Die Iran-Tunnelfestung der Hizbollah im Libanon

Das Gestrüpp von Propaganda und Gegenpropaganda, Intrigen und versteckten Motiven ist in den Treffen von Iran und America noch schlechter zu durchdringen als in jedem Konflikt. Ab und zu schimmert etwas durch.

picture alliance / Anadolu | Houssam Shbaro

Im Libanon versuchen die israelischen Streitkräfte, den strategischen Ali al-Taher Ridge und das darunter liegende Netzwerk einzunehmen. Die IDF bewerten den Komplex als „Nervenzentrum“ der Badr-Division der Hizbollah, ihre primäre Kraft der an der Südfront mit Dutzenden von Aktivisten, die sich unter der Erde verstecken, während die Kämpfe über und unter der Oberfläche stattfinden. Sie plante Berichten zufolge, den Qaraoun-Staudamm zu sprengen und das Litani-Flussbecken zu fluten, um den IDF-Vormarsch zu stoppen – auch mit einer Katastrophe im Südlibanon.

Erbaut wurde die Tunnelfestung in mehr als einem Jahrzehnt mit Irans Finanzierung und Planung über mehrere Ebenen tief in felsigem Gelände als Kommandoposten. Von ihm richtet die Hizbollah ihren Kampf gegen die IDF-Kräfte und auf israelisches Territorium. Im Gegensatz zu Gaza, wo zerstörte Tunnel wieder im Sand gegraben werden könnten, macht hier ein zerstörtes Hauptquartier den Wiederaufbau fast unmöglich.

Israels Botschafter in den USA, Michael Leiter berichtete von in 24 Stunden 147 Raketen, 20 Drohnen und neun Panzerabwehrlenkraketen auf die IDF und Israel am Donnerstag und Freitag. Die IDF antworteten mit Angriffen im gesamten Südlibanon und trafen Dutzende von Hizbollah-Standorten: Raketenwerfer, Waffendepots und Kommandozentralen. Teheran erklärte die Gegenangriffe zu einem Verstoß gegen das MOU und kündigte an, die Straße von Hormuz zu schließen, bis Israel seine Operationen im Libanon einstellt.

Das US-CENTCOM berichtete, 55 kommerzielle Schiffe hätten die Meerenge durchquert, der „Iran kontrolliert die Straße von Hormus nicht“ und „der Verkehr fließt weiter“. Der Iran entsandte seine hochrangige Delegation trotzdem in die Schweiz. Am Samstagnachmittag, vor dem Hintergrund dieser iranischen Drohungen und des folgenden amerikanischen Drucks, stellten die IDF die Kampfhandlungen ein. Israel bleibt jedoch in der Sicherheitszone, „solange es notwendig ist, die nördliche Grenze zu verteidigen“, wenn die Hisbollah weiter schießt. Israel belagert die Tunnelfestung mit Dutzenden eingeschlossenen Hisbollah-Kräften mit Bodentruppen und Luftüberwachung.

Zum Narrativ, der Iran gewinnt, hat Daniel Lacalle drei Grafiken.

Ein atemberaubender Sendekandal im iranischen Staatsfernsehen löste einen politischen Feuersturm in Teheran aus. Ein Hardliner-Parlamentarier hatte begonnen, aus der geheimen Korrespondenz vpn Mojtaba Khamenei live auf Sendung zu lesen, wurde abrupt abgeschnitten und kurz darauf gefeuert. Mahmoud Nabavian, Mitglied des einflussreichen Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik, verblüffte die Zuschauer während eines Routineinterviews, als er Dokumente herauszog, die er als „streng geheime“ Briefe und interne Mitteilungen von Khamenei bezeichnete.

Der eindeutige Protest gegen die diplomatische Haltung des Regimes war schnell zu Ende. Wenige Minuten nach Beendigung der Sendung kündigte die staatliche iranische Rundfunkbehörde Strafanzeige gegen Nabavian wegen der Offenlegung von Staatsgeheimnissen an. Ein leitender Netzwerkmanager musste sofort zurückzutreten.

Bevor er gestoppt wurde, enthüllte Nabavian explosive Details über Khameneis echte Position zu den laufenden Atomverhandlungen mit den Vereinigten Staaten, die im Widerspruch zur öffentlichen Botschaft des iranischen diplomatischen Teams in der Schweiz stehen. Den geheimen Briefen nach, die Nabavian zitierte, äußerte Khamenei im April heftigen Widerstand gegen die Richtung der Gespräche mit Washington und stellte wiederholt in Frage, warum iranische Unterhändler die roten Kernlinien des Regimes aufgaben.

