Deutschland steht im vor-militärischen Konflikt mit Russland. Das ist bitter. Und was macht Friedrich Merz? Verkracht sich auch mit der Schutzmacht USA. So viel Porzellan zu zerschmettern – das muss man erstmal bringen.
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Daniel Torok/White House
US-Präsident Donald Trump hat Friedrich Merz die Rechnung präsentiert, die der Kanzler im eigenen Land so gern verdrängt. Auf Truth Social forderte Trump den deutschen Regierungschef auf, mehr Zeit darauf zu verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden. Dort sei Merz bislang „völlig wirkungslos“ gewesen. Außerdem solle er sein „kaputtes Land“ wieder in Ordnung bringen, vor allem bei Einwanderung und Energie.
Das sitzt, weil es genau jene Punkte trifft, die Merz im Wahlkampf mit großen Worten besetzt hatte. Migration, Energie, wirtschaftliche Stärke, außenpolitische Führung: Überall wollte er liefern. Herausgekommen ist eine Kanzlerschaft, die schon nach kurzer Zeit aussieht wie die Fortsetzung der alten Misere mit anderem Personal. Deutschland wird teurer, schwächer, unsicherer und abhängiger. Und der unkontrollierte Redeschwall dieses Mannes im höchsten Staatsamt treibt Deutschland tiefer in die Krise. Unter Merz gewinnt Deutschland keine Freunde, aber stetig neue Feinde.
Auslöser der neuen Attacke war der Iran-Konflikt. Trump warf Merz vor, sich in Dinge einzumischen, von denen er wenig verstehe. Bereits zuvor hatte der US-Präsident geschrieben, Merz habe „keine Ahnung, wovon er spricht“, und Deutschland gehe es „wirtschaftlich und in jeder anderen Hinsicht“ schlecht.
Merz hat die Vorlage geliefert und den Ball auf den Elfmeterpunkt gelegt: Vor Schülern erklärte er, Teheran demütige die USA; die Iraner seien offenbar stärker als gedacht, Washington habe in den Verhandlungen keine überzeugende Strategie. Zudem warf Merz den USA vor, es fehle im Iran-Krieg eine „Exit-Strategie“: In solche Konflikte müsse man nicht nur hineinkommen, man müsse auch wieder herauskommen, Afghanistan habe das über 20 Jahre schmerzhaft gezeigt. Genau diese Mischung aus Schulstunden-Moral, Afghanistan-Vergleich und strategischem Oberlehrer-Ton hat Trump aufgenommen und Merz anschließend öffentlich zerlegt. Um im Bild zu bleiben: Trump hat auf das Tor geschossen, während Torwart Merz schon bei der nächsten Party sein Geschwätz abgeliefert hat und wo er äußert, dass er es schade findet, wenn Menschen anonym auf Social Media kommentieren dürfen.
Merz steht damit vor einem weiteren seiner selbst verschuldeten aufgestapelten Probleme: Der wichtigste Verbündete behandelt ihn öffentlich wie den dummen Schulsprecher, als der er sich geriert und der als Nichtskönner außenpolitische Belehrungen verteilt, während daheim die Fenster eingeschlagen sind. Das ist diplomatisch grob. Politisch ist es für Merz verheerend, weil Trump die Schwachstellen benennt, die Millionen Bürger längst täglich sehen.
Hier wird Merz’ Undiplomatie sicherheitspolitisch unendlich teuer. Trump beließ es nicht bei der persönlichen Abreibung des Kanzlers, sondern brachte auch eine mögliche Reduzierung der amerikanischen Truppenpräsenz in Deutschland ins Spiel. Nach seiner Darstellung prüfen die USA derzeit eine Verringerung der Truppenstärke, eine Entscheidung solle in Kürze fallen. Der Hintergrund ist offenkundig: Merz belehrt Washington mitten im Iran-Krieg über fehlende Strategie, spricht von Demütigung durch Teheran und wundert sich anschließend, dass der amerikanische Präsident die Rechnung nicht bei Seite legt. Deutschland beherbergt mit Ramstein, EUCOM und Africom zentrale amerikanische Militärstrukturen; rund 36.400 US-Soldaten sind nach aktuellen Angaben in Deutschland stationiert. Wer in dieser Lage außenpolitisch auftritt wie ein besserwissender Seminarleiter, riskiert nicht nur eine scharfe Antwort auf Truth Social, sondern beschädigt handfeste Sicherheitsinteressen. Merz wollte sich als Kanzler der klaren Worte inszenieren. Heraus kommt ein Regierungschef, der den wichtigsten Schutzgaranten öffentlich reizt und dann so tut, als sei das persönliche Verhältnis weiterhin „unverändert gut“. Genau diese Mischung aus Eitelkeit, Belehrungston und Beschwichtigung macht seine Außenpolitik so gefährlich.
