Van Langenhove verurteilt: Wenn selbst wahre Aussagen strafbar werden

„Selbst wenn alles stimmt“: Ein belgisches Gericht verurteilt Dries Van Langenhove wegen eines migrationskritischen Vortrags. Nicht die Wahrheit seiner Aussagen zählt, sondern deren unerwünschte politische Wirkung. Ein mehr als skandalöses Urteil.

IMAGO

Ein belgisches Gericht hat den früheren Abgeordneten Dries Van Langenhove zu 4.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Vorwurf lautet „Hassrede“. Der politische Kern des Falls ist deutlich größer als diese Summe. Hier wird nicht nur ein einzelner Migrationskritiker getroffen. Hier wird vorgeführt, was von Meinungsfreiheit übrigbleibt, wenn der Staat festlegt, welche Schlüsse Bürger aus Fakten ziehen dürfen.

Auslöser war eine Vorlesung im Februar 2024 an der Katholischen Universität Löwen. Offiziell sollte es um regenerative Landwirtschaft gehen, tatsächlich sprach Van Langenhove nach Darstellung der Anklage über Masseneinwanderung, Wohnungsnot, sinkende Bildungsstandards, Kriminalität und „Superdiversität“. Er berief sich nach eigenen Angaben auf Statistiken, Studien und wissenschaftliche Daten. Gegen ihn zogen unter anderem die Universität und die staatlich finanzierte Antidiskriminierungsstelle Unia vor Gericht, das Langenhove nun in zwei von drei Punkten schuldig sprach.

Nach den von Van Langenhove veröffentlichten Auszügen soll es für die strafrechtliche Bewertung keine entscheidende Rolle spielen, ob seine Aussagen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Statistiken beruhen. Ihm werde nicht vorgeworfen, falsche Informationen verbreitet zu haben. Vorgeworfen werde ihm, Fakten so dargestellt zu haben, dass sie Hass gegen geschützte Gruppen schüren könnten.

Damit wird die Wahrheit nicht widerlegt. Der Bürger darf Daten sehen, aber er soll aus ihnen keine politisch falsche Folgerung ziehen. Er darf über Migration reden, solange am Ende die amtlich gewünschte Moral herauskommt. Wer aus Kriminalstatistiken, Bildungsproblemen, Wohnungsnot oder Integrationskonflikten eine Kritik an Masseneinwanderung ableitet, bewegt sich nach dieser Logik bereits in der Gefahrenzone.

Noch schärfer wird es beim zweiten Punkt der Begründung. Ein konkreter Aufruf zu Gewalt oder Hass soll demnach nicht nötig sein. Es genüge, wenn andere zu einer allgemeinen Haltung der Intoleranz oder Ablehnung gegenüber einer geschützten Gruppe angestiftet werden könnten. Hier wird keine Tat bestraft, sondern eine mögliche Wirkung. Hier wird keine Lüge sanktioniert, sondern eine unerwünschte Deutung.

Damit verschiebt sich der Maßstab vollständig. Der Staat muss nicht mehr beweisen, dass jemand falsche Behauptungen verbreitet hat. Er muss nicht mehr zeigen, dass jemand zu Gewalt aufgerufen hat. Es soll ausreichen, dass ein Vortrag, eine Statistik, eine politische Analyse bei Zuhörern Ablehnung gegen ein politisches Projekt auslösen könnte. Wer diese Tür öffnet, schafft ein Strafrecht für Stimmungen.

Migration ist in Europa längst kein Randthema mehr. Sie entscheidet über Wohnungen, Schulen, Sozialkassen, innere Sicherheit, kulturellen Zusammenhalt und politische Mehrheiten. Genau deshalb muss darüber hart, offen und faktenbasiert gestritten werden. Ein Rechtsstaat, der diese Debatte kriminalisiert, schützt nicht den gesellschaftlichen Frieden. Er schützt die Politik vor den Folgen ihrer eigenen Entscheidungen.

