Eine aktuelle Analyse von Creditreform bestätigt den schleichenden Rückzug des deutschen Einzelhandels und die weitere Verödung der Innenstädte. Anscheinend gibt unsere Gesellschaft den öffentlichen Raum preis.
picture alliance / imageBROKER | Olaf Schulz
Beim Gang durch deutsche Städte lässt sich ein Phänomen beobachten, das zu Beginn nur kleine und mittelgroße Kommunen des Landes erfasste, sich nun allerdings auch in größeren Zentren Bahn bricht: die Verödung von Fußgängerzonen und Innenstädten durch den Tod des Einzelhandels. Weit davon entfernt, als eine Art anekdotischer Evidenz unter den Teppich gekehrt zu werden, handelt es sich bei dem Ladensterben um eines der sichtbarsten Symptome der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise unseres Landes. In den kommenden Jahren wird sich entscheiden, ob urbane Räume auch fernab der touristischen Zentren Attraktivität erhalten können, kurzum: ob sie lebenswert bleiben.
Zweifel drängen sich auf angesichts einer wirtschaftlichen Talfahrt, die die Kaufkraft der Bürger zunehmend spürbar erodieren lässt. Zudem spielt die Tatsache eine entscheidende Rolle, dass sich europäische Großstädte zunehmend zu Schauplätzen eines Clash of Cultures entwickeln. Wie zuletzt nach dem Champions-League-Endspiel in Paris erneut sichtbar wurde, droht dieser Konflikt endgültig außer Kontrolle zu geraten, sofern sich an der europäischen Migrationspolitik nichts ändert.
Das ökonomische Desaster geht einher mit einem regelrechten Niederbruch der europäischen Identität und einer damit verbundenen Kulturkrise. Zu Zeiten kultureller und ökonomisch stabiler Bedingungen ist der urbane Raum der Ort von Integration, Kreativität und Wachstum. In Deutschland hingegen wirkt er zunehmend desintegrierend und in vielen Fällen leider auch ästhetisch abstoßend.
Kleine Einzelhändler, Spezialitätenshops sowie gastronomische Vielfalt sind ein sichtbarer Ausdruck urbaner Vielfalt. Doch verschwinden zahlreiche, vor allem kleinere Händler, von der Bildfläche und weichen einer zunehmenden Monotonie zugunsten großer Filialketten. In einer aktuellen Creditreform-Analyse, die sich mit der Entwicklung des deutschen Einzelhandels befasste, bestätigt sich ein böser Verdacht: Seit 2010 hat sich die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte in Deutschland um 16 Prozent reduziert; Creditreform taxiert die Zahl der noch existierenden Händler auf 316.310 zum Jahreswechsel. Vor allem die kleinen Händler stehen massiv unter Druck. Ihre Zahl reduzierte sich in diesem Zeitraum um sagenhafte 28 Prozent.
Keine Frage: Veränderte Konsumgewohnheiten, die sich im anhaltenden Erfolg von E-Commerce und Home Shopping materialisieren, sowie die Alterung der Gesellschaft und ausbleibende Laufkundschaft üben enormen Druck aus und schneiden den Innenstädten die Lebensadern ab. Auch die Gastronomie verliert seit Jahren an Boden; allein im vergangenen Jahr büßten die Betriebe über 4 Prozent ihres realen Geschäfts ein. Die Insolvenzwelle, die Restaurants, Bars und Imbisse erfasst hat, hinterlässt einen zunehmend sterilen urbanen Raum ohne Attraktivität und Reiz.
Es klingt beinahe unglaublich: In den siebziger Jahren existierten in Deutschland noch 450.000 Einzelhandelsgeschäfte – und das, obwohl der Osten der Republik noch in den Fängen des Sozialismus vor sich hin siechte.
Diese Zeiten sind vergangen. Doch die Entwicklung auf E-Commerce und Demografie zu reduzieren, würde zu kurz greifen. Im Rückgang des stationären Einzelhandels spiegelt sich zum einen die verheerende Wirtschaftspolitik der zurückliegenden Jahrzehnte, zum anderen aber auch der ideologisch zermürbende Geist des Degrowth und der Konsumfeindlichkeit wider. Wie sonst sollte man es deuten, dass in der Politik die überwiegende Mehrheit der Ansicht ist, dass es legitim sei, dem Bürger in vielen Fällen die Hälfte oder gar einen größeren Teil seines Einkommens abzunehmen? Das stets dem Motto folgend: Wir verstehen es besser, mit diesem Geld zu verfahren als der Bürger, der ja doch nur in seinem eigenen Dasein verhaftet ist und nicht über den Tellerrand zu blicken weiß. Die zynische Variante lautet: Wir helfen dem Bürger durch erzwungenen Konsumverzicht und Verknappung von Energie sowie Verteuerung der Mobilität, den Planeten zu retten. Da nimmt es nicht Wunder, dass die Budgets für Luxus, Vergnügen und Gastronomie immer weiter geschrumpft werden müssen.
