Deutschland erleidet einen regelrechten Bildungskollaps. Doch ausgerechnet der Pisa-Test, der diese Tatsache in regelmäßigen Abständen ins Gedächtnis ruft, ist kaum aussagekräftig – demonstriert dafür aber, dass Indoktrination mehr gilt als Wissen oder gar selbstständiges Denken.
picture alliance/dpa | Roland Weihrauch
Dass Deutschland sich in Sachen Bildung seit Jahrzehnten zum Schwellenland entwickelt hat, ist bekannt. Die Gründe sind ebenfalls kein Geheimnis. Es sind zum einen hausgemachte: Abiturwahn, Noteninflation, Leistungsabbau, Ideologisierung der Inhalte. Und es sind importierte Gründe: Die Überforderung der Klassen mit bis zu 90 Prozent importierten Bildungsfernen.
Für das Offenlegen und Erkennen dieser Gründe bedurfte es nie einer Pisa-Testung, die Deutschland jedes Jahr rund 1,5 Mio. Euro kostet. Zumal PISA nun zum neunten Mal seit 2000 an den gängigen Kriterien für Tests dieses großen Ansatzes scheitert: Repräsentativität, Validität, Objektivität, Differenzierung.
Repräsentativität. Nicht alle an PISA zuletzt weltweit beteiligten 91 Länder und Regionen bieten für die Testung eine repräsentative Auswahl an Schulen an. Aus Japan, so berichten Austauschlehrer, weiß man, dass man dort sehr wohl Wert darauf legt, renommierte, leistungsfähige Schulen zum Test anzubieten. Für China treten allein die urbanen Regionen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang zum Test an. Ob die Türkei eine repräsentative Auswahl für die Testung zur Verfügung gestellt hat, mag man bezweifeln. Das Land schneidet übrigens bei Pisa 2025 – besser ab als Deutschland. Inwieweit afrikanische Länder hier repräsentativ eingezogen wurden, mag bei einer Alphabetisierungsquote von zum Teil nur 70 bis 80 Prozent dahingestellt sein.
Validität. Der Pisa-Test hat keinerlei curriculare Gültigkeit. Das heißt: Es werden Wissen und kognitive Operationen abgefragt, die in den Lehrplänen nicht vorkommen. Curriculare Validität kann ein Pisa-Test schon allein deshalb nicht vorweisen, weil er sonst auf die Lehrpläne von 91 beteiligten Ländern abgestimmt sein müsste. Ein hoffnungsloses Unterfangen. Verbunden mit der Unmöglichkeit, Vergleiche anzustellen. Mit anderen Worten: Pisa ist kein Schulleistungs- bzw. Bildungstest. Sondern sehr nahe an einem Intelligenztest. Pisa-Werte korrelieren mit Schulnoten mit einem Korrelationskoeffizienten r = 0,30 bis 0,40. Da heißt: Die gemeinsame Basis von Pisa- und Schulleistung macht ungefähr 9 bis 16 Prozent aus. Anders allerdings die Korrelation von Pisa-Ergebnis und IQ: Hier ist der Korrelationskoeffizient r = 0,70 bis 0,80. Das heißt: Pisa-Werte und IQ-Werte haben eine gemeinsame Basis von 49 bis 64 Prozent. Aber das sagt man besser nicht, denn das könnte „rassistisch“ anmuten.
Fehlende innerdeutsche Differenzierung
Das deutsche Bildungswesen schlechthin gibt es nicht. In den 16 deutschen Ländern herrschen 16 zum Teil sehr unterschiedliche Vorstellungen von Schulstruktur und Leistungsanforderungen. Bis einschließlich 2006 wurde dieser Umstand mit einer Pisa-Erweiterungsstudie (Pisa-E) erfasst, mit der auch die Pisa-Ergebnisse der verschiedenen Schulformen dokumentiert wurden. Seither will man das nicht mehr wissen. Warum wohl?

PISA-E 2000 – Ergebnisse der Bundesländer über alle Schulformen hinweg. Berlin und Hamburg wurden wegen mangelnder Repräsentativität (z.T. wegen der Weigerung der Lehrerschaft teilzunehmen) nicht einbezogen.
