Zyprischer Regierungssprecher warnt vor »demographischen Veränderungen«

Nach Griechenland schlägt nun Zypern Alarm in Sachen irregulärer Zuwanderung. Die Regierung der Inselrepublik weist auf einen hohen Asylbewerberanteil hin und fordert die Unterstützung der EU ein. Die Frage ist, in welcher Form sie zu leisten wäre.

IMAGO / ANE Edition
Die Innenminister der fünf Mittelmeerländer Italien, Spanien, Malta, Zypern und Griechenland - MED5- an der Front der Massenmigration nach Europa treffen sich am Samstag, 20.03.2021 in Athen, Griechenland, um die Politik der Europäischen Union zu erörtern, während der Block auf einen neuen Migrationspakt hinarbeitet.

Fast unbemerkt von der internationalen Öffentlichkeit ist eine weitere Mittelmeerinsel zum Ziel irregulärer Migranten aus Asien und Afrika geworden. Der zypriotische Regierungssprecher Viktor Papadopoulos sagte laut der griechischen Tageszeitung Kathimerini: »Zypern ist ein Land, das derzeit sehr große Zuströme im Verhältnis zu seiner Bevölkerung hat, mit der Gefahr demographischer Veränderungen.« Die Möglichkeiten der Insel – de facto nur des südlichen, griechisch regierten Teils – zur Aufnahme irregulärer Migranten seien erschöpft. Die Eindringlinge kommen dabei nicht nur übers Meer, sondern auch über die grüne Grenze vom türkisch besetzten Norden her – eine Grenze, die dann doch poröser zu sein scheint, als man gedacht hätte. Erdogans Einfluss reicht natürlich auch bis hierher.

Zyprische Regierungsstellen sprechen inzwischen gern von einem Anteil von vier Prozent Asylbewerbern im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, was Aktivisten bestreiten, da es auf akkumulierten Zahlen basiert. Aber akkumuliert sich die Immigration etwa nicht über die Jahre? Vielleicht nicht in Zypern. Aber letztlich dürfte hier dasselbe wie im Falle Griechenlands gelten, dass nämlich die dort strandenden irregulären Migranten am Ende irgendeinen Weg in die europäischen Asyl- und (häufig leider) Sozialsysteme finden. Sie akkumulieren und aggregieren sich also an bestimmten, besonders exponierten Stellen des Kontinents.

Auch Zypern steht latent am Pranger

Auf den griechischen Nordägäis-Inseln waren es übrigens zu Hochzeiten sicher mehr als zehn Prozent Asylbewerberanteil (inzwischen um die sieben Prozent). Zypern dürfte derzeit noch auf einem etwas niedrigeren Niveau verharren. Aber die kleineren Gesellschaften in Europa reagieren besonders sensibel auf Zuwanderung, vermutlich weil sie noch ein Gefühl von der eigenen Vollständigkeit und Interdependenz haben. Man denke nur an Dänemark oder auch Österreich. Zypern gehört mit 850.000 Einwohnern in eine noch deutlich kleinere Liga. Braucht es deshalb den Beistand der EU, wie Regierungsvertreter nun sagen? Sicherlich, aber zuerst und vor allem beim Grenzschutz. Denn auch Zypern sieht sich – ähnlich wie Griechenland – latent am Pranger, weil es die Einreise von irregulären Bootsmigranten nicht dulden will.
Eine gemeinsame EU-Migrationspolitik fehlt nach wie vor. Gesucht wird allerdings eine, der nicht nur alle Mitgliedsstaaten zustimmen, sondern auch eine Mehrheit der Bürger in der Union. Dass es ein Problem gibt, zeigt sich immer wieder an der Ungeordnetheit der Verfahren und Migrationsströme in der EU – so wenn es um Sekundärmigration zwischen Griechenland und Deutschland geht.

2019 nahm die Inselrepublik etwa 15.000 Asylanträge entgegen, 2020 halbierte sich diese Zahl. Zypern hat allerdings nur etwa ein Hundertstel der Bevölkerung Deutschlands. Multipliziert man die Antragszahlen mit Hundert, bekommt man einen Eindruck von den Dimensionen der Zuwanderung für die Bewohner Zyperns.

