Wie in Baden-Württemberg Landkreise, Sparkassen und sogar die evangelische Landeskirche für ein politisches Energieabenteuer bluten müssen – und welche Rolle der grüne Finanzminister Danyal Bayaz dabei spielt.
picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Die Nachricht schlug im baden-württembergischen Energiekonzern EnBW und im politischen Stuttgart ein wie eine Bombe: Der Energieversorger aus Karlsruhe musste rund 1,2 Milliarden Euro abschreiben, nachdem er sich aus zwei geplanten Offshore-Windpark-Megaprojekten vor der Küste Großbritanniens zurückgezogen hatte. Die Projekte „Mona“ und „Morgan“, gemeinsam mit BP geplant, galten als Prestigevorhaben und sollten den Beweis dafür liefern, dass die Energiewende auch ohne Kernkraft und Kohle funktionieren könne.
Doch dann blieb die staatliche Förderung aus. Nach mehreren Auktionen ohne Zuschlag zog EnBW die Reißleine. In der nüchternen Konzernmitteilung heißt es, steigende Kosten in der Lieferkette, gesunkene Großhandelspreise, höhere Zinsen und Projektumsetzungsrisiken hätten die Wirtschaftlichkeit zerstört. Im Klartext: ohne Subventionen keine Windräder. Offshore-Wind rechnet sich nicht – jedenfalls nicht ohne Steuergeld.
Die 1,2 Milliarden sind nun weg. Genau das macht den Vorgang hoch brisant. Denn EnBW hatte sich zuvor unter dem wohlklingenden Label „Netzausbau“ frisches Geld besorgt, nicht bei privaten Investoren, sondern bei Landkreisen, Kreissparkassen und sogar bei der evangelischen Landeskirche. Sie alle sind über das sogenannte Südwest-Konsortium mit 24,95 Prozent an TransnetBW beteiligt, dem Übertragungsnetzbetreiber der EnBW. Und sie tragen nun das Risiko mit.
Erstaunlich ruhig und gelassen fiel die politische Reaktion aus. Motto: Nun sind sie halt weg, die 1,2 Milliarden. Ein Sprecher des grünen Finanzministers Danyal Bayaz lobte den Rückzug als „verantwortungsvolle Entscheidung zur Begrenzung weiterer Risiken“. Das verwundert. Bayaz sitzt selbst im Aufsichtsrat der EnBW. Und mehr noch: Ohne seine Strategie wäre dieses Risiko nie so breit gestreut worden.
Denn der frühere Unternehmensberater Bayaz nutzte einen juristischen Hebel, den kaum jemand auf dem Schirm hatte. Seit 2001 sind Anstaltslast und Gewährträgerhaftung für Sparkassen offiziell abgeschafft, nachdem die EU sie als Wettbewerbsverzerrung untersagt hatte. Doch es gibt eine Ausnahme: Geschäfte der öffentlichen Daseinsvorsorge. Energieversorgung fällt darunter – und inzwischen auch der Klimaschutz. Das gilt heute als gängige Rechtsauffassung.
Genau hier setzte Bayaz an. Private Investoren wollten das Risiko des Netzausbaus nicht tragen. Also wurden öffentliche Institute mobilisiert: Sparkassen, Versicherungen, kirchliche Einrichtungen. Alles Akteure mit politischem Auftrag, langfristigem Anlagehorizont und mit staatlicher Rückendeckung inklusive. Formal haftet niemand unbegrenzt. Materiell aber wird das Risiko kollektiviert.
Über 30 Kreissparkassen sind am Südwest-Konsortium beteiligt. Jede von ihnen steht in enger Verbindung zu ihren Trägerkommunen. Damit wurde die Haftung horizontal ausgeweitet: Nicht mehr nur die an der EnBW beteiligten Landkreise, sondern zahllose Kommunen im ganzen Land hängen nun mit drin. Viele dürften gar nicht wissen, wie tief.
Noch im Mai 2023 feierte man das Geschäft. Der Präsident des Sparkassenverbands sprach von „historischer Bedeutung“. Die Sparkasse Zollernalb erklärte stolz, man leiste einen „wertvollen Beitrag zur Energiewende“. Heute zeigt sich: Das war kein Beitrag, sondern ein Risikotransfer.
