Merz oder der Werdegangs des Berufspolitikers. Von unteren Thrönchen auf mittlere und den als hoch geltenden des Fraktionsvorsitzenden, von Merkel runtergestoßen, als Lobbyist ernährt, mit Merkels Abgang gethront und nun Nichtregierender.
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Das einzige Eigenständige an Friedrich Merz ist seine autoritäre, anmaßende, stets von oben herab und besserwisserische – umgekehrt mimosig sofort beleidigte und gekränkte Art. Merz ist Ergebnis des typischen Werdegangs des Berufspolitikers. Von unteren Thrönchen auf mittlere und dann den als hoch geltenden des Fraktionsvorsitzenden. Von letzterem stieß ihn nach nur zwei Jahren die aus mittlerem DDR-Kader kommende Angela Merkel, die den Fraktionsvorsitz selbst übernahm und ihn zum Fraktionsvize degradierte. Das blieb er auch nur zwei Jahre.
Nach dem Ende seiner zwei Jahre als Fraktionsvorsitzender nutzte Merz bis 2009 sein Abgeordnetenmandat für den Weg als Wirtschaftsanwalt und Aufsichtsrat – 2016 Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland. Das Parlamentsmandat als Basis für „Nebentätigkeiten“ in der Wirtschaft zu nutzen, ist ein oft beschrittener Pfad von Anwälten, außerhalb des Parlaments ein Vielfaches der Abgeordneten-Einkünfte zu verdienen. Wer sich in diesem Feld auskennt, weiß, der ehrliche Name für diese Tätigkeiten ist Lobbyist. Haupttätigkeit: Türen öffnen, Termine bei Amtsträgern vermitteln.
Wolfram Weimer (Kulturstaatsminister seit Mai 2025) und Friedrich Merz gelten seit vielen Jahren als persönlich befreundet. Die Weimer Media Group (gegründet von Weimer und seiner Frau) organisiert seit 2014 den jährlichen Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. Friedrich Merz ist dort seit Jahren Stammgast (bereits in seiner Zeit als BlackRock-Aufsichtsrat). Die Herren mit ihren Häusern am Tegernsee haben kurze Wege. Bei diesen Veranstaltungen treffen sich Unternehmer, Politiker und Medienvertreter. Es gab 2025 Kritik und Vorwürfe, die Weimer Media Group würde mit hochpreisigen Paketen (bis 80.000 Euro) Zugang zu Politikern und „Einfluss auf Entscheidungsträger“ vermarkten. Weimer gab die Geschäftsführung und Anteile (zeitlich befristet an einen Treuhänder) ab. Kanzler Merz hat die Vorwürfe öffentlich als falsch zurückgewiesen und Weimer verteidigt.
Vom 19. bis 20. Oktober soll in Berlin ein Investorengipfel der Regierung stattfinden mit Friedrich Merz, ehemals BlackRock, und Larry Fink, immer noch BlackRock als „Speaker“. So schließen sich die Kreise immer wieder. Doch zugleich ändern sich die Zeiten. Für dies und das kann Larry Fink seinen ehemaligen leitenden Angestellten einer kleinen Einheit immer noch brauchen. Im weltweiten Gefecht von Donald Trump gegen den Green Deal und andere Teile des Wokismus hat Fink sich längst auf die Seite Trumps geschlagen.
BlackRock und Fink waren jahrelang Vorreiter bei ESG-Investments, Klimazielen und Themen, die von Kritikern als „woke“ bezeichnet wurden. Fink-Briefe forderten Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit und Netto-Null auf. Nach starkem Gegenwind von republikanischen Staaten (Abzüge von Milliarden an Assets) ab 2022/2023 und der zweiten Trump-Regierung ist BlackRock aus Klimakoalitionen wie der Net Zero Asset Managers Initiative ausgetreten, hat Diversity-Ziele zurückgefahren und den Begriff „ESG“ weitgehend vermieden. In Finks Jahresbriefen ab 2025 ist von „Energy Abundance“ statt „climate“, „net zero“ oder „ESG“ die Rede. Fink sagte öffentlich, das ideologische Pendel sei vor einigen Jahren „zu weit ausgeschlagen“. die „woke Ära“ in der Wirtschaft sei gescheitert, man sei jetzt pragmatischer.
BlackRock beteiligt sich – von Trump gelobt – an Deals wie den Panama-Kanal-Häfen. Fink und BlackRock positionieren sich geschäftlich geschickt, um nicht in Konflikt mit der Trump-Agenda (Fossil fuels, Anti-DEI, Anti-ESG-Regulierung) zu geraten. Fink hat sich klar von der früheren „woken“/grünen Rhetorik und Aktivismus entfernt und passt sich der neuen politischen Realität unter Trump an.
Joachim-Friedrich Martin Josef Merz und Charles Philip Arthur George Mountbatten-Windsor mussten unerträglich lange warten, bevor ihnen die dominierenden Frauen Queen Elizabeth und Mutti Merkel den Weg zu King und Kanzler freigaben. Danach waren ihre Kräfte erschöpft. Der Thron-Besteigung folgte: nichts.
Beide taten nichts, um die verwandten Probleme der Nichtverträglichkeit von Sitten und Gebräuchen der Einheimischen und kulturell ganz anderen der Zuwanderer aus muslimischen Erdteilen einer Lösung näher zu bringen. King Charles wird seine Rolle als Supreme Governor (Oberster Gouverneur) der Church of England und „Defender of the Faith“ (Verteidiger des Glaubens) nicht unter eine Krone bringen mit der als Schirmherr des Oxford Centre for Islamic Studies. Kanzler Merz lässt Rotgrünrot weiter seine neue Wählerbasis mit nicht erwerbstätigen Zuwanderern auffüllen, nachdem ihnen die erwerbstätigen Einheimischen als Wähler den Rücken kehren.
Der King hat es einfacher, er muss nur vorlesen, was ihm der Pemierminister von anderen aufschreiben lässt – mimisch wird von ihm eindrückliche Ausdruckslosigkeit erwartet. Kanzler Merz hat entweder niemanden, der ihm was Kluges aufschreibt, oder er kann gegen seine autoritäre, anmaßende, stets von oben herab und besserwisserische – umgekehrt mimosig sofort beleidigte und gekränkte Art einfach nicht an. Ein regierender Kanzler wird aus ihm nicht mehr.





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Meines Erachten ein typischer schlechter Jurist. Das zeigt schon sein Lebenslauf. In früheren Zeiten hätte ein solcher Mensch mE niemals ein solches Amt erhalten.