Die Grünen kippen die Brandmauer zur AfD

In Sachsen bekommen die Grünen vorgeführt, was Demokratie außerhalb rotgrüner Hinterzimmer bedeutet: Ein eigener Antrag findet Mehrheit mit AfD und BSW. Nun jammern sie über das Verfahren, das sie selbst ausgelöst haben.

picture alliance/dpa | Robert Michael

In Sachsen haben die Grünen die Brandmauer gekippt. Der über den sächsischen Wassern schwebende Ministerpräsident Kretschmer regiert in einer schwarz-roten Minderheitsregierung mit den Sozialdemokraten. Im sächsischen Landtag sitzen 120 Abgeordnete, 41 von der CDU, 40 von der AfD, 15 vom BSW, 10 von der SPD, 7 von den Grünen, 6 von den Linken (SED) und ein fraktionsloser Abgeordneter. Da sich Kretschmer Mehrheiten suchen muss, ist er, wenn er das BSW nicht überzeugen kann, auf die Stimmen von Grünen und SED angewiesen. Damit hat Kretschmer bereits den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU nach links, zur SED de facto gekippt. Was links gilt, müsste auch für rechts gelten und vice versa, nicht jedoch für die Christdemokraten, nicht für Kretschmers Blockflöten. Um die Roten bei Laune zu halten, ruft Kretschmer wieder einmal dazu auf, wie zuvor in Brandenburg nicht die CDU, sondern die SPD zu wählen, damals statt Redmann Woidke, diesmal statt Peters Schwesig die Stimme zu geben. Wie schon gesagt, Herr Kretschmer spielt gern Blockflöte.

Nun haben die Grünen den Antrag „Entlastung kleiner Schlachtbetriebe umsetzen – Zukunft der regionalen Fleischverarbeitung sichern“ in den Sächsischen Landtag eingebracht. Vernünftigerweise wollten die Grünen den misslichen Umstand, dass kleine Schlachtbetriebe durch die Gebühren für Fleischuntersuchungen gegenüber Großbetrieben übermäßig belastet werden, beenden und forderten die Reduktion der Kosten für kleine Schlachtbetriebe. Der Antrag der Grünen erhielt nur eine Mehrheit gegen die regierende schwarz-rote Koalition im Landtag, weil das BSW und die AfD für den Antrag der Grünen stimmten. Zwar hatte die AfD einen Änderungsantrag zum Antrag der Grünen eingebracht, am Ende dann aber doch für den Antrag der Grünen gestimmt. Damit ist Dank der Grünen die Brandmauer gefallen.

Ach und Weh bei der grünen Brandmauerpolizei

Das Weh und Ach ist nun groß bei den Grünen, ausgerechnet sie, die Brandmauerpolizei, bringt die Brandmauer zu Fall. Und man darf auf offener Bühne die ganze Erbärmlichkeit der Grünen, die Pirouetten der Gleisner erleben, wenn sie tonnenweise Asche auf ihr Haupt laden. Was sie als „demokratische Fraktion“ von Sachsens Wiedergeburt der Nationalen Front des demokratischen Deutschlands dabei in ihrem Weheklag enthüllt, ist, wie sehr die Parteien des demokratischen Blocks, Kretschmers Landtag, zu einem Hintertüren-Parlament, zu einer Volkskammer 2.0 machen, wenn sie in ihrem Mea-Culpa-Schreiben jammert: „Ein Bündnisgrüner Antrag hat heute eine Mehrheit im Landtag erhalten, die mit den Stimmen von AfD und BSW zustande gekommen ist…. Eine solche Mehrheit schmerzt uns als demokratische Fraktion zutiefst. Wir haben seit Beginn der Legislaturperiode immer wieder alles denkbare dafür getan, dass es in diesem Landtag keine Mehrheiten durch die AfD gibt. Dies ist uns bei hunderten Anträgen und Änderungsanträgen gelungen. Heute konnte genau das nicht verhindert werden, da es den demokratischen Fraktionen nicht gelungen ist, durch ausreichend Präsenz eine solche Mehrheitsbildung zu verhindern. Das ist auch unsere Verantwortung, da wir diese Mehrheitsbildung so nicht haben kommen sehen. Darüber sind wir sehr bestürzt.“