Der Fall Van Langenhove zeigt, wohin die europäischen „Hassrede“-Gesetze führen. Sie klingen nach Minderheitenschutz und nach Anstand und Moral. In der Anwendung sind sie immer wieder Instrumente gegen unerwünschte Meinungen und Opposition. Aus „Schutz vor Hass“ wird Schutz vor Kritik. Aus Antidiskriminierung wird eine politische Waffe gegen diejenigen, die die Kosten der Masseneinwanderung benennen.

Besonders perfide ist die Formel: „Selbst wenn alles stimmt.“ Sie ist der völlige Offenbarungseid. Wer diesen Satz in eine Urteilsbegründung anführt, erklärt Wahrheit zur Nebensache. Dann geht es nicht mehr um Fakten, sondern um Herrschaft über den zulässigen Gedanken. Genau an diesem Punkt endet die liberale Demokratie und beginnt ein totalitärer Staat.

Van Langenhove hat das Urteil als Warnung verstanden. Zu Recht. Solche Gesetze werden mit Extremfällen verkauft und später gegen jedwede unbequeme Kritik eingesetzt. Heute trifft es einen belgischen Migrationskritiker. Morgen trifft es Journalisten, Wissenschaftler, Abgeordnete, Bürger, die in einer Bürgerversammlung sagen, was in ihren Schulen, Straßen und Sozialämtern geschieht.

Europa bekommt gerade an zu vielen Stellen eine neue Lektion in gelenkter Öffentlichkeit. Die Politik öffnet die Grenzen, die Behörden verwalten die Folgen, die Justiz zieht die roten Linien für die Debatte. Wer die Folgen beschreibt, riskiert den Vorwurf der Hetze. Wer die Ursachen benennt, gilt als Gefahr. Wer sich auf Daten beruft, erfährt, dass Daten allein ihn nicht schützen.

Das belgische Urteil ist deshalb ein Warnschild für ganz Europa. Die Macht will nicht nur bestimmen, was getan wird. Sie will bestimmen, wie darüber gesprochen wird. Und wenn selbst zutreffende Aussagen strafbar werden können, ist die Botschaft klar: Die Wahrheit bleibt erlaubt, solange sie niemand ausspricht, der daraus die falschen politischen Konsequenzen zieht.

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Kommentare ( 25 )

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A. Loeffler
11 Minuten her

Konsequent wäre es, die Zuhörer oder Leser auch gleich anzuzeigen, anzuklagen und zu verurteilen. Gedankenverbrechen – vielleicht, ach was, sicher hat einer beim Zuhören schlecht Gedanken gegen geschützte Gruppen gedacht. Ab in den Knast mit solchen Verbrechern.

Teiresias
28 Minuten her

Das ist das Ende der Aufklärung.
„Sapere aude“ ist verboten.
Regierungsmacht verbietet Wahrheit, wenn sie der Opposition nützen könnte.
Die Regierung bekämpft nicht Hass, Hetze und Fakenews.
Sie beansprucht ein Monopol darauf.

Ralph Martin
38 Minuten her

So wie es ausschaut, müssen uns die Anglosachsen mal wieder vor dem Sozialismus retten.

Freigeistiger
39 Minuten her

Die herrschende Poltik hat seit 2015 versucht, einen rationalen, faktenbasierten öffentlichen Diskurs über Migration zu verhindern. Das Mittel war und ist moralische Erpressung: wer negative Folgen dieser Politik anspricht und kritisiert, ist ein schlechter Mensch und rechts. Dieser Ächtung wollen sich die meisten nicht aussetzen, lieber hält man still bzw. den Mund. Das Resultat ist eine unglaubliche Verlogenheit in vielen Gesprächen über Politik. So kann eine Runde linker und grüner Bürger sich beispielsweise vehement über Wohnungsnot beklagen, aber niemand wagt, einen der zentralen Gründe: die Massenzuwanderung, zu benennen. Die politisch korrekte Haltung und Meinung steht über allem, Fakten werden einfach… Mehr

