Der Blick der internationalen Presse auf Merz ist vernichtend: Seine Versprechen bleiben unter abstürzenden Umfragewerten innenpolitisch leer, seine Belehrungen gegenüber Washington können Deutschland Schutz und Rückhalt kosten. Respekt findet man ohnehin nicht mehr, weder vor Merz, noch vor dem an die Wand gefahrenen Land.
picture alliance / Noah Wedel
Friedrich Merz hat ein gigantisches Problem, das inzwischen weit über Berlin hinaus sichtbar wird. Er versprach Wende, Ordnung, Rückführung, wirtschaftliche Vernunft, Führung und bürgerliche Selbstbehauptung. Danach kam das komplette Gegenteil. Merz hat innenpolitisch nichts von dem gehalten, womit er unter großem Tamtam angetreten ist. Genau das schreibt Brussels Signal in einer Härte, die in deutschen Leitmedien nicht zu lesen ist: „Weak, sinking Merz has no intention of following through on any of his promises.“ Ein schwacher, sinkender Merz hat keinerlei Absicht irgendeine seiner Versprechungen umzusetzen.
Der Befund lautet: Dieser Kanzler produziert Überschriften, aber keine Politik. Seine Versprechen seien „merely headlines“, am Ende nicht einmal „das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden“. Härter kann man das politische Geschäftsmodell Merz aus internationaler Sicht kaum mehr beschreiben. Ein Kanzler, der bürgerliche Sehnsucht in markige Sätze gießt und anschließend regiert, als habe er seine eigenen Reden nie gehalten. Das ist jemand, der versucht seine Zeit möglichst lange abzusitzen und dabei am meisten für sich und seine Kreise mitzunehmen.
Bei der Migration hat Merz getönt. Bei den Rückführungen. Bei der Wirtschaftswende. Bei der militärischen Stärke. Bei der Rückdrehung der Energiewende. Bei der Korrektur der Merkel-Jahre. Das Ergebnis ist eine Kanzlerschaft, die nun auf den letzten Zentimetern vom Kredit alter Erwartungen lebt. Viele Bürger wollten glauben, Merz werde nach Jahren des linken Verwaltungsstaates wenigstens an einigen Stellen aufräumen. Bekommen haben sie einen Mann, der vor der Wahl hart klingt und nach der Wahl das Gegenteil macht.
Diese Leere ist nicht harmlos. Sie demoralisiert jene, die auf einen Kurswechsel gehofft hatten. Sie gibt den Bürgern das Gefühl, dass politische Sprache nur noch ein Täuschungsinstrument ist. Merz sagt etwas, die Parteizentrale verbreitet es, die Schlagzeile steht, ein weiterer Tag ist gerettet. Danach bleibt der Bürger mit denselben Problemen allein: Migration, Energiepreise, Abgabenlast, Sicherheitsgefühl, innere Ordnung, wirtschaftlicher Niedergang. Aus dem Kanzlerwort folgt keine Tat. Aus der Ankündigung wird kein Staatshandeln.
Gerade deshalb ist die aktuelle internationale Demontage so aufschlussreich. Denn Merz’ Worte sind innenpolitisch als das erkannt, was sie sind: völlig wertlos. Aber außenpolitisch kommt sein dummes Geplapper Deutschland nochmal teuer zu stehen. Das ist die ganze Tragik dieser überforderten und sich selbst so kolossal überschätzenden Figur. Wenn er den Deutschen s.o. etwas verspricht, folgt das Gegenteil oder nichts. Wenn er Washington belehren will, bekommt Deutschland deutliche Folgen. Nur nicht für ihn persönlich, den Dunnhäutigen. Sein dummes Gerede verpufft nicht, sobald es den mächtigeren Partner trifft. Es kommt zurück als Druck, Spott und Sicherheitsfrage.