Die existenzielle Krise des deutschen Einzelhandels fällt nicht vom Himmel. Sie hat ganz erdnahe, politisch-ideologische Ursachen. Im öffentlichen Diskurs wird dieses Thema in der Regel weitläufig umschifft, doch leidet die Kaufkraft im Land unter der wachsenden Staatsverschuldung. Der ungezügelte Umgang mit Steuergeld führt zu kontinuierlicher Inflation, dieser versteckten Steuer, die dadurch entsteht, dass die Fiat-Kreditgeldmenge schneller wächst, als ein entsprechendes Güteräquivalent produziert werden kann. Und der deutsche Staat, der in diesem Jahr eine Nettoneuverschuldung von wenigstens 4,5 Prozent anstrebt, feuert mit frischem Kredit zur Deckung der aufreißenden Haushaltsdefizite geradezu um sich – in diesem Umfeld können sich Lebenshaltungskosten nicht mehr konsolidieren.
Neben die versteckte Besteuerung durch Inflation treten ganz offene Belastungen: die Erhöhung der Grundsteuer, die durch die Geldentwertung immer weiter vorangetriebene kalte Progression sowie Klimaabgaben wie der CO₂-Zertifikatehandel, dessen Kosten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette fortpflanzen. Kurz gesagt: Der Staat nimmt mit seiner Regulierungswut, hoher Abgabenlast und der Klimapolitik dem privaten Sektor die Möglichkeit, durch Investitionen die ideologischen Schäden wenigstens teilweise zu kompensieren. Hinzu kommt, dass im Zuge der ungezügelten Armutsmigration in das deutsche Sozialsystem die Sozialabgaben und damit die Lohnnebenkosten immer weiter steigen. Zugleich verengt die Zuwanderung den Immobilienmarkt und treibt über steigende Mieten und Immobilienpreise die Lebenshaltungskosten zusätzlich in die Höhe.
Die Kosten der ideologischen Utopien der Politik werden systematisch auf den Steuerzahler abgewälzt. Dass diese auf die Kostenkrise, den überdehnten Staatsapparat und die selbst herbeigeführten astronomischen Energiekosten mit Konsumzurückhaltung reagieren, ist logisch und unvermeidlich. Diese Pauperisierung mündet unmittelbar in urbane Verödung und Monokultur. Es wird nicht mehr viel Zeit in Anspruch nehmen: Deutsche Innenstädte werden dann wie buchstäbliche ökonomische Leichname das Gräberfeld einer von Ideologen zerrütteten Republik füllen.


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„Wir verstehen es besser, mit diesem Geld zu verfahren als der Bürger, der ja doch nur in seinem eigenen Dasein verhaftet ist und nicht über den Tellerrand zu blicken weiß.“
Genau das ist das Problem des sozialistischen Menschenbildes – und es zeigt, daß die CDU mittlerweile eine sozialistische Partei ist.
Die Untertanen stört es wenig. Das sieht man am Wahlverhalten. Eine mehrheitlich feige Bürgergesellschaft lässt sich ihre Städte und ihr Land wegnehmen, ohne aufzumucken. Nicht einmal in der Einsamkeit der Wahlkabine hat eine Mehrheit im Land den Mut, sich zur Wehr zu setzen.
