Die Haken am Kreuz der evangelischen Pharisäerkirche

Die evangelische Antifa-Kirche verrät ihre eigene Seele. Sie merkt das allerdings gar nicht mehr. Mit ihren linkspopulistischen Phrasen kommt sie sich ach so gutmenschlich vor. Dabei lässt sie viele Menschen spirituell verhungern.

picture alliance / dpa | Bernd Wüstneck

Vor einem Altenheim im Rheinland steht ein Schaukasten der evangelischen Kirche. Darin hängt seit einigen Wochen ein Plakat mit dem Slogan: „Unser Kreuz hat keine Haken“. Viele evangelische Kirchen haben sich dieses Motto zu eigen gemacht, um damit offen und ungeschminkt in die Europawahl gegen die AfD einzugreifen und um damit gegen den AfD-Bundesparteitag in Essen zu protestieren.

Leider kann ich als evangelischer Christ in diesen nahezu monotonen evangelischen Chor nicht einstimmen. Bei genauerem Hinsehen erschrecken mich die Haken an dieser Ausrichtung der Kirche.

Der erste Haken der Kirche: Menschen in einem Altenheim brauchen seelische Unterstützung und nicht politische Phrasen.

Die Bewohner im Altenheim sind auf der letzten oftmals schweren Runde in ihrem Lebenslauf. Sie sind konfrontiert mit Leid und Tod, unerfüllt gebliebenen Lebenswünschen und zwischenmenschlichen Brüchen. Auch Angehörige und Mitarbeiter gehen oft auf dem Zahnfleisch, tief betroffen von persönlichen Schicksalen und dem gesellschaftlichem Pflegenotstand. Im Schaukasten kommuniziert die Kirche, dass ihr wichtigstes Anliegen nicht die Seelsorge und die Verkündigung der frohen Botschaft ist, sondern die linksgrüne Bekämpfung der AfD.

Statt auf die göttlichen Quellen der Versöhnung, des Loslassens, des Trostes, der Stärkung und der Hoffnung hinzuweisen, macht die evangelische Kirche in braver Gleichschaltung mit beim „Kampf gegen Rechts“. Durch diesen „Kampf gegen Rechts“, was damit auch immer gemeint sein mag, spielt die kulturhegemoniale Elite nur noch mit der linken Hand Klavier und scheint gar nicht mehr mitzubekommen, dass das Ergebnis ziemlich jämmerlich klingt.

Der zweite Haken der Kirche: Kirche macht sich selber mit diesem Slogan zu einer arroganten Pharisäerkirche.

„Unser Kreuz hat keine Haken“ posaunt die Kirche selbstherrlich in die Welt. Zwischen den Zeilen hat die Kirche die Rollen damit klar verteilt: „Wir Kirchenleute sind die Guten mit dem guten Kreuz. Und die AfDler sind die Bösen mit dem Hakenkreuz.“

Jesus hatte dieses arrogante Gutmenschentum im Blick, als er folgendes Gleichnis erzählte: „Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner da drüben.“ (Lukas 18,10ff).

Jesus ist mit solcher moralisch-spirituellen Schwarz-Weiß-Arroganz nicht zimperlich umgegangen: „Wehe euch, ihr Gutmenschen, die ihr seid wie ein herrschaftliches Luxusgrab, von außen hübsch anzusehen, aber innen ist es voller Totengebeine und Verwesung“ (Matthäus 23,27).

Der dritte Haken der Kirche: Kirche verliert in ihrer Selbstarroganz den nüchternen Blick für die Realität.

Das kirchliche Schwarz-Weiß-Denken verhindert differenzierte Wahrnehmung und konstruktiven Austausch. Im Parteiprogramm und im Personal der AfD ist, auch wenn man die Partei kritisch sieht, manches Weiße zu finden. Und in der Kirche und der Demobewegung gegen den Bundesparteitag der AfD findet sich auch Schwarzes. Einige Beobachter erkennen in den gewaltbejahenden Methoden der Antifa sogar die Methoden der SA in der Nazizeit. Wenn Kirche sich damit naiv solidarisiert, zieht sie sich selber in den Schmutz. Sie verliert den nüchternen Abstand zum politischen Geschehen, der ihr guttun würde.

