Parallel zu den Kampfhandlungen sollen indirekte Verhandlungen mit Teheran über pakistanische Vermittler geführt werden und seien laut Trump „vielversprechend". Der US-Präsident setzte dem Iran eine Frist bis zum 6. April, um einem Abkommen zur Beendigung des Krieges zuzustimmen.
Screenshot X / M.A.Rothman
In einem Interview mit der Financial Times meinte US-Präsident Donald Trump, seine bevorzugte Option sei es, „das Öl im Iran zu nehmen“. Dabei brachte er auch eine mögliche Besetzung der strategisch wichtigen iranischen Exportdrehscheibe Kharg Island ins Spiel – der Krieg in Nahost dürfte also nicht so bald beendet werden.
Die Insel Kharg ist von zentraler Bedeutung für die iranische Ölwirtschaft: Ein Großteil der Exporte des Landes wird über diese Anlage im Persischen Golf abgewickelt. Eine militärische Kontrolle durch die USA würde daher einen massiven Eingriff in die wirtschaftliche Infrastruktur Irans darstellen – mit potenziell globalen Folgen für die Energieversorgung.
Parallel zu diesen Aussagen verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Region erheblich: Nach Angaben des Pentagon wurden 10.000 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten verlegt. Bereits eingetroffen sind mehrere Tausend Kräfte, darunter 2.200 Marines. Weitere Einheiten sowie Soldaten der 82. US-Luftlandedivision befinden sich auf dem Weg.
Militärexperten warnen vor den Risiken eines möglichen Angriffs auf Kharg Island. Eine derartige Operation könnte nicht nur erhebliche US-Verluste nach sich ziehen, sondern auch den Konflikt deutlich verlängern – und weiter steigern. Trump selbst räumte ein, dass eine Einnahme der Insel eine längerfristige militärische Präsenz erfordern würde: „Vielleicht nehmen wir Kharg Island, vielleicht auch nicht – wir haben viele Optionen.“ Gleichzeitig zeigte sich Trump überzeugt, die iranischen Verteidigungsanlagen auf der Insel seien schwach und eine Einnahme „sehr leicht“ möglich. Das ist eine Einschätzung, die von unabhängigen Beobachtern bislang nicht bestätigt wird.
Konflikt lässt Ölpreis weiter steigen
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran hat bereits spürbare Auswirkungen auf die Weltmärkte. Der Preis für Rohöl ist innerhalb eines Monats um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die Nordseesorte Brent überschritt zuletzt die Marke von 116 US-Dollar pro Barrel und nähert sich damit Höchstständen seit Beginn der aktuellen Krise.
Zusätzlich verschärft wurde die Lage durch jüngste Angriffe in der Region: Bei einem Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien wurden mehrere US-Soldaten verletzt und ein hochmodernes Aufklärungsflugzeug schwer beschädigt. Auch die Huthi-Rebellen im Jemen griffen Israel mit einer ballistischen Rakete an – das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Konflikt zunehmend ausweitet.
Diplomatie trotz Drohkulisse?
Parallel zu den Kampfhandlungen betonte Trump, dass indirekte Verhandlungen mit Teheran weiterhin laufen. Diese würden über pakistanische Vermittler geführt und seien nach seinen Angaben „vielversprechend“. Der US-Präsident setzte dem Iran eine Frist bis zum 6. April, um einem Abkommen zur Beendigung des Krieges zuzustimmen, andernfalls drohten gezielte Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur.
Offen ließ Trump hingegen, ob kurzfristig ein Waffenstillstand möglich sei, der auch die wichtige Schifffahrtsroute der Straße von Hormus wieder vollständig öffnen würde. Durch diese Meerenge wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert.
Umstrittene Aussagen zur Lage im Iran
Unterschiedliche Meinungen gibt es zu Trumps Aussagen zur politischen Situation in Teheran: Der US-Präsident behauptete, es habe bereits einen faktischen Machtwechsel gegeben, nachdem Irans langjähriger oberster Führer Ali Khamenei sowie weitere Spitzenfunktionäre bei Angriffen ums Leben gekommen seien. Offizielle Stellen in Teheran widersprechen dieser Darstellung entschieden und betonen, die Führung sei weiterhin handlungsfähig.
Über den Verbleib von Mojtaba Khamenei, dem Sohn des obersten Führers und Nachfolgers, gibt es nur Spekulationen. Dieser sei entweder tot oder schwer verletzt. Bestätigungen dafür gibt es bislang nicht.
Aktuelle Perspektive
Vor zwei Tagen stimmte der Iran der Entsendung von acht Tankern zu. Dann kamen zwei weitere hinzu. Heute wurden noch mal 20 hinzugefügt – sodass ab morgen früh insgesamt 30 Tanker mit Rohöl durch die Straße von Hormus fahren.

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Und wohin gehen die Tanker? Nach Asien (China) oder Richtung Westen? Und wessen Tanker werden durchgelassen? Alles Wesentliche fehlt.
„…sodass ab morgen frueh insgesamt 30 Tanker mit Rohoel durch die Straße von Hormus fahren.“
Ja natuerlich, das ist vollkommen normal, denn die Strasse von Hormuz ist nicht gesperrt Die Passage von „30 Tankern“ ist aber kein klar dokumentiertes, sozusagen Konvoi-Ereignis. Man kann serioes allenfalls sagen:
Die Mehrheit der Schiffe sind: iranische oder solche aus Laendern die dem Iran nahestehen. Zusaetzlich Schiffe aus asiatischen Staaten (v. a. China, Indien, Malaysia, Thailand etc.) Die Auswahl nimmt der Iran politisch selektiv vor, nicht nach festem internationalen Schema. Tatsache ist aber: Eine Nationalitaetenliste wurde nicht veroeffentlicht.