Ein mehrfach trauriges Urteil für eine Meinungsäußerung

In der Wiener wie Berliner Republik geht es um Einschüchterung der Bürger, sich nicht aus den erlaubten Zonen der immer mehr geschmälerten Bürgerfreiheiten bei Strafe der Ächtung zu entfernen. Bestrafe einen, erziehe viele. Bestrafe viele, erziehe die Massen.

Chris Veber

Das Landesgericht in Innsbruck befindet sich in der Maximiliansstraße. Benannt nach dem Habsburger Kaiser, der den Tirolern im Landlibell von 1511 mehr Freiheiten und Selbständigkeit gab, als sie in Nord- wie Südtirol nach 1918 je wieder hatten.

Angeklagt war der streitbare Ex-Grüne Chris Veber, weil er Migranten pauschal und hetzerisch verunglimpft haben soll. Ein weiblicher Richter, Staatsanwalt, Anwalt, zwei Polizisten und keine zehn Bürger.

Es begann mit Fragen an Veber wie einen kleinen Benko. Wie viel er verdient, über welches Vermögen er verfügt, Immobilien, Aktien – bloß die Frage nach Goldbarren und Diamanten habe ich „vermisst“. Ich weiß, das ist gerichtsüblich. Einsichtig ist es nicht. Die Feststellung der Parameter für die juristisch zulässige Höhe einer Geldstrafe kann selbstverständlich außerhalb des Prozesses stattfinden. Diese Prozedur kann ich nur als öffentliche Demütigung und Einschüchterung von Angeklagten sehen.

Dann die Frage nach einem „Geständnis“ und das demonstrative Veber-Nein: auf jeden Fall unschuldig. Das fällt bei Chris Veber temperamentgemäß aus wie bei einem kleinen Michael Kohlhaas. Was niemanden wundern kann, der seinen politischen Lebenslauf vom frühen Mitglied der Grünen an kennt. Er darf das – zeitlich von der Frau Richter arg beschränkt – vortragen. – Auf Tichys Einblick hatte er dazu im Juni 2021 den nötigen Platz.

Die inkriminierte Äußerung im Internet:

„Wir importieren Asylanten mit einem durchschnittlichen IQ an der Debilitätsgrenze. Die Asylanten vergewaltigen Kinder. Aufgrund ihrer Debilität werden die Asylanten von der Justiz geschont.

Schluss damit. Die Zuwanderung aus dummen, mittelalterlich gewalttätig sozialisierten, islamischen Kulturen zerstört Europa. Sie zerstört unsere Kinder.

Die Grenzen müssen geschlossen, die Asylanten remigriert und Verbrecher härtest bestraft werden. Auch wenn sie schwachsinning sind. Schwachsinn ist in diesen Ländern gang und gäbe.“

Die Frau Richter spricht zu Beginn von Meinungsfreiheit und Pressefreiheit. Es geht dann aber nur um Meinungsfreiheit. Für die sei sie, sagt sie, aber die werde durch Hassverhinderung begrenzt. – Einspruch. Meinungsfreiheit mit Grenzen ist keine. In Deutschland steht das im Grundgesetz, die bisher nicht geänderte Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts hat das explizit bekräftigt. Was allerdings einzelne deutsche Gerichte auch nicht daran hindert, so zu urteilen wie die Frau Richter in Innsbruck. Wokistan ist dort wie da. In Austria klingt’s außer hier beim Landesgericht sonst nur a bisserl netter.

Im ersten Satz der inkriminierten Meinungsäußerung sagt Veber, welche Asylanten er meint. Da er aber danach zweimal von „die“ Asylanten spricht, urteilt die Frau Richter, habe er „die Asylanten“ pauschal diskriminiert, seine Meinungsfreiheit „weit überschritten“, „zum Hass aufgerufen ohne Grenzen“. Vebers Einwände qualifiziert die Frau Richter: „Sie haben keine Ahnung, um was es geht.“

Also ich habe mehr als eine Ahnung. In der Straße des letzten Ritters Maximilian ging es wie an vielen Stellen der real existierenden Wiener und Berliner Republik um Einschüchterung der Bürger, sich nicht aus den erlaubten Zonen der immer mehr geschmälerten Bürgerfreiheiten bei Strafe der Ächtung zu entfernen. Bestrafe einen, erziehe viele. Bestrafe viele, erziehe die Massen.

Die Frau Richter warf Veber übrigens vor, ihm ginge es gar nicht um die Sache, er suche nur die Öffentlichkeit. Aber Frau Richter, wie soll es jemandem nicht um Öffentlichkeit gehen, der veröffentlicht?

