Rule Britannia!

Europas Eliten verlieren die Kontrolle: unkontrollierte Migration, gigantische Schulden und maximaler Vertrauensverlust in diejenigen, die sich als Elite wähnen. In Großbritannien zerlegen jetzt Farage & Co. das alte Parteiensystem. Die Briten revoltieren gegen Migration, Islamisierung und ein abgehobenes Establishment. Großbritannien wird zum Labor des kommenden politischen Bebens in Europa.

IMAGO / ZUMA Press

Europa ist verloren? Noch nicht ganz, doch so richtig gut sieht es nicht aus. In den großen politischen Fragen spielt Europa keine Rolle mehr – wir haben Donald Trumps Lachen im Ohr.

Frankreich und Deutschland – bislang die Eckpfeiler der EU – geht schon lange das Geld aus. Auch innenpolitisch sind beide in keinem glücklichen Zustand. Das hat vielerlei Gründe, aber das überwölbende Thema ist die Migration. Das Europa der Vaterländer leidet nicht nur unter dem deplorablen Zustand der Vaterländer selbst, sondern überdies auch unter dem offenbar unkalkulierbaren Wasserkopf EU unter Ursula von der Leyen.

Also müsste das Vereinigte Königreich doch ein glückliches Land sein – nach dem Brexit? Immerhin hat man die Kontrolle über die Grenzen zurückgewonnen, es gibt weniger Zuwanderung aus der EU, dafür allerdings Bootsflüchtlinge und andere irreguläre Migration. Insbesondere die zunehmende Islamisierung stößt bei den dickköpfigen Briten auf Widerstand. Gemäß Umfragen sehen 50 Prozent der Briten den Islam als nicht kompatibel mit britischen Werten an.

Und nun haben die jüngsten Wahlen bewiesen, dass in Großbritannien die traditionellen Parteien kein Vertrauen mehr genießen. Reform UK, die Brexit-Partei von Nigel Farage, hat eine Schneise der Verwüstung in den einstigen Hochburgen vor allem von Labour, aber auch der Tories geschlagen: Von den rund 5.000 zur Wahl stehenden Stadt- und Kreistagsmandaten gewann Labour lediglich 1.051. Knapp 1.200 Sitze gingen verloren. Nigel Farages Reform UK gewann 1.349 Mandate hinzu und drang dabei tief in einst unerschütterliche Labour-Hochburgen vor. Die Tories gewannen lediglich 785 Mandate und verloren zugleich 428 Sitze.

Auch ein Konkurrent von Nigel Farage, Rupert Lowe mit seiner Partei Restore Britain, bricht in die gewohnte Ordnung ein. Das Establishment kümmere sich nicht um die Interessen und Sorgen der normalen Briten, klagt Lowe und auch Farage, dessen Partei Reform UK er angehörte, bis Farage ihn herausdrängte, sei lau und nicht kompromisslos, radikal und unversöhnlich genug.

Lowes Restore Britain hat bei den Kommunalwahlen alle Sitze in Great Yarmouth gewonnen, das er seit 2024 im Parlament vertritt. Er wird von Elon Musk unterstützt: „Schließen Sie sich Rupert Lowe und Restore Britain an, denn er ist der Einzige, der es wirklich kann!“ Pikant: der reichste Mann der Welt als Wahlkampfhelfer für den Gründer einer britischen Splittergruppe.

Lowe agiert gewiss radikaler als Reform UK und Farage. Er ist allerdings auch ein Anhänger des argentinischen Präsidenten Javier Milei, „rechts“ ist gewiss nicht das einzige Attribut für ihn. Doch natürlich schwächt die Zersplitterung die britische Rechte. Vielleicht hat Farage begriffen, was Lowe noch nicht weiß: „dass Politik das Mögliche ist, nicht das Maximale“ (Henry Donovan).