Im Landtag wächst nun der Unmut. Die FDP verlangt Aufklärung, ob der Milliardenverlust absehbar war, als EnBW frisches Kapital einwarb. Die AfD kündigt einen Untersuchungsausschuss an. Von „politisch gedecktem Zockertum“ ist die Rede.
Das alles fällt nun auch der CDU auf die Füße. Sie ist über kommunale Beteiligungen tief in die EnBW-Struktur eingebunden, hat die politisierte Unternehmensführung mitgetragen und kritische Fragen vermieden. Manuel Hagel, Spitzenkandidat und neuer Hoffnungsträger der CDU im Südwesten, war zuvor Sparkassen-Filialleiter in Ehingen bei Ulm; höchst unwahrscheinlich, dass er von den windigen Geldflüssen oberschwäbischer Sparkassen und Banken nichts wusste. Jetzt ruft er dazu auf: „Wir werden mehr arbeiten müssen. Wir werden länger arbeiten müssen!“ Klar, 1,2 Milliarden sind noch eine Menge Geld, dafür muss schon mehr gearbeitet werden.
Die Grünen wiederum haben die Energiewende nie als technischen Umbau verstanden, sondern als moralisches Projekt. Gesicherte Leistung galt als politisches Übel. Die FDP schließlich lieferte das ökonomische Feigenblatt.
Der EnBW-Milliardenverlust ist damit kein Betriebsunfall. Er ist der erste Belastungstest eines Systems, das Risiken verschleiert, Verantwortung streut und Verluste sozialisiert. Noch liegt der Schaden bilanziell bei der EnBW. Doch die Logik dahinter ist längst weitergezogen – bis in die kommunalen Haushalte und kirchlichen Vermögensverwaltungen hinein.
Kein Wunder also, dass mittlerweile Panik bei den Aktionären herrscht. Denn das Abenteuer Energiewende zeigt jetzt sein wahres Gesicht: teuer, riskant – und am Ende zahlen andere. Sozialismus eben.


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Das wird an dem Ausgang der Landtagswahl nächsten Monat rein gar nichts ändern. Diese abgestumpfte Wahlvolk ist so desinteressiert an ureigenen Angelegenheiten, dass es lediglich schwarzgrün statt grünschwarz wählen wird. Die Minister bleiben die selben, nur der Vorturner wechselt, was er altersbedingt sowieso getan hätte.
Wenn Wähler wirklich objektiv und neutral wählen würden , gäbe es nur ein sehr , sehr begrenztes Klientel , die zurecht erneut ihre Partei wählen :
Bürgergeldbezieher
das ist keineswegs sarkastisch formuliert sondern schlicht ein Fakt .
Alle anderen Wähler schimpfen über den erneuten Wahlausgang , den sie selbst herbei gewählt haben .
Ich schreib’s hier nochmal: Ob’s die hinter der Brandmauer können, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass es die vor der Brandmauer nicht wollen.
Liebe Landsleute, Badener und Schwaben, viel Bedenkzeit haben wir nicht mehr. Noch mal so eine Legislatur, in der die Grünen aller Parteien die „Lufthoheit“ ausüben, und es gibt nicht mehr viel zu retten. Ich hab mir jedenfalls schon mal einen Wohnsitz außerhalb des EU-Einflusses zugelegt.
Grün hinter den Ohren, Geistig „verideologisiert“ ohne nur ein Quentchen Verstand, verlogen und betrügerisch, dass sind die „Grünlinge“! Ob man so eine Welt, ein Klima retten kann, darf mehr als bezweifelt werden! Leider haben die Menschlein immer noch nicht verstanden, wie ihnen der Notgroschen, der sich in der letzten Ritze verkrochen hat, auch noch gestohlen wird.
Die Abschreibung hat keinerlei Auswirkung auf das operative Geschäft. Eine komplette Nullmeldung also. Im Übrigen verfolgt EnBW auch etliche weitere Projektansätze im Erneuerbaren Bereich.
Ich dachte immer ihrereiner kennt sich in den MINT-Fächern nicht aus, weit gefehlt, von BWL haben Sie offensichtlich auch keinerlei Ahnung, dafür ist wenigstens grünlinke Ideologie stark ausgebildet 🤦♂️🫣🤯.
