Wie viel Merkel in May steckt und wie viel May in Merkel

EXKLUSIV! Der geheime Mitschnitt des ersten Telefongesprächs zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrer neuen britischen Amtskollegin Theresa May.

Was die beiden Regierungschefinnen sonst noch besprochen haben, kann auch später noch berichtet werden. Hier nur der Beginn der spitzen Kommunikation in der Spitzenkommunikation.

A.: Glückwunsch, Theresa!
T.: Wozu?
A.: Zum neuen Heim. Günstige Miete in bester Londoner Innenstadtlage.
T.: Die hohen Mieten hatten wir schon im Griff. Wozu sonst sollte der Brexit gut sein. Und ehrlich, Angie, 10 Downingstreet ist nicht wirklich mein Geschmack. Philip ist schon den ganzen Tag am Lüften. Und vor der Tür lungern dauernd Journalisten herum.
A.: Ich bin wirklich stolz auf dich!
T.: Wenn jemand zu danken hat, bin ich es. Und zwar Dir.
A.: Ach komm!
T.: Doch, doch. Du bist und bleibst mein Vorbild.
A.: Jetzt übertreib nicht. Mein Vorbild ist eine Engländerin: Agatha Christie.
T.: Ich ahne, worauf du anspielst. Zehn kleine Negerlein. Am Ende ist nur noch ein Negerlein übrig. Es ist der Mörder. Aber so war es nicht. Ich musste gar nicht erst groß überlegen, wie ich all die Kerle erledige. Das haben sie schon selbst gemacht. Ich musste nur in Ruhe zusehen.
A.: Wer nichts tut, macht keinen Fehler.
T.: Absolutely. Und wenn, dann nur solche, die alternativlos sind.
A.: (lacht) Schlag nach bei Shakespeare!
T.: Lady Macbeth hat ihre Finger nie selbst mit Blut befleckt. Sie musste bloß ihren Mann los schicken. Der wollte unbedingt den Job. Wie Boris.
A.: Der auch nicht schnallt, wie du ihn benutzt. Wie niedlich, dass du ihn jetzt als Außenminister in die Pflicht nimmst.
T.: Jedenfalls kann er mir da nicht schaden. Der ist ganz damit beschäftigt, sich neu zu erfinden, jetzt, da er nicht mehr gegen David kämpfen darf. Und das Amt wird ihn verändern.
A.: „Meine Seel erhebt den Herrn!“
T.: Doch eher mein Kalkül, Angie! Männer haben ihre Hormone nicht im Griff, das ist ihr Problem.
A.: Ihre Hormone haben mich nie gestört. Wäre da nur nicht ihre biologisch limitierte Intelligenz.
T.: Mit Naturwissenschaften kennst du dich besser aus.
A.: Das glauben sie in Berlin auch alle. Aber in der Politik gelten andere Gesetze.
T.: Gib mal ein Beispiel!
A.: „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden.“
T.: Absolutely. „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke.“
A.: Auch nicht schlecht. Unter uns Pfarrerstöchtern: Mach dich niemals über Männer lustig, denen du den Stöpsel herausziehst, wenn sie sich aufblasen.
T.: Das hat Bach so nicht vertont. Manchmal sprichst du beneidenswert klare Sätze.
A.: Du schaffst das auch. Bloß bitte niemals öffentlich. Immer, wenn ich es probiere, geht es komplett in die Binsen.
T.: Ein weiterer wertvoller Rat, den ich nicht befolgen werde. Thank you so much, Angie!
A.: Und pass auf die Mädels auf! Erst schleimen sie sich ein, dann äffen sie auf seltsam verdrehte Art die Männer nach.
T.: Wie meine letzte Rivalin Andrea Leadsom, die damit angegeben hat, Mutter zu sein, und das für einen entscheidenden Vorteil halten wollte. Ihr war nicht zu helfen.
A.: Jetzt rätselt die Welt. Zwei Pfarrerstöchter, fast gleich alt, kinderlos, belastbar, erfahren, unideologisch, unaufgeregt, maulfaul, langweilig und ausgebufft.
T.: Bloody difficult women!
A.: (Lacht) Good luck für die kommenden Wahlen, Theresa. Die Labourkandidatin wird ja vermutlich auch eine Frau sein.
T.: Sie heißt Angela. Hoffe doch, das ist kein schlechtes Omen.
A.: Don´t worry! Solange du den Linken die Themen wegnimmst, kann es nicht schief gehen.
T.: Hab ich auch von dir gelernt, Angie! Und noch mehr.
A.: Ich ahne, worauf du anspielst. Du warst gegen den Brexit und irgendwie auch dafür. Man konnte dich weder festlegen noch einschätzen.
T.: David war eigentlich auch nicht dagegen und Boris eigentlich auch nicht dafür. Sie taten nur so als ob. Ich dagegen tat nicht nicht einmal so als ob; ich tat gar nichts. Das ist der Unterschied.
A.: Weil du eine Frau bist!
T.: Quatsch. Weil mir die EU wirklich am Allerwertesten vorbeigeht.
A.: Unter uns: mir auch.
T.: Dass das bisher keiner gemerkt hat, Angie, ist ein Meisterstück.
A.: Mach Dir keine Hoffnung. Ich werde selbstredend eiskalt verhandeln.
T.: Thank you so much. Genau das macht mich jetzt alternativlos.
A.: Sag bloß, das Ganze war ein Plan?
T.: Ich habe selbstverständlich niemals einen Plan. Der Trick besteht darin, nur so zu tun als ob. Hab ihn auch dir abgeschaut.
A.: Männer halten das in ihrer Gefühlsduselei für rational. Mein Rat: Lass sie in dem Glauben!
T.: Apropos Glauben: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, ist schon verloren.
A.: „Falsche Welt, dir trau ich nicht.“
T.: Absolutely!
A.: Was sagt eigentlich dein Mann?
T.: Wozu?
A.: Zu all dem.
T.: Will das wirklich jemand wissen?
A.: Ich nehme die Frage zurück.
T.: Wir müssen uns ganz bald sehen, Sister!
A.: Ich bestehe darauf. Wir beide verhandeln jetzt euren Brexit. Du kannst dich auf mich verlassen. Wie wir Germans sagen: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
T.: Was, Kochen kannst du auch?

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