Niedersachsens CDU-Fraktionschef Sebastian Lechner kritisiert den Ausschluss mehrerer AfD-Kandidaten via „Verfassungstreue-Check“ – verschweigt aber, dass CDU-Vertreter in den Wahlausschüssen dafür stimmten. Niedersachsens CDU heuchelt Opposition gegen ein Verfahren, nachdem sie Rot-Grün den Weg zur Entfernung politischer Konkurrenten mit freigeräumt hat.
picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
Die CDU wirkt wie eine im Wasserglas gefangene Fliege, sie brummt im Kreis herum. Sebastian Lechner, Vorsitzender der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag, pumpte sich gewaltig auf und kritisierte den Ausschluss mehrerer AfD-Kandidaten von den Kommunalwahlen. Betroffen sind der Bundestagsabgeordnete Martin Sichert, die Landtagsabgeordneten Stefan Bothe und Thorsten Moriße sowie der Göttinger AfD-Kreisvorsitzende Justin Vogel. Sie dürfen nicht antreten, weil Innenministerin Daniela Behrens und ihr Verfassungsschutz in Stasi-Manier belastende Dossiers über die Kandidaten zusammenstellen ließen.
Lechner, der sich nach den skandalösen Vorfällen in Niedersachsen, die nicht zuletzt durch die Berichterstattung von TE und dem Podcast „Der Irrsinn der Woche“ der Öffentlichkeit bekannt geworden sind, daran erinnerte, dass die CDU ja auch irgendwie Opposition in Niedersachsen ist, hat nun beeindruckend Kritik geübt. Denn, so Lechner: „Wir müssen unsere Demokratie und unsere Kommunen wirksam gegen Extremismus schützen.“ Wer ist hier „wir“? Die Brandmauereinheitspartei? Wem gehört „unsere Demokratie“? Der Brandmauereinheitspartei? Den neuen Oligarchen, den Funktionären und Natschalniks von den Linken, Grünen, der SPD und der Union? Oder doch dem Volk?
Blöd nur, dass Lechner für die Rotgrünen die Scheinopposition spielen muss. Deshalb hat er sich für seine Verhältnisse gewaltig ins Zeug gelegt und lautstark piepsend hinzugefügt: „Mit der neuen Regelung überfordert Rot-Grün jedoch die kommunalen Wahlausschüsse.“ Lechner kritisierte die Konstruktion des Verfassungstreue-Checks als „verfassungsrechtlich nicht haltbar“, weil die rotgrünen Brandmauerfreunde „eine hochkomplexe verfassungsrechtliche Entscheidung auf ehrenamtliche Wahlausschüsse verlagert“ hätten. Will er eine bezahlte politische Polizei dafür?
Lechners Aussage ist eindeutig falsch und lenkt vom Thema ab. Denn natürlich hat der Wahlausschuss die Aufgabe, die Kandidatenliste für die Wahl aufzustellen. Und natürlich bezahlt Behrens Juristen dafür, dass etwas, mag es auch dem Geist des Grundgesetzes widersprechen, dennoch vor einem rotgrün besetzten Verwaltungsgericht Bestand haben könnte, zumindest für die Ablehnung von Eilanträgen. So schlau war man schon in Hannover, mit dem unscharfen Begriff des „Zweifels“, der subjektiv und nicht objektiv, der eine psychologische, aber keine juristische Kategorie ist, zu operieren. Zudem „empfehlen“ Verfassungsschutz und Kommunalaufsicht „nur“, die Entscheidung bleibt beim Wahlausschuss. Formaljuristisch könnte das winkeladvokatisch anmutende Verfahren auf der Ebene eines willigen Gerichtes Bestand haben.
Dass Lechner auf der einen Seite als Opposition Kritik üben muss, er auf der anderen Seite am Kern des Problems vorbeihuscht, hat den Grund des Pharisäertums der CDU, denn die CDU-Mitglieder haben in den Wahlausschüssen mit den Roten und den Grünen als verlässliche Brandmauerfreunde für den Ausschluss der AfD-Kandidaten von der Kandidatur für die Kommunalwahlen gestimmt. Lechners Parteifreunde, Lechners Partei hätte gegen die Streichung der Kandidaten von der AfD stimmen können. Deshalb kritisiert Lechner auch nicht wirklich den Ausschluss der AfD-Kandidaten, der ihm zupasskommt und an dem seine Parteifreunde mitgewirkt haben, sondern allgemein das Verfahren. Und eigentlich geht es ihm nicht einmal um das Verfahren, sondern einzig und allein darum, dass dieses Verfahren „nicht unsere Demokratie“ schützt, „sondern…am Ende nur den Populisten und Extremisten“ hilft. Denn die AfD bleibt für den Block- und Brandmauerfreund Lechner eine extremistische und populistische Partei, das Dumme ist für ihn nur, dass er jetzt zu spät an der Reaktion der Öffentlichkeit erkennen muss, dass der staatsautoritäre Umgang, der legalistische Putsch gegen die Demokratie, den seine Parteifreunde mittrugen, das demokratische Empfinden und das Gefühl für Gerechtigkeit der Bürger verletzt. Wie nennt man also Lechners gratis Kritik? Heuchelei? Opportunismus? Erbärmlichkeit?
