Verschleierungsverbot an Italiens Schulen: Meloni zieht die Reißleine

Italien will Burka und Niqab an Schulen verbieten und diskutiert eine Obergrenze für ausländische Schüler. Während Giorgia Meloni klare Regeln setzt, wartet Deutschland weiter auf sichtbare Veränderungen unter Friedrich Merz.

IMAGO / ZUMA Press

Die italienische Regierungschefin will es nun, ein Jahr vor den Parlamentswahlen, offenbar noch einmal richtig wissen. Sie handelt nicht aus dem Bauch heraus, sondern so, wie es Bürger im ganzen Land fordern. Sie lotet das Echo aus und überrascht mit Pragmatismus. Giorgia Meloni hat die nächste politische Tür aufgestoßen. Dahinter wartet ein Thema, das Europa seit Jahren verdrängt. Die Frage, die auch die Tageszeitung Il Mattino stellt, lautet: Wie viel Parallelgesellschaft verträgt eine offene Gesellschaft?

Während in Berlin unter Friedrich Merz viele Bürger – und auch Pädagogen etlicher Brennpunktschulen – weiterhin auf sichtbare Veränderungen bei Migration, Integration und dem Umgang mit radikal-islamischen Strömungen warten, setzt Rom ein starkes Zeichen. Melonis Botschaft ist unmissverständlich: „Der Staat schaut nicht länger nur zu“ – sondern greift ein.

Radikaler Islam
Meloni setzt ein Burka-Verbot an Italiens Schulen durch
Burka und Niqab sollen an Schulen vollständig verboten werden. Auch die religiöse Vollverschleierung soll aus öffentlichen Einrichtungen verschwinden. Einige Regionen haben das bereits versucht, allerdings eher halbherzig. Hinzu kommt – und das ist hochinteressant – die Debatte über eine Obergrenze für ausländische Schüler an Schulen.

Für Melonis Regierung geht es vordergründig um gemeinsame Regeln, um Sprache und Integration sowie um die Frage, welche Werte im öffentlichen Raum gelten. Vielleicht geht es aber auch darum, etlichen muslimischen Zuwanderern von vornherein die Lust zu nehmen, in Italien zu bleiben, geschweige denn das Land überhaupt anzusteuern, wenn solche Einschränkungen gelten. Jedenfalls wollen Meloni und Salvini keine subtile Unterwanderung mehr hinnehmen.

Die Schule steht dabei im symbolischen Mittelpunkt des Konflikts. Klassenzimmer sind nicht nur Orte für Mathematik und Grammatik. Sie sind die Werkstätten der nächsten Generation. Dort entscheidet sich, ob eine Gesellschaft zusammenwächst oder in kleine kulturelle Inseln zerfällt.

Meloni hat längst erkannt: Wer die Schule ignoriert, behandelt nur die Symptome. Das erklärte sie kürzlich auch auf einem Kongress. Die eigentliche Debatte beginnt viel früher – auf dem Schulhof, im Elternhaus und bei der Frage, ob der Staat noch den Mut besitzt, klare Leitplanken zu setzen.

Rom sendet Signale in die EU – Berlin sucht noch den Schalter

Italien geht damit einen Weg, den viele Bürger in Deutschland aufmerksam beobachten. Denn auch hierzulande berichten Eltern, Lehrer und Kommunen seit Jahren über Herausforderungen bei der Integration, über Sprachprobleme und Konflikte, bei denen kulturelle oder religiöse Vorstellungen eine Rolle spielen.

Viele Bürger haben zunehmend den Eindruck, dass die Diskussion der Umsetzung weit voraus ist. Die Regierung Merz steht deshalb unter Erwartungsdruck: Die Menschen wollen nicht nur Debatten über Migration hören, sondern im Alltag Veränderungen sehen.

Während Rom nun die Schrauben anzieht, wirkt Berlin auf manche Beobachter wie ein großes Verwaltungsgebäude, in dem noch nach dem richtigen Schlüssel gesucht wird. Über Macrons Frankreich müssen wir gar nicht erst reden. Der Schlüssel liegt längst auf dem Tisch: klare Regeln, ihre konsequente Anwendung und ein Staat, der seine eigenen Werte nicht verstecken muss.

Doch gab es klare Regeln des Zusammenlebens nicht schon immer? Ja, allerdings war es eher die Selbstaufgabe des Westens, im Namen des Multikulturalismus alles aufzuweichen.

