Das Mullah-Regime im Iran hat zuletzt zehntausende Menschen kaltblütig ermorden lassen. Zu diesen abscheulichen Verbrechen müssen die „normalen“ Hinrichtungen gezählt werden. So werden im Iran, wie in Afghanistan, Jemen, Saudi-Arabien, Qatar, Brunei und Mauretanien, Homosexuelle mit dem Tod bestraft. Diese Tatsache scheint aber Linke nicht weiter zu stören. Verurteilt wird dagegen Israel, wenn es die Todesstrafe gegen überführte Terroristen auch nur andenkt.
picture alliance/dpa | Fabian Sommer
Wenn der selbsternannte Chef der PLO, Mahmoud Abbas, die konkurrierenden Terror-Organisationen Hamas und Islamic Jihad, der Rat der Arabischen Liga, die UN, die EU, die Mehrheit des Bundestages und die gängigen NGOs begleitet von der Mehrheit der deutschsprachigen Massenmedien geschlossen Israel verurteilen, ist Argwohn angebracht.
Dieses Mal geht es um die Todesstrafe, die das israelische Parlament „Knesset“ mehrheitlich beschlossen hat. Das Gesetz liegt jetzt zur Überprüfung auf dem Tisch des Obersten Gerichts in Jerusalem. Es wird noch eine mittlere Ewigkeit vergehen, bis das Gesetz rechtskräftig sein wird, wenn überhaupt. Eines ist aber schon sicher und keine allzu große Überraschung: Israel steht bereits am Pranger.
Wann oder wo immer ein Gesetz zur Einführung oder Abschaffung der Todesstrafe geplant wurde – es war nie eine rein juristische Angelegenheit. Zeitgenössische Fälle haben Emotionen hochgespült, die dann in Gesetzesänderungen mündeten, die wiederum von tagesaktuellen Vorgängen beeinflusst wurden. Die letzte Todesstrafe in Großbritannien wurde 1964 vollzogen. Die Abschaffung des „Abolition of Death Penalty Act 1965“ hat das Königreich in hohem Maße der hartnäckigen Kampagnenarbeit des jüdischen Labour-Abgeordneten Sydney Silverman (1895–1968) zu verdanken. Ein Mehrfachmord in seinem Wahlkreis hat die Verabschiedung des Gesetzes damals noch einmal um vier Jahre verzögert.
„Hat er aber gemordet, so muss er sterben. Es gibt hier kein Surrogat zur Befriedigung der Gerechtigkeit“, schrieb der größte deutsche Denker und Philosoph der Neuzeit, Immanuel Kant, vor über 200 Jahren. Es ist nicht überliefert, ob Limor Son Har-Melech Immanuel Kant kennt. Sie war 2003 Opfer eines Terroranschlags in Judäa (Westbank) nahe der palästinensischen Stadt Ramallah. Terroristen eröffneten das Feuer auf ihr Auto. Ihr Ehemann wurde ermordet. Die schwangere Limor überlebte und brachte kurz darauf ein gesundes Kind zur Welt. Einer der Täter kam bei einem Gefangenenaustausch auf freien Fuß. Limors Schmerz ist wahrlich kein Einzelfall.
Weltweit bekannt wurde Yahya Sinwar, der Rädelsführer des größten Terrorakts in der Geschichte Israels am 7. Oktober 2023. Auch er, der 28 Jahre eine lebenslange Strafe wegen mehrfachen Mordes in Israel zu verbüßen hatte, wurde im Rahmen der Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Shalit 2011 freigepresst.
Die junge Witwe Limor Son Har-Melech, inzwischen 46 Jahre, wiederverheiratet und Mutter weiterer acht Kinder, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Mord an ihrem ersten Ehemann auf ihre Art zu verarbeiten. Sie wurde Parlamentsabgeordnete der rechten ultra-nationalen Partei „Otzma Yehudit“ (Jüdische Stärke) – Teil der Regierung Netanyahu – und konnte jetzt als Sitzungsleiterin mit sichtbarer Genugtuung das Ergebnis der Abstimmung des Gesetzes zur Einführung der Todesstrafe verkünden: 62 dafür, 47 dagegen.
Ganz neu ist das Thema in Israel nicht. Zuletzt angewendet wurde die Todesstrafe 1962. Damals wurde der NS-Verbrecher Adolf Eichmann nach einem langwierigen Prozess durch Hängen hingerichtet. Danach gab es einige Todesurteile von Militärgerichten gegen überführte arabisch-palästinensische Terroristen, die aber immer in lebenslange Haftstrafen umgewandelt wurden.