Merz hatte Washingtons Iran-Kurs kritisiert und davon gesprochen, die USA würden von der iranischen Führung gedemütigt. Damit wollte er offenbar den Staatsmann geben, den großen Europäer, der Amerika den strategischen Kompass reicht. Nur besitzt Deutschland unter Merz weder die Macht noch die Geschlossenheit noch die militärische Unabhängigkeit für derlei arroganten Großkotz-Auftritte. Ein Kanzler, der innenpolitisch nicht liefert, der in Umfragen am Boden krauchelt, dessen Land am selbstverschuldeten Ruin kratzt, kann außenpolitisch nicht so auftreten, als stehe hinter ihm noch eine gefestigte Großmacht.
Donald Trump verstand Merz’ Iran-Kritik als das, was sie ist: als hohle Impertinenz . Er behandelte sie als Einmischung aus einem Land, das selbst genug Probleme hat und dem das Wasser bis zum Hals steht. Reuters meldete, Trump habe Merz aufgefordert, weniger Zeit mit Einmischung in Washingtons Iran-Politik zu verbringen und sich stärker um die eigenen Probleme zu kümmern. Trump warf Merz vor, bei Energie, Einwanderung und Ukraine schlecht dazustehen. Der entscheidende Satz: „He’s doing a terrible job.“
Damit bekam Merz die internationale Kurzfassung seiner Kanzlerschaft serviert. Vom amerikanischen Präsidenten, vor den Augen der Welt. „Terrible job“ ist brutal. Es trifft aber genau jene Felder, auf denen Merz mit großen Worten gearbeitet und mit nullkommanull Ergebnissen regiert hat. Energie, Migration, Ukraine: drei Problemzonen, drei Felder deutscher Schwäche, drei offene Flanken für einen Kanzler, der meint, er wirke nach außen so, wie kriechende Akteure um ihn herum es ihm jeden Tag einsoufflieren.
Der Guardian machte daraus die noch schärfere Formel. Trump habe Merz aufgefordert, sein „broken country“ in Ordnung zu bringen. Deutschland erscheint in dieser Darstellung nicht als souveräne Führungsmacht, sondern als massiv angeschlagenes Land, das in die Knie gegenagn ist und dessen Kanzler besser zu Hause aufräumen sollte, bevor er Washington Ratschläge erteilt.
Trump zielt auf die Stellen, an denen Merz schwach ist. Er macht aus der deutschen Migrations- und Energiekrise und aus der Ukraine-Schwäche ein außenpolitisches Argument. Er macht aus Merz’ innenpolitischer Nichtleistung ein Mittel, den Kanzler international einzusargen.
Euronews schrieb von einer neuen Attacke Trumps gegen Merz nach der Drohung eines möglichen Truppenabzugs. Trump erklärte demnach, die Vereinigten Staaten prüften eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen in Deutschland und wollten binnen kurzer Zeit entscheiden. Damit wird aus Merz’ Gerede ein konkretes deutsches Risiko. Es geht um amerikanische Schutzmacht, deutsche Standorte, NATO-Gewicht und die Frage, wie viel Rückhalt Deutschland noch bekommt, wenn sein Kanzler den stärksten Verbündeten reizt, ohne selbst auch nur irgendwo eigene Stärke vorweisen zu können – außer im Verteilen deutscher Steuergelder in der ganzen Welt.
Hier liegt die ganze Diskrepanz wie unter dem Brennglas. Innenpolitisch sagt Merz Dinge, die nichts nach sich ziehen. Seine Versprechen sind bloße Schlagzeilen. Das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Außenpolitisch sagt Merz Dinge, die sehr wohl konkret etwas nach sich ziehen. Dann nämlich, wenn der Adressat nicht die deutsche Öffentlichkeit ist, die an gebrochene Versprechen gewöhnt wurde, sondern ein amerikanischer Präsident, der deutsche Abhängigkeit jederzeit offenlegen kann.