Melonis Politik ist zugleich ein Signal an ihre politische Konkurrenz. Sie übernimmt zunehmend Themen, die traditionell von Salvinis Lega besetzt wurden. Migration, Sicherheit und nationale Identität waren schon immer Salvinis Zugpferde. Meloni versucht damit, den politischen Raum rechts der Mitte nicht anderen Kräften zu überlassen.

Ihre Botschaft ist klar: „Integration ist keine Einbahnstraße. Wer Teil einer Gesellschaft wird, akzeptiert auch deren Spielregeln.“

Oppositionsführerin Schlein attackiert – doch die alte Linke verliert den Takt

Die Reaktion aus dem linken Lager ließ nicht lange auf sich warten. Elly Schlein, Vorsitzende des Partito Democratico, der sozialistischen Partei, warf Meloni vor, Forderungen des Ex-Generals Roberto Vannacci zu übernehmen und eine Politik der „remigrazione“ zu verfolgen. Dem Trend folgend setzen die italienischen Sozialisten wie die SPD auf diametral andere Themen – Themen, die die Bürger wahrlich umtreiben.

Für Schlein sind die Maßnahmen vor allem politische Symbolik. Sie verweist auf Probleme bei Bildung, Gesundheitsversorgung und Wirtschaft und kritisiert, dass die Regierung mit Migrationsthemen von anderen Baustellen ablenke.

Doch die italienische Linke steht vor einer schwierigen Aufgabe: Ein großer Teil der Bevölkerung wünscht sich bei Migration und Integration eine härtere Linie und fühlt sich von den klassischen Antworten der Linken nicht mehr vollständig angesprochen. Meloni nutzt genau diese politische Lücke. Sie verbindet soziale Entlastungen – etwa die Debatte über die Aussetzung der Kfz-Steuer – mit einer konservativeren Linie bei gesellschaftlichen Fragen. Das politische Paket ist klar geschnürt: weniger Belastungen für die Bürger, mehr Kontrolle durch den Staat.

Ob Melonis Maßnahmen am Ende die gewünschten Wirkungen entfalten, wird sich zeigen. Kritiker warnen vor Ausgrenzung und Symbolpolitik, Befürworter sehen darin die notwendige Wiederherstellung staatlicher Ordnung.

Eines zeigt die italienische Debatte jedoch deutlich: Die Fragen nach Integration, Religion im öffentlichen Raum und den Grenzen kultureller Veränderungen lassen sich nicht länger wegmoderieren. Europa steht vor einer Grundsatzfrage. Eine Gesellschaft braucht Offenheit, aber auch einen festen, unverhandelbaren Rahmen. Ein Haus ohne Türen ist kein Zeichen von Freiheit, sondern ein Ort, in den jeder Wind hineinweht.

Giorgia Meloni hat eine Tür geschlossen und eine andere flugs geöffnet: die Tür zu einer neuen europäischen Migrationsdebatte. Auch Deutschland wird entscheiden müssen, ob es weiter zuschaut oder irgendwann selbst den Schlüssel in die Hand nimmt. Die deutschen Bürger warten dagegen noch immer darauf, dass Merz seine Versprechen aus dem Wahlkampf einlöst. Meloni handelt, Merz zaudert.

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Kommentare ( 47 )

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Sonny
12 Tage her

Bravo, Signora Meloni! Bravo!
Wir müssen leider noch ein bißchen auf Alice warten.
Aber wer weiß? Vielleicht zerbricht diese fürchterliche Koalition, die zur Zeit an Deutschlands absolutem Abstieg arbeitet, ja doch eher.

Christa Born
12 Tage her

Naja dann kommen sie eben nach Germania, hier sind sie bald ganz unter sich.

verblichene Rose
12 Tage her
Antworten an  Christa Born

Ja, mit all ihren Problemen, vor denen sie ja angeblich geflohen sind! Es wäre vielleicht mal ein ganz guter Ansatz, denen das klar zu machen! Vielleicht schnallen die dann auch, warum sehr viele Deutsche mittlerweile die Schnauze voll haben und sie als störend empfinden. Das ist übrigens KEIN Rassismus, sondern ein ganz natürliches, menschliches Verhalten!

