Trotz historisch niedriger Gasreserven infolge des strengen Winters reden Regierung und die Bundesnetzagentur die Gefahr einer drohenden Notlage schön. Derzeit schrumpfen die Gasvorräte täglich, ab Mitte März könnten sie bereits leer laufen.
picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
Deutschland steckt tief in der Krise, doch die Bundesregierung mag keine negativen Nachrichten mehr hören oder gar verbreiten und schon gar nicht Kritik für ihre verfehlte Politik einstecken.
Da können noch so viele deutsche Firmen pleite gehen, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Kommunen im Schuldenturm landen.
Genauso verhalten sich die Regierenden, wenn sich mitten in einem recht strengen Winter die Gasspeicherreserven dramatisch leeren. Eigentlich dürfte es angesichts der Erderwärmung die Kältewelle mit Eis und Schnee gar nicht mehr geben, allerdings scheint sich der Klimawandel nicht an die Ideologie seiner Propagandisten zu halten. Der Januar war 1,6 Grad kälter als der übliche Schnitt von 1991 bis 2020.

Gasspeicher schon jetzt so leer wie im April 2025
So soll Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden im Landkreis Diepholz diese Woche nur noch einen Füllstand von 9,75 Prozent ausweisen. Bundesweit liegt der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland am Freitag bei 29,12 Prozent, das entspricht -1,02 Prozent im Vergleich zum Vortag. Demnach schrumpfen unsere Gasvorräte täglich um gut ein Prozent. Ab Mitte März könnten sie dann leer laufen.
Nur zum Vergleich: Erst im Frühjahr 2025 erreichten die Gasfüllstände nach der Heizsaison ihren Tiefpunkt am 1. April mit nur noch 28,83 Prozent. Der aktuelle Wert von 30,18 Prozent ist zudem deutlich niedriger als in den Vorjahren zu diesem Zeitpunkt und auch deutlich niedriger als der europäische Durchschnitt mit 39,23 Prozent.

Quelle: Bundesnetzagentur
Selbst wenn dramatische Kurven nicht mehr zu kaschieren sind, verbreitet die Bundesnetzagentur von Präsident Klaus Müller (Grüne) auf ihrer Netzseite zu „aktuellen Lagebewertungen“ rosaroten Optimismus:
„Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein.“
Da können sich die Gasspeicher so rasant leeren, wie sie wollen. Durchhalten scheint alles für den früheren obersten Verbraucherschützer und grüner Umweltminister von Schleswig-Holstein zu sein.
Schon Mitte Oktober vergangenen Jahres berichtete Tichys Einblick von einem drohenden Mangel in den deutschen Gasspeichern. Die Füllstände sahen schon vor Beginn der Winterperiode besorgniserregend aus, zumal die Heizperiode im Herbst bereits begonnen hatte. Also leerten sich die deutschen Gasreserven seit Oktober.
Doch die zuständige Politik redete wie auch heute mögliche Versorgungsprobleme schön oder wischte sie dank Beruhigungspropaganda der Bundesnetzagentur einfach beiseite – siehe oben.
Die Opposition blickt hingegen sehr besorgt auf die dramatische Versorgungslage angesichts des anhaltenden Winters, den es eigentlich laut Klimatologen nicht mehr geben dürfte. So warnt der nordrhein-westfälische AfD-Bundesabgeordnete Maximilian Kneller gegenüber Tichys Einblick: „Der drohende Gasmangel treibt Deutschland in eine teure Versorgungslage, weil wir jetzt gezwungen sind, zu hohen Marktpreisen Gas nachzukaufen.“ Das ignorante Verhalten der Bundesregierung führe für die Verbraucher nun zu steigenden Energiepreisen vor allem bei Gas.
Es ist eine alte Händlerweisheit, dass niedrige Speicherfüllstände, harte Winter und geopolitische Unsicherheiten durch Handel und Kriege Gaspreise an der Börse in die Höhe treiben. So ist durch die kalte Witterung in Teilen Europas der europäische Gaspreis deutlich gestiegen, musste selbst die Tagesschau derweil berichten.
Dazu warnt eine aktuelle Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI): Sollte die Kälteperiode bis Ende März andauern, könnte die Gasnachfrage um bis zu 120 Terawattstunden steigen. Um nicht unter einen kritischen Restspeicherstand von zehn Prozent zum Ende der Heizperiode zu sinken, müssten die europäischen LNG-Importterminals in diesem Szenario ihre Auslastung auf bis zu 90 Prozent steigern – und das dürfte ziemlich teuer werden.
