Tote Soldaten, erschossene Kriminelle, brennende Gebäude: Die Tötung des berüchtigten Kartellführers Nemesio „El Mencho" Oseguera Cervantes, Anführer des Jalisco New Generation Cartels (CJNG), hat zu landesweiten Unruhen geführt.
picture alliance / NurPhoto | Gerardo Vieyra
Der Tod von „El Mencho“ und die harte Reaktion der Drogenbanden auf mehrere Militäroperationen sorgen für diese neue Welle der Gewalt in Mexiko: Bei einem Zugriff der mexikanischen Streitkräfte mit US-Unterstützung wurde am vergangenen Wochenende in Tapalpa, Jalisco, Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes getötet. Oseguera Cervantes, der als einer der mächtigsten Drogenbosse der Welt galt, starb an den Schusswunden, die er während der Festnahme erlitt, im Notarzthelikopter auf dem Weg nach Mexiko-Stadt, berichtet CNN.
Die Operation, die in Kooperation mit US-Behörden durchgeführt wurde, markiert einen bedeutenden Schlag gegen das CJNG, das für den Schmuggel von Fentanyl, Kokain und Methamphetamin verantwortlich ist und in mehr als 40 Ländern aktiv ist. Die US-Regierung hatte ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf Nemesio Oseguera Cervantes ausgesetzt. Doch der Tod von „El Mencho“ ist nur der bisherige Höhepunkt langjähriger Spannungen: Seit 2025 hat der Druck der US-Regierung unter Präsident Donald Trump zugenommen, der Mexiko als von Kartellen gesteuert bezeichnet und mit militärischen Aktionen droht.
Mexiko hat darauf reagiert: 92 mutmaßliche Kartellmitglieder wurden an die USA ausgeliefert, darunter auch hochrangige Kriminelle aus dem CJNG und dem Beltrán-Leyva-Kartell. Interne Konflikte innerhalb der Kartelle, wie ein „Bürgerkrieg“ im Sinaloa-Kartell zwischen den Fraktionen „Los Chapitos“ und „El Mayo“, hatten bereits zuvor zu einer Eskalation der Gewalt in Mexiko geführt. Die Schwächung der Kartelle – oft durch Verhaftungen oder Tötungen von Führern ausgelöst – führt zu weiteren Machtkämpfen und höheren Mordraten, wie es etwa in Sinaloa seit 2024 der Fall ist. Mexikanische Quellen berichten, dass das CJNG bereits vor dem Tod von „El Mencho“ in 22 Bundesstaaten dominierte und für Tausende von Morden verantwortlich war.
Die aktuelle Situation in Mexiko ist schockierend: Von den Urlaubs-Ressorts aus sind die schwarzen Rauchsäulen brennender Fahrzeuge und Gebäude gut zu sehen, die Sicherheitskrise ist spürbar. Die Reaktion auf den Tod von „El Mencho“ überraschte Polizei und Armee: Innerhalb weniger Stunden blockierten schwerbewaffnete Gruppen Straßen in mehr als 20 Bundesstaaten, darunter Jalisco, Michoacán, Guanajuato, Colima, Nayarit und Tamaulipas. Es kam zu 252 Blockaden, bei denen Fahrzeuge, Busse und Geschäfte in Brand gesetzt wurden.
Flughäfen mussten geschlossen werden
In Touristenorten wie Puerto Vallarta und Guadalajara kam es zu Schusswechseln, Flughäfen wurden geschlossen, und Fluggesellschaften wie Air Canada stellten Flüge ein. US- und kanadische Botschaften rieten ihren Bürgern, in ihren Häusern und Hotels zu bleiben, während die mexikanische Nationalgarde sogar aus Black-Hawk-Hubschraubern das Feuer auf die Kriminellen eröffnete. Die Schulen bleiben am 23. Februar geschlossen, auch in Städten wie Cancún und Tijuana breiten sich die Unruhen aus.
Mexikanische Medien berichten von Chaos: In Guadalajara wurden Supermärkte und Banken angegriffen, in Michoacán Zivilisten vertrieben.Die Gewalt könnte zu einer Neustrukturierung der Kartelle führen, mit Kämpfen um Territorien wie Tierra Caliente, wo Gruppen wie Cárteles Unidos und La Familia Michoacana das Machtvakuum nutzen könnten, das durch den Tod „El Menchos“ entstanden ist. Bislang dürften 16 Kartellmitglieder und Sicherheitskräfte getötetet worden sein. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm, insbesondere für den Tourismussektor.
