Putin: „Wenn das zu weit geht, wird es keine Sieger geben“

Russlands Präsident Wladimir Putin kommentierte während der Russland-Afrika-Konferenz in Moskau deutlich die europäischen Aufrüstungspläne und Kriegsvorbereitungen: „Wenn das zu weit geht, wird es absolut keine Sieger geben. Niemand sollte das vergessen.“

Wladimir Putin beim Afrika-Gipfel in Moskau. IMAGO / SNA
Wladimir Putin beim Afrika-Gipfel in Moskau.

Russland sei auf einen möglichen Krieg vorbereitet, wolle ihn jedoch nicht, sagte Wladimir Putin vor Journalisten in Moskau: „Erstens sind wir bereit, aber wir wollen keinen Krieg mit Europa. Und wenn jemand das wünscht, soll er sich vorbereiten.“ Er bezog sich dabei auf die europäischen Diskussionen über eine militärische Vorbereitung bis zum Jahr 2030 und fügte hinzu, der Westen habe sein Ziel einer strategischen Niederlage Russlands bislang nicht erreicht und werde dies bis 2030 auch kaum schaffen.

Die dramatischen Folgen einer militärischen Auseinandersetzung mit der Nato seien klar, meinte Putin: „Wenn das zu weit geht, wird es absolut keine Sieger geben. Niemand sollte das vergessen.“

Russland will wieder Beziehungen zu europäischen Ländern

Diese Aussagen fielen im Anschluss an den zweitägigen Gipfel, an dem Delegationen aus 48 afrikanischen Ländern, darunter 22 Staats- und Regierungschefs, teilnahmen. Putin nutzte das Forum, um Russland als Partner in einer multipolaren Weltordnung zu positionieren und den Westen des Neokolonialismus zu beschuldigen. Gleichzeitig betonte Russlands Präsident die Unterstützung für alle Initiativen zur Wiederherstellung vollständiger Beziehungen zu europäischen Ländern – sowohl bilateral als auch über EU-Strukturen. Er stellte fest, dass es in Europa Politiker gebe, die nicht auf eine strategische Niederlage Russlands abzielten, sondern den konstruktiven Dialog suchten.

Krieg in der Ukraine
Telefonat mit Putin sorgt für Disput in der NATO
Ein für Putin wichtiger Punkt war auch das Telefonat vom 27. Oktober mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. Die beiden nordischen Führer hatten die Initiative ergriffen und zu Beginn klar gemacht, nicht im Namen der Europäischen Union, sondern als Vertreter ihrer Länder zu sprechen. Das etwa 90-minütige Gespräch galt als „substantive“ und zielte darauf ab, Botschaften zur Beendigung des Ukraine-Krieges und zu bevorstehenden Verhandlungen (unter anderem in Abu Dhabi) zu übermitteln.

Wladimir Putin bewertete nun den Kontakt positiv und sagte, die Kritik an Stubb und Støre sei nicht von Russland zu beurteilen, er halte den Schritt jedenfalls für richtig. Die beiden sprachen anschließend mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der die Initiative begrüßte. Andere nordische Länder wie Dänemark und Schweden äußerten Skepsis und warnten vor einer Spaltung der europäischen Front gegen Russland.

Warnung an die Falken in der EU

Putins Warnung ist der Konter auf konkrete europäische Aufrüstungspläne: Die EU-Kommission hatte 2025 eine „Defence Readiness Roadmap 2030“ präsentiert, die vorsieht, dass Europa bis 2030 eine glaubwürdige Abschreckungsfähigkeit aufbaut. Deutsche und französische Militärs und Politiker haben wiederholt gewarnt, Russland könne bis 2029/2030 in der Lage sein, einen NATO-Staat konventionell anzugreifen. Diese Annahme und Drohnenvorfälle in EU-Staaten werden als Begründung für das aktuelle Aufrüstungsprogramm verwendet.

Zur Warnung der Falken in der EU und Nato brachte Putin noch einen Vergleich zur Straße von Hormus und zur aktuellen Situation im Persischen Golf: Er fragte, ob jemand eine vergleichbare Situation in der Ostsee wolle. Russland wolle das nicht, werde aber auf jede Herausforderung reagieren.

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