Blackbox KW 48 – Das Symbol der schrägen Vögel

Aus dem Flug von Vögeln wussten schon die Römer die Zukunft zu deuten. Kann man auch aus Merkels Flieger-Gate Rückschlüsse ziehen?

Merkel muss hin – und dann geht’s nicht! Iberia brachte unsere Kanzlerin wenigstens noch rechtzeitig zum Nachtisch nach Buenos Aires, weil die Bundeswehr …, aber das ist eine längere Geschichte. Nun verstehen wir ja nichts von Technik und können deshalb nur treuherzig wiedergeben: Der Ausfall einer „elektronischen Verteilerbox“ war schuld. (Ist das dieselbe Box, wegen der auch unsere Awacs im Syrienkrieg nachts nicht fliegen können?) Bundes-Ursel von der Leyen wies kämpferisch sofort alle Verantwortung von sich und legte als Entlastung eine schnell von ihren Beraterfirmen zum Vorzugspreis erstellte Power-Point-Präsentation (nur 2% Ausfallquote in 2 Jahren, bei 89% Einsatzbereitschaft) vor.

Das Parlament erwachte aus seinem wohlverdienten Winterschlaf und jede Partei verteilte populistische Ratschläge. Aus der FDP wurde nach all dem „bürokratischen und technischen Murks, durch den die Flugbereitschaft immer wieder auffällt“ die Privatisierung gefordert. Die Grünen verlangen, dass die EU-Staaten zusammen einen Flieger nehmen (wg. CO2 & Feinstaub). Die Linke und die AfD lehnen die Teilnahme an unverbindlichen Treffen, bei denen sämtliche Pakte ohne Bedeutung sind, grundsätzlich ab. Ausgerechnet bei der SPD blieb es mucksmäuschenstill – der Heiko fliegt doch so gern und will keinen Ärger mit der Flugstaffel. Die Union wartet mit einer eigenen Meinung ab, bis Merkel zurück ist. Das wirft die Frage auf: Wie kommt sie zurück? Wieder Linie? Nimmt Wlad sie mit? Oder Macron? Oder fliegen womöglich die beiden Unglücksmaschinen etwa extra nach Argentinien, um Merkel abzuholen?

♦ Natürlich hat die Sache auch ihr Gutes. So kriegt Merkel mal hautnah mit, was alles schief läuft nach ihren 13 Kanzlerjahren in unserem angeblich so reichen Hightech-Land. Die Stromversorgung funktioniert bei Engpässen nur wegen Atomstrom vom Nachbarn. Und der Wirtschaftsminister lässt auf Dienstfahrten keine ausländischen Kollegen durchstellen, weil es ihm peinlich ist, dass das Telefon-Netz dauernd zusammenbricht.

♦ Nur weil es gerade passt: Wenn es brennt in Merkelland, fehlen der Freiwilligen Feuerwehr immer öfter Fahrer für die Löschzüge. Bei den Erklärungen wie den Lösungsansätzen (Migrantenquote, Frauenquote) hat der berichtende Redakteur nur vergessen „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ zu googeln.

♦ Und wo wir schon dabei sind – Neues aus der Police Academy in Crazy Town: Berliner Polizeischüler müssen Deutsch lernen. Das kommt uns auch aus rot-rot-grünem Munde ein wenig rassistisch vor. Und außerdem: Ist die Sprache der Kundschaft nicht entscheidend in dem Job?

♦ Schluss jetzt! Es ist nicht alles schlecht in Merkels Hightech-Land. Im Gegenteil! So steht neben vielen anderen auch die Firma Hentschke Bau aus Bautzen für deutschen Erfindergeist und meldet die erfolgreiche Entwicklung und Aufstellung von grünen Betontannen am örtlichen Weihnachtsmarkt. Das Planziel, „ein gestalterisches Element als Alternative“ zu den Merkelsteinen zu schaffen, wurde eindeutig erfüllt. Haben die Chinesen bereits ein Übernahmeangebot unterbreitet?

♦ Aber Vorsicht vor den Chinesen! Sonst geht es Hentschke Bau wie dem Roboterhersteller Kuka, einem anderen Zukunftsunternehmen aus Augsburg, von dem am Ende wohl nur noch leere Hallen in Allahmanya stehen bleiben werden …

♦ Dr. Stephan Harbarth von der Berliner CDU wird angeblich Präsident vom Bundesverfassungsgericht, weil er den Abgeordneten des Bundestages den Migrationspakt so schön erklären konnte, so dass die den mehrheitlich durchwinkten. Schließlich wird „seit dem Zweiten Weltkrieg alles international geregelt“, erklärte der belesene Mann den erstaunten Abgeordneten. Und damit sich die Lebens- und Rechts-Standards in der Welt annähern können, sei es „erforderlich ins Gespräch zu kommen“. Ohne den Pakt spricht ja niemand miteinander. Dummheit schützt vor Strafe nicht, weiß jeder Jurist, und vor Beförderung anscheinend auch nicht.