Zumal in Großbritannien die Regel gilt „First Past the Post“: In jedem Wahlkreis erhält das Mandat, wer die relative Mehrheit auf sich vereint – unabhängig davon, wie schmal dieser Vorsprung ausfällt. Das System begünstigt große, geschlossene Parteien, Stimmen, die an kleinere Formationen gehen, stärken im Ergebnis nicht selten gerade jene Kräfte, die ihre Wähler eigentlich verhindern wollten.
Wie auch immer: Nicht nur Keir Starmer, the Wanker, flattern die Hosen. Und das ist auch gut so.

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Kommentare ( 21 )

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21 Comments
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Manfred_Hbg
3 Tage her

Zitat: „Er wird von Elon Musk unterstützt: „Schließen Sie sich Rupert Lowe und Restore Britain an, denn er ist der Einzige, der es wirklich kann!“ Pikant: der reichste Mann der Welt als Wahlkampfhelfer für den Gründer einer britischen Splittergruppe.“ > Nun ja, wenn eine Persönlichkeit wie E.Musk aus fernen Landen eine Wahlempfehlung abgibt, muß man das nicht gut finden. – Doch wenn ich hier dann daran denke, dass zum Beispiel andere in fernen Landen wohnende Persönlichkeiten nicht nur eine Wahlempfehlung am abgeben sind, sondern „ihren“ Parteien dann sogar auch noch große Geldsummen überweisen, dann finde zumindest ich Elon Musk seine… Mehr

Alexis de Tocqueville
1 Monat her

Vielleicht hat Farage begriffen, was Lowe noch nicht weiß: dass Politk das Mögliche ist, nicht das Maximale.“

Vielleicht sollten langsam mal einige Döspaddel begreifen, dass man das Maximale fordern muss, um das Mögliche zu erreichen. Der Kompromiss steht am Ende des Feilschens, nicht am Anfang.

Sonny
1 Monat her

Die Islamisierung der europäischen Länder ist so weit fortgeschritten, dass in der mittelfristigen Zukunft eine Erhaltung der europäischen, abendländischen Grundwerte zu einer Mammutaufgabe werden wird. In nur fünfzig Jahren werden wir Europa kaum noch als das erkennen können, was wir über mehrere Jahrhunderte mühsam aufgebaut hatten. Wahrscheinlicher ist, dass die europäischen, moralischen Werte und Grundstrukturen zwangsläufig so weit zurückgedrängt werden, dass sie statusmäßig die „Amish-Menschen“ in Europa werden. Und das ist kein böser Wille bei einer zum jetzigen Zeitpunkt nicht beweisbaren These, sondern eine höchst banale, aber logische Rechenaufgabe. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr europäische Menschen… Mehr

Last edited 1 Monat her by Sonny
Nibelung
1 Monat her

Das ist der Fluch der bösen Tat, wo man sich über das Empire die dritte Welt ins Haus geholt hat und jetzt damit fertig werden muß, was auch die Franzosen in höchstem Maß betrifft, denn die haben die gleiche merkwürdige Rolle in Europa seit Menschengedenken eingenommen, indem sie immer mehr sein wollten und beide zusammen jetzt vor dem Bankrott stehen. Bei den Amis war es von anfang an anders, denn da ist gleich die halbe Welt ungefragt gegenüber den Indigenen eingereist und man hat sich mit diesen Zuständen arrangiert, während es in Europa im Laufe der Jahre zu Neuland wurde,… Mehr

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Nibelung

Woran mag das alles wohl liegen? Was hat man den Indigenen ins Essen gemischt, dass sie glauben, mit Work-Life-Balance könnte man ein Vermög*innen verdienen?

Alfons Kuchlbacher
1 Monat her

Ich finde vor allem den Erfolg von Restore beachtlich: Die sind zwar nur in 9 Bezirken angetreten, haben diese aber alle (!) gewonnen, und nicht nur knapp sondern meist mit etwa 50% bei 5 bis 6 angetretenen Parteien.