Stattdessen ist die offizielle Kirche in Hass und Hetze gefangen und skandiert mit der Antifa auf der Anti-Bundesparteitags-Demo: „Ganz Essen hasst die AfD“. Dadurch kann die Kirche nicht mehr wahrnehmen, dass die meisten Kritiker der deutschen Migrationspolitik nicht fremdenfeindlich, sondern lediglich überfremdungsfeindlich sind. Wo genau die Grenze zwischen beidem verläuft, dazu braucht es den offenen demokratischen Diskurs, zu dem die demokratiezerstörende Kirche mit ihrer plumpen Schwarz-Weiß-Denke leider nicht mehr fähig zu sein scheint. Auf die Heilige Schrift kann sich die evangelische Kirche dabei nicht berufen, denn die Bibel warnt in dem Buch Esra 10,1-44 vor selbstzerstörerischer Überfremdung.

Der vierte Haken der Kirche: Die Kirche verharmlost den Nationalsozialismus.

Man kann von Alice Weidel und Tino Chrupalla halten, was man möchte. Aber sie mit Hitler und Göring gleichzusetzen, was der kirchliche Slogan indirekt tut, wird der Geschichte in keinster Weise gerecht.

Viele evangelische Christen und auch viele AfDler beteiligten sich an den Mülheimer Montagsspaziergängen gegen die Impfpflicht mit einem unausgegorenen Impfstoff. Das Motto lautete: „Für ein achtsames Miteinander von Geimpften und Ungeimpften.“ Dabei skandierten sie immer wieder „Frieden, Freiheit, Demokratie“. Wenn das in der kirchlichen Propaganda pauschal als „Nazi“ diffamiert wird, dann sollte sich die Kirche nicht wundern, wenn unter anderem durch ihren hyperinflationären Gebrauch des Nazibegriffs dieser mittlerweile wertlos geworden ist.

Der Theologieprofessor Joseph Ratzinger hat die uralte Christenweisheit 1970 so auf den Punkt gebracht: „Eine Kirche, die in politischen ‚Gebeten’ den Kult der Aktion feiert, brauchen wir nicht. Sie ist ganz überflüssig. Und sie wird daher ganz von selbst untergehen.“

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Kommentare ( 83 )

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Andreas Meier
14 Tage her

mit Verlaub, der Pharisäer, der bin ich: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben…“ 2Tim3.16. Denn ich glaube an die verbindliche Bedeutung jedes Wortes der Schrift.
Die liberalen Theologen der EKD sind die „… Sadducäer …, welche sagen, es gebe keine Auferstehung“ Mk12,18. Das passt auch zusammen mit dem Verschweigen der Auferstehung zum Gericht in Gottes Gerechtigkeit.
Als Drittes gibt es noch die „… nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, indem es ihnen in den Ohren kitzelt“ 2Tim4,3. Aber es ist nicht fein, das zu unterstellen.

Andreas Meier
14 Tage her

Der Begriff „rechts“ ist ersteinmal räumlich zu verstehen, bestenfalls noch durch eine willkürlich gefaßte Sitzordnung eines Parlamentes. In welche Unterpunkte, Aussagen, Handlungen gliedert die EKD diesen Begriff? Wenn das nicht klar dargelegt ist, dann ist jede Diskussion nur dumbes Gerede. Gottes Wort spricht klar, und entsprechend frage ich einen (bestimmten) Pfarrer auch klar, wie die Positionen der EKD seien, und wie man mit der EKD ins Gespräch kommen könne. Wie sind die biblischen Standpunkte zur Alimentierung von „Götzendienern“? Das bezieht sich sowohl auf ferne Länder und auch auf das Land hier. Die „Kinder Israel“ waren biologisch recht lustig, aber im… Mehr

aaa007
14 Tage her

alles in allem haben wir medial ein veritables Glaubwürdigkeitsproblem. Und das untergräbt Vertrauen.

Lebensfreude
15 Tage her

Interessante neue Ökumene. Der evangelische Pfarrer von Tichyseinblick und Josef Ratzinger.

