Die AfD hofft auf den Fall der Brandmauer, ihre Gegner beschwören die „Machtergreifung“. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass sich die CDU nach der Wahl noch fester auf der linken Seite einmauern wird.
Morgen, Kinder, wird´s was geben. Gemach, gemach! Die Bescherung in Sachsen-Anhalt wird an den gegenwärtigen Verhältnissen in Deutschland voraussichtlich weniger ändern, als von den einen erhofft, von anderen befürchtet. Die Lage wird nicht besser und nicht schlechter. Nicht dadurch, dass das mickrige Ländchen seinen Landtag wählt. In viel zu fetten Lettern prangt „Schicksalswahl“ über dem Ereignis.
I.
Für die deutsche Öffentlichkeit ist die Wahl schon ein Schock, noch ehe sie stattgefunden hat. Seit Wochen bellen die Alarmglocken in Medien und Politik. Man will dem Publikum einreden, es drohe eine „Machtergreifung“, als sei der furchtbar nette Herr Siegmund der „gefährlichste Mann Deutschlands“ (Der Spiegel), mindestens. Die einen kündigen bereits ihre Flucht an, andere prophezeien wirtschaftliches Elend. Was, wenn tatsächlich die Unberührbaren im Bundesrat säßen, ihm gar vorsitzen dürften? Es wäre nicht der Untergang der Republik. Am liebsten vergleichen die Woken die Lage mit der Weimarer Republik – eine Folge der Bildungskatastrophe speziell im Fach Geschichte. Sie halten das Überlaufen einer Badewanne für eine Naturkatastrophe. Weimar scheiterte an einem Mangel an Demokraten. Das Ermächtigungsgesetz in Magdeburg ist ein Hirngespinst. Selbst wenn die AfD von reinrassigen Faschisten bestückt wäre, was sie nicht ist, wäre es eine ganz andere Art von „Faschismus“ als der vor hundert Jahren. Das Grundgesetz gilt. Weder Berlin noch Magdeburg sind Weimar. Dennoch wäre mit „antifaschistischen“ Umtrieben auf den Straßen zu rechnen. Es wäre die größte Gefahr im Falle eines Regierungswechsels.
II.
Von einer Schicksalswahl träumen aber auch diejenigen, die sich nichts weniger erhoffen als den krachenden Zusammenbruch der Brandmauer, mittelfristig überall in Deutschland – aus total unterschiedlichen Motiven. Die einen erwarten, dass die CDU, nur um der AfD weiter aus dem Weg gehen zu können, mit der Mauerpartei koalieren muss – und damit der AfD weiter Zulauf bescheren. Ein Bündnis der „Kartellparteien“ sind die größte Hoffnung der Patentdemokraten – aber auch derjenigen, die als Reaktion darauf noch mehr Zulauf für die AfD erwarten. Wie auch immer, die CDU, eingeklemmt zwischen zwei Unvereinbarkeitsbeschlüssen, Teil einer Minderheit zwischen blau-roter Übermacht im Landtag, kann nicht länger auf den mauen Zauber von „Konsultationen“ setzen. Die verhängnisvolle Brandmauer sorgt nur dafür, dass sich ein beträchtlicher Teil der Wähler nicht repräsentiert fühl,t und lähmt die Demokratie. Außerdem ist sie für die AfD kein Ansporn zur Öffnung gegenüber der Mitte, trägt im Gegenteil zur Radikalisierung bei.
Wie auch immer sich die CDU entscheidet – nach Lage der Dinge wohl eher für das Kartell – es droht die Partei Konrad Adenauers zu zerreißen. Es ist die lange gehegte Hoffnung der AfD. Dieses Erlebnis wollen sie genießen und dafür insgeheim lieber auf die absolute Mehrheit verzichten. Die allein, so paradox ist die Situation, würde die CDU erlösen. Auch davon, eine Regierung bilden zu müssen, die sich nicht bilden lassen will. Ginge es „normal“ zu, würden nach der Wahl die in Sachsen-Anhalt größere AfD mit der kleineren CDU sprechen und feststellen, dass sich in beiden Wahlprogramme genügend Schnittflächen finden. Aber in Sachsen-Anhalt ist nicht mehr viel „normal“.
III.