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Kommentare ( 46 )

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elly
3 Jahre her

Keine Sorge liebe Zyprioten, Deutschland holt sie alle ab. So wie Deutschland aus Lesbos die Migranten mit dem Flugzeug abholt : „Die vorerst letzten Geflüchteten sollen nun von Lesbos nach Deutschland geflogen werden. Für Tausende, die zurückbleiben, gibt es keine Perspektive.“ https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-03/flucht-lesbos-gefluechtete-transfer-deutschland-migration-fluechtlingshilfswerk

Wilhelm Roepke
3 Jahre her

Wenn die Zyprer die demographischen Veränderungen nicht wollen, sollen sie darüber abstimmen und das auch auf EU-Ebene lautstark zum Ausdruck bringen, einen eigenen Küstenschutz einrichten und nicht rumjammern. Entweder ich entscheide mich für Kolonisation durch Afrika und Westasien oder für das Ende des Asylrechts. Beides gleichzeitig geht nicht. Für und gegen beides gibt es gute Argumente, aber nicht alle davon dürfen in Deutschland ungescholten diskutiert werden. Entweder die Zyprioten kapieren, dass sie sich in einem Abwehrkampf befinden oder sie kapieren es nicht. Das ist genauso wie in anderen Ländern.

DiasporaDeutscher
3 Jahre her

Diese Diskussionen sind etwas müßig. Die Mehrheit unserer Landsleute hat sich für die Ausplünderung und Aufgabe unseres Landes entschieden. Das ist natürlich irre und bedauerlich. Ändern können wir, die vernünftige Minderheit, das nicht. Gegen Windmühlen zu kämpfen bringt nichts. Wir sollten die Segel streichen und nach Möglichkeit das Land verlassen. Liebe Grüße in die alte, verlorene Heimat

country boy
3 Jahre her

Die Zyprer warnen vor demographischen Veränderungen. Unsere Eliten in Funk, Fernsehen und Politik sehnen sie herbei und führen sie herbei. Der deutsche Michel merkt überhaupt nicht, dass er abgeschafft werden soll und wählt diejenigen immer wieder, die ihn abschaffen wollen.

chris
3 Jahre her
Antworten an  country boy

was sie sagen klingt so harmlos: „abschaffen“, „demografische Veränderung“. Tatsächlich handelt es sich um Pläne für ein Menschheitsverbrechen, das eines Pol Pot würdig wäre. Und während man im Stillen die Zuwanderungsströme offenhält, fühlt man sich auf ideologischer Ebene schon sattelfest: man erdreistet sich, der angestammten Bevölkerung zu erzählen, sie müsste nicht nur für die Kosten der Zuwanderung zahlen, sondern zu Gunsten Fremder auch noch auf eigene Rechte verzichten. Soweit es mich betrifft: ich finde es selbstverständlich, dass in jedem Land der Welt die einheimische Bevölkerung selbst über ihr Eigentum bestimmt. Und ihren „Rassismus“ können sich die Linksfaschisten sonstwohin stecken.

country boy
3 Jahre her
Antworten an  chris

Bei uns bestimmen halt unsere Eliten über unser Eigentum. Sie bestimmen nicht nur über die Verteilung unseres Landes an Fremde, sondern bestimmen auch noch darüber, wie wir davon zu denken haben. Wer nämlich darüber nicht so denkt, wie es die Eliten gerne hätten, den brandmarken sie als Nazi und wollen ihn aus der Gemeinschaft ausschließen. Jedes Land hat halt auch die Eliten, die es verdient. Wir hatten Hitler, die Briten hatten Churchill. Wir haben Angela Merkel, die Briten haben Boris Johnson.

olympos
3 Jahre her

Merkel und Deutschland sind das Problem. Wollt ihr „Deutschen“ endlich etwas unternehmen, damit die illegale Moslemeinwanderung gestoppt wird. Nicht Zypern und Griechenland stehen am Pranger, sondern das vertrottelte Deutschland.

francomacorisano
3 Jahre her

Zypern wurde in seiner Geschichte mehrfach von Moslems erobert. Die brauchen das nicht nochmal…!