Nach der Urteilsbegründung gab die Frau Richter noch Ratschläge für die Zukunft, die sie mit der Feststellung krönte: Herr Veber, Kriminalität ist männlich. Da hätte es mich hingesetzt, hätte ich nicht schon gesessen.

Chris Veber und Anwalt meldeten Berufung an, Frau Richter registrierte das. Wie groß die Chancen in der nächsten Instanz sind, kann niemand sicher wissen. Aber, werter Chris Veber, vereinzelt gibt es noch Richter wie früher auch nicht immer, aber öfter.

Und die Hoffnung stirbt nicht zuletzt, wie alle sagen, sondern nie.

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Kommentare ( 79 )

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79 Comments
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Sabine Schoenfelder
1 Monat her

Ein netter Typ mit rascher Auffassungsgabe. 😁Bevor hier wieder der Geschlechterkrieg startet, 👉 der Migrationspakt wurde von Harbarth in D auf den Altar der gesetzlich verordneten Massenmigration gelegt. Von dieser Zentrale aus urteilen, mehr oder weniger, Richter aller Geschlechter im Sinne dieses Bravourentwurfs zu identitätslosen Gesellschaften. Sozusagen im Sinne des neu etablierten Rechts. Österreich ist unsere kleine ideologische Schwester. Es reicht eine einzige grüne Quotöse und Ihr laßt Euch vom eigentlichen Problem ablenken. Der beabsichtigten und stringent durchgeführten Massenmigration mit all ihren furchtbaren Auswirkungen. Es geht um Macht, um Gleichschaltung, um Zentralismus. Was hier „rumregiert“ sind alles nur Erfüllungsgehilfen…. Auch… Mehr

Kassandra
1 Monat her

Solche Richter*innen gibt es auch in GB: „The UK judge Gemma Loughran has ruled that a Gazan refugee and mother of 3 must be allowed to bring 18 family members to the UK. The judge claims that the woman’s mental health must be protected by allowing her family reunification in the UK and that not letting the relatives in under these circumstances would be a breach of the European Convention on Human Rights from 1950. The 18 relatives coming to the UK will have the right to many welfare programs. The refugee will be allowed to bring her parents, a… Mehr

joly
1 Monat her

Diese Richterin hat recht. Die Kriminalität ist männlich. Deshalb holen von linken Frauen gewählte linke Politikerinnen vorwiegend extrem kriminelle und gewalttätige vorwiegend islamische Männer nach Europa. We wurde diese Richterin sozialisiert?

fluffy_bird
1 Monat her

Österreich hat genauso wenig das Grundrecht der Meinungsfreiheit wie es Deutschland hat. Grundrechte sind uneingeschränkt. Sie werden nicht genommen oder gegeben sondern man hat sie weil man ist.

Bleiben wir in Deutschland. Dort ist in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes alles mögliche an so genannten Grundrechten aufgezählt die aber überhaupt keine sind.

Denn wie jeder nachlesen kann im Grundgesetz werden dort Grundrechte ausschließlich nur dann Menschen gewährt, wenn sie nicht durch ein Gesetz gerade nicht gewährt werden. Das hat mit einem Grundrecht aber auch nicht ansatzweise irgendetwas zu tun. Null.

HansKarl70
1 Monat her

Hat jemand was anderes erwartet?

Marcel Seiler
1 Monat her

Dass eine Richter:in so urteilt, ist vermutlich kein Zufall. Die Feminisierung der Justiz verschiebt die Maßstäbe weg vom Verstand. Zur Destruktivität der Feminisierung der Gesellschaft auf allen Ebenen, siehe das Youtube-Video: Helen Andrews, Overcoming the Feminisation of Culture. 

Helmut Berschin
1 Monat her

Die Richterin hat „keine Ahnung“, worum es sprachlich bei dem Zitat „die Asylanten“ geht. Der – technisch gesprochen – definite Artikel bezieht sich hier nicht auf alle Asylanten, sondern nur einige, nämlich die im vorausgehenden Satz genannten „Asylanten mit einem durchschnittlichen IQ an der Debilitäts-grenze“. Vielleicht sollte man der Richterin die DUDEN-Grammatik (10. Auflage 2022) schenken, wo sie sich unter § 1304-1306 „Definiter Artikel“ über die verschiedenen Formen der Definitheit informieren kann. Prof. Dr. Helmut Berschin

JizzyB
1 Monat her

Durchschnittlicher IQ:
Deutschland: 103
Marokko: 86
Afghanistan: 82
Sudan: 79
Syrien: 74

Ab einem IQ von unter 70 gilt man als geistig Minderbemittelt.