Last edited 32 Minuten her by Freigeistiger
Koepenicker
48 Minuten her

Ich finde dieses Urteil auch stark befremdlich. Allerdings fehlt der Text des genau gesagten. Warum? Weil der Verurteilte bereits als vorbestraft galt. Van Langenhove wurde im Jahr 2024 wegen Anstiftung zu Rassismus, Hass und Gewalt sowie wegen Holocaustleugnung und illegalen Waffenbesitzes zu einer effektiven Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. In der Berufung im Jahr 2025 wurde dieses Urteil bestätigt. Jedoch wurde die Haftstrafe auf Bewährung ausgesetzt. Ich denke das es kaum Richter auf dieser Welt gibt der die Vorstrafen aus ähnlichen oder gleichen Gründen ,ignorieren würde oder könnte. …………….. Jedes Gericht ist verpflichtet auf Grundlage der geltenden Gesetze zu urteilen.… Mehr

Birka von der Oder
56 Minuten her

Heftig…aber logisch: Die Regierung wählt sich ein anderes Volk, weil das bisherige ihr missfällt, so ähnlich hat es Bertold Brecht ja mal formuliert. Es ist wesentlich einfacher und vor allem billiger, Europa mit un-europäischen Mitteln zu kontrollieren und abzuschöpfen… keine aufwendigen Sozialsysteme mehr, teure Bildung für 50% der Bevölkerung kann eingespart werden und nebenbei damit die Fertilitätsraten wieder angeschoben werden, die Alten werden versorgt, Männer die viele viele Mäuler zu stopfen haben gehen zu jedem Lohn malochen und behelligen die oberen Zehntausend nicht mit irgendwelchen unverschämten Forderungen… Europa ist schon tot. Und der legendäre weiße Stier wird gerade so richtig… Mehr

Ho.mann
1 Stunde her

Solche Urteile sind auch zugleich Steigbügelhalter, um scheibchenweise dem vorprogrammierten Chaos näherzukommen. Dazu schleust man politisch befördert nicht nur bei uns massenhaft gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung illegale Migranten ein, um damit die autochthonen Bevölkerungsschichten, die man jetzt auch als Nicht-Migranten benennt, auszudünnen zu können. Es sind perverse Planspiele kranker Gestalten, zu deren Umsetzung und zum Ausbau eigener Machtansprüche auch willfährige Polit-Vasallen benötigt werden, denen man dann dafür dankend Orden ans Revers heftet.

GP
1 Stunde her

Auch hier in Belgien ist die Justiz politisch „auf Links gedreht“, was aber nichts ändert. Seine Partei, der VB (Vlaams Belang) konnte bei der letzten Wahl zur 2.ten Partei in Belgien aufsteigen, hinter der ebenfalls rechten N-VA vom Regierungschef Bart de Wever. 2/3 der Flamen wählen Rechts!

Mankovsky
1 Stunde her

Es war von Anfang an klar: Der Hass- und Hetze§, beliebig interpretierbar, ist das Machtmittel für totalitäre Regierungen.
Opportunistische Richter wissen stets genau, was die Herrschaft wünscht und liefern entsprechend.

hansgunther
1 Stunde her

Maulhalten ist die erste Bürgerpflicht!
Die zweite ist die uneingeschränkte Bereitschaft zur Selbstkolonisation.
„Der Begriff Selbstkolonisation (oder Selbst-Kolonisierung) stammt aus der Kultur- und Politikwissenschaft. Er beschreibt den freiwilligen oder unbewussten Prozess, in dem eine Gesellschaft die Werte, Sprachen oder Institutionen einer fremden, als überlegen empfundenen Macht übernimmt und verinnerlicht, ohne dass eine direkte militärische Besatzung stattfindet.“
Quelle: google