Bei der Migration ist Merz an den eigenen Ansprüchen gescheitert, bevor die Regierung überhaupt Tritt gefasst hat. Wer jahrelang Kontrolle verspricht und dann die alte Verwaltung des Kontrollverlusts fortsetzt, bekommt irgendwann die Quittung. Trump spricht das aus seiner Perspektive brutal aus. Merz kann sich darüber empören. Besser wäre, er würde erklären, warum Deutschland unter seiner Führung weiter so wirkt, als sei der Staat stärker mit Beschwichtigung beschäftigt als mit Ordnung.
Noch härter trifft die Energiefrage. Ausgerechnet Deutschland, einst Industriemacht mit bezahlbarer Grundlast, hat sich in eine Lage regiert, in der Energiepolitik zum Standortschaden geworden ist. Merz hat daran bislang nichts Grundsätzliches geändert. Er verwaltet die Folgen, während Unternehmen rechnen, Bürger zahlen und die politische Klasse weiter so tut, als könne man Wohlstand mit Pressekonferenzen sichern.
Auch in der Ukraine-Frage fällt der Vorwurf auf fruchtbaren Boden. Merz inszeniert sich gern als Mann der klaren Kante, doch außenpolitisch zählt am Ende Wirkung. Trump nennt ihn dort wirkungslos. Das ist hart, aber für einen Kanzler, der seine Autorität vor allem über große internationale Gesten aufbauen will, besonders gefährlich. Wer im Inland keine Ordnung schafft und im Ausland keinen Einfluss zeigt, verliert die Rolle, die er sich selbst zuschreibt.
Die Reaktion aus Berlin macht es nicht besser. Merz erklärte trotz der massiven Vorwürfe, sein persönliches Verhältnis zu Trump sei aus seiner Sicht „unverändert gut“. Das klingt nach politischem Selbstbelügen. Der amerikanische Präsident wirft dem deutschen Kanzler öffentlich Ahnungslosigkeit, Wirkungslosigkeit und Regierungsversagen vor, und Merz spricht von gutem Austausch.
Trump ist kein neutraler Beobachter, kein deutscher Oppositionsführer und gewiss kein Maßstab für diplomatische Feinheit. Doch seine Attacke trifft eine Regierung, die ohnehin fast am Boden liegt, weil ihre Schwächen für jedermann sichtbar ganz offen herumliegen. Migration außer Kontrolle, Energiepolitik gegen die Industrie, außenpolitische Überdehnung bei schwindender eigener Kraft: Das sind keine Erfindungen aus Washington. Das ist der deutsche Befund unter Merz.
Für den Kanzler ist diese Demütigung mehr als ein außenpolitischer Zwischenfall. Sie legt frei, dass seine Autorität in Trümmern liegt. Merz wollte Deutschland wieder ernst nehmen lassen. Nur eines seiner vollmundigen und großspurigen Vorhaben, die er nicht halten wollte und nicht halten konnte. Nun erklärt ihm der US-Präsident vor aller Welt, er solle erst einmal sein eigenes Land in Ordnung bringen, bevor er sich arroganter moralischer Großmanier zu einem anderen äußert. Bitterer kann ein Kanzler kaum gespiegelt bekommen, wo sein Platz ist.
Er hat als ewiger Kandidat ohne Amt jedermann und jeder Gruppe großzügig versprochen, was ihm Zustimmung bringen mochte und ist damit ins Kanzleramt gelangt. Nun macht er als Kanzler so weiter. Aber was für den Wahlkampf taugt, reicht für einen Kanzler nimmermehr. Als Regierungschef muss er nicht nur reden – sondern liefern. Wort und Tat gehören zusammen. Untrennbar.
Seine eigenartig flatternde psychische Verfassung wird zum ganz konkreten Sicherheitsrisiko für Deutschland. Niemand kann seinen Redefluss noch stoppen, den er selbst sofort wieder vergisst, der aber in der Welt wahrgenommen wird. Und wenn es eine Rede vor Gymnasiasten im Sauerland ist. So wird er jeden Tag mehr zum Getriebenen und reagiert noch hektischer, fahriger, unkontrollierter – und gefährlicher.
Nicht nur um unseren Wohlstand geht es. Eine Staatskrise droht mit einem Mann an der Spitze mit der zwanghaften Neigung, ununterbrochen und unkontrolliert zu reden. Darf man es schon Logorrhö nennen? Es wäre ein ernsthaftes Krankheitszeichen. So weit sollte man nicht gehen. Aber Merz sollte seinen Redefluss ab sofort auf das Notwendige dämmen.

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In der Tat – die US-Besatzung kann gerne enden, nachdem die anderen Truppen längst fort sind. Dann kann Berlin ein Ultimatum an Kiew stellen: Einigung über den Status mit Moskau binnen vier Wochen, ansonsten Einstellung aller Hilfen (dann wäre der irre Krieg dort rasch zuende – was er hätte schon im April vor 4 Jahren sein können…). Anschließend bauen wir wieder ein vernünftiges Verhältnis zu Russland auf. Wer dagegen partout weiter morden lassen will, soll sich gefälligst selbst zur Verfügung stellen oder die Klappe halten.
Merz vor einem Jahr: „Germany is back on track“.
Merz Eskalation gegen Russland, Deutschland ist faktisch Verbündeter der Ukraine und liefert die Waffen mit denen die Ukraine zivile Ziele in Russland angreift, ist brandgefährlich.
Ein schmeichelhaftes rücksichtvolles Urteil für Merz, und der steht da nicht allein, oder?
Redefluss mit Redestuss vielleicht?
Im Gegensatz zu Trump ist Merz in meinen Augen ein Feigling. Wenn man eines nicht sein darf als Staatsführer dann ist es feige zu sein. Während Trump unter Lebensgefahr den Kampf gegen den US deep state, die City of London, die CIA, die Dems, die Kartelle, den politischen Islam und die Globalisten aufgenommen hat um die USA als Republik und Demokratie zu retten, der Erfolg ist keineswegs sicher, scheut Merz vor diesem unabwendbaren Kampf, bei dem es einen Sieger geben wird der die Zukunft bestimmt, zurück. Der Kanzler, der den Kampf aufnimmt erwartet das Trommelfeuer der Linksfaschisten aus allen Rohren,… Mehr
Der Kanzler eines sich ökonomisch wie gesellschaftlich via Masseneinwanderung selbst abschaffenden Landes ohne ein nennenswertes Militär glaubt, dem Staatsoberhaupt des Landes, das seit Jahrzehnten die eigene Sicherheit garantiert, Ratschläge in puncto Strategie geben zu können.
Wenn es nicht politisch so verhängnisvoll wäre, müßte man schallend lachen.
Postskriptum
Es ist geradezu lächerlich, wenn der in jedweder Hinsicht strategielose Friedrich Merz Strategielosigkeit beklagt.
Meine Like ist leider nicht angenommen worden.
> Deutschland steht im vor-militärischen Konflikt mit Russland. … Und was macht Friedrich Merz? Verkracht sich auch mit der Schutzmacht USA. Vor allem – er scheint überhaupt diesen weiteren Russlandfeldzug anzustreben: >>>Deutschland im Gleichschritt: Die systematische Remilitarisierung einer Gesellschaft<<< > „… Deutschland hat diesen Weg schon einmal beschritten. Nicht einmal, sondern zweimal. Beide Male endete er in einer Katastrophe, die die Welt veränderte. Das bedeutet nicht, dass Geschichte sich zwangsläufig wiederholt. Es bedeutet, dass ein Land mit dieser Geschichte besondere Vorsicht walten lassen sollte — besondere Transparenz, besondere demokratische Sorgfalt, besondere Bereitschaft zur Selbstkritik. … Was wir stattdessen erleben, ist… Mehr
„Bring dein kaputtes Land in Ordnung“.
Wie recht Trump doch hat, großartig.
Merz, wie ein armseliger erbärmlicher Bittsteller❗
Pinocchio hat wohl Nachhilfestunden von dem präpotenten Außengirlie genommen in der Disziplin großmäuligem-Porzellan-zerschlagen. im Zurückruder-Cup war er bereits ganz weit vorne……
Und Trump hat Mr. GroßeKlappe gezeigt, wer Koch und wer Kellner ist. Mit was – mit Recht !