Halten wir fest, die Grünen sind darüber „sehr bestürzt“, dass ein ordentliches demokratisches Verfahren abseits aller Hintertüren und Kungeleien stattgefunden hat. Halten wir weiterhin fest, nicht die Interessen der Bürger, nicht die Interessen ihrer Wähler sind für die grünen Abgeordneten ausschlaggebend für ihre Entscheidungen im Sächsischen Landtag, sondern es geht für sie nur darum, dass keine Mehrheit mit dem BSW und der AfD zustande kommt. Mag der Antrag auch noch so vernünftig, noch so wichtig sein. Und wenn darüber das Land zusammenbricht. Die Hinterzimmer-Grünen schimpfen wie die Rohrspatzen auf das demokratisch agierende BSW, das sich von den Interessen der Bürger, und eben nicht von den Interessen ewiggestriger und dysfunktionaler Eliten in deren Bestreben der Posten- und Herrschaftssicherung leiten lässt. Wörtlich die Grünen: „Dies zeigt einmal mehr, dass dem BSW nicht zu trauen ist und es sich ohne Skrupel daran beteiligt, die Demokratie verächtlich zu machen.“

Dass Abgeordnete frei und ihrem Gewissen verpflichtet abstimmen, ist für die Grünen ein Verächtlichmachen der Demokratie. Interessant! Ist für die Grünen Demokratie nur ein Euphemismus für rotgrüne Diktatur? Das zumindest hat die Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert in ihrem Statement deutlich gemacht. In ihrem Politikverständnis kommen die Bürger nicht vor, nicht das Interesse der Bürger. Offenbar entscheidet für sie die Antwort auf die Frage, ob ein vernünftiger Antrag nur mit den Stimmen der AfD und des BSW durchkommt, darüber, ob die Grünen den Antrag überhaupt stellen oder nicht.

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Kommentare ( 8 )

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TomSchwarzenbek
29 Minuten her

Das ist doch unausweichlich ! Es geht um das Land, nicht um die Altparteien !

eisenherz
30 Minuten her

## Nun jammern sie über das Verfahren…##
Die Grünen sind so blöd wie wir sie kennen.
Denn wenn sie nun jammern, dann haben die vorher wirklich gedacht, dass die AfD ihrem Gesetz nicht zustimmen wird, auch wenn der vernünftig ist?

AlNamrood
33 Minuten her

Als hochmoralische Verteidiger UnsererDemokratie müssen die Grünen die Antrag jetzt selbstverständlich sofort zurückziehen, wenn sie nicht am rechten Rand fischen wollen.

Jens Frisch
37 Minuten her

Der alte Reim scheint ja zu stimmen:
„Der Fuchs ist klug und stellt sich dumm, bei Grünen ist es andersrum.“

Bernd Bueter
39 Minuten her

Das Problem „Listenwahlrecht“ in aller Deutlichkeit. Weg damit!

Hueckfried69
39 Minuten her

Sollten Sie sich ein Repertoire an Schimpfworten zugelegt haben, dann suchen Sie mal das Stärkste davon aus; und dann überlegen Sie, ob selbst dieses Wort, bezogen auf die Grünen, nicht ein Euphemismus ist.

ceterum censeo
39 Minuten her

Na ja, daß der Linksblock aus Grün, Rot, Ultrarot, Schwarz etc. nur sich selbst bzw. der Partei und NICHT dem Bürger verpflichtet ist, ist ja nun wahrlich keine Geheimnis mehr. Machterhalt zu Lasten des Bürgers, also dem Ernährer dieser Undemokraten – ein besonders deutsches Problem!

rainer erich
43 Minuten her

Ich warte auf das Verbotsverfahren gegen grün….Beweise liefern sie ja selbst frei Haus.