Allein der Preissprung im Verlauf einer Handelswoche Mitte Januar betrug 25 Prozent. Das war der höchste Stand seit vergangenem Juli. Obendrein bezeichnen Rohstoffexperten der Commerzbank die Gasvorräte der EU als „ungewöhnlich niedrig“.
Die gestiegenen Einkaufspreise geben Gasversorger üblicherweise zeitversetzt an die Kunden weiter. Also demnächst wird es für Millionen Haushalte in Deutschland bald deutlich teurer. Wie kontert die Tagesschau kommende Preiserhöhungen: „Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürfte es jedoch kurzfristig nicht teurer werden.“ Für derartig beruhigende Informationen haben sich die GEZ-Gebühren doch wieder einmal gelohnt.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt: Deutschland hat ja noch seinen Außenkanzler Friedrich Merz von der CDU. Weil sich die Speicher leeren und die Preise für Flüssiggas als Ersatz für boykottiertes Russengas steigen, soll eine aktuelle Merz-Reise in die Golfregion nach Qatar neues Flüssiggas beschaffen.
Der Versuch ist nicht neu. Schon der umstrittene frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) war nach Doha gereist, um seine Verbeugungen zu machen. Doch die deutsche Gas-Krise ist bis heute nicht gelöst, weil auch die Klimaziele der EU eingehalten werden sollen. Denn die Brüsseler Bürokraten wollen auch aus diesem Grund keine langfristigen Handelsverträge mehr. Frieren scheint demnach auch eine Alternative.




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Angenommen wir kommen gerade so mit einem blauen Auge davon und Leerstand ist erst kurz vor dem Ende der Heizperiode, dann ist das Problem ja nicht weg. Wenn man die Kurven auf dem Diagramm anschaut, dann starten wir immer mit noch weniger Gas in den Winter als in den Vorjahren. Die haben es letztes Jahr nicht geschafft, zu 30 % gefüllte Speicher auf 90 oder gar 100% zu füllen, warum soll das dann mit komplett leeren Speichern funktionieren. Wenn also der nächste Winter so ist wie dieser und der herbeigebetete Klimawandel wandelt sich nicht, dann ist dieses Jahr schon an… Mehr
Wer sagt denn dass die Gasfüllstände wirklich so niedrig sind? Wer kann die „wirklichen“ Füllstände nachprüfen? Niemand von uns…auch Tichy nicht, auch nicht Nius oder Apollo…Vielleicht ist das alles nur gewünschte Panikmache? Kimawandelangst ebbt ab, Ukraine-Krieg verliert seine Wirkung, im Iran hats noch ned gescheppert, in Israel auch nicht….also braucht man ein anderes „Werkzeug“ um das Paniklevel hochzuhalten….GAS!!! und alle srpingen über das Stöckchen..auch und gerade die alternativen Medien… Ich sehe schon die Schlagzeilen bei der Tagesschau und den anderen Fake-News Medien im April und Mai „die Schwurbler hatten wieder mal unrecht“ , „die alternativen Medien verbreiteten wieder mal Fake–News“…ich… Mehr
das traurige daran ist, nicht nur diese Tatsache mit den Gasspeichern, sondern das die Schreiberlinge bundesweit einfach nicht wahrhaben wollen, das die Zerstörung Deutschlands und der Gesellschaft Absicht und nicht etwa Versehen oder Dummheit sind. Und solange sie ebenfalls nicht Roß und Reiter nennen in ihren Berichten, kann ich keinen großen Unterschied zu den Herrschenden feststellen. Man fragt sich als Bürger mit Hausverstand, gut von den Herrschenden in Berlin kann man nichts erwarten, aber das die schreibende Zunft ebenfalls schon auf diesem Niveau angekommen ist, und einfach nicht wahrhaben will, was einfach nicht sein darf, und das entsprechend kommentiert, das… Mehr
Sie denken hier einen falschen Ansatz. Die schreibende Zunft der Mainstreammedien ist nicht dazu über Fakten und Tatsachen zu berichten. Sie werden von unserer Regierung mit Werbeaufträgen und Subventionen bedacht, oder wie beim ÖRR mit Zwangsgebühren gemästet. Sie sind da um die Propaganda der Regierung zu verbreiten. Wenn sie es aus dieser Sichtweite betrachten verstehen Sie auch warum sie schreiben was sie schreiben.
Na logisch, weil die Medien den Herrschenden doch gehören. Beispiel SPD.