Objektivität und Ideologisierung
Dass deutsche Lehrpläne mittlerweile mehr und mehr zu Leerplänen verkommen, dafür aber – wie viele Schulbücher – voller Ideologie („Diversity“, „Unsere Demokratie“, Anti-Faschismus/Rassismus, Klima usw.) sind, ist bekannt. Pisa ist mittlerweile ein Abbild dessen. Der Pisa-Aufgaben-Katalog 2025 für deutsche Schüler (für andere auch?) weist markante Belege dafür aus. Klima über alles, sozusagen.

Aufgabenstellung aus dem Pisa-Test
Die Aufgabenstellungen zeigen, wie Indoktrination mustergültig betrieben wird: Ganz nebenbei, unter dem Deckmantel der Abfrage von Wissen.

Aufgabenstellung aus dem Pisa-Test
In weiteren Fragestellungen geht es um Treibhauseffekt, Laufen bei Hitze, Krebsforschung, wie Frauke Petry auf X zusammengestellt hat, oder auch um Einschätzungen zur Corona-Impfung – auch hier geht es nicht um Wissen oder gar selbstständiges Denken, sondern darum, dass Schüler opportune Antworten geben, die gängigen Ansichten entsprechen.
Diese Pisa-Testeritis ist ihr Geld nicht wert. Wer den Zustand der vormaligen Bildungsnation erkunden möchte, der braucht keinen Pisa-Test. Vor allem keinen, dessen oberster OECD-Koordinator Andreas Schleicher bei jeder Testung „weiß“, das Deutschland mehr Abiturenten und mehr Gesamtschulen braucht. Die wahren Ursachen für die deutsche Bildungsmisere bleiben angesichts solcher Forderungen nicht nur unangetastet, sie würden bei einer Umsetzung teilweise sogar verschärft.



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Das kennen wir schon aus dem Film von 1960 „Die Zeitmaschine“. Der ist bei der Zeitreise genau in der heutigen Zeit gelandet. Die Generation kann nicht mehr lesen und schreiben.Die müssen auch nicht mehr arbeiten und essen nur noch Obst und Gemüse. Wie konnte der Schriftsteller H.G. Wells das schon wissen. Der hatte 1895 diesen Roman geschrieben. Hat der schon eine Zeitreise gemacht und das damit erfahren? 1995 hat sich mein Neffe auch über das aufgeregt, was plötzlich passiert war. Die Experimente in Physik und Chemie wurden verboten und abgeschafft. Die wurden durch andere Experimente ersetzt. Die Schüler sollten Kartoffeln… Mehr
Pisa war von Anfang an, ein Instrument, um die Bildungssysteme von einer klassischen erfolgs- und leistungsorientierten Bildung hin zu einer leistungslosen, nichtssagenden sozialistischen Bildung zu wandeln.
Die Farce ist nun, dass Deutschland jetzt nicht mal mehr die minimalistischen Anforderungen dieses abgewrackten Bildungssystems erfüllt.
Schon als ich vor langer Zeit „Appretur“ verliehen bekam staunte ich nicht schlecht, was mein Vater so alles „noch drauf hatte“. Jahrgang 25, Zwangs-Kriegsabi mit 17, Front, Gefangenschaft, nach dem Krieg nochmal Abi in Abendkursen weil das Kriegsabi zunächst nicht anerkannt wurde. Heute … ich spars mir … „Matura“, „Studienreife“? … in seltenen Fällen nur. Warum brauchen heutige Studenten heute Apps und Ratgeber um sich an den Unis zurecht zu finden? Wo gabs SOWAS in den 70ern? • Lesetip: (zum x-ten Male!) Robert Bly, „Die kindliche Gesellschaft“, 1998, Knaur. Über die Weigerung erwachsen zu werden. (Über die gesellschaftlichen/kulturellen Hintergründe.) Gibts… Mehr
Irgendwie gerade deswegen – weil kaum noch gelesen wird: >>>Lesen zum Vergnügen stärkt Gedächtnis, Aufmerksamkeit und mentale Gesundheit<<<
>>> Dass Deutschland sich in Sachen Bildung seit Jahrzehnten zum Schwellenland entwickelt hat, ist bekannt. Die Gründe sind ebenfalls kein Geheimnis. Es sind zum einen hausgemachte: Abiturwahn, Noteninflation, Leistungsabbau, Ideologisierung der Inhalte. Und es sind importierte Gründe: Die Überforderung der Klassen mit bis zu 90 Prozent importierten Bildungsfernen. <<< Gegen diese Aufzählung ist zunächst einmal nichts einzuwenden, der Beitrag setzt aber falsche Schwerpunkte. Dass Abiturwahn, Noteninflation, Leistungsabbau, Ideologisierung der Inhalte auch eine Rolle spielen, sei nicht bestritten. Ihr Einfluss ist aber äußerst bescheiden bis kaum nachweisbar. Der mit großem Abstand bedeutsamste Faktor ist nicht das Bildungssystem, sondern… Mehr
Hr. A. Schleicher beschäftigt sich seit etwas mehr als dreissig Jahren mit diesen ‚Tests‘ und hat dadurch ein Auskommen.