Der niedersächsische Verfassungsschutz belegt den Zweifel an der Verfassungstreue von Stephan Bothe bspw. damit, dass er nach Putins Überfall für ukrainische Flüchtlinge eingetreten ist: „Die Kreistagsfraktion der AfD fordert in einem Eilantrag an den Kreistag, Flüchtlinge aus der Ukraine nicht in herkömmlichen Sammelunterkünften mit anderen Asylbewerbern unterzubringen, sondern in von der Kreisverwaltung anzumietenden Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Stephan Bothe zur Begründung: Da Männer im wehrfähigen Alter die Ukraine derzeit nicht verlassen dürfen, werden hauptsächlich Frauen und Kinder erwartet. Diese müssen nicht nur wegen ihrer vielfachen Traumatisierung, sondern auch zum Schutz vor sexuellen und gewalttätigen Übergriffen, wie sie immer wieder aus Sammelunterkünften gemeldet werden, separat untergebracht werden. Auch die sehr unterschiedliche kulturelle Prägung der eher nach westlicher Lebensart ausgerichteten ukrainischen Flüchtlinge und der oftmals nach sehr traditionellen und zum Teil rückständigen Strukturen sozialisierten afrikanischen und arabischen Flüchtlinge lässt eine getrennte Unterbringung sehr ratsam erscheinen, um hier Konflikten vorzubeugen.“
Niedersachsen eben: Volkswagen geht den Bach runter, die innere Sicherheit zerbröselt, Kritiker werden von der Wahl ausgeschlossen – und die CDU versagt als Oppositionspartei, weil, sie doch gerne in einem Kabinett mit Daniela Behrens sitzen möchte und jetzt so etwas wie Opposition machen muss. Die CDU wirkt wie eine im Wasserglas gefangene Fliege, sie brummt im Kreis herum. Die CDU braucht niemand mehr.







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Auschluss von Mitgliedern einer Partei vom Wahlrecht ein verfassungsrechtlicher Skandal historischen Ausmaßes den es seit 1945 nicht gegeben hat !!! Ein Verfassungschutz der völlig dem demokratischen Rechtstaat entgleist ist. – den Weg in den Totalitarismus beschritten. Grundgesetz, Gesetz und Recht sind glasklar: Grundrecht Wahlrecht kann nicht eingeschränkt und erst Recht nicht enzogen werden nicht einmal durch Richterurteil – erst recht nicht nach fabulierter Gesinnungstreue. Wer hat die „SED-Sekrtärin für Indoktrination und Propaganda2 auf Grundgesetz Verfassungstreue überprüft – damit sie ins Kanzleramt durfte? – das ja entscheidender verfassungsrelevant ist als Abgeordneter einer Parteifraktion. Selbst zu einer Einschränkung des Grundrechts GG Art… Mehr
„Niedersachsens CDU heuchelt Opposition gegen ein Verfahren, nachdem sie Rot-Grün den Weg zur Entfernung politischer Konkurrenten mit freigeräumt hat.“
Wer noch nicht begriffen hat, dass H e u c h e l e i zur Kernkompetenz politischen Handelns gehört, hat den politischen Betrieb nicht verstanden.
Wenn jemand für etwas gestimmt hat, aber später behauptet, er sei dagegen gewesen, nenne ich das von jetzt an „lechnern“.
Wenn einer umgekehrt vorher sagt, er sei dagegen, dann aber dafür stimmt, nenne ich das „kubitzen“. Das wurde allerdings fast nur noch in einer Partei praktiziert, die inzwischen ausgestorben ist. FDP hieß die glaub ich.
Herr Lechner ein Heuchler?
Nein!
Doch!!
Oh …
Scheinbar gibt es bei der CDU nur noch einen, der normal denkt.
Und wer genau soll das denn sein?
Wer ist das ?
„Scheinbar gibt es bei der CDU nur noch einen, der normal denkt“ … und den erkennt man daran, daß er aufsteht und die CDU verläßt.
Ist er schon aus der CDU ausgetreten? Nein? Dann ist er auch nicht glaubwürdig.
Das muss man verstehen, das hat er nicht mitbekommen. Der hebt die Hand, wenn er es gesagt bekommt, und das ist es dann.
Die CDU würde natürlich gerne die Stimmen der Bürger einsammeln, denen man ihre Wahloption durch den Präventivputsch unter der durchaus höhnischen Parole „wehrhafte Demokratie“ genommen hat: Will der AfD-Geneigte nicht von der CDU sehnsüchtigst hören, dass das Verfahren ganz bestimmt kein legaler und auch kein legitimer Vorgang ist? Und da kommt Unseredemokratie auch schon herangeritten. Nein, nicht der Brückenzerstörer Wüst, nicht der SED-Beweihräucher Günther, nicht das gedankliche Antifa-Mitglied Prien, nicht der Tennis-Gott Wegner, nicht die KI-Sprechpuppe Voigt, nicht der Antisemitismusgenießer Schulze sitzt im Sattel: Nein, dieses Mal muss es der Beste sein. Jemand, der sich – um der großen Sache… Mehr
Dass auch gestanden liberal-konservative Autoren auf TE das heuchlerische Spiel der CDU inzwischen durchschauen, ist ein beträchtlicher Erkenntnisfortschritt. Meine Anerkennung dafür.
Höre ich da eine winzige Prise Sarkasmus raus? …
„Denn willige Juristen haben … wider des Geistes des Grundgesetzes Zitate zusammengestellt“
Ist das noch Deutsch oder kann das weg?
Von Beruf Deutschoberlehrer?