Die sozialistische Präsidentin Claudia Sheinbaum, seit 2024 als erste Frau und Vertreterin der linken Morena-Partei Mexikos an der Staatsspitze, steht unter Druck: Sie lobte noch vor wenigen Stunden die Operation gegen „El Mencho“ als Erfolg der Sicherheitskräfte. Nun muss sie die Bevölkerung beruhigen: „Es gibt eine Koordination mit allen Bundesstaaten.“
Direkte US-Militäreinsätze lehnt sie weiterhin ab und betont Mexikos Souveränität: „Das wird nicht passieren.“


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Die Clans werden neu abgesteckt und mit der Brutalität, will sich der Neue Chef durchsetzen. Es ist ein Machtkampf unter den Drogenbossen ohne Rücksicht auf Verluste. Man will mit der Ermordung von Polizisten, wieder die Oberhand gewinnen. Die Drogenkartelle sichern Arbeitsplätze an, zwar kriminelle aber hat wegens ein Einkommen und in den Armenvierteln, wächst ständig neuer Nachwuchs heran. Ein Kampf gegen Windmühlen. Entweder man beseitigt die Armut oder schafft die Drogensüchtigen ab. Nur dann sieht es für so manchen in den Büros von Politikern, Konzernen und anderen Orten schlecht aus. Viele überstehen den Stress, denn man von oben erzeugt nur… Mehr
Die Kartelle sind längst in Europa angekommen.
Sollten da auch wieder mal die Amis ein paar Narcos ruhigstellen? Nur so als Anregung.
Die Lösung ist bekannt. Sie heißt Najib Bukele. Aber nicht nur. Auch in den Abnehmerländern muss angesetzt werden. Die hedonistische familienfeindliche atomisierte westliche Gesellschaft, beschönigend auch „American way of Life“ genannt, ist ein wesentlicher Faktor in den Abnehmerländern zur Beförderung der Drogensucht.
Sollte die Politik ernsthaft gegen die Clans in der BRD vorgehen, gäbe es eine ähnliche Reaktion der Clans. D.h. die Politik wird niemals gegen die Clans vorgehen. Kann sie gar nicht.
Die „deutschen“ Clans sind noch im Wachstum. Kontakte gibt es bestimmt schon nach Lateinamerika.
„Mexikanische Quellen berichten, dass das CJNG bereits vor dem Tod von „El Mencho“ in 22 Bundesstaaten (von 31) dominierte und für Tausende von Morden verantwortlich war.“ Wie kann ein Staat, eine Gesellschaft, derart von Schwerstkriminalität durchwuchert, „durchseucht“ sein? Kriegswaffen, Straßensperren, Mordraten wie in Bürgerkriegregionen… Wie geht das, wenn nicht Polizei, Justiz, Militär, Verwaltung, von organisierter Kriminalität unterwandert, wenn nicht Tausende Familien irgendwie in die organisierte Kriminalität verstrickt sind? Es geht hier nicht um Banden von Taschen- oder Ladendieben, sondern um Herstellung und Vertrieb übelster Drogen, um Mord und Totschlag. Aber nicht so, daß „nur“ mal ein „Verräter“ erschossen würde. Es… Mehr
> Eine derartige Verrohung und Gewissenlosigkeit ganzer Teile einer Gesellschaft, daß ein Menschenleben überhaupt keinen Wert mehr hat, habe ich selbst in den problematischsten Regionen nicht gesehen.
Letztes Jahr gab es in Thorn (Polen) den medial bekannten Fall eines Kolumbianers, der eine junge Frau vergewaltigte und mit -zig Stichen verunstaltete – darunter das Ausstechen der Augen. Sie starb zwei Wochen später im Krankenhaus.
Ob Mexiko oder Kolumbien – vermeintlich „christliche“ Länder.
Googeln findet übrigens viele polnische Berichte zum Thema, aber kaum deutschsprachige – die ganze Sache wurde hier offenbar verschwiegen.
Blei oder Silber heisst es in Süd- Mittelamerika.
Entweder man nimmt die Bestechung an oder man, oder die Familie, wird gekillt.
Sheinbaum hat bestimmt auch Angst vor den Kartellen.
In Kolumbien wurden unter Pepe Escobar auch Minister umgebracht.
Welche Methode ich präferieren würde behalte ich für mich.
Nur so viel: Ich würde Berater, alte Hasen aus Chile anheuern, die mit solchen Situationen und Personen final umzugehen wissen.
Demnächst soll da ja WM stattfinden…..da würde ich mich als Fan mal fragen, ob es mir das Wert wäre….für die „Mannschaft“ den Hals zu riskieren. Aber vielleicht sagen die jetzt die WM ab…wegen „Sicherheitsbedenken“….dann sind sie ja fein raus…..
In Berlin könnt ihr Asyl bekommen.
Die müssen noch nicht mal illegal einreisen. Für Spanien benötigen die nach wie vor kein Visum:
https://apply.joinsherpa.com/visa/spain/mexican-citizens
Es sind daher schon sehr, sehr viele Lateinamerikaner da.
Sozialisten decken in der Regel Kriminelle Strukturen, um bei Bedarf auf sie zurückgreifen zu können. Hier funktioniert dies nicht mehr!
Drogen sind eine Geißel für die Menschen. Das muss rigoros bekämpft werden. Erst wenn die Nutznießer des Drogenkonsums ausser Gefecht gesetzt sind, geht es mit einer Gesellschaft aufwärts.
> Direkte US-Militäreinsätze lehnt sie weiterhin ab und betont Mexikos Souveränität: „Das wird nicht passieren.“
Wieso? Sollten doch die Amis wieder lernen, dass richtiger Krieg richtige Verluste bedeutet. Darauf zündeln die hoffentlich weniger in den anderen Weltgegenden – und MAGA erinnert nachdrücklich, was einst versprochen wurde.