Kraichgau
1 Monat her

all das haetten die Briten sich ersparen können,eine Entsprechung der „restore“-party gab es seit den 60ern schon zu wählen,aber da waren die exakten Vorraussagen dieser Partei nicht gentleman-like

giesemann
1 Monat her

Nur das weibliche Prinzip zählt bei der Demografie. Beweis: Das Spinnenweibchen frisst den Spinner auf, noch während der Begattung. Wer das extrem findet, der hat keine Ahnung von Biologie. Empfohlene Lektüre: „Der dressierte Mann“ (1971) von Esther Vilar ist eine provozierende Streitschrift, die umgekehrte Geschlechterrollen postuliert: Nicht Frauen sind unterdrückt, sondern Männer werden von Frauen manipuliert, ausgebeutet und „dressiert“. Vilar behauptet, Frauen seien intelligenter und nutzten Liebesentzug sowie Lob, um Männer zu willenlosen Arbeitsmaschinen zu machen.

giesemann
1 Monat her

„Gemäß Umfragen sehen 50 Prozent der Briten den Islam als nicht kompatibel mit britischen Werten an“. Welche „Briten“? Und wer hält da Islam für mit irgendwas kompatibel? Islam ist die Ideologie einer kriminellen Vereinigung ex tunc, also von Anfang an. Heute gegründet, hätte diese Ideologie sofort Probleme mit den §§ 129 bis 131 StGB, mindestens. „Migration“ ist übrigens ein Hin&Her, wir aber haben es mit Immigration der Söhne Allahs zu tun, die kommen mit Absichten*, die man nur mit einer Invasion vergleichen kann. Stichwort fdJ, Der Begriff „finanziell demografischer Jihad“ ist kein etablierter wissenschaftlicher oder politischer Fachbegriff, sondern scheint eine… Mehr

MartinKienzle
1 Monat her

Stephan verkennt die Tatsache: Auch in Großbritannien sind sogenannte „Wahlen“ gemäß Seehofers Aphorismus sinnbefreit (https://www.youtube.com/watch?v=3zuO_Ed__KA), die lediglich dazu dienen, zu verhindern, dass das Volk den Blick auf die Ursache der Gesellschaftsprobleme richtet, wodurch es sodann sie beheben kann: Sie liegt im sogenannten „Feminismus“ begründet, da er dadurch das Fundament einer stabilen Gesellschaft, sprich die christlich-patriarchale Gesellschaftsordnung, zerstörte (https://www.youtube.com/watch?v=iuvyivgRa1I ab Minute 23:00), woraus sich die fehlende Verteidigung gegen äußere und innere Feinde speist, das unser Landsmann Björn Höcke im Jahre 2015 so formulierte: „Das große Problem ist, dass Deutschland, dass Europa ihre Männlichkeit verloren haben. Ich sage: Wir müssen unsere Männlichkeit… Mehr

Last edited 1 Monat her by MartinKienzle
Haba Orwell
1 Monat her

> Europa ist verloren? Noch nicht ganz Gegen China schon – Böses Medium gestern: „EU-Wirtschaft: Warum Chinas technologischer Vorsprung weiter wachsen wird“ – was sicherlich auch für Kleinbritannien gilt. > „… Pekings Fünfjahresplan zur Entwicklung von Industrie und Technologie droht der EU-Wirtschaft einen noch härteren Schlag zu versetzen. Die EU hat bereits jetzt große Schwierigkeiten, mit den chinesischen Konkurrenten mitzuhalten, und es wird noch schlimmer werden. Außerdem benötigt Europa viel mehr Zeit, um bahnbrechende Technologien zu adaptieren. … Nach Schätzungen von Ökonomen bei Goldman Sachs könnte der zunehmende industrielle und exporttechnische Vorsprung Chinas die Wirtschaft der Eurozone bis Ende 2029… Mehr