Moin,Folgerichtiger Artikel, der viel zu kurz springt. Werfen wir doch mal die Waspassiertdannmaschine an. Womit werden so riesige Stadtteile wie Berlin Marzan beheizt? Wie hoch ist der Anteil der Wohngeldempfänger? Wie hoch werden die Nebenkosten für die Niedriglöhner ausfallen? Lassen die ganzen Teslaner ihre Karre stehen? Oft haben die ja auch ne Wärmepumpe. Der Strom kommt ja vom Dach. Da kann man ja nachts prima wieder aufladen. Da wird die Stromrechnung ja nicht so schlimm werden. Davon haben wir ja ohnehin zu viel. Also ab damit in die Ukraine und noch Gas dazu. Damit der freche Hütchenspieler weiter seine Possen… Mehr
Da haben sich wohl einige zu sehr auf die Klimapropheten verlassen, nach denen strenge Winger für immer der Vergangenheit angehören.
Dem kann man leicht entgehen, wenn man einen ordentlichen Generator besitzt, den Treibstoff dazu als Vorrat hat, den Elektriker mit der Umschaltung und Funktion betraut hat und Abstand mit Dämpfung zum Wohnhaus hat um darüber viele Tage der politischen Einfalt zu überstehen, sofern nicht gerade die Räuber vorbei kommen, was bei dieser Gurkentruppe auch der Fall sein kann, aber selbst da kann man sich dagegen bei kleineren Chargen wappnen, denn wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Dieserhalb können dem autarken Bürger viele Menschen nur leid tun, weil sie Opfer einer verfehlten Politik geworden sind und das könnte man… Mehr
Moin,Zombis können Dosenravioli durch Kellerwände riechen.
Ein Generator im Freien und die hören Ravioli sogar.
LG
„Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr im Augenblick als gering ein.“
Die Agentur müßte bunte Scherzagentur heißen – Meister im Verschleiern! Was heißt denn eigentlich „im Augenblick“ ? Ein Tag, eine Woche oder 3 Stunden?. In gleicher Verdummungsliga: Gas „kurzfristig“ nicht teurer. Wollen die uns Verar … en ? Sie wissen es genau und rechnen mit der Blödheit der Leute.
Gas ist das eine traurige Kapitel deutscher Planwirtschaft .
Das andere Kapitel sind die unverschämten Benzin/ Dieselpreise in Deutschland .
Spanien liegt im Schnitt 0,50 Euro pro Liter unter dem deutschen Preis .
Was im Himmel veranlasst die deutsche Politik das Volk derartig sklavisch auszuquetschen .
Liegt es an der Duldungsmentalität der Deutschen ,der Obrigkeitsgläubigkeit ,der politischen Dummheit oder am „“ Willen des Herren „ ?
Gas ist teurer als im Rest der Welt ,Sprit ebenso und die deutsche Kartellpolitik aus Rotgrünmerzschwarz verbummelt sich darin die Welt zu retten .
Wenn man die Welt retten möchte, dann kostet das eben etwas. Ist doch nur Geld meinte Habeck. Dementsprechend verhalten sie sich. Und sie werden in jeder Wahl in ihrem Kurs bestärkt. Warum sollten die Altparteien dann etwas anderes tun?
„Sollte die Kälteperiode bis Ende März andauern, könnte die Gasnachfrage um bis zu 120 Terawattstunden steigen. Um nicht unter einen kritischen Restspeicherstand von zehn Prozent zum Ende der Heizperiode zu sinken, müssten die europäischen LNG-Importterminals in diesem Szenario ihre Auslastung auf bis zu 90 Prozent steigern – und das dürfte ziemlich teuer werden.“ Das ist wohl noch das kleinste Problem – dank Google habe ich einmal frei verfügbare Daten aufbereitet. Im WWW werden für die Schiffsgröße und – Geschwindigkeit von LNG-Tankern zwar keine exakten Zahlen, sondern nur Min/Max-Werte veröffentlicht – für eine überschlägige Plausibilitätskontrolle ist das jedoch ausreichend. LNG-Tanker fassen… Mehr
Weltweit sind derzeit aber nur rund 800 LNG-Tanker im aktiven Einsatz.
Und vermutlich sind deren Transporte für andere Auftraggeber schon eine gewisse Zeit im Voraus gebucht. Sprich man wird sie für den kurzfristigen Einsatz gar nicht beauftragen können. Folglich kommt nur das was bestellt worden ist. Wie viel das ist wäre hier interessant zu wissen.
..oder einige schlaue Makler haben schon eine Option auf die Tanker gebucht. Dann kommt deren Provision noch mal oben drauf.
Das meiste LNG-Gas bekommen wir wohl von Norwegen.
„Derzeit schrumpfen die Gasvorräte täglich, ab Mitte März könnten sie bereits leer laufen.“ – vielleicht hilft das manchem Wähler bei der Wahlentscheidung, es finden ja dieses Jahr doch einige statt.
Die Wahlen sind am 8. März. Bis dahin wird es keine Gasmangellage geben.