Melly
15 Tage her

Der zweite Haken der Kirche: Kirche macht sich selber mit diesem Slogan zu einer arroganten Pharisäerkirche.
Vielen Dank für den sehr guten Artikel. diese Kirche hat für mich jede Glaubwürdigkeit verloren und ich hoffe, dass diese Pharisäer endlich aus den Kirchen vertrieben werden. Ich war viele Jahre aktives Mitglied. Heute muss ich aufpassen, dass ich bei einer Begegnung mit den guten Menschen nicht die Beherrschung verliere. Einfach furchtbar! Ich hoffe auf den Herrn

Kassandra
15 Tage her

Auch gestern, beim Wort zum Sonntag, grüßte einer 3:55 min aus der Parallelwelt. Wolfgang Beck, Pfarrer aus Hildesheim: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2RhcyB3b3J0IHp1bSBzb25udGFnLzIwMjQtMDctMDZfMjMtMzUtTUVTWg
Was ist mit denen, dass sie gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge komplett aus den Augen verloren und streng bewertend Menschen aus der Kirche auszuschließen bereit sind? Der ganze Mann nicht ein Häkchen, sondern ein ausgewachsener, durch was auch immer gekrümmter Haken?

Ede Kowalski
15 Tage her

„…Und sie wird daher ganz von selbst untergehen.“
Das wird sich bei der aktuellen EKD leider noch etwas hinausverzögern, denn als ein überfüttertes Mitglied der Migrantenindustrie ist diese Schleppersekte nicht mehr auf die Beiträge ihrer Mitglieder angewiesen.

P. Pauquet
15 Tage her

Das „Rumdiskutieren, Philosophieren“ in jungen Jahren war da noch oft an abendlichen Treffen und manchem „Schluck“ Gang und Gäbe. Es waren andere Zeiten. Gepusht, vorgebildet durch Schule und Elternhaus. Wenn man Glück hatte! Das war auch damals nicht an der Tagesordnung. Heute? … Was’n? Kann weg. Oder ist gar nicht mehr da. Kirchen und Religionen waren ein Hauptthema. Die „Katholen“ waren vereinfacht die Verlogenen, auf dem Boden der eigenen Begehrlichkeiten stehend, also den Genüssen der realen Welt zugetan. In welcher Form auch immer. Die „Evangehlen“ waren die Grauhäutigen, Blutarmen. Die Mundwinkel immer nach unten, in den Mundwinkeln zähes weißes Zeug.… Mehr

Kassandra
15 Tage her
Antworten an  P. Pauquet

Wo der Ursprung des uns ereilenden Schlamassels liegt – wer kann es wissen? Ich vermute ja immer noch, dass all das vom II. Vatikanischen Konzil ausgeht – und der Islam, die ausgestreckte Hand so interpretierte, dass „unterworfen“ werden kann. Der Vatikan hat schon damals versucht passend zu machen, was unterschiedlicher nicht sein könnte und Allah mit unserem Christengott gleich gesetzt – und hinter dieses „Dogma“- wollen auch beide deutsche Kirchen nicht mehr zurück. Dass das nicht wenig hakt ist erkennbar – dennoch scheint nicht nur die Partei mit dem c uns in Ignoranz durch ein beeinträchtigendes Nadelöhr des niemals passend… Mehr

Julischka
15 Tage her

Ich bin stolz gläubiger Atheist zu sein!

Laurenz
15 Tage her
Antworten an  Julischka

Man kann ja was glauben, aber es muß weder der Klima- & Gender-Gott, noch dieser antike Bolschewismus sein, der bei uns mit Gewalt missioniert wurde.

schwarzseher
15 Tage her

Die “ feindlichen Übernahmen “ haben nach den politischen Parteien auch die Kirchen erreicht. Die Kommunisten, die kaum jemand wählte, hatten erkannt, daß sie hinter der grünen Fassade ihre Vorstellungen von einer extrem linken Gesellschaft vorantreiben können. Dasselbe praktizierten sie dann mit den Kirchen, die sie anschließend vereinnahmten. Zusammen mit den zwangsfinanzierten ganz linken Medien haben sie dieses Land nun fest im Griff, ruinieren es wie angekündigt ( Deutschland verrecke, nie wieder Deutzschland ) und plündern es durch ungezählte steuerfinanzierte Institutionen, besetzt mit tausenden Parteigenossen, Freunden und Gleichgesinnten, auch persönlich aus.