Das macht Merz gefährlich. Ein Kanzler, der innenpolitisch hohl redet und das Land der SPD zur Ausplünderung und zum kompletten Abwirtschaften überlassen hat. Ein Kanzler, der außenpolitisch seine eingefallenen Bäckchen aufbläst, beschädigt Interessen. Merz schafft beides. Er enttäuscht jene, die von ihm eine Korrektur der deutschen Fehlentwicklungen erwarteten. Zugleich setzt er das Land einem Machtspiel aus, das Deutschland aufgrund seiner Abhängigkeit nur begrenzt kontrollieren kann. Das ist eine ganz konkrete Regierungsgefahr.
Die deutsche Lage ist ohnehin prekär genug. Das Land hat jahrelang Energiepolitik gegen die eigene industrielle Basis betrieben. Es hat Migration politisch beschönigt, verwaltet und finanziert, statt sie wirksam zu begrenzen. Es hat Verteidigungsfähigkeit beschworen und seine Abhängigkeit von den USA nicht beendet. Es hat sich an moralische Weltdeutung gewöhnt und die harte Sprache der Macht verlernt. In diese Lage hinein tritt Merz mit dem Gestus des starken Kanzlers als das Irrlicht, das er ist.
Brussels Signal beschreibt Merz als Mann der nicht eingelösten Versprechen. Das Wall Street Journal machte aus Merz’ außenpolitischem Geplapper eine Sicherheitsfrage. Reuters zeigt, wie dieser Mann von Trump als schlechter Regierungschef abgekanzelt wird. Der Guardian macht die Demütigung zum Bild eines „broken country“. Euronews berichtet über die mögliche Reduzierung amerikanischer Truppen. Die Washington Post zeigt, wie klein Merz’ außenpolitischer Auftritt am Ende geworden ist. Er wollte mit seiner Iran-Kritik Druck auf Washington ausüben. Herausgekommen ist ein Bericht über möglichen Druck auf Deutschland. Merz’ Worte haben keine amerikanische Strategie verändert, sie haben Deutschlands Abhängigkeit sichtbar gemacht. Der Kanzler wollte als harter Akteur erscheinen. In der internationalen Wahrnehmung wird er zum Anlassfall für die Frage, wie verletzlich Deutschland ist, wenn Washington die Truppenkarte zieht.
Zusammengenommen ergibt das keine gewöhnliche Presselage. Es ergibt das Bild eines Kanzlers, dessen Sätze innenpolitisch hohl und außenpolitisch äußerst kostspielig sind.
Merz redet, als könne er die deutsche Schwäche übertönen. Genau dieser Zahn wurde ihm nun ersatzlos gezogen. International hört man nicht nur seine Worte, man sieht auch die Bilanz dahinter. Merz verwendet Sprache als Ersatzhandlung. Unterstützt wurde er dadurch viel zu lange von den deutschen Leitmedien. So regiert man vielleicht eine Pressekonferenz mit anschließenden Häppchen für die versammelte Begleitmedienvertreter, die ihre Plätze im nächsten Regierungsflieger nicht verlieren wollen. Aber so führt man kein Land.
Trump hat diese Schwäche genau erkannt und genutzt. Er musste Merz nicht lange analysieren. Er musste nur die offenen deutschen Baustellen aufzählen. Schon stand der von Hofmedien applaudierte Kanzler so da, wie ihn mittlerweile fast alle sehen: völlig nackt. Ein Mann mit großen Worten und keinerlei Deckung mehr. Ein Regierungschef, der innenpolitisch nichts von dem gehalten hat, was ihn einmal stark erscheinen ließ, und außenpolitisch nun erlebt, dass dummes Gerede gegen reale Macht nicht trägt.

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Die internationale Presse darf eben schreiben was in Buntschland nicht gesagt werden darf:
Deutschland ist ein failed State.
Pinocchio ist nur BlackRocks Grüßaugust und kein ernstzunehmender Mann.