Die Dokumente enthüllten Khameneis einziges Gesprächsziel, eine Kriegspause zu sichern und dem Westen eine massive finanzielle Entschädigung abzuringen, ohne das iranische Atomprogramm zu gefährden. Demnach wies der Oberste Führer die Verhandlungsführer ausdrücklich an, die Atomfrage „für immer“ von der Tagesordnung zu entfernen, es sei denn, die internationale Gemeinschaft gewährte dem Iran die volle Anerkennung seines Rechts, Uran ohne Einschränkungen anzureichern.

„Die Bedingungen, die der Oberste Führer gesetzt hat, wurden vollständig aus dem letzten Memorandum gelöscht“, erklärte Nabavian, bevor die Sendung abgebrochen  wurde. Die Enthüllung widerspricht direkt Khameneis jüngster öffentlicher Erklärung, in der er behauptete, er habe den Rahmen widerwillig genehmigt.

Nach den geheimen Richtlinien ist für Khamenei die Meerenge der exklusive Hebel des Iran gegen den Westen, er lehnt jede Machtteilungsvereinbarung auch mit dem benachbarten Oman kategorisch ab. Schiffe aus iranisch ausgerichteten Nationen würden ohne Gebühren frei durchfahren, neutrale Schiffe mit hoher Maut belegt und bestimmte Flaggen vollständig mit Gewalt gestoppt.

Der Zeitpunkt des Lecks könnte für Teheran nicht schädlicher sein. Israelische Geheimdienste bewerten das MOU als rein taktisches Manöver, den wirtschaftlichen Druck zu verringern und gleichzeitig dem Iran die Atomwaffe zu sichern. Staatliche Medien sind in den Schadenskontrollmodus übergegangen, ohne den Vorfall auf offiziellen Kanälen über die knappe Ankündigung des Strafverfahrens hinaus zu erwähnen.

Für Nabavian, Mitglied der Hardline-Fraktion, die seit langem gegen jede Anpassung an den Westen eintritt, scheint die Sendung ein kalkulierter Akt des Trotzes gewesen zu sein, der ihn viel mehr kosten könnte als seinen Fernsehauftritt.

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Kommentare ( 3 )

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Marcel Seiler
1 Stunde her

Die Informationen dieses Artikels stützen meine Auffassung, dass der Iran mit dem MOU (dem Moratorium of Understanding) keine Verhandlungsbereitschaft verbindet, sondern diese nur vortäuscht. Er will Zeit gewinnen, Geld erhalten, die Atombombe bauen und Israel vernichten. Die Angriffe der Hisbollah auf Israel zeigen das Gleiche.

Der Krieg gegen den Iran geht weiter, muss weiter gehen, soll Israel nicht vernichtet werden. Wenn Europa das Übel schon nicht militärisch bekämpfen will, so sollte es jedenfalls wirtschaftlich reagieren: Keinen Geldstrom an den Iran erlauben; keine Zahlung an die sogenannten Palästinenser/Hamas/UNRWA, Palästina-Propaganda in Europa beenden.

Last edited 58 Minuten her by Marcel Seiler
Biskaborn
1 Stunde her

Die Ausführungen zu Beginn des Artikel zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, das Israel an seinen Fronten, hier der Norden, Härte gegenüber der Hizbollah zeigt. Dieses Land darf und muss sich unnachgiebig verteidigen! Wer das nicht einsieht, würde wohl auch Einbrechern seine Haustür öffnen!

Haba Orwell
19 Minuten her
Antworten an  Biskaborn

Streng genommen, eingebrochen sind Siedler aus Osteuropa, die mittlerweile kaum anders als derer Cousins am Dnepr oder im Baltikum agieren. Buntschland erkennt es langsam, nur Konsequenzen fehlen: >>>Sogar Deutschland distanziert sich von Israels Invasion des Libanons<<< > „… Sowohl im Libanon als auch im Westjordanland verurteilt Deutschland das Schaffen vollendeter baulicher oder zerstörerischer Tatsachen. Erst kürzlich kritisierte die Bundesregierung die illegale Ausweitung von Siedlungen und die damit einhergehende Zerstörung von Lebensgrundlagen scharf, da sie eine langfristige Friedenslösung auf Basis einer Zwei-Staaten-Lehre unmöglich machen. … Obwohl Bundeskanzler Merz das israelische Vorgehen als „beispiellos“ in seinem Ausmaß kritisiert und einen dauerhaften Waffenstillstand… Mehr