giesemann
12 Tage her
Antworten an  verblichene Rose

Gar nix schnallen die, die wissen nur: Hic Rhodos, hic salta – hier ist Rhodos, hier gibt’s Salz. (das französische Wort für Geld/Gehalt, also salaire, hat was mit Salz zu tun, Das Wort „Salär“ (oder das französische „salaire“) leitet sich direkt vom lateinischen salarium ab, was ursprünglich „Salzration“ oder „Salzgeld“ bedeutete.
Ursprung und Bedeutung

  • Römische Legionäre: Im antiken Rom erhielten Soldaten einen Teil ihres Soldes oder eine zusätzliche Zulage in Form von kostbarem Salz ausbezahlt (salarium)).
Haba Orwell
12 Tage her

Schauen wir mal: >>>Abgelehnte Asylbewerber: Deutschlands teure Einladung zum Bleiben<<< (TE) > „… Bürgergeld beziehen:59 Prozent der Ukrainer54 Prozent der Syrer47 Prozent der Afghanen40 Prozent der Somalier38 Prozent der Iraker30 Prozent der Eritreerusw. usf. …“ Welche aus dem Land ganz oben auf der Liste mögen keine Kopftücher tragen, dafür kosten am meisten. Ob Mode wichtiger als geplünderte Kassen sein kann? Heute auf dem Heimweg in der Straßenbahn habe ich welche besonders gebräunte erlebt, die fröhlich Schuhe auf die Sitze knallen. Keine Ahnung welcher Religion und es ist mir auch egal – der zivilisatorische Verfall nervt unabhängig von der Religion oder… Mehr

giesemann
12 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Bei Asyl sind wir nur für Ukrainer zuständig, weil sie Europäer sind, für die anderen ist das Allah und die Seinen. Wir müssen Grenzen ziehen, wollen wir nicht aufgefressen werden, »Die Reichen werden Todeszäune ziehen« – DER SPIEGEL(1982). Zitat: SPD-Kommunalexperte Martin Neuffer (1924 – 2004) über die Ausländerpolitik der Bundesrepublik. Eine radikale Neuorientierung der Bonner Ausländerpolitik fordert der langjährige hannoversche Oberstadtdirektor, Städtetagpräside und NDR-Intendant Martin Neuffer, damals 57. In seinem soeben erschienenen Buch : »Die Erde wächst nicht mit. Neue Politik in einer überbevölkerten Welt«. Verlag C. H. Beck, München; 195 Seiten; 17,80 Mark. plädiert der linke Sozialdemokrat dafür, die… Mehr

verblichene Rose
12 Tage her

Was auch sehr spannend ist, ist die Tatsache, dass nur den Mädchen verboten werden soll, dieses Accessoire zu tragen. Nicht dass ich das befürworte, aber hat „der Westen“ nicht mehr Probleme mit den männlichen „Zugewanderten“? Und die tragen kein Kopftuch, sondern häufig ganz andere Dinge mit sich herum und sind auch sonst nur „schwer erziehbar“!

giesemann
12 Tage her
Antworten an  verblichene Rose

Wenn nur Mädchen gekommen wären, weil sie sich vor dem Zugriff der Kerle dort schützen wollten, dann hätten wir wohl keinerlei Probleme.

Habakuk06
12 Tage her
Antworten an  giesemann

Das glaube ich so nicht. M.E. gibt es nicht wenige Hardcoremusliminnen

giesemann
12 Tage her
Antworten an  Habakuk06

Aussagen zur Stellung der Frau Al-Ghazālī hat in seiner Schrift Das Buch der Ehe (moral-)theologische Grundlagen für die Systematik des schariatischen Geschlechterverhältnisses herausgearbeitet. Demnach sei die „Heirat eine Art Sklaverei“ und „die Frau die Sklavin des Mannes (…) Deshalb hat sie ihm unbedingt und unter allen Umständen zu gehorchen (…)“.[13] In diesem Zusammenhang zitiert er diverse Überlieferungen, denen zufolge der Prophet unter anderem gesagt haben soll, dass, sofern beim Tode ihres Ehemanns dieser mit seiner Gattin zufrieden war, ihr jenseitiges Seelenheil gesichert wäre.[14] Ferner soll Mohammed geäußert haben, dass „[w]enn ich jemandem befehlen würde, sich vor einem anderen niederzuwerfen, so… Mehr

Deutscher
12 Tage her
Antworten an  giesemann

Der Islam steht über den Geschlechtern.