Haba Orwell
1 Monat her
Antworten an  JizzyB

Aha. > Woanders in TE lese ich: <

> „… Deutschland am Kipppunkt – Der gesellschaftliche Zusammenhalt schwindet von Tag zu Tag, Infrastruktur und Fahrpläne sind nur noch Makulatur, die Politik hat lediglich eine Anhäufung inhaltsleerer Sprüche zu bieten. Wird nicht umgesteuert, fährt das Land gegen die Wand. …“

Wie konnte man bloß mit so extrem viel IQ so tief fallen? Was wird gemessen – Kenntnis der ÖRR-Talkrunden?

Emanreztuneb
1 Monat her
Antworten an  Haba Orwell

Wie konnte man trotz hohem IQ so tief fallen? Die Frage ist einfachst zu beantworten! Frauen. Frauen als Wähler, Frauen in Führungspositionen, Frauen in Medien, Frauen in der Politik. Man kann Frauen schon die gleichen Dinge beibringen wie Männer, so dass im Durchschnitt ein hoher IQ heraus kommt. Nur können sie es halt nicht anwenden. Deswegen wurde die Welt von Männern erfunden und deswegen gibt es Frauen- und Männerschach.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Emanreztuneb

Darüber hinaus sind welche aus NiedrigIQLändern hier inzwischen zu mehr als 20% dabei – und ziehen den bisherigen Standard weit nach unten. Die ab 2015 kamen waren oftmals über 18 und damit der hiesigen Schulpflicht „entronnen“.

Sabine Schoenfelder
1 Monat her
Antworten an  Emanreztuneb

…mit solchen Kommentaren lassen Sie tief in Ihre rudimentären Gehirnwindungen blicken.
Die Welt wurde von Männern erfunden ? …..aha…..das erklärt so manches…
Frage.
Wie konnten Sie es zulassen, mit Ihrer imponierenden, welterschaffenden, intellektuellen Potenz, daß jetzt überall diese Zustände herrschen ?
Daß ein paar mental unterversorgte „: innen“ das ganze Weltgeschehen dominieren ?
Erzählen Sie mal.

Emanreztuneb
30 Tage her
Antworten an  Sabine Schoenfelder

Korrekt, so ziemlich alles, was das moderne Leben ausmacht, wurde von weißen Männern erfunden und gebaut. Oft sogar mit deutschem Namen.
Wie das passieren konnte? Feminismus, die Moral der Gleichberechtigung, der verzweifelte Versuch als modern gesehen zu werden, rapide sinkende Testosteronwerte, extreme Dysgenik… Es gibt sicherlich viele Gründe. Wohlstand. Keine Gefahr von außen nach Fall der Sowjetunion. Ist wie im Militär… Da kann man sich Weiber auch nur leisten, solange nicht geschossen wird.

joly
1 Monat her
Antworten an  Haba Orwell

Neben dem IQ gibt es weitere Faktoren wie Religion, Kultur, Zivilisation, Sitte, Bildung und Sozialisation.

Konservativer2
1 Monat her

Aha. Das Gericht teilt mit: beobachtbare Sachverhalte existieren gar nicht. Alles nur halluziniert. Bürger, Du spinnst. Halt den Mund, aber Zahl gefälligst weiter.

Last edited 1 Monat her by Konservativer2
Transleithanicus
1 Monat her

»Bewahret euch vor dieser Zukunft Graus,
Die Früchte werden’s fürchterlich vergelten.
Treibt ihr sie nicht ab, sie wachsen sich aus
zu Richtern und Staatsanwälten!«
(Karl Kraus, 1925)

Marcel Seiler
1 Monat her
Antworten an  Transleithanicus

Ich halte solche allgemeine Juristenbeschimpfung nicht für sinnvoll.

Sinnvoller wäre es, zwischen guten und schlechten Juristen zu unterscheiden, da gibt es beträchtliche Unterschiede. Außerdem, so habe ich gelesen, müsste man sich fragen, warum die besten Juristen in Deutschland nicht mehr Richter werden, so dass sich dort Zweitklassigkeit breit macht. Vielleicht kann Tichy dazu einmal genauer recherchieren.

Sabine Schoenfelder
1 Monat her
Antworten an  Marcel Seiler

Richtig. Das Problem liegt im beabsichtigten „ideologischen“ Umbau der Gesellschaft und, sehr WIRKUNGSVOLL, der Judikative.
….wie überall wird die Quote dafür sorgen, daß die hoch ideologisierte Weiblichkeit nachrückt, – unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung.
Frauen, die zugunsten der Täter richten, die ihre Geschlechtsgenossinnen belästigen und vergewaltigen….

Transleithanicus
1 Monat her
Antworten an  Marcel Seiler

Sie haben ja recht, es gibt auch gute Juristen. Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß heute im Staatsdienst zunehmend »furchtbare Juristen« (um ein geflügeltes Wort aus den Siebzigern wieder aufzugreifen) unterwegs sind.