„Das Land hat jahrelang Energiepolitik gegen die eigene industrielle Basis betrieben. “
Und tut es noch immer mit wachsender Begeisterung !
Auch die „NZZ“ kommt zur Erkenntnis, das Deutschland schwach ist. Bezüglich der Pipeline-Sprengung, wird der Täter „ Selensky“ klar genannt! Die Deutschen aber machen sich klein und hängen diesem Verbrecher im Anus! Unfassbar, aber die deutschen Bürger zahlen, zahlen und zahlen für dieses korrupte Regime. Die NZZ hat lange gebraucht, bis der Groschen gefallen ist!
Man nimmt Merz schlicht nicht ab, Kanzler sein zu können. Das nimmt Merz sich übrigens auch selbst nicht ab. Er hat immer nur gesagt, er wolle einmal Kanzler sein. Er hat nie gesagt, daß er dafür auch die notwendigen Fähigkeiten mitbringt. Der weiß genau, daß er aufgeflogen ist. Diese Kanzlerschaft ist eine reine Scharlatanerie.
schöne Bildwahl, ihr habt echt Humor 🤣 schade, dass der Kanzler und seine CDU Gurkentruppe trotzdem immernoch dieses Land ruinieren darf. Die SPD trifft keine Schuld, sie sorgt nur für sich selbst, die CDU allerdings verkauft seit Merkel sich und damit auch dieses Land an diese SPD und all das andere Gesocks. Der Unterschied ist, die CDU könnte es besser, macht es aber nicht. Während die linken von Grün, Rot und Knallrot generell einfach nur nicht die geistigen Kapaziäten haben, dass Sozialismus nicht funktioniert – sie können nichts dafür, dass sie dumm sind. Dass Merz und die CDU dem nacheifern…… Mehr
„Das Land hat jahrelang Energiepolitik gegen die eigene industrielle Basis betrieben.“
Erst wenn die letzte Fabrik geschlossen, das letzte Kraftwerk gesprengt und der letzte Arbeiter entlassen ist, werden die Deutschen merken, dass man von Klimaschutz nicht leben kann.
Merz beendet was Merkel angefangen hat. Das Land intern abwickeln und international isolieren.
Man kann Donald Trump nur dankbar sein für seine unverblümten Antworten auf das substanzlose, absolut undiplomatische Gerede des deutschen Kanzlers. So bekommt nicht nur die deutsche Öffentlichkeit, sondern die gesamte Welt gezeigt, was aus unserem ehemals geachteten, wirtschaftlich starken und innovativen Land geworden ist, nämlich ein failed state! Eigentlich ein Grund, vor Scham im Boden zu versinken, aber er gibt andererseits Hoffnung, daß vielleicht doch, wenn auch mit ausländischer Hilfe, ein grundlegender Neustart möglich ist…
Von den deutschen Qualitätsmedien und den etablierten Versagern in Politik, Verwaltung und Wirtschaft – besonders der EU – kann man nichts erwarten. Das Ganze sieht nicht mal demokratisch aus.
Trump hat das Ganze mit einem Satz auf den Punkt gebracht.
Amerika steh uns bei.
Meru ist ein arroganter Dummschwätzer, den niemand mehr ernst nimmt. Es ist allenfalls erstaunlich, wie eine solche Null zu diesem rm Amt kommen konnte und immer noch darin ist.
Die Zins- und Schuldenlast des Landes zu Lasten der Steuerzahlen und zu Gunsten von Kreditgebern zu erhöhen ist das einzig handfeste Resultat seines Wirkens.
Leider kann ich aus Personenschutz Gründen nicht konkreter werden. Aber: es wäre eine spannende und dankbare journalistische Aufgabe, bei denjenigen,die mit Merz in den vielen wirtsch. Gremien und Beiräten gesessen haben, deren Einschätzung zu ihm zu erfragen.