WeltbegaffenderRumReisender
3 Jahre her
Antworten an  francomacorisano

…leider richtig. Auf die EU und D ist kein Verlass, Europa zu schuetzen! Schon das kaiserliche Deutschland fand in den Osmanen einen geschaetzten Verbuendeten (siehe z.B. deutsche Militaerhilfe an die Osmanen), anstatt damals den Sued-Ost-Europaeern zu helfen, die muslimische Besatzung zurueckzudraengen. Dass haben die Sued-Ost-Europaeer selbst geschafft, ohne Hilfe der West-Maechte und D, siehe 1. Balkan-Krieg, 1912! Die unbeschwerte, irrlichternde deutsche Aussenpolitik wird heute mit der Tuerkei ungestoert fortsetzt, Waffenlieferungen, lieber mal beide Augen zudruecken, wenn Erdogan motzt etc. usw.

H.H.
3 Jahre her

Ich kann mich nur immerzu wiederholen: Es genügt den Anziehungsmagnet abzuschalten: Statt Bargeld für Asylanten nur noch Lebensmittelmarken ausgeben (und sonstigen Alimente)! So wird das Geld nach Afrika weitergeleitet, damit auch die restlichen Afrikaner Geld für die Nachschleusung haben.

Manfred_Hbg
3 Jahre her
Antworten an  H.H.

Richtig! Und hinzu sollte die Unterbringung der Asyl-Touristen auch nicht mehr in Wohnungen erfolgen – hinzu nicht wenn diese wie zB hier in Hamburg grad erst neu gebaut wurden, sondern in leerstehenden Kasernen, Obdachlosen- o.ä. Unterkünften. Und falls hier nun jemand sagt das würde z.B Parallelwelten o.s. fördern, dann halte ich aus 2x gemachter Erfahrung dagegen, dass solche/diese Parallelwelten oder sog. Ausländer-Ghettos so oder so entstehen würden sobald in einem gewissen Wohngebiet der bunte Zuzug anfängt weil dann die dortige, oftmals seit Jahrzehnte wohnende, deutsche Mittelschicht anfängt ab einen gewissen Punkt WEGzulaufen/-ziehen. Außerdem ist mir auch nicht erklärbar, warum ein… Mehr

SwingSkate
3 Jahre her

Über Jahrzehnte konnte man sich in Europa sicher fühlen. Militär, Nato und nicht zuletzt das Völkerrecht ließen einen Rückfall ins (prä)historische Zeitalter völlig undenkbar erscheinen. Mit Schlauchbooten und Fußgängern wurde nun das gesamte westliche Sicherheitskonzept pulverisiert – das geht natürlich nur unter tätiger Mithilfe der eigenen Regierungen (Trotzdem werden diese Regierungen quasi als Heilsbringer immer wieder gewählt). Und niemand hat bisher eine konkrete Vorstellung vom finalen Einschlag der Migrationswaffe.  

H. Priess
3 Jahre her

Also, 4% Ausländeranteil und die zucken schon rum? Wäre für Deutschland eine Traumquote. Aber die Zyperianer können es genauso machen wie die Griechen, einfach Pässe ausstellen und ein Flugticket nach Dreamland. Wir betreiben Merkels Asylnationalismus und da bleibt keiner außen vor. Eigentlich geht Nationalismus gar nicht wegen der EU, der Solidarität, der hohen Werte, europäischen Idee und den ganzen Kram aber wenn es nötig ist, scheißen wir drauf und betreiben wir Nationalismus im Namen von……, ja wovon eigentlich?

Monika
3 Jahre her

Nach einer Regierungsübernahme durch die Grünen wird es in dieser Hinsicht kein Halten mehr geben. Es wird derselbe Effekt eintreten wie an der Grenze zu den USA nach Bidens Amtsantritt nur noch viel schlimmer, da es in Deutschland ja Geld für lau gibt, in den USA muß man dafür arbeiten.

Kappes
3 Jahre her
Antworten an  Monika

Bei den Wahlumfragen von gestern hoffe ich nach wie vor, dass Deutschland an diesem Wahnsinn (grüner Kanzler) vorbeischrammt. Wenn Merkel allerdings gezielt weiter daran arbeitet, sich und damit ihre Partei unbeliebt zu machen, steigt die Wahrscheinlichkeit…