"Ich kann nicht atmen". Die letzten Worte George Floyds, dessen Tod gewalttätige Proteste auslöste. Es sind auch die letzten Worte des 18-jährigen Henry Nowak, der von einem Sikh erstochen wurde, und dem die anrückende Polizei Handschellen anlegte, während er im Sterben lag. Über dieses Opfer schweigt sich der Mainstream aus.
Hampshire Police
„I can’t breathe“, flüsterte der Schwarze George Floyd, auf dem Boden liegend, unter dem Knie eines weißen Polizisten sterbend. Der Aufstand in den USA war gewaltig. Es kam zu einer der größten Protestwellen in der modernen US-Geschichte, mitsamt massiven Ausschreitungen, sowie zu Protesten weltweit. „Black lives matter“ wurde zum Schlachtruf.
Wer dem damals mit „All lives matter“ (eine Selbstverständlichkeit?) oder gar mit „White lives matter“ begegnete, erntete einen Shitstorm oder, wie der Sportkommentator Grant Napear, seine Entlassung. Solche Aussagen, hieß es, relativierten das Ausmaß rassistischer Angriffe auf Schwarze. Dabei verrät die Statistik durchaus anderes: die meisten Morde an jungen Schwarzen werden von anderen jungen Schwarzen begangen. Und: 13 Prozente Schwarze (Anteil an der Bevölkerung) stehen für 50 bis 55 Prozent der Morde.
Doch das Narrativ sitzt: Schwarze sind Opfer systematischer Polizeigewalt.
„White lives don’t matter“. Das hat sich eine junge schwarze Frau auf den Rücken malen lassen, in New York, 4. Oktober 2022. Nach diesem Motto sind womöglich auch die Polizisten verfahren, die im Dezember 2025 in Großbritannien einem blutenden weißen Mann Handschellen anlegten. Seine letzten Worte: „I can’t breathe.“
Der 18-jährige Henry Nowak, britischer Student polnischer Herkunft, ein Weißer, ertrank in seinem eigenen Blut. Sie glaubten ihm nicht, dass auf ihn eingestochen worden war, aber sie glaubten dem Täter, einem Sikh, dass Nowak ihn rassistisch beleidigt habe. Der Mörder ist mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Jetzt liegen die Bodycam-Aufnahmen vor, die den erschreckenden Umgang der Polizei mit dem Verletzten zeigen.
Die Polizisten werden nun als Zeugen befragt. Der stellvertretende Polizeichef zitiert vorsorglich den Pathologen, der bezeugt, die Polizisten hätten nichts tun können, um Nowaks Leben zu retten. Mag sein.
Und doch: es gibt Hinweise, dass Verbrechen von Weißen an Schwarzen hochgeschrieben werden, um den „systemischen Rassismus“ zu belegen, während über Verbrechen an Weißen nicht groß berichtet wird – aus Angst vor Rassismusvorwürfen.
Dergleichen gibt es auch bei uns. Man erinnere sich an den Fall einer Vergewaltigung in einem Berliner Jugendzentrum in Berlin, in dem eine Mitarbeiterin des Jugendamts eine polizeiliche Intervention ablehnte, weil das zu hart gegenüber Muslimen sei.
Das dürfte auf Verständnis bei unserer Arbeitsministerin treffen. Bärbel Bas meinte kürzlich, weiße Deutsche seien „einheitsgrau“ oder sogar irgendwie rechts („einheitsbraun“). Dem kann man doch durch Einwanderungsvielfalt abhelfen, oder? Mehr Zuwanderung, vielleicht aus Afrika, damit das Einheitsbraun ein wenig farbiger wird?
Mit „einheitsbraun“ meinte sie offenbar die geistige Verfassung der Deutschen, was wirklich nicht sehr nett ist. Doch auch hautfarblich ist es in diesem Land mitnichten so, wie es bei manchen Marken oder der deutschen Bahn beworben wird: weiße Frau, schwarzer Mann, braunes Kind. Man müsse schließlich die Realität abbilden, die Gesellschaft sei heute vielfältig und multikulturell. Die Werbebranche passe sich dieser Realität an, damit sich die Konsumenten in den gezeigten Szenarien und Charakteren wiedererkennen.
Der Anteil schwarzer oder dunkelhäutiger Menschen liegt in Deutschland allerdings bei schätzungsweise nur 1,2 bis 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Woher sollen derlei glückliche Paare also kommen? Hören Sie, Frau Bas: Deutschland ist noch längst nicht braun genug!
Doch die Erzählung von einer unterdrückten großen schwarzen Minderheit sitzt fest in den Köpfen. Man frage in Deutschland mal Freunde und Bekannte, wie groß die schwarze Bevölkerung in den USA sei. Die meisten Antworten gehen Richtung 30 oder 40 Prozent. Die richtige Zahl: um die 12,6 Prozent. Die Zahl der Weißen hingegen geht leicht zurück: von fast 59 Prozent auf fast 58 Prozent.
Immer noch eine Mehrheit, aber voll postkolonialer Schuldgefühle – denn Sklaverei sei ausschließlich ein Kind des weißen Westens. Mitnichten: über Jahrhunderte überfielen muslimische Korsaren aus Algerien europäische Schiffe und verkauften oder versklaven ihre Besatzungen. Und es waren schwarze Stammeshäuptlinge, die die Bevölkerung gegnerischer Stämme versklavten und verkauften. Es waren Weiße, die das System beendeten.
Black lives matter – ganz gewiss. All lives matter. Also auch white lives.
Bärbel Bas hat im übrigen ihren Amtseid mit folgender Formulierung geschworen: sie wolle ihre Kraft „dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden.“
Naja. Was man halt so sagt, wenn man Minister werden will.






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