Würde über ‚Testergebnisse‘ nicht berichtet, wüsste niemand, dass es diese Tests gibt. Man kann fragen, was die OECD mit diesen Tests beabsichtigt.
>>> Der Pisa-Test hat keinerlei curriculare Gültigkeit. Das heißt: Es werden Wissen und kognitive Operationen abgefragt, die in den Lehrplänen nicht vorkommen. Curriculare Validität kann ein Pisa-Test schon allein deshalb nicht vorweisen, weil er sonst auf die Lehrpläne von 91 beteiligten Ländern abgestimmt sein müsste. Ein hoffnungsloses Unterfangen … Mit anderen Worten: Pisa ist kein Schulleistungs- bzw. Bildungstest. Sondern sehr nahe an einem Intelligenztest. <<< Wenn man im ersten Satz „keinerlei“ und im vorletzten Satz „kein“ abschwächt, ist dieser Absatz zutreffend. Der Abschnitt zur Validität ist als Kritik an PISA gemeint. Ich sehe die Sache ganz anders. Die PISA-Studien zielen… Mehr
Davon abgesehen,
dass es sich um Werbung handelt, zielführend … 😉
Ja, es ist auch Werbung, aber schließlich ist es auch wichtig, dass man über Quellen informiert wird, die ein ganz anderes Bild liefern als die offiziellen Darstellungen.
Um ein breites Publikum zu erreichen, gibt es meine Arbeiten auch kostenlos als PDF. Es geht also gar nicht um Verkauf, sondern primär um Aufklärung.
Für das Offenlegen und Erkennen dieser Gründe bedurfte es nie einer Pisa-Testung, die Deutschland jedes Jahr rund 1,5 Mio. Euro kostet … Diese Pisa-Testeritis ist ihr Geld nicht wert. Ich habe keine Ahnung, wie hoch die Kosten sind – aber wenn dies stimmen sollte, wäre das geradezu ein Segen. Die PISA-Studien sind Gold wert und 1,5 Millionen wären ein lächerlich kleiner Preis. Die PISA-Studien sind – wie der Beitrag sagt – ein Intelligenztest, auf Länderebene sogar ein sehr guter. Mehr dazu in einer weiteren Antwort. Der zentrale Vorteil der PISA-Studien liegt darin, dass sie die katastrophalen Folgen der unkontrollierten Massenmigration… Mehr
Das deutsche Bildungswesen schlechthin gibt es nicht. In den 16 deutschen Ländern herrschen 16 zum Teil sehr unterschiedliche Vorstellungen von Schulstruktur und Leistungsanforderungen. Bis einschließlich 2006 wurde dieser Umstand mit einer Pisa-Erweiterungsstudie (Pisa-E) erfasst, mit der auch die Pisa-Ergebnisse der verschiedenen Schulformen dokumentiert wurden. Seither will man das nicht mehr wissen. Warum wohl? Diese Aussage hätten Sie besser nicht getroffen, Herr Kraus. Um genau diesem Umstand Rechnung zu tragen, ist der IQB-Bildungstrend (anfangs IQB-Ländervergleich) an die Stelle von PISA-E getreten. Er wurde bislang parallel zu PISA durchgeführt, aber wegen Corona hat sich das verschoben. Wenn man die PISA-Ergebnisse nicht nach… Mehr
Ich brauche keinen Pisa-Test um zu erkennen, wo Deutschland steht.
Wer ein Land mit Millionen Analphabeten und Minderbemittelten überschwemmt und mangelhafte Leistungen in den Schulen mit fortwährenden Abbau der schulischen Anforderungen beantwortet, bekommt nur eins:
Den Super-Gau.
Hier wird gerne mit „Studien“ gewedelt, Bewohner etlicher Länder außer Schland hätten ein IQ von 70-80. Ich habe schon länger den Verdacht, dass dort bloß von den ÖRR-Talkrunden abgefragt wird – die sich außer Schland keiner antut.