ des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg ist eines – weitere 6000 Klagen vor solchen Gerichten sollen bundesweit laufen – was heißt, jegliche Forderung eines „Rundfunkbeitrags“ bleibt weiterhin strittig – und kann deshalb nicht beigetrieben werden. Nochmal der Hinweis, dass in der bisher veröffentlichten Begründung die Beweislast für die linke Ausrichtung der Sendungen nicht mehr!!! beim Kläger liegt – sondern entsprechende „Gutachten“ anders beschafft werden müssen! Wobei TE ja schreibt, dass aus der Schweiz eines vorliegen würde: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/rundfunkbeitrag-urteil-mannheim/ . Auch wegen des gewissen uns beschallenden Klamroth kommt Danisch erneut auf die Kaderschmiede LSE zu sprechen – denn u.a. auch Baerbock oder ein… Mehr

Mausi
2 Stunden her
Antworten an  Kassandra

Zu verlangen, dass der ÖRR das Gutachten beibringt, ist genial. Der ÖRR wird immer beweisen, dass er neutral ist. Und dann muss ein Gegengutachten her.
Spannende Zeiten. Aber es wird noch dauern, bis das ein Ende findet. Und ich vermute, es wird aussehen wie beim Wahlrecht: Das Gericht entscheidet, es entspräche nicht der Verfassung, dann kommt ein neues und das entspricht auch nicht der Verfassung. Und so leben sie denn glücklich bis ans Ende aller Zeiten. Vielleicht bis endlich die richtigen Richter am richtigen Ort sitzen? Oder bis die richtige Verfassung in Kraft getreten ist?