Die AfD würde die absolute Mehrheit vor nicht geringe Probleme stellen. Unvermeidbar wären der Unerfahrenheit geschuldete Fehler. Die AfD müsste sich mit Sachzwängen herumschlagen, müsste das Wasser, mit dem sie kochen muss, überhaupt erstmal zum Kochen bringen. Im besten Fall bedeutete dies den überfälligen Weg zur „Melonisierung“ der Partei, zu Mäßigung, zur Selbstentdämonisierung. Nach einer Wahlperiode wäre Sachsen-Anhalt noch immer noch kein Hort völkischer Kultur und erst recht nicht durch Remigration entvölkert. Opposition dagegen kann die AfD. Es ist ihre Kernkompetenz. Eine andere hat sie (noch) nicht. Je knapper die AfD die absolute Mehrheit verfehlt, desto besser für sie. Dann käme auch die kommunikativ vorbereitete Dolchstoßlegende zum Einsatz: Wahlbetrug durch Briefwahlschmu. Und Mega-Rabatz auf den Straßen nach dem Vorbild von MAGA-Trump. Manche Alternativen mögen auch von Übertritten abtrünniger Christdemokraten träumen. Andere auf eine durch die absehbare Wahlschlappe im Osten ausgelöste Revolution gegen Merz. Insofern mischt die AfD seit langem mit, einfach dadurch, dass es sie gibt, und die anderen an nichts anderes mehr denken können. Die CDU wird notfalls versuchen, Sachsen-Anhalt noch kleiner zu reden, als es ohnehin ist, und als die große Volkspartei der Bonner Republik im Westen ihr Heil suchen. Etwas anderes hat sie aus dem Totalschaden mit der Uckermärkischen Merkel nicht gelernt.
IV.
Bleiben wir realistisch. Am wahrscheinlichsten ist, dass Sachsen-Anhalt unter dem Vorsitz des geschäftsführenden Herrn Schulze auf absehbare Zeit unregierbar wird. Es hat Staaten gegeben (Belgien), die waren lange Zeit ohne richtige Regierung. Gelegentlich ist ein Land, das eine Weile gar nicht „regiert“ wird, zu beneiden. Lieber gar nicht regiert als schlecht regiert. Parlamente, die keine neuen Gesetze verabschieden, sind besser als Parlamente, die nicht aufhören können, den Bürgern auf den Sack zu gehen. Aber bitte keine falschen Hoffnungen! So wird es nicht kommen.


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Zitat(e) 1; „Man will dem Publikum einreden, es drohe eine „Machtergreifung“ (……………..). Die einen kündigen bereits ihre Flucht an.“ > Aber na klar doch, die Machtergreifung steht kurz bevor; Bundesweit und allgegenwärtig sind Fackelmärsche zu sehen und als sozusagen vorauseilende Folge von Herrn Siegmund’s (AfD) Wahl in Sachsen-Anhalt hören wird dann auch schon in Berlin die Massen rufen. „Alice für Deutschland, Alice für Deutschland“. UND mit Blick auf Deeutschlands flüchten wollendende „Elite“: Ob wohl auch schon unser mit seinen ewig erhobenen Zeigefinger herumlaufende Oberlehrer Michel Friedmann seine Köfferchen schon gepackt hat? Also ich würd’s ihm von Herzen wünschen -wirklich, ehrlich.… Mehr
Den Satz, dass die AfD die CDU zerstören wolle, hat CDU Merz gesagt. Dies behauptet Merz, z. B. am 20.10 2025 in der Pressekonferenz nach der CDU-Präsidiumsklausur. Merz wörtlich: „Diese Partei will die CDU erklärtermaßen zerstören, sie will ein anderes Land.“ Die liberal-demokratische AfD will, im Gegensatz zu linksextremen Parteien die die AfD zerstören wollen, keine Partei zerstören, sondern unser Land vor der grottenschlechten und maximal schädlichen schlechter Politik der Altparteien bewahren. Jede Partei, die sich auch diesem Ziel verschreiben will, wäre ein willkommener Partner. Allerdings ist es nicht fair, wenn die Union sich durch schlechte Politik unbeliebt macht, immer… Mehr
Das Wichtigste und alles entscheidende in Sachsen-Anhalt ist, dass die SPD und die Grünen hochkant aus dem Landtag fliegen. Nur so kann sich Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der AfD in eine sichere Zukunft retten. Sollten die beiden linksextremistischen Parteien in den Landtag kommen, werden die linksextremen Wahlverlierer regieren und weiter dem Land und seinen Menschen schaden wo sie nur können. Die Auszähler und die Wahlleiterin haben es in der Hand.
