Protest gegen LGBT-Kunst: Christen bei Gebet in ihrer Kirche verhaftet

Sechs Katholiken – fünf Männer und eine Frau – wurden in der Kirche Saint-Laurent im 10. Arrondissement in Paris festgenommen, weil sie am Wochenende mit ihren Gebeten gegen eine künstlerische Installation für ein LGBT-Event im Gotteshaus protestierten. Auf Social-Media-Kanälen werden die Verhaftungen kritisiert.

picture alliance / SIPA | Elias Neil Benleulmi

In der Kirche in Paris wurde die Klanginstallation „Sous la peau du ciel“ der Künstlerin Marie-Luce Nadal gezeigt. Besucher sollten persönliche Wünsche und Liebeserklärungen hinterlassen, die akustisch verarbeitet wurden. Künstlerische Leiterin der gesamten Nuit Blanche war die queere DJ und Aktivistin Barbara Butch. Viele Gläubige empfanden die profane Nutzung eines geweihten Raums als Entweihung, immerhin polarisiert Butch nach ihrer umstrittenen Rolle bei der Olympia-Eröffnung 2024 weiterhin.

Betende als „Extremisten“ dargestellt

Laut Berichten von Le Parisien und Le Figaro versammelten sich etwa dreißig Personen, darunter Anhänger des aufgelösten traditionalistischen Vereins Civitas. Sie beteten in und vor der Kirche, blockierten zeitweise den Zugang und sangen. Die Polizei rückte dann mit starkem Aufgebot an: Sechs Personen kamen in Gewahrsam; zwei von ihnen werden zudem beschuldigt, die sozialistische Bezirksbürgermeisterin Alexandra Cordebard und einen Abgeordneten bedrängt zu haben. Die Vertreter der Stadt Paris sprachen von „Extremisten“ und erstatteten Anzeige.

Wein, Schwein und Gesang
Kulturkampf in Frankreich: Wenn Schweinefleisch zum Politikum wird
Auf Social-Media-Plattformen wird die Polizeiaktion scharf kritisiert: „Frankreich, wach auf! Es ist ernst!“, schreibt etwa der X-User @Themisalerte. Und @bertille427 kritisiert: „Inhaftiert wegen Betens. Und in der Zwischenzeit schlendern Vergewaltiger straffrei umher und töten arme Kinder. Wann werden die Franzosen endlich aufwachen, um ihre Kinder zu schützen?“

Tatsächlich zeugt die aktuelle Polizeiaktion von einem irritierenden Verständnis von Religionsfreiheit, wenn die Exekutive friedliche Gebete in der eigenen Kirche als Straftat wertet. Während die Behörden ein Kunstprojekt mit Polizeigewalt schützen, werden in Frankreich Gläubige kriminalisiert, die die Heiligkeit sakraler Räume verteidigen wollen. In einer säkularen Republik sollte der Staat neutral bleiben, anstatt Inszenierungen der Schwulen- und Lesben-Szene zu privilegieren und einen christlichen Protest mit dem Label „extremistisch“ zu brandmarken.

Die sechs verhafteten Katholiken wurden nach 48 Stunden wieder aus der Polizeihaft entlassen.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 26 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

26 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
epigone
1 Monat her

Ist nicht ganz falsch, aber leider etwas zu positiv! Im Islam gelten die Anhänger nicht islamischer Buch-Religionen, also des Christentums und des Judentums als glaubensabfällige beziehungsweise glaubens-irregeleitete Personen. In der islamischen Anthropologie stehen sie damit als Menschen zweiter Klasse unter Menschen islamischen Glaubens, allerdings zu ihrem großen Glück noch über Menschen die gar nicht glauben. Die sind nämlich – nach mehrheitliche Auffassung der Islam-Gelehrten (man lese bitte bevor wütender Protest geäußert wird entsprechend bei den Aussagen der Imame aus den führenden schiitischen und sunnitisch Schulen in der arabischen Welt nach) – verpflichtend für alle Gläubigen Muslime zu bekämpfen, ob mit… Mehr

Last edited 1 Monat her by epigone
epigone
1 Monat her

Nun ja, wo soll eine Republik landen beziehungsweise enden, deren Präsident höchst selbstpersönlich eine öffentliche Debatte um seine Person und ihre sexuellen Vorlieben ausgelöst hat?

Alles wird sexualisierte und in dem Zuge eben auch jede Devianz und pathologische Erscheinung heiliggesprochen.

Jens Frisch
1 Monat her

Das sind ja auch „Extremisten“: Diese Gläubigen sind extrem mutig!

Gudrun Wolfrath
1 Monat her

Wollen Sie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?

Haba Orwell
1 Monat her

Nicht nur Genderwahn, sondern auch teurere – Klimagedöns und Rüstung, wo auch ein Weltkrieg droht. Der Michel lässt sich lieber aufhetzen, wie es der Oligarchie passt?

Marcel Seiler
1 Monat her

Aus dem Artikel: „Sie beteten in und vor der Kirche, blockierten zeitweise den Zugang und sangen.“ – Sorry, aber das ist mehr als „friedlich beten“. Das ist die Störung einer genehmigten, legalen Veranstaltung, weil sie einem nicht passt.

Auch der Islam betreibt ja öffentliche Einschüchterung, die er zu „öffentlichem Beten“ umlügt. Die Linken betreiben solche Störungen immer wieder, völlig ungestraft. Die berechtigte Frage ist daher, warum man Muslime und Linke gewähren lässt, während man die Christen einsperrt. Das ist das Üble!

Für sich selbst genommen aber ist das polizeiliche Vorgehen gegen solche Störer, auch wenn es Christen sind, in Ordnung.

Last edited 1 Monat her by Marcel Seiler
Manfred_Hbg
1 Monat her

Zitat: „Inhaftiert wegen Betens. Und in der Zwischenzeit schlendern Vergewaltiger straffrei umher und töten arme Kinder.“

> UND in Deutschland -> Wegen öffentlichen lautem Vorlesen aus dem Grundgesetz von unseren uniformierten Staatsschlägern (früher auch „Dein Freund&Helfer“ genannt) beim wegradeln vom Fahrrad gerissen und vorübergehend festgesetz.
Beste Deutschland – Freieste EUropa (Iro/Zynism off)

fatherted
1 Monat her

Fehlt ja nur noch, dass sie zum Tod durch Löwen in der Arena verurteilt werden. Was für eine sch…ß Welt es doch geworden ist.

Laurenz
1 Monat her
Antworten an  fatherted

Arena war eben früher die Strafe für linke Kriminelle.

Averroes
1 Monat her

Das ist Perversion pur einer völlig entkulturierten Nation!

imapact
1 Monat her

Die „Kulturrevolution“ in Europa strebt ihrem Höhe- und damit hoffentlich Endpunkt zu. Überall das gleiche Bild: Krieg gegen die eigene Bevölkerung, gegen die gewachsene Kultur, gegen das Christentum und die von ihm geprägten Werte. Linke und Islam im Gleichschritt, getragen von einer Masse an bürgerlichen Schlachtvieh, daß die Betreiber der Schlachthöfe toleriert. In Frankreich legt man Betenden Handschellen an, in Großbritannien verblutenden Opfern migrantischer Aggression, in Deutschland können auch kritische Worte gegen die herrschenden Zustände diese Wirkung haben.