Drei von vier Bürgern in Österreich halten die Sorge um die kulturelle Identität des Landes für berechtigt, in Deutschland dürfte das Ergebnis vermutlich kaum anders ausfallen: In der neuen Befragung des Österreichischen Integrationsfonds (1.016 Befragte) ist dieser Anteil seit 2018 von 57 auf 75 Prozent gestiegen.
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Die vierte Studie der Reihe „Was denkt Österreich?“ hat das Meinungsforschungsinstitut Peter Hajek Public Opinion Strategies zwischen Ende Februar und Anfang März unter 1.016 Personen ab 16 Jahren durchgeführt. Dabei wird klar formuliert, was Integration konkret bedeuten soll: die Anerkennung der Gesetze (77 Prozent), Respekt für Werte und Umgangsformen (75 Prozent), gute Deutschkenntnisse (71 Prozent), Arbeit oder Ausbildung (70 Prozent) und die Fähigkeit, sich selbst zu erhalten (69 Prozent).
Wer Migration skeptisch sieht, betont vor allem die Problembereiche Sprache, Recht und Arbeitsmarkt. Wer ihr offener gegenübersteht, nennt häufiger Vereinsengagement und soziale Offenheit. Als größte Integrationsprobleme gelten die sogenannte Ehrengewalt und mangelnder Respekt gegenüber Frauen (90 Prozent) sowie Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebezug, die Ablehnung österreichischer Kultur und fehlende Deutschkenntnisse (jeweils 89 Prozent).
72 Prozent fühlen sich in Gegenden mit hohem Ausländeranteil unsicher
Die gesellschaftlichen Folgen der Zuwanderung sehen viele der Befragten kritisch: Sozialsystem (50 Prozent), Sicherheit (47 Prozent), Bildung (45 Prozent), Wohnungsmarkt (41 Prozent), Zusammenhalt (35 Prozent). Positive Effekte werden vor allem bei Forschung (24 Prozent) sowie Kultur und Bevölkerungsentwicklung (je 21 Prozent) genannt. Jeder Zweite würde sich an muslimischen Nachbarn stören, 63 Prozent an Flüchtlingen, 53 Prozent an Roma. 72 Prozent fühlen sich in Gegenden mit hohem Ausländeranteil unsicher, 70 Prozent dort, wo kein Deutsch gesprochen wird.
Und eine deutlich wachsende Mehrheit der Befragten hält die Sorge um die kulturelle Identität Österreichs für berechtigt: Seit 2018 ist der Anteil von 57 Prozent auf mittlerweile 75 Prozent gestiegen.
Der gesamte ÖIF-Forschungsbericht ist hier zu finden.



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