Pegida: Die Schweigsamen und das Lärmen der Medien

Gregor Gysis neue Volksfront

Am Anfang steht ja ein Trick, der historisch Verwüstung angerichtet hat. Es geht um die Volksfrontbündnisse der kommunistischen Parteien. Hier bezieht sich Volksfront insbesondere auf die Volksfrontbündnisse der in der Kommunistischen Internationale (Komintern) organisierten Kommunistischen Parteien (KPs) mit anderen Parteien und Organisationen im Europa der Zwischenkriegszeit in den 1930er Jahren. Ziel war es, mit anderen Gruppen, Kirchen und Verbänden eine gemeinsame Front herzustellen, um die eigentlich Absicht der Kommunisten zu verschleiern und ihnen mehr Durchschlagskraft mit Hilfe auch bürgerlicher Gruppen zu verschaffen. Die LINKE hat sich auf diese Tradition rückbezogen und agiert als Volksfront gegen Faschismus. Das verschafft ihr die moralische Überlegenheit, mit der sie von ihren eigenen Verbrechen gegen jede Form von Menschlichkeit und Menschenrechte ablenken kann. Das verschafft ihr Bündnispartner, die für den Kampf gegen den Faschismus alle sonstigen Vorbehalte aufgeben und sich einreihen in die Front der Kämpfer für das Gute.

Seither breitet sich der Faschismusverdacht in Deutschland immer weiter aus. Es wird nicht mehr differenziert zwischen liberal, neoliberal, konservativ, rechts und rechtsradikal bis nazistisch – es sind alle eben Nazis. Die CDU hat sich dagegen nicht gewehrt. Sie macht mit und diffamiert als unfreiwilliger Partner der Volksfront die AfD als „rechtsradikal“, hat sogar eine Art Kontaktsperre verhängt. Das führt dazu, das der Stadtrat der CDU, ein Elektromeister, nicht mehr mit seinem alten Kumpel reden darf, der Bäckermeister ist und für die AfD in den Rat gewählt wurde. Es ist die Volksfront gegen die AfD eben; wobei klar ist: Im nächsten Zug ist auch die CDU dran und wird als nazistisch diffamiert. Schon jetzt reden ja CDU-Politiker in allen Fragen so windelweich daher, weil sie genau dies Guillotine der Sprach-Richter indem Medien kennen, die jederzeit niedersausen kann. Wer auch nur auf das Geringfügigste gegen die Sprachregelungen des großen Verschweigens verstößt, den die neue Volksfront aus Linken und organisierten Minderheiten verfügt hat, ist politisch diskreditiert. Dafür feiert eine seltsame virtuelle Nazijägerei Erfolge, die im krassen Gegensatz zu der Tatsache steht, dass die Stimmenergebnisse für rechtsradikale Parteien im zählbaren Minimalbereich liegen und vermutlich die Hälfte der NPD-Mitglieder ohnehin beim Verfassungsschutz in Lohn und Pension stehen.

Auf dem linken Auge blind

Denn links darf man ja wie Blinzel-Özdemir die Sprache der Nazis einsetzen – stellen Sie sich vor, ein „Rechter“ hätte Mischpoke über die vielen vermummten schwarzen Schläger gesagt, die regelmäßig unter dem Deckmantel antikapitalistischer Demos verwüstend durch deutsche Städte ziehen? Dass die Demonstranten, die gegen „Rechte“ auf die Straßen sind, erkennbar gewalttätig sind und doch als Helden hochgejubelt werden? So angeleitet macht sich jeder Volontär virtuell auf die Jagd nach einem vermeintlichen Nazi, der irgendwo sein Unwesen treibt oder nach einem Versprecher in einem genuschelten Nebensatz, aus dem sich die direkte Verbindung zu Adolf Hitler ableiten lässt. Dass die Menschen das als unlautere Wortverdreherei empfinden, ist den Wortverdrehern noch nicht in den Sinn gekommen. Sie merken auch längst nicht mehr, dass sie auf dem linken Auge blind sind und nicht  recherchieren oder berichten, dass die neue Regierung Ramelow in Thüringen von ungefähr 6 Stasi-Spitzeln die Mehrheit geliehen erhält. Aber das ist ja gerade der Trick der Volksfront – eigene Vergehen werden tabuiisiert, die der anderen skandalisiert. Die Gutwilligen auf der Seite des Guten erkennen nicht die Strategie. Die neue Koalition unter der Führung der alten SED in Thüringen will in Zukunft nur noch Rechtsradikale vom Verfassungsschutz beobachten lassen, natürlich nicht mehr sich selbst. Ach ja, und es ist ja klar, das ist kein Modell für Berlin und die Erde eine Scheibe.

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Kommentare ( 531 )

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