Die eventuell unterm Strich ähnlich ausgehen
Hier kämpft rotgrüne Ideologie bzw. Religion gegen die Realität – zum Schaden der Menschen. Welches Menschenbild ist realistisch: das materialistisch-atheistische, das dem rotgrünen Glauben zugrunde liegt, oder das biblisch-christliche? Zum Beispiel schrieb der optimistische atheistische Philosophieprofessor Thomas Nagel (er hoffte sehr, dass der Atheismus recht hat) in der Einleitung seines Buches „Geist und Kosmos – Warum die materialistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist“: – „Es ist die Absicht dieses Buchs, einsichtig zu machen, dass das Körper-Geist-Problem nicht bloß ein lokal begrenztes Problem ist, das mit dem Verhältnis zwischen Geist, Gehirn und Verhalten bei lebendigen tierischen… Mehr
Die Kühltürme wurden symbolisch gesprengt, es gibt kein zurück mehr, wir wollen das so, wobei wir waren die grüne Partei, die Bürger sollen ja die Zeche zahlen. Ich stelle mir gerade vor, ein Stoßtrupp der ANTIFA zieht durch Deutschland und vernichtet alle Verbrennerfahrzeuge, „wir“ wollen das so und alles was ihr wollt, machen wir „teuer“. BW isch over.
Die Schwaben wählen nun zu 40 % Grün und erfreuen sich am Aberglauben vom Windrad und OpenBorders … der Benz Motor ist Made in Schina und der Porsche überteuert und zu schwer … der Finanzminister ist rot-grün … usw
Das musste ja in die Hose gehen … ByeBye Wohlstand
Billionenschulden, Umweltvernichtung und Wirtschafts/Wohlstandszerstörung für eine Symbolpolitik, deren globaler Effekt auf die Welttemperatur – und das auf 20 Jahre gerechnet – bereits binnen 9 Monaten allein durch Chinas fortschreitenden Kohlekraftwerkbau vernichtet sein wird. Ganz zu schweigen bezogen auf den gesamten globalen CO2-Ausstoß.
Ist das Politikern, Medienmachern oder NGOs wie der Deutschen „Umwelt“-Hilfe überhaupt ansatzweise bewusst, wenn sie unser Land, unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand niederrichten ?
Die „Umwelthilfe“ wure extra dazu von Trittin und Co gegründet.
Klar, der war dabei, aber es war im Wesentlichen Resch, heute nur mit „Upper-class-Mobilität“ unterwegs, aber ohne jede Berufsausbildung – nicht geschafft. Solche Leute können nur in mental heruntergekommenen Ländern die Führerschaft erringen. Aber was greife ich hier einen heraus …!
Zum Großteil nein. Den Denken war noch nie eine Kernkompetenz der verstrahlten links/grünen Ideologen. NULL Qualifikation + Berufs- und Lebenserfahrung kommt hinzu. Ein tödlicher Cocktail. Zu einem kleinen Teil aber ja. Das sind die „KLUGEN“ Ökokapitalisten alla Greichen-Clan und Konsorten, die die Klimahysterie ausschließlich als Feigenblatt für das unbegrenzte Kohlescheffeln in die eigenen Taschen verwenden. Ansonsten interessiert diese Kapitalisten unsere Umwelt einen feuchten Kehricht. Dazu gibt es dann noch Heerschaaren von willfährigen (da dämlichen) Mitläufern, die das eigene Denken schon lange aufgehört haben. Ist ja auch viel zu anstrengend. Diesen Vorfeldkriegern (NGO`s, Parteigänger, Gewerkschaften etc.) schmeißt man genügend Futter vor… Mehr
Wenn ich das schon höre….“Unternehmensberater“ im früheren Leben.
Ein ungeschützter Begriff. Jeder Hirni kann sich Unternehmensbetrater nennen
Robert Habeck & Buddies haben die Wirtschaft auch bestens „beraten“ mit Grünen Wohltaten .. 1 Kugel Eis (TrittIhn).
Für mich sind diese Leute keine Politiker, sondern Scharlatane und ein Fall für den Staatsanwalt …