Das neue Gesetz hat die Besonderheit, dass es ausschließlich für Palästinenser gelten soll, die an einem Terrorakt mit tödlichem Ausgang beteiligt waren. Diese Einschränkung im Gesetzestext hat keine ethnische Ursache, sondern ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass Terroranschläge erfahrungsgemäß ausschließlich von arabisch-muslimischen Palästinensern begangen werden.
Das Gesetz soll nur für überführte palästinensische Terroristen gelten. Palästinensische Organisationen haben mehrere Chartas – eines haben alle gemein: Sie rufen zum Tod aller Juden auf. In palästinensischen Schulen, auch in jenen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), ist bis zum heutigen Tag „Tod den Juden“ praktizierter Lehrstoff. Die sogenannte „Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO)“, die seit Dekaden Milliarden an Fördermittel von UN, EU und zusätzlich von den meisten einzelnen EU-Ländern, allen voran von Deutschland erhält, zahlt – konservativ geschätzt – 300 Millionen US-Dollar jährlich an die Familienangehörigen von Attentätern, die Juden oder Israelis ermordet haben. Die Höhe der monatlichen Zahlungen richtet sich nach dem „Erfolg“ des Terroranschlags, die nach der Anzahl der Ermordeten bemessen wird.
Gerne vergessen, verdrängt oder unterdrückt wird die Tatsache, dass im Iran, in Afghanistan, Jemen, Saudi-Arabien, Qatar, Brunei und Mauretanien Homosexuelle mit der Todesstrafe bedroht werden – seit Jahrzehnten. In Japan, Singapur, Thailand, Taiwan und in der Mehrzahl der US-amerikanischen Bundesstaaten wird die Todesstrafe für überführte Terroristen angewendet. Eine derart umfangreiche internationale Verurteilungs-Koalition wie aktuell gegen Israel hat es für eines der genannten Länder noch nicht einmal ansatzweise gegeben.
Was ist der Grund für die schon fast abartige Besessenheit, die hinter der selektiven Empörung über ein Land steckt, das Nullkomma-irgendwas der Weltbevölkerung ausmacht? Ein kleines Völkchen, aber groß genug, um ihm die gesamte Schuld für gestiegene Benzinpreise, die zeitweise Schließung der internationalen Seestraße von Hormuz und eine aufkeimende Weltwirtschaftskrise in die Schuhe zu schieben.
Alles rätselt, woher die militärische Durchsetzungskraft des kleinen Landes am Ostrand des Mittelmeeres kommt. Wo liegen die Ursachen für Resilienz und wirtschaftliche Überlegenheit? Die Antworten darauf liegen auf der Hand, werden aber durch Jahrhunderte alte Vorurteile übertüncht. Sie lassen sich partout nicht ausmerzen.
Diejenigen, die jetzt Israel vorschnell verurteilen, verdrängen auch, dass sich das Land noch immer im Schockzustand des mörderischen Überfalls vom 7. Oktober befindet und seit fünf Wochen im Überlebenskampf an drei Fronten – Iran, Libanon und Jemen – kämpft. Umstände, die Sicherheitsdenken und jedes damit verbundene Gesetz nachvollziehbar extrem beeinflussen.
Der Ausgang des andauernden Zustandes ist ungewiss. Gewiss aber ist: Krisen brauchen einen Schuldigen. Die Geschichte wird ihn schneller als befürchtet benennen.

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Israel exekutiert seit Jahrzehnten in großer Zahl Todesstrafen extrajuristisch. Von daher finde ich es konsequent, dies auch offiziell zu formalisieren.
Den Angriff auf den Iran und zeitgleich auf den Libanon als unvermeidbare präemptive Notwehr gegen alles Böse in der Nachbarschaft zu stilisieren, erscheint mir dann aber doch etwas weichzeichnend.
In der Kriminalistik gibt es in dem Zusammenhang übrigens das Analysetool der Viktimologie.
Ich wünsche Israel viel Erfolg bei der Durchsetzung des Gesetzes!!!