♦ Natürlich stehen wir felsenfest zur parlamentarischen Demokratie! Und nur vor diesem Hintergrund ist unser Vorschlag zu einer Grundgesetzänderung zu verstehen. Jetzt heißt es in Artikel 38 GG, Absatz 1: Die Abgeordneten sind „Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Unwissen unterworfen“. Wäre es nicht sinnvoll „Unwissen“ durch „Gewissen“ zu ersetzen?

♦ BKA-Chef Holger Münch ist ein Genie, das darf man ohne Übertreibung feststellen. Vielleicht, weil er aus Bremen kommt, wo die SPD seit hundert Jahren für Bildung sorgt. Jedenfalls hat dieser Einstein der Polizeiarbeit ein Konzept entwickelt, mit dem man Intensivtäter mit zahlreichen Identitäten abschieben kann, auch wenn Richter eine solche Strafe nicht über‘s rote Herz bringen wollen: Das Holger-Münch-Punkte-Programm! Wir können nicht in wenigen Worten wiedergeben, was sich der große Geist da ausgedacht hat, nur so viel: Für Ladendiebstahl gibts 1 Punkt, für Drogenhandel oder Körperverletzung 10 Punkte und für einen Mord 70 Punkte. Ab 60 gesammelten Punkten soll der Straffällige abgeschoben werden. Frage: Verfallen die überschüssigen 10 Punkte dann, oder werden die bei einer (problemlosen) Wiedereinreise gutgeschrieben?

♦ Andrea Nahles, USPD (untergegangene SPD), fragt sich seit Monaten, was die CDU-Bildungsministerin Anja Karliczek „überhaupt macht“. Das können wir auch nicht beantworten. Genauso wenig wie die Gegenfrage, was Andrea Nahles überhaupt macht.

♦ Es ist unsere Pflicht als fünfte Gewalt, unsere Justiz auf ihren Irrwegen zu begleiten. Macht ja sonst keiner. So wollen wir auch Richterin Ulrike Taeubner vom Hamburger Staatschutzsenat nicht alleine lassen, die den Syrer Yamen A., der mit einer Autobombe 200 Menschen töten wollte, zu beurteilen hatte. Verzweifelt fragte Frau Taeubner den Angeklagten, der weder Reue noch Einsicht zeigte: „Wie konnte es bei Ihrem Hintergrund dazu kommen?“ Vater Bauingenieur, Mutter Lehrerin, Sohn Terrorist? Das wird bestimmt in der Revision geklärt.

Die üblichen milden Strafen bei Ehrenmord (z.B. Ravensburg) übergehen wir diskret und wenden uns einem Fall in Aschaffenburg zu, bei dem eine Diebin 3 Millionen in bar klaute und nun lächelnd ihre Strafe erwartet. Lächelnd, weil die Piepen verschwunden sind, denn die Kosovarin kann sich partout nicht erinnern, wo sie die Geldsäcke hingelegt haben könnte. „Retrograde Amnesie“ nennt das strafmildernd die Medizin.

♦ Und nun ins Ausland. Ukraines Poroschenko fordert von Merkel deutsche Kriegsschiffe gegen Russland an. Nein, danke, sagte er nach den jüngsten Ereignissen, Flugzeuge will er nicht.

♦ Müssen wir uns Sorgen machen um Merkels Sonnenkönig? Überall sieht Emmanuel Macron gelbe Zwangsjacken, selbst beim G20 in Argentinien!


Der etwas andere Jahresrückblick: 
BLACK BOX – das Kultbuch. So war 2018 in unserem Shop vorbestellen >>>

Unterstützung
oder

Kommentare ( 58 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Die einzige Stimme der Vernunft war Münkler. Das krasse Gegenteil davon war der Antlantik-Brücken-Wärter vom Tagesspiegel. Wem, wie Herrn von Marschall nichts anderes einfällt, als einseitig auf „westlichen“ Völkerrechtspositionen zu beharren, die von den Russen durchaus anders gesehen werden, hat den gesamten Konflikt nicht verstanden. Russland hat keine natürlichen Grenzen nach Westen. Mit dem Versuch der USA und der EU, die Ukraine mit Gewalt! aus dem Einflussbereich Russlands herauszubrechen, nachdem man der Ukraine haltlose Versprechungen machte, waren bei den Russen alle roten Linien überschritten. Die halblegale Herauslösung der Krim aus der Ukraine nach dem Vorbild des Kosovo war die Folge.… Mehr
>’Dr. Stephan Harbarth von der Berliner CDU wird angeblich Präsident vom Bundesverfassungsgericht, weil er den Abgeordneten des Bundestages den Migrationspakt so schön erklären konnte, so dass die den mehrheitlich durchwinkten. Schließlich wird „seit dem Zweiten Weltkrieg alles international gaeregelt“, erklärte der belesene Mann den erstaunten Abgeordneten. Und damit sich die Lebens- und Rechts-Standards in der Welt annähern können, sei es „erforderlich ins Gespräch zu kommen“.'< Erstaunlich, dass es Menschen gibt, die diesen Pakt nicht wirklich verstehen. Dazu gehöre leider ich. Ich staune wirklich über meine mangelnde Kompetenz. Entweder bin ich des Lesens nicht mächtig, oder meine kognitiven Fähigkeiten haben hinter… Mehr

Als ich den Herrn Harbarth in der Bundestagsdebatte kennen gelernt habe, dachte ich unwillkürlich an Polen. Warum nur?

Zu den „Feuerwehren“: Bei diesem Spiegelartikel gibt es keine Kommentarfunktion.
Ich hörte vor ein paar Jahren einen Vortrag von jemanden aus dem Chaos Computer Club. Er hatte die Kommentare von Spiegel Online nach bestimmen Kriterien automatisiert durchsucht.
Eine statistisch signifikante Erkenntnis: Bei bestimmten Schlagwörtern gibt es kaum Kommentarfunktionen, während bei allen anderen Schlagworten fast immer Kommentarfunktionen vorhanden sind.
„Feuerwehr“ war kein solches Schlagwort, welches auf „Keine Kommentare“ hindeutete.
Man kann also vermuten, dass die Redakteure, die diese Kommentarfunktion ausschalteten, andere Schlagworte im Kopf hatten als „Feuerwehr“.

Tolle Black-Box, bei deren Lektüre es einem gelingt, das Lachen, das einem ob der geradezu grotesken Nachrichten im Halse stecken bleibt, aufgrund deren äußerst unterhaltsamen Präsentation doch wieder hervorzuholen. Danke, Herr Paetow!

Von den Rechtswissenschaftlern kommt bezüglich des Punktesystems gar nichts. Ein Flüchtlings TÜV ist wohl nicht ganz so ihr Gebiet. Das Migrationsproblem könnte dem Verkehrsministerium zugeschlagen werden, so ganz abwegig ist das ja nicht.

Wie bekloppt ist das denn. Eine nicht fliegende Maschine der Bundeswehr ist eine Meldung wert und das mehrere Tage lang. Was will Merkel eigentlich bei diesem Gipfel? Sie wir die ohnehin von niemanden ernst genommen. Und der Gipfel selbst ist nichts weiter als das verbrennen von Geld, es kommt eh nichts dabei raus wie immer. Aber so kommen die Politiker in der Welt rum und können schönes Essen genießen. Herzlichen Glückwunsch liebe Weltgemeinschaft.

-STELL DIR VOR ES IST G20 UND MUTTI FLIEGT NICHT HIN, dann ist das eine gute Voraussetzung für das Gelingen des Gipfels. Möglicherweise hatte Uschi die Verteilerbox (ist so ein anonymes Ding, das keinerlei Warmherzigkeit ausstrahlt) gegen einen Wickeltisch austauschen lassen-warum sollte die Luftwaffe benachteiligt werden, wenn die Panzer des Heeres schwangerengerecht ausgestattet sind? ** -Der Feuerwehr fehlen die Lenker? Aber wenn der Staat nicht mehr gelenkt wird, warum sollten Feuerwehrautos dann bevorzugt werden. Außerdem glauben feministische „Forscherinnen“ herausgefunden zu haben, das „Lenken“ eine typisch männliche Verhaltensstereotype ist, die nicht mehr gelehrt und am besten verboten werden sollte. Ich würde… Mehr

Vielen Dank, Herr Paetow, für die treffende wöchentliche Kurzfassung unserer gesellschaftlichen Entwicklung. Schlage Ihnen vor, ab sofort folgende dauerhafte Überschrift zu wählen:
„Wie ein hoch entwickeltes Industrieland verblödet“!

Die Berufung Stephan Harbarths zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts ist nur die konsequente Fortführung der Zerstörung unserer Gewaltenteilung: Erst wurde die Legislative entmündigt und gleichgeschaltet (anders kann man die politische Selbstkastrierung der Bundestagsabgeordneten kaum nennen). Und nun wird eben auch die Judikative noch gleichgeschaltt und auf die „political correctness“-Linie der Merkelianer gebracht.

Solche Kummeleien bei der Besetzung des Verfassungsgerichts hat es zwischen den beiden großen Volksparteien schon immer gegeben. In Zeiten, in denen es sich noch um solche Parteien mit gegensätzlichen Programmen handelte, fiel die Besetzung mit einem Parteimitglied auch nicht besonders auf, denn bei wechselnder Regierungsverantwortung war in der Regel auch für eine gewisse Meinungsparität beim Verfassungsgericht gesorgt. Zudem war die Benennung einer Person ohne hinreichende Qualifikation und Erfahrung in Rechtsprechung oder Lehre oder gar mit früherer Tätigkeit für bestimmte Großkonzerne undenkbar. Das ist heute, bei weggefallener Meinungsvielfalt im Parlament, in der Tat anders. Man muss sich dann nicht wundern, sollte… Mehr

Aufrechte Menschen, also solche mit Rückgrat, machen da gar nicht mit.