Mord an US-Migrationsaktivistin: Irische Polizei fahndet nach Asylbewerber

Die US-Amerikanerin Jamey Carney lebte seit 2021 in Irland und engagierte sich für Migration sowie pro-palästinensische Anliegen. Nun wurde die 43-Jährige in Killarney erschlagen; der gesuchte Mann soll geflohen sein.

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Die irische Polizei sucht einen 28-jährigen Mann aus dem Nahen Osten, der im Zusammenhang mit dem Mord an Jamey Carney steht. Mehrere Medien beschreiben ihn als Antragsteller auf internationalen Schutz. Die Gardaí (irische Polizei) bestätigte inzwischen, dass die gesuchte Person das Land bereits vor dem Fund der Leiche verlassen hat.

Carney war 43 Jahre alt, US-Amerikanerin aus dem Raum New York und lebte seit 2021 in Killarney im County Kerry. Am Dienstagmittag wurde sie in ihrem gemieteten Haus an der Muckross Road tot aufgefunden. Nach der Obduktion stufte die Polizei den Fall als Mord ein. Sie erlitt tödliche Kopfverletzungen; die Tat soll in der Nacht auf Dienstag oder in den frühen Morgenstunden geschehen sein.

Nach Berichten schlug ihre 13-jährige Tochter Alarm, weil sie sich um ihre Mutter sorgte. Ein Angehöriger fand Carneys Leiche später in dem Haus. Killarney ist ein Touristenzentrum mit dem Ruf eines ruhigen Ortes. Ortsräte sprechen von großem Schock und Trauer. Carney arbeitete vor Ort im Gesundheitsbereich, Medien nennen RelateCare in Tralee als Arbeitgeber. Über ihre Großeltern hatte sie Wurzeln in Kerry. Nachrufe schildern sie als engagiertes Gemeindemitglied und liebevolle Mutter.

Politisch bewegte sich Carney genau in jenem Milieu, das die Risiken der offenen Einwanderungspolitik ungern beim Namen nennt. Sie unterstützte pro-palästinensische Anliegen, engagierte sich für Migranten und kritisierte in sozialen Medien Berichten zufolge die US-Einwanderungsbehörde ICE. Auf ihren Profilen zeigte sie sich bei pro-palästinensischen Demonstrationen.

Im Umfeld solcher Proteste soll sie den Mann kennengelernt haben, der nun im Zentrum der Ermittlungen steht. Berichte beschreiben ihn als palästinensischen Flüchtling aus Jordanien. Carney konvertierte zum Islam und veröffentlichte Beiträge über gemeinsame Reisen. Der Mann soll mit ihr befreundet gewesen sein und zeitweise in ihrem Haus gewohnt haben.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand kam der Gesuchte Mitte 2024 aus Frankreich nach Irland. In Killarney lebte er in einer Einrichtung des International Protection Accommodation Service. IPAS ist der staatliche Unterbringungsapparat für Personen, die internationalen Schutz beantragen. Der irische Staat stellt während des Verfahrens Unterkunft, Verpflegung und weitere Grundversorgung bereit. Bezahlt wird das aus dem Staatshaushalt.

Seit Jahren wächst der Unmut der Iren über Asylunterkünfte und Kosten, ebenso wie in anderen Ländern Westeuropas, die von ihren Regierungen auf Massenmigration umgebürstet werden. Die Regierung beruft sich auf Verpflichtungen aus EU- und internationalem Recht. Viele Bürger erleben ein System, das ihre Interessen komplett ignoriert und vor vollendete Tatsachen stellt, problematische Fälle erst nach Katastrophen wahrnimmt und gleich wieder unter Derailing begräbt – bis zur nächsten Mordtat.

Die Gardaí gehen davon aus, dass der Mann in der Nacht der Tat in Carneys Haus war. Ein Zeuge soll einen Streit gehört haben. Danach soll er in den frühen Morgenstunden aus Killarney nach Dublin gefahren sein und am Dienstagmorgen einen Flug nach Istanbul genommen haben. Medien berichten, die Ermittler prüften, ob er weiter nach Jordanien oder Syrien reisen wollte.

Nach dem Fund der Leiche wurden Flughäfen in Kerry, Cork, Dublin und Belfast kontrolliert. Die Polizei arbeitet inzwischen mit internationalen Strafverfolgungsbehörden und Interpol zusammen. Die Social-Media-Konten des Verdächtigen wurden Berichten zufolge gesperrt. Für die irischen Behörden droht ein juristisches Problem. Eine Auslieferung zur bloßen Vernehmung ist nach irischem Recht ausgeschlossen. Wird der Mann im Ausland festgesetzt, braucht es nach den geltenden Regeln eine Anklage oder die Vollstreckung einer Strafe. Vor einem formellen Auslieferungsersuchen müssten die Ermittler also genug Material für eine Anklage zusammenbringen.

Bemerkenswert ist auch, welche Sorge Teile des Sicherheitsapparats offenbar umtreibt. Die Irish Times berichtet, Ermittler fürchteten eine politische Instrumentalisierung durch amerikanische Rechte, es ist das übliche Geschiss, da das Opfer US-Bürgerin war und der gesuchte Mann aus dem Nahen Osten stammt. Diese Reflexe sagen viel über die amtliche Wahrnehmung. Eine Frau ist tot, ein Mann aus dem Asylsystem soll geflohen sein, und schon richtet sich der Blick auf jene, die die politischen Folgen aussprechen könnten.

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Kommentare ( 2 )

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Haba Orwell
54 Minuten her

> Killarney ist ein Touristenzentrum mit dem Ruf eines ruhigen Ortes.

Ähnlich wie bisher Monaco – im letzten Urlaub im März machten wir aus Nizza gleich drei Ausflüge dorthin. Die Heile Welt gibt es mittlerweile nirgends mehr uns sie kommt vermutlich nie wieder.

Marcel Seiler
1 Stunde her

Die Gewaltneigung bestimmter Kulturen wird auch gegenüber denen ausagiert, die ihnen helfen wollen. Mein Mitleid hält sich in diesem Fall in gewissen Grenzen, denn hier richtete sich die Gewalt gegen eine der Personen, die das Problem nicht nur für sich, sondern insbesondere auch für andere schaffen.

Gegen eine „politische Instrumentalisierung“ habe ich in diesem Fall überhaupt nichts; eine solche ist vielmehr dringend nötig.