Die Statistik täuscht. Den offiziellen Betriebsschließungen stehen zahlreiche Unternehmensgründungen von Goldstücken gegenüber, die von Zigaretten über Drogen, illegalen Migranten, Hehlerware, Informationen, Waffen, etc. alles mögliche handeln. Nur halt ohne Registrierung bei der IHK. Ich schlage vor, der Autor geht einfach in Berlin in den Görlitzer Park, zum Nürnberger Hauptbahnhof, nach Duisburg Marxloh oder Berlin Neukölln und zählt dort die Zahl der selbstständigen Anbieter von Substanzen und Waren aller Art. Und schon sieht die Statistik nicht mehr ganz so schlimm aus. Okay, fiskalisch läuft das nicht so prickelnd für das Finanzamt, so Dinge wie Umsatzsteuervoranmeldung sind jetzt eher weniger gebräuchlich bei… Mehr
Ohne jeden Zynismus, ganz als nackte Realität: Den meisten dieser Neuaufgeschlagenen muß das Konzept des Steuernzahlens erst einmal in den Kopf gebracht werden. Entweder hat in ihrem Umfeld zuhause nie jemand Steuern gezahlt, oder man hat die geringe Steuerpflicht einfach ignoriert. Die meisten werden eher arbeitslos gewesen sein oder Gelegenheitsarbeiter. Krankenkasse hatte man nicht und mußte selbst zahlen oder vorzahlen, wenn es staatlich war. Insofern ist Deutschland für die Leute paradiesisch, denn man bekommt wirklich viel mehr als man träumen konnte, wenn man nicht versucht, arbeiten zu gehen und auch noch große Teile des Lohns durch Steuern und Versicherungen abgezogen… Mehr
Vor 20 Jahren „Geiz is geil“ Krieger, heute Temu-Großraumflieger, für die „billik will ik“ Gemeinde ist immer was zu schnappen. Der Laden von Kleinkrauter Horst lohnt sich hingegen schon lange nicht mehr. Angst vor Pleite essen Seele und die monatlichen Kosten essen Dispo auf.
Alles richtig und treffend beschrieben. Der Wähler scheint es immer noch nicht ausreichend registriert zu haben, das Klimawahn und Massenmigration von nicht integrierbaren Muslimen in die Sozialsysteme ihren Wohlstand aufzehren. Noch immer wählen mindestens 70% die Altparteien und bestätigen das Betreiben dieser Politik.
So sieht es aus, kein bedauern.
Fliegende Händler werden sich zukünftig an den „Cooling Points“ sammeln und die entsprechende Klientel bedienen. Mit frisch geschächtetem etwas herumgrillen, ein paar Teppiche in die richtige Richtung ausgerichtet. Schön bunt. Wie gewählt, so geliefert.
Sorry, aber mein Mitleid hält sich absolut in Grenzen. Mit dem deutschen Steuerzahler, der in völliger Verblödung seine Schröpfer immer wieder wählt und auch mit den Einzelhändlern, von denen ein Großteil auch immer dieselbe Politik wählt. Dazu kommt noch das neue Stadtbild, unsicherer ÖPNV, keine Parkplätze und mind. 4 Dönerläden. Wer will denn da noch entspannt shoppen gehen?
In dem Kanada, das ich kenne, das Land ist sehr groß, ist ein Wandel eingetreten. Man bevorzugt Kanada-Ware und „Canadian-owned“ Geschäfte und Restaurants. Als Reaktion auf das Verhalten der US-Regierung, aber auch um die heimische Wirtschaft und Landwirtschaft zu stützen. Es geht also. Kein Mensch würde das als „rechtsextrem“ verstehen.
Die Kanadier haben aber auch keinen NAZI- Schuldkomplex. Ich weiß nicht warum es das überhaupt noch gibt, weil es praktisch keine Bürger mehr gibt, die für die Naziverbrechen verantwortlich gemacht werden können. Wer 1945 20 Jahre alt war, der ist heute 101 Jahre alt. Und kann man einen 20 jährigen im Jahre 1945 irgendeine Schuld zur Nazizeit zuweisen? Ich für meinen Teil empfinde keine Schuld für die Naziverbrechen, schließlich war ich auch noch nicht geboren. Oder kennen Sie jemanden in Schweden der sich schuldig fühlt für die Verbrechen des schwedischen Königs im 30- jährigem Krieg? Oder gibt es irgend jemand… Mehr
Der Rückzug ins Private hat schon lange stattgefunden und das Ladensterben hat bereits in den achtziger Jahren begonnen und die Innenstädte sind doch teilweise schon total ausgeblutet und wer will denn dort noch verweilen, wenn es ehedem nichts mehr zu bestaunen gibt, außer Spielhallen und Dönerbuden, als letzter Beleg neu entstandener „Kultur“, wo es einem nur noch schlecht werden kann, wenn man das bei Durchfahrt so betrachten muß. Das ist erst der Anfang, wo sich die Gesellschaft teilen wird und der eine Teil die Ballungszentren übernimmt um dort eigene Sitten und Gebräuche zu installieren und der andere Teil zieht sich… Mehr
Wer hat die BRD „Eliten“ die das zu verantworten haben denn gewählt? Waren das nicht die BRD Bürger?