Einfach rührend, wie hier en deutscher Schreiber versucht, eine riesige israelische Schande unter den Teppich zu kehren. Die Juden haben im israelischen Parlament beschlossen, für eine bestimmte Gruppe, für die arabische Rasse, die Todesstrafe einzuführen. Was soll an diesem Mehrheitsbeschluss entschuldigend sein, wenn ein Gericht feststellt (hoffentlich), dass ein solches Gesetz rechtswidrig ist?
Gewohnt routiniert wird rabulisiert, sophistisiert, sich herausgewunden.
„Die anderen sind aber…“
Nein, Her Rosenberg, die anderen sind irrelevant.
Wenn Israel sich als Teil es Westens begreifen will, muss es sich auch so verhalten.
Dieses Gesetz ist eine Schande. Auch, wenn es letztlich nicht gültig wird. Schon daß es so weit gekommen ist, daß offenbar relevante Kräfte in Israel so ein Gesetz wollen, ist ein Schandmal.
„…dass Terroranschläge erfahrungsgemäß ausschließlich von arabisch-muslimischen Palästinensern begangen werden.“
Mal „Lawon-Affäre“ googeln.
Stelle leider immer häufiger fest, daß es nur einen Schuldigen gibt. Israel.
Israel trägt die Schuld für alles Leid der Welt. Israel ist schuldig, für alles was passiert. Viele meiner Nachbarn sehen es genau so. Es sind Menschen, die sich nur in den ÖR schlau machen. Die sich nur im Mainstreammedien informieren. Daher kommt das ganze Dilemma. Solange der linksgrünsozialistische Mainstream so infraelfeindlich berichtet, wird sich an der öffentlichen Meinung nichts ändern. Dummheit siegt fast immer.
Als im Grunde berechtigt, aber sehr einseitig, was der Autor argumentativ aneinander fügt.
Nur ein Beispiel: Die drastischen Missstände in einer ganzen Reihe muslimisch orientierter Staaten.
Die sind unbestritten, leider. Interessieren mich aber dennoch weniger. Ich will primär, dass Israel weiterhin ein Teil der freien westlichen Welt bleibt. Was ich bei Extremisten wie Ben Gvir oder Smotrich, noch ein gutes halbes Jahr Teil der israelischen Regierung, beim besten Willen nicht beobachten kann.
Glücklicherweise wird dieser Teil israelischer Geschichte mit den im Oktober anstehenden Neuwahlen zur Knesset ein Ende haben wird.
„So werden im Iran, wie in Afghanistan, Jemen, Saudi-Arabien, Qatar, Brunei und Mauretanien, Homosexuelle mit dem Tod bestraft“
Afghanistan ist mir egal.
Jemen ist mir egal.
Saudi-Arabien ist mir egal.
Qatar ist mir egal.
Brunei ist mir egal.
Mauretanien ist mir egal.
Israel ist mir egal.
Ich bin diese ganze Region mittlerweile so unendlich leid. Macht eure Streitigkeiten unter euch aus, und laßt den Rest der Welt endlich in Ruhe.
> Was ist der Grund für die schon fast abartige Besessenheit, die hinter der selektiven Empörung über ein Land steckt, das Nullkomma-irgendwas der Weltbevölkerung ausmacht? Vielleicht ist es die „Grossisrael“-Agenda mit angestrebten Eroberungen zwischen Nil und Euphrat? Die weit über 100 Millionen Autochtone dort sollten wie bisherige vertrieben werden (nach Westeuropa?) oder gleich gemeuchelt werden wie die letzten Jahre in Gaza. So etwas praktizierten westliche Länder hin und wieder in früheren Jahrhunderten, doch heute ist das Projekt einmalig. Vielleicht bis auf die von Budanow angekündigte Vertreibung der „zivilen Besatzer“, also Russen im Osten und Süden des Banderastans. Kein Wunder, dass… Mehr
vergleicht sich Israel jetzt mit Afghanistan oder dem Jemen?
zumal die Todesstrafe in Israel sich ja nur auf „Terrorismus gegen das Existenzrecht Israels“ bezieht,also Israelis mehr oder weniger selbst ausschliesst.
Man muss kein linker oder Pali-Freund sein,um einer Demokratie da kritisch gegenüber zu stehen
der letzte Absatz ist perfide,denn den Angriff auf Iran hat in der Tat Israel ausgelöst….und hat die USA mehr oder weniger aktiv mit ins Boot geholt…die weltweite aufkommende Krise ist also Resultat welcher Aktionen? DAS soll hier schon pro-aktiv als antisemitisch verurteilt werden….perfide