Ich wage hier mal einen Perspektivwechsel mit Abstand: Grundsätzlich sind die Altparteien in einer Demokratie immer im Vorteil, und in der BRD ganz besonders. Millionen Wähler müssen sich erstmal für eine neue Partei entscheiden, damit diese überhaupt parlamentarisch sichtbar werden kann (5Prozent-Hürde). Erst jetzt ist diese neue Kraft überhaupt für die Alten „gefährlich“ im Kampf um die parlamentarischen Fleischtöpfe. Aber keine Panik, denn jetzt erfolgt normalerweise eine Kurskorrektur der etablierten Politik, um den neuen „Protestparteien“ die Existenzgrundlage zu entziehen. „Komischerweise“ ist im vorliegenden Fall eine Kurskorrektur nie erfolgt, sondern man hat immer wieder neue größere Holzscheite in das lodernde Polit-Feuer… Mehr
In Sachsen-Anhalt lebten Ende 2025 genau 2.120.252 Menschen. Es gibt 1,7 Millionen Wahlberechtigte- was ist das für ein Zirkus. In München 1,6 Millionen und im Großraum – Landkreis 354.000. Die Wahlen dort hat man nicht so beachtet…
Zahlenvergleiche Sachsen Anhalt/München oder anderen Großstädten sind vollkommen irrelevant. In Sachsen Anhalt geht es um die Wahl eines MP, der auch im Bundesrat Sitz und Stimme hat, in München um reine Kommunalpolitik. Also ein Vergleich zwischen Apfel und Birnen. Insofern ist das Interesse für die Wahl in Sachsen Anhalt und die anschließenden Wahlen in Mecklenburg Vorpommern volkommen berechtigt, da die Institution Bundesrat auch für die Gesetzgebung auf Bundesebene ein Faktor ist, im Gegensatz zur Kommunalpolitik in München.
Nahezu alle Kommentare sagen zwei Möglichkeiten voraus: Mehrheit für AfD oder Minderheitsregierung CDU-geführt. Ich habe eine dritte Variante: Einige CDU-Abgeordnete verhelfen der AfD zur Mehrheit, allerdings unter in Hinterzimmern ausgehandelten Bedingungen: Dazu gehört z.B. , dass der Innenminister nicht von der AfD kommt, bespielsweise könnte es Maaßen sein, dass keinerlei Versuch unternommen wird, sich in die deutsche Aussenpolitik einzumischen (wie es Wagenknecht versucht hat), dass also rote Linien, wie sie Röder formuliert hat, akzeptiert werden. Wenn die AfD sich nicht an diese Absprachen hält, schmeissen die übergetretenen Abgeordneten hin. Natürlich würde die Bundes-CDU die Abgeordneten rausschmeissen, aber sie behielten ihr… Mehr
Es gibt kein größeres schwarzes Tuch für die CDU als Maaßen, der CDU Renegat ist und inziwschen ziemlich AfD-nah agiert. Sollte die AfD nicht die absolute Mehrheit an Mandatssitzen aus eigener Kraft bekommen, nämlich 42, könnten zwei bis drei CDU Abgeordnete hinschmeißen, die nicht mit einer Annäherung ihrer Partei an die Linke einverstanden sind und der AfD Fraktion beitreten, wenn sie nicht gleich vollständig die Partei wechseln. Siegmund will nur mit einer stabilen Mehrheit regieren, d.h. er würde sich auf keinen Kuhhandel in Hinterzimmern einlassen, der nicht absolut abgesichert wäre.
„Wie auch immer sich die CDU entscheidet – nach Lage der Dinge wohl eher für das Kartell – es droht die Partei Konrad Adenauers zu zerreißen. Es ist die lange gehegte Hoffnung der AfD“.
Klar, ist es die lange gehegte Hoffnung der AfD. Aber es wäre noch viel mehr. Nämlich: ein signifikanter Sieg der Königin Gerechtigkeit, so wie sich die Union an der AfD seit ihrer Gründung 2013 und vor allem dem deutschen Volk vergangen hat.
Sehr geehrter Herr Herles, das Sie ihre Meinung haben und auch unzensiert veröffentlichen können ist ein großer Vorteil konservativer, freier Medien.
Wenn Sie aber schreiben ,, Nicht dadurch, dass das mickrige Ländchen seinen Landtag wählt. ,, erinnert mich das an den Duktus der Reden ihres Parteivorsitzenden.
Und das ist in seiner Arroganz gegenüber den Menschen, die in diesem Bundesland leben, nicht hinnehmenbar.
Die das Wahlergebnis morgen in Sachsen-Anhalt ist keine Überraschung.
Es wurde von den Meinungskontroll-Organen seit Wochen schon veröffentlicht.
Und die Folgen hat die auf links gewendete CDU bereits bestimmt. Ändern wird sich erst was, wenn das Bandmauerkombinat dazu gezwungen werden kann. Also nur durch eine Mehrheit der Parlamentssitze. Diesmal also nicht und für die Zukunft wird mit einen AfD-Verbot vorgesorgt.
zu I: Das Ermächtigungsgesetz bzw vergleichbare Beschlüße hat bereits die Nationale Front der Blockparteien erlassen. Das reicht von Alterspräsidenten bis Ausschußwahlen.
zu III.: Es stimmt, eine Regierung der Afd würde Probleme bekommen, denn 1. alle anderen würden ihr alle Steine in den Weg legen, die sie finden, 2. alle Behörden würden Dienst nach Vorschrift machen, 3. alle Medien würden die durch III entstandenen Probleme der AFD in die Schuhe schieben.