Kindesmissbrauchs-Fall erschüttert Österreichs linke Kulturszene

Es ist schon wieder passiert: Nur kurz nach dem Auffliegen des Kinderporno-Fanatismus eines Wiener Schauspielers und TV-Kommissars erstattete nun ein weiterer Prominenter der linken österreichischen Kulturszene Selbstanzeige wegen Kindesmissbrauchs.

picture alliance / EVA MANHART / APA / picturedesk.com | EVA MANHART

Auch der neue Fall um den Missbrauchs-Verdacht in der Wiener Künstlerszene macht fassungslos: Am Mittwoch ging der österreichische Kabarettist Günther Paal, bekannt als „Gunkl“, selbst an die Öffentlichkeit. Er meinte: „Ich habe Schande auf mich gebracht“. Gegen ihn wurde Anklage wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs und des Besitzes von Missbrauchsdateien Unmündiger erhoben – es gilt die Unschuldsvermutung.

In seinem Video sagt der Tatverdächtige auch: „Ich bedaure zutiefst, was ich gemacht hab, ich hätte es nicht tun sollen. Ich habe ein Kind dorthin geküsst, wo Erwachsene Kinder nicht küssen dürfen.“ Es tue ihm „unendlich leid“ und sei „schrecklich“. Außerdem habe er „einiges Videomaterial auf Rechnern gehabt“, auch das „tut mir so leid“. Es habe eine Phase in seinem Leben gegeben, „da hatte ich Lust auf solche Videos“.

Günther Paal wird „die Vornahme einer geschlechtlichen Handlung an einer unmündigen Person sowie das Verschaffen und Besitzen von zumindest 960 Bilddateien und 19 Videodateien sexualbezogenen Kindesmissbrauchsmaterials mündiger und unmündiger Minderjähriger zur Last gelegt“, bestätigte Judith Ziska, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das mutmaßliche Opfer des Kabarettisten ist nicht mehr bei den leiblichen Eltern: Das betroffene Kind – es handelt sich um ein mittlerweile fünfjähriges Mädchen – befindet sich in der Obhut der Kinder- und Jugendhilfe in der Magistratsabteilung 11 (MA 11). Das Mädchen habe noch einen Bruder, der ebenfalls bei der Kinderhilfe- und Jugendhilfe untergebracht sei. Weitere Details über das Alter und wann die Kindesabnahme stattfand, wollte die Behörde nicht bekanntgeben.

Tatverdächtiger Künstler wurde erpresst

Die Kindesmutter hat den Künstler nicht angezeigt und soll diesen stattdessen gemeinsam mit der Oma des Mädchens erpresst haben. „Ihnen wird das Verbrechen der schweren Erpressung zur Last gelegt. Sie sollen den Künstler über einen längeren Zeitraum mit der Veröffentlichung kompromittierender Umstände zur Übergabe von 189.000 Euro genötigt haben“, gab die Staatsanwaltschaft bekannt.

Die Anzeige gegen Paal ist der nächste Fall von Pädophilie in der Wiener Kulturszene: Bereits im Jänner 2023 wurde ein österreichischer TV-Kommissar wegen Besitzes von Fotos und Videos, die sexuellen Missbrauch an Kindern zeigen, angeklagt. 76.000 Bilddateien waren verfahrensgegenständlich, davon 47.000 auf Darstellungen von Kindern und unmündigen Minderjährigen (Kinder von 7 bis 14 Jahren), der Rest auf mündige Minderjährige (Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren). Der Schauspieler des Wiener Burgtheaters wurde lediglich zu zwei Jahren bedingter Freiheitsstrafe verurteilt und durfte das Gericht sofort nach dem Urteilsspruch verlassen.

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