Finnland-Studie: Ein Somalier soll den Staat 951.000 Euro kosten

Ob Massenzuwanderung 951.000 Euro oder 900.000 Euro pro Zuwanderer kostet, ändert wenig: Gesundheits- und Sozialsysteme der europäischen Nationen werden überlastet. Ebenso steigen die Kosten für Exekutive, Justiz und für das Bildungssystem massiv.

Unbegleitete minderjährige Immigranten auf dem Weg von Athen nach Lissabon (2023)

Die Daten aus der nun auf X und Facebook oft genannten finnischen Migrations-Studie provozieren emotionale Reaktionen: Ein einziger somalischer Zuwanderer soll die Steuerzahler fast eine Million Euro kosten – auf seine Lebenszeit in Finnland gerechnet. Die Daten sind aber nicht ganz neu. Und es gibt auch andere Zahlen.

„Jeder Finne zahlt 3.400 Euro dafür, dass ein somalischer Migrant in ihre Heimat einwandern konnte“, wird aktuell auf X zu der immer wieder zitierten Studie „Immigrations and Public Finances in Finland Part II: Life Cycle Effects on Public Finances of Asylum Seekers and Refugees“ von Samuli Salminen gepostet.

Der Wissenschaftler ist ein finnischer Statistiker, der vor allem durch seine umfangreichen Studien zu den haushaltspolitischen Auswirkungen der Migration in Finnland bekannt geworden ist.

Der größte Aufreger in dieser bereits im März 2019 publizierten Studie wird nun – sieben Jahre später – wieder auf den Social-Media-Plattformen diskutiert, da ja auch die Migrationskosten pro Zuwanderer in Deutschland oder Österreich nicht viel anders aussehen dürften: Für Asylbewerber und Flüchtlinge aus Somalia, die im typischen Alter von 20 bis 24 Jahren einreisen, ergibt sich ein erwarteter negativer Saldo von minus 951.000 Euro pro Person – ohne Berücksichtigung der eigenen Kinder.

Werden die fiskalischen Effekte der in Finnland geborenen oder früh zugewanderten Nachkommen des Somaliers einbezogen, steigt die Belastung auf durchschnittlich minus 1,343 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für irakische Migranten derselben Altersgruppe errechnete die Studie Kosten von 690.000 beziehungsweise 844.000 Euro.

Diese Ergebnisse spiegeln vor allem die bislang schwache Arbeitsmarktintegration vieler somalischer Zuwanderer wider. Unabhängige Untersuchungen des staatlichen Forschungsinstituts VATT bestätigen, dass Personen aus Somalia und dem Irak auch zehn Jahre nach der Ankunft deutlich niedrigere Beschäftigungsquoten und Einkommen aufweisen als Einheimische oder andere Migrantengruppen. Viele bleiben langfristig auf Transferleistungen angewiesen; die zweite Generation zeigt in manchen Studien Ausschlussquoten, die sechs- bis achtmal höher liegen als bei Finnen.

Empfehlung: Keine Zuwanderung mehr

Der Think Tank Suomen Perusta zieht aus den Zahlen den klaren Schluss: Aus rein haushaltspolitischer Sicht sollten keine weiteren Asylbewerber aus Ländern mit ähnlich ungünstigen Integrationsprognosen aufgenommen werden. Der Think Tank ist der rechtskonservativen Finnland-Partei (Perussuomalaiset) nahestehend – ein Umstand, der Kritikern als Hinweis auf eine politische Agenda dient.

Asyl-Befürworter werfen den Studien-Autoren vor, sie basiere auf relativ alten Daten und berücksichtige mögliche Verbesserungen durch bessere Sprachförderung, Qualifizierungsprogramme oder eine veränderte Zuwandererzusammensetzung nicht ausreichend. Neuere aggregierte Studien, etwa der Diakonia-Hochschule von 2025, kommen für alle ausländischsprachigen Personen in Finnland zusammen sogar zu einem leicht positiven Steuersaldo von 225 Millionen Euro im Jahr 2023.

Finnland hat in den letzten Jahren seine Asylpolitik deutlich verschärft, Abschiebungen ausgeweitet und stärker auf qualifizierte Zuwanderung gesetzt. Die Studie von Samuli Salminen liefert keine fertigen politischen Antworten, unterstreicht aber ein grundsätzliches Dilemma westlicher Wohlfahrtsstaaten: Bei niedriger Qualifikation und kulturell bedingten Integrationshürden können humanitäre Aufnahmen langfristig erhebliche Kosten verursachen.

Auch wenn die nun oft zitierte Studie etwas älter ist: Sie ist jedenfalls ein Beleg dafür, dass die Massenzuwanderung von schlecht ausgebildeten Menschen in europäische Nationen für die Steuerzahler eine enorme Belastung darstellt. Ob diese nun 951.000 Euro oder 900.000 Euro pro Zuwanderer ausmacht, ändert wenig am Problem: Gesundheits- und Sozialsysteme der europäischen Nationen werden überlastet, ebenso steigen massiv die Kosten für Exekutive, Justiz und für das Bildungssystem.

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Kommentare ( 13 )

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Peter Klaus
1 Stunde her

Also bei uns in Buntland sind die Somalies richtig fleißige Leute und zahlen alle brav in unsere Renten- und Sozialsysteme ein. Daher kosten sie uns quasi nichts und das, was sie mitbringen, ist wertvoller als Gold. Fragt mal den Vorzeige-Europäer und gescheiterten Buchhändler aus Würselen.

