Patrick Schnieder und Merzens nächster Rohrkrepierer

Merz’ Regierungsumbildung gerät zu einer einzigen Posse. Schon einmal wollte er Verkehrsminister Schnieder loswerden. Nun kündigte er ihm erneut den Abschied an, doch auch der erneute Anlauf scheiterte – dieses Mal offenbar am fehlenden Nachfolger.

IMAGO

Gestern machte das Gerücht die Runde, Merz habe die sogenannte „Regierungsumbildung“ nutzen wollen, um Verkehrsminister Patrick Schnieder loszuwerden. Ein Euphemismus ohnehin: Betroffen sind ausschließlich die Blockfreunde von der CDU, während die SPD-Minister unangetastet bleiben – und Schnieder hatte es gewagt, Klingbeil zu widersprechen. In einer SMS von Schnieder, die das Handelsblatt öffentlich machte, hatte der Verkehrsminister darüber informiert, dass Merz ihn entlassen hätte:

„Liebe Kollegen, der Bundeskanzler hat mir gestern am späten Nachmittag mitgeteilt, dass er mich als Verkehrsminister entlassen wird. Heute Morgen um 9.00 Uhr wird er dies u. a. in einer Pressekonferenz öffentlich machen. Ich wollte Euch vorher informieren. Die Zusammenarbeit mit Euch war hervorragend. Beste AG der Welt! Vielen Dank für Eure großartige Unterstützung!
Herzliche Grüße
Euer Patrick“.

Die Pressekonferenz ist vorbei, doch Patrick Schnieder ist noch im Amt und sein Name fiel auch nicht, nicht von Merz. Es heißt, Schnieders designierter Nachfolger hätte abgewunken. Wenn Chaostage zur Normalität werden.

Zum Hintergrund: In Merzens „Herbst der Reformen“ 2025 verschoben trickreich Klingbeils Beamte über 10 Milliarden Euro aus dem Verkehrsbereich des Bundeshaushaltes in das sogenannte Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz, also in Merzens und Klingbeils Sonderschulden. Das Problem für den Verkehrsminister bestand und besteht darin, dass er nicht eine Straße, nicht eine Brücke davon bauen kann und genehmigte Bauprojekte jetzt deshalb liegen bleiben. Das kümmert natürlich die Bewohner von Neu-Versailles, Merz und Klingbeil, herzlich wenig, solange genügend Geld fürs Ausland und für Merkels neues Volk da ist.

Trotz Schuldenorgie
Minister Schnieder fehlt das Geld für den Schienenbau
Denn die Mittel aus dem Infrastrukturfonds darf Schnieder nicht für den Neubau von Straßen, Brücken und Tunneln einsetzen, sondern nur für die Sanierung von Tunneln und Brücken, weil Klingbeils Dogma „Erhalt vor Neubau“ gilt. Das aber, wandte Schnieder in der Fraktion öffentlich ein, würde den Stopp von 74 Neubauprojekten bedeuten. Klingbeil, der mit Finanzlöchern in Deutschland kämpft, weil er das Geld sonst wohin überweist, schließlich müssen die Ukraine und Syrien wieder aufgebaut werden und das Klima-Kartell in Saus und Braus leben, ließ Schnieder kalt „abtropfen“, denn er wusste, dass Merz kuschen und sich auf die Seite des sehr sensiblen Genossen Klingbeil schlagen würde.

Zwar dürfe Schnieder die Gelder in seinem Etat hin- und herschieben, aber die Regeln für Klingbeils Sonderschulden werden nicht verändert. Die Einigung dürfte hinter Schnieders Rücken erfolgt sein. Der Verkehrsminister äußerte laut Bild: „Die Menschen haben ein Problem damit, dass wir 500 Milliarden aufgenommen haben, aber es nicht schaffen, baureife Projekte zu finanzieren.“ Das missfiel Merz. Zudem brachte Schnieder allzu deutlich in der Fraktion das Problem des Bundeskanzlers auf den Punkt: „Wenn es so bleibt, braucht man keinen Verkehrsminister mehr, dann kann man den Finanzminister entscheiden lassen.“

Eigentlich wollte Merz damals schon den Minister schassen, doch da kam ihm der Wahlkampf in Rheinland-Pfalz in die Quere, in der Patrick Schnieders Bruder Gordon als Spitzenkandidat für die CDU zur Landtagswahl antrat – und Merz ruderte zurück. Doch Widerworte erträgt der Kanzler nicht, der sich immer mehr, wie die „Regierungsumbildung“ zeigt, mit Ja-Sagern umgibt.

Zwei Minister mit CDU-Parteibuch stören Merz noch im Kabinett, der eine ist Patrick Schnieder, die andere Katherina Reiche. Schnieder endlich loszuwerden, ist ihm wieder einmal, wie man in