Schwabenwilli
12 Tage her

Gott sei Dank, im wahrsten Sinne des Wortes.

Orlando M.
12 Tage her

Meloni ist die, die Italiens Flüchtlinge nach Deutschland schickt und sich dann der Rückführung verweigert, obwohl Italien dem in der EU zugestimmt hat. Das sollte uns mehr interessieren, als politische Scheinerfolge die nichts kosten.

Will Hunting
12 Tage her
Antworten an  Orlando M.

Machen doch alle so, ausser die dummen Deutschen. Und bitte nicht vergessen wer das ganze angeleiert hat.

Last edited 12 Tage her by Will Hunting
Deutscher
12 Tage her
Antworten an  Will Hunting

Genau. Die Deutschen haben es selber angeleiert.

giesemann
12 Tage her
Antworten an  Orlando M.

Solange die Deutschen den Magneten nicht abschalten sollen sie blechen.

Harry Hirsch
12 Tage her
Antworten an  Orlando M.

Wenn Deutschland seine Grenzen schützen würde, würde auch keiner reinkommen. Von daher selber Schuld. Und wenn man die Sozialleistungen für diese Leute auf Null setzen würde, bräuchte man nicht mal mehr die Grenze sichern, weil gar keiner hier her wöllte. Alles selbst geschaffene Probleme, die man auch selbst wieder lösen könnte, wenn man denn will.

Sonny
12 Tage her
Antworten an  Orlando M.

Meloni handelt im Interesse von Italien und seinen Bürgern. Und das ziemlich gut, finde ich.
Was interessiert sie, dass deutsche Politiker große Fehler machen? Sie ist schließlich nicht Staatspräsidentin von Deutschland.

DeutschlandFicktSichSelbst
12 Tage her

Die Mehrheit in Deutschland wählt Buntsein, Diversität, Genderideologie und Islamtoleranz. Neu ist seit der Berlinwahl, dass die Hamas und der Remmo- Clan über die LINKE als parlamentarischer Arm in der bundesdeutschen Hauptstadt mitregieren werden. Der Zerfall des Landes beschleunigt sich also nochmal. Mir soll es Recht sein. Damit wird eine absolute Mehrheit der AfD in den Parlamenten immer wahrscheinlicher. Und eine weitere Radikalisierung der Bevölkerung, die uch mir sehnlichst herbei wünsche.

AlNamrood
12 Tage her

Verschleierung im Islam ist immer ein Symbol für Besitz und Abgrenzung. Wer sich verschleiert wird niemals und will nicht Teil der Mehrheitsgesellschaft sein. Das reine Verbot ist ein guter Schritt, bekämpfen kann man diese Denkweise damit jedoch nicht.

hansgunther
12 Tage her
Antworten an  AlNamrood

Die Grundlage all dieser Erscheinungen – einschließlich des Machogehabes, der Vielweiberei sowie des Bestrebens, Frauen gleichsam in Kokons zu zwängen und dennoch über sie zu herrschen – ist im orthodoxen Islam zu suchen. Nichts von diesen patriarchalen Strukturen ist kompatibel, und nichts davon besitzt auch nur den geringsten Wert für ein Land wie Deutschland. Dies alles ist gänzlich aus der Zeit gefallen, entspringt dem tiefsten Mittelalter und erweist sich als reformunfähig. Wer an diesen Werten festhält, gehört folglich nicht in diesen Staat, sondern zurück in den eigenen Kulturkreis.

giesemann
12 Tage her
Antworten an  hansgunther

Ja, der schlimmste Feind der muslimischen Frauen&Mädchen ist der Islam – auch, wenn die das nicht begreifen. Ist wie mit den Katholen auch. Denen hat man aber inzwischen mit viel Geschrei die Zähne gezogen – weitgehend.

hansgunther
12 Tage her

Wer auf Friedrich Merz wartet, kann sich auch in Hintertupfingen am Gemeindeamt an die Haltestelle stellen und auf die nächste Straßenbahn warten – die Chance, daß dies Resultate zeitigt, ist gleich null!

GP
12 Tage her

Hier in Belgien ist das Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit (dazu zählen auch Schulen) seit 2011 verboten. Es bleibt des weiteren dem Schulträger vorbehalten strengere Regeln, z.B. Kopftuchverbot, an seiner Schule zu erlassen.