Holger Wegner
1 Stunde her

„Viele bleiben langfristig auf Transferleistungen angewiesen…“ ist typisches Linkenwording. Genau wie sind benachteiligt, müssen mit auskommen, etc. Es wird nämlich unterstellt, dass demjenigen das etwas ausmacht bzw. dieser alles Mögliche dagegen unternommen hätte.

alter weisser Mann
1 Stunde her

Bei solchen Beträgen kann man üblicherweise von den Zinsen allein leben, ohne das Kapital zu verfrühstücken. Jedenfalls wenn man nicht besser bezahlt wird als ein schon länger hier Lebender. Mit 50.000 p.a. läge man so ziemlich genau auf dem mittlere Bruttojahreseinkommen (Median) in Deutschland und sogar einen Tick über dem Durchschnittseinkommen.

Andreas F
1 Stunde her

Dazu braucht man keine Studie, dazu reichen die direkten Kosten für Asyl von 35 Milliarden Euro pro Jahr (Bund/Länder) schon aus. Und die werden auch nicht weniger.

Das ist natürlich ohne Kosten für späteres Bürgergeld und ohne weitere Folgekosten, von Sachbeschädigungen über Polizeieinsätze bis hin zu den medizinischen Kosten.
Und auch hier natürlich nur der rein materielle Bereich, bei Körperverletzung, Misshandlung, Vergewaltigungen oder Mord muss man in eine andere Statistik hineinschauen

Aegnor
1 Stunde her

Bei Statistiken dreht es sich halt jeder so wie er´s grad braucht. Dass die Gesamteinwanderung für Finnland positiv sein soll, ist aber genau ein solcher Rosstäuschertrick. Denn Finnland hat nie eine solche Masseneinwanderung Kultur- und Bildungsferner aus Dritte-Welt-Ländern erfahren wie Schweden oder Deutschland. Die haben zwar auch viele dieser Klientel, aber eben nicht solche Massen. Zusammen mit den innereuropäischen Einwanderern, die idT meist Leistungszahler sind, kann man sich das dann schönrechnen. Es ändert aber nichts daran, dass z.B. die Somalis ein Riesenverlustgeschäft bleiben. Zudem vermehren sie sich auch dank viel höherer Kinderzahlen viel schneller als irgendwelche estnischen oder dänischen Einwanderer.… Mehr

Heptamer
1 Stunde her

Auch in Deutschland reißt das Absurde nicht ab: Eine 14jährige (!) islamistische Terroristin, oder meinetwegen auch anderweitig psychisch total gestört, wird rund um die Uhr von mehreren Personen, inkl. reichlich Polizei bewacht. Auf Spaziergängen mit einem halben Dutzend Begleitern. Wie lange soll das noch gehen? Bis an ihr Lebensende in Deutschland? Und es gibt immer noch Politiker, die Facharbeiter in prekären Ländern unter Analphabeten und Kriminellen suchen. Bei zehntausenden gut ausgebildeten Arbeitern und Angestellten, die zur Zeit massenweise den Job verlieren, weil die Firmen mit der sozialistischen Politik nicht mehr klarkommen.

Steuernzahlende Kartoffel
2 Stunden her

Tja, ich wundere mich über die Finnen, die ich bislang als (viel) reicher empfand als Deutsche auch wenn wir im besten DE das es je gab leben. Vielleicht sollten sich die Finnen ein Beispiel an Welcome-Angie, Exwumms-Olaf & Lügen -Merzel nehmen. Die haben unter der Obhut der „Verdienst“orden-Schleuder Frank dem Spalter das Land dermaßen top aufgestellt, dass „wir“ immer noch Platz haben und es immer noch schaffen!! Und der Wahlverlierer aus Rh-Pf der jetzt aber mal so richtig seine staatstragende Zurückhaltung ablegen wird sorgt dafür dass wir noch mehr Platz haben und noch mehr schaffen…
Ironie off

verblichene Rose
2 Stunden her

Ein Mensch, der in einem fremden Land erst mit 20-24 Jahren sein Leben komplett neu anfängt, wird insbesondere in Europa, wo der Alltag nicht selten finanziell betrachtet eher „auf Kante genäht“ ist, kaum mit seiner restlichen Lebenslaufzeit ein sich selbst amortisierendes Leben führen können. Hatte etwa irgendjemand geglaubt, daß das anders sein kann? Und immerhin „flüchten“ diese Leute ja hierher, was ihren „Status“ schlußendlich erklärt. Sie sind ergo in erster Linie keine Arbeitsmigranten, von denen man annehmen darf, daß sie quasi vom ersten Tag an auf eigenen Beinen stehen. Um einen negativen Saldo zu errechnen, benötige ich deshalb auch keinen… Mehr

Bonzo der Grosse
2 Stunden her

Neuere aggregierte Studien, etwa der Diakonia-Hochschule von 2025, kommen für alle ausländischsprachigen Personen in Finnland zusammen sogar zu einem leicht positiven Steuersaldo von 225 Millionen Euro im Jahr 2023. Äpfel und Birnen in einen Topf geworfen und dreimal umgerührt. Beantwortet aber nicht die Frage, welchen Saldo nun die Somalier konkret vorzuweisen haben? Solche Ergebnisse sind in etwa so seriös, wie die unseres Herrn Fratzscher, der auch das Hohelied der Migration predigt und alle Migranten in einen Topf wirft. Dass insbesondere Deutschland Magnet für die Migration von Ungebildeten, religiös Fanatischen und Integrationsunwilligen ist, sollte an den Bundeshaushalten der vergangenen Jahre selbst… Mehr

eschenbach
2 Stunden her

Solange sich große Teile der politmedialen Elite in ihrer humanitären Großartigkeit suhlen, weil sie sonst nichts können und/oder daran verdienen, wird sich nichts ändern.