Der beste Weg ist der Wettbewerb

Den Markt auszuschalten und die Konsumenten zu bevormunden – das sind die Rezepte des vorigen Jahrtausends. Das gilt auch für die Autoindustrie.

Bundesarchiv, B 145 Bild-F038806-0028 / Schaack, Lothar / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Können Quoten und Kommissionen die deutsche Automobilindustrie retten? SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert eine europäische Quote für Elektroautos. Die Grünen wollen eine „Zukunftskommission“ im Kanzleramt. Dort sollen Arbeitgeber, Gewerkschaften, Wissenschaft und Verbraucherverbände das Auto von morgen konzipieren. Alle an einen runden Tisch – das klingt gut. Die Zukunft wird ausdiskutiert und danach in die Hände gespuckt. Aber ist es wirklich so? Leider ist Zukunft ungewiss. Sie interessiert sich nicht dafür, was Kommissionen so planen. Das bislang beste Rezept zur Bewältigung von Zukunft ist Wettbewerb. Versuch und Irrtum zeigen den besten Weg. Dabei werden manche bitter bestraft. Andere belohnt.

Auch die vermeintliche Sicherheit, mit der derzeit viele auf das Elektroauto setzen, ist trügerisch: Seine Überlegenheit ist so wenig gesichert wie seine Umweltverträglichkeit. Selbst 4.000 Euro Prämie haben in Deutschland kaum private Käufer überzeugt. Denn eine Gruppe wird gern vergessen bei den Planspielen der Politik: die Kunden. Nicht die Konzerne bauen die „falschen“, sondern die Kunden kaufen die „falschen“ Autos.

Den Wettbewerb auszuschalten, die Konsumenten zu bevormunden und die Zukunft in die Hände einer staatlichen Plankommission zu legen – das sind die Rezepte des vorigen Jahrtausends. Dafür steht übrigens Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern ist das planwirtschaftliche Modell. Denn VW ist eine staatliche Gründung, nachdem die damaligen deutschen Autokonzerne das Ziel des „Führers“ für eine Schnapsidee hielten, ein Volksauto für unter 1.000 Reichsmark herzustellen. VW sollte der nationalsozialistische Musterbetrieb schlechthin sein, der die Schwächen des Kapitalismus offenbart.

Oder manus manum lavat (Lat. Eine Hand wäscht die andere)
WEIL es so schön ist: Staatsmonopolkapitalismus, Filz und Korruption
Der Käfer rollte aber nicht zu den Konsumenten, sondern als Kübelwagen an die Front. VW wurde zum Erfolg erst nach dem Krieg – in der Sozialen Marktwirtschaft und teilprivatisiert. Seither gehört VW zu 20 Prozent dem Land Niedersachsen. Auch die Gewerkschaften spielen eine tragende Rolle. Seither ist VW ein Unternehmen nach eigenen Gesetzen, zu oft haarscharf am Markt vorbei. Immer ging in Wolfsburg Größe vor Ertrag. Das schafft Arbeitsplätze im Land, und das gefällt Gewerkschaften wie Landesregierung. Arbeitsplätze erschienen wichtiger als Technologie. Das führte in die erste Existenzkrise: Zu lange wurde am Käfer festgehalten, statt in moderne Modelle zu investieren.

Auch heute hinkt VW in der Abgastechnik dem Wettbewerb hinterher – hinein in die heutige Krise: Was nicht passte, wurde zurechtgeschwindelt. Das Management fühlt sich sicher – es manipuliert schließlich unter dem Schutzschirm der Politik. Was kann da schon schiefgehen, wenn ein Ministerpräsident im Aufsichtsrat sitzt.

VW zeigt, was passiert, wenn am runden Tisch die Interessen von Unternehmen, Eigentümern und Gewerkschaften vermischt und so Verantwortung verwischt wird. Anders herum geht es: Schon 1961 verkaufte Ludwig Erhard den Anteil des Bundes an VW. Der Staat soll Gesetze und Rahmenbedingungen festlegen, aber sich nicht als Unternehmer versuchen. Daher sollte auch das Land Niedersachsen endlich seinen VW-Anteil verkaufen. Nur so entsteht Transparenz und wird Verantwortlichkeit wieder hergestellt. Einen Bundes- oder Europa-Käfer aber braucht niemand.

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Kommentare

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  • Ascendence

    Der Staat MUSS sich aus dem Privat Gewerbe zurückziehen. Solange die Politik mit wirtschaftet wird es immer wieder Absprachen geben, weil die Abgeordneten den Weg für so welche Manipulationen ebenen werden, und auch entschuldigen können, da sie halt politischen Einfluß ausüben können.

  • SOHN_VON

    „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes

    ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet
    ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht
    aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und
    des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu
    bedienen. ‚Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen
    Verstandes zu bedienen!‘ ist also der Wahlspruch der
    Aufklärung.“ Immanuel Kant in der Berlinischen Monatszeitschrift 1784

    Die Inanspruchnahme des eigenen Verstandes wird durch die unmittelbare Beziehung zur Inanspruchnahme des eigenen Portemonnaie enorm gefördert.
    Deshalb sind anonyme 30 Mrd..€ pro Jahr für Armutsflüchtlinge für den Wähler weniger „spürbar“, als 40 Tsd.€ des Käufers für ein E-Auto, was – hochgelobt und subventioniert – eine Mogelpackung bleibt.

  • Peter G.

    Es ist Wirtschaftskrieg, und die Ökofaschisten an vorderster Front gegen das eigene Land.

  • karlwelle

    gerade eben habe ich das reichweitenproblem gelöst; für das elektroauto:
    alle elektroautos fahren mit anhänger; für mittlere strecken einachsanhänger, für langstrecken mehrachsanhänger;
    verbunden mit der zugmaschine über anhängerkupplung, die ist schon erfunden, und einem weltweit genormten stecker
    wird der akku schlaff, an der nächsten „station“ anhänger abhängen, neuen anhänger dran; zeit 6 minute, und weiter geht es
    nachsatz: vor 100 jahren mußten die postkutschen auch immer mal die pferde wechseln.