Kirche will niederschwellig und offen für alle sein. Das ist gut so. Allerdings dürfen diese Bemühungen um Einfachheit nicht auf Kosten der Glaubenssubstanz gehen.
Screenprint via X / Ev. Kirche v. Kurhessen Waldeck
Die Evangelische Kirche in Deutschland bietet rund um den 26. Juni 2026 allen Paaren ein „unkompliziertes und feierliches Event“ an: „Einfach heiraten“.
Paare können sich segnen lassen. Jeder, der möchte. Egal ob Christ oder fundamentalistischer Agnostiker.
Alles ist möglich.
Paare können sich sogar innerhalb von 30 Minuten inklusive Traugespräch kirchlich trauen lassen, wenn eine Paarperson evangelisch ist und man bereits standesamtlich getraut ist.
Alles ist möglich.
Es gibt über 350 besondere „Feierorte“, vom Rathausturm bis hin zur Skischanze.
Alles ist möglich. Und wenn das Angebot attraktiv ist, sind die Leute bereit, weite Strecken zur „Location“ zu fahren.
Egal ob mit oder ohne Anmeldung.
Alles ist möglich. Sponti-Kirche kann echt spontan sein. Und warum nicht auch mal spontan heiraten? Denn heiraten ist doch so einfach.
Egal ob mit einem Choral oder mit einem selbst ausgesuchten Liebeslied vom Handy.
Alles ist möglich.
Egal ob als Paar in stiller Zweisamkeit oder mit trubeliger Geselligkeit.
Alles ist möglich.
Egal ob hetero-, homo-, bi-, queer- oder asexuell.
„Liebe ist Liebe“ heißt es dazu in der EKD-Werbung. Demnach können sicherlich auch Lebensgemeinschaften zwischen Mensch und Hund gesegnet werden. Und vielleicht lässt der Zeremonienmeister sogar mit sich reden, wenn es um die Segnung einer besonderen Liebesbeziehung zu einem Fetisch geht. „Liebe ist Liebe“, mit diesem Dogma lässt sich einiges absegnen.
Alles okay.
Alles egal.
Alles ist möglich.
In Bayern ging es vor einigen Jahr mit „einfach heiraten“ los. Ein voller Erfolg. Endlich mal hat die Kirche ein wachsendes Spielfeld gefunden, wo ihre Expertise gefragt ist. Wie gut tut das einer Kirche, die fast ausschließlich nur sinkende Statistiken kennt. Und viele Pfarrer und Paare schwärmen von „berührenden Momenten“ und einem „tiefgehenden Impuls“ für die Liebe.
Kirche sollte sicherlich immer wieder neue kreative Formen ausprobieren. Und doch kommt die innovativste Kirche nicht umhin, sich die Fragen nach ihrem Inhalt zu stellen:
Wie kann der Blick von dem Segen zu dem gehen, von dem der Segen ausgeht?
Was sagt der Heilige als Ursprung des Segens zu unseren Partnerschaften in seinem Wort – und lässt sich das „einfach und ohne lange Vorbesprechungen“ in zwei Minuten klären?
Wie kann der Blick von den besonderen Event-Locations zu dem gehen, der auch auf Kreuzwegen Heil schenken kann?
Wie kann der Fokus von kurzzeitigen Event-Gefühlen hin zu dem gehen, der Menschen Frieden und Geborgenheit mit Ewigkeitsqualität schenkt?
Oder steht bei „einfach heiraten“ einzig der Mensch, die Humanität und die menschlich-allzumenschliche Kircheninstitution im Mittelpunkt und Gott ist lediglich der Wackeldackel des Events, der alles kopfnickend bestätigt und ganz okay findet?
So einen evangelischen Wackeldackel-Gott kann man aber nur schwer ernst nehmen. Noch viel weniger die Kirche eines solchen Gottes.
Folgende Anekdote bringt es humorvoll auf den Punkt: Eine erfolgreiche Frau kauft sich einen roten Ferrari und möchte ihn von dem alten katholischen Priester vor Ort segnen lassen. Dieser fragt ehrlich: „Segen kenne ich, aber was ist denn ‚Ferrari‘?“ Die Frau möchte sich mit dem rückständigen Priester nicht abgeben und geht zum jungen evangelischen Pfarrer gegenüber; soll er doch ihr Auto segnen. Doch der evangelische Pfarrer fragt sie erstaunt: „Ferrari kenne ich, aber was ist denn ‚Segen‘?“


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Ich hab die Lösung für das Energieproblem: Generatoren an Luther in Anhalt, Strauß in Bayern, Adenauer im Rheinland, Dregger in Hessen und Stoltenberg in Schleswig-Holstein und für jeden ein Endlostonband.So wie die dann rotieren werden reicht es auch für den Rest der Republik.
Der beste Freund unseres Sohnes hat vorletzte Woche mit seiner Liebsten im Kreise von Familie und Freunden groß Hochzeit gefeiert. Auch wir waren eingeladen.
Es gab eine Traurednerin, die so unglaublich gut war, dass wir uns garnichts anderes mehr vorstellen könnten.
Nach unzähligen Hochzeiten in der Vergangenheit, die wir besuchen durften, war dies mit Abstand das Schönste, was wir erlebt haben.
Die Kirchen haben es da einfach nicht (mehr) drauf.
Die Kirchen segnen alles, selbst das was der Allerhöchste zur Sünde erklärt hat und diese Art von Anmaßung muß man erst einmal fertig bringen um dem teuflischen Zeitgeist zu huldigen und selbst Sodom und Gomarra hindern sie nicht daran, vor jedem Entscheidungsakt das eigene Hirn einzuschalten und mit dieser Zerstörungsarie wissen sie noch nicht einmal was sie tun, oder sind selbst die größte Sünder, worüber man dann seine Schlüsse ziehen könnte. Mit dem Verfall der göttlich angeordneten Weisung wird der Weg in die Gottlosigkeit und Teufelsanbetung beschritten und wenn sich daran auch noch seine Stellvertreter auf Erden daran beteiligen, dürfte… Mehr
Bezeichnet ist auch die Voraussetzung, dass das Paar bereits standesamtlich geheiratet haben muss. Erst zum Staat, dann zum geistlichen Akt, der eigenständig nicht existieren darf.
Dürfen darf er schon, aber „er“ hat rechtlich keinerlei Bewandtnis.
wer in unserem Land heute noch heiratet, kann nicht rechnen.
> Oder steht bei „einfach heiraten“ einzig der Mensch, die Humanität und die menschlich-allzumenschliche Kircheninstitution im Mittelpunkt und Gott ist lediglich der Wackeldackel des Events, der alles kopfnickend bestätigt und ganz okay findet?
Sofern bei der Luther-NGO überhaupt noch eine Gottende Person:in irgend eine Rolle spielt. Und jetzt – auf den Islam schimpfen, laut mancher Hetzern keine Religion. Als ob die Luther-NGO nicht längst zum Sammelsurium woker Ideologie geworden wäre.
Wollen Sie etwa, dass bei uns Zustände wie in Syrien nach Assad einkehren? „„Radikale lassen die Christen spüren, dass sie in Syrien unerwünscht sind“, sagte Gorgis. „Eltern überlegen sich, ob ihre Kinder im Land noch eine Zukunft haben.“ Ein Großteil der christlichen Bevölkerung sei bereits im Verlauf des Bürgerkriegs vertrieben worden oder geflohen. Während Christen 1970 mit rund zwei Millionen Menschen noch etwa 18 Prozent der Bevölkerung ausgemacht hätten, seien heute nur noch höchstens 350.000 im Land. Dies entspreche gerade einmal zwei Prozent der Gesamtbevölkerung.“ https://apollo-news.net/haben-die-groe-sorge-dass-syrien-zu-einem-christenfreien-raum-wird-diakon-der-syrisch-orthodoxen-kirche-warnt-vor-vertreibungen/ Gut – bei uns wird deutlich mehr Mensch in den Tod zu treiben sein… Mehr
Das Fußvolk, das mich im Namen Gottes ideologisch belästigt, ist mir vollkommen schnurz. Die stehen bei Gott ohnehin lediglich auf einer Strichliste…! Übrigens: Wer Äpfel nicht von Birnen unterscheiden kann, sollte wenigstens genauer lesen. Der Islam kam in der Kolumne von Herrn Zorn nämlich überhaupt nicht vor!
Wenn ein Geistlicher weiß, sie Segnung funktioniert❗und er nicht nur angelernte Sprüche klopft, wäre die Kritik berechtigt.
Sonst zeigen alle Finger auf ihn zurück. Es reicht nicht aus, wenn die äußerliche Form gewahrt wird. Fassadenmalerei! Worte statt Substanz. So unanständig und beanstandbar wie eine Falschzeichnung im Fernsehen.
Wie oft muss man eigentlich sagen, dass ohne Funktionieren Religion keinen Sinn macht, außer sich mit Federn zu schmücken, wo hinter hehren Worten die große Leere gähnt!
Die Anekdote mit dem Ferrari habe ich schon vor einem halben Jahrhundert gehört. Da waren es aber noch der alte und der moderne Rabbi. Hoffentlich liegt keine „kulturelle Humoraneignung“ vor.
Egal, Hauptsache am Ende fällt Kirchensteuer für die rot-grünen Schafshirten ab …
Alle heiratswilligen Tichys-Leser können sich über Tichys bei mir melden. Ich verheirate & segne für die halben Kosten, welche die EKD berechnet. Tichys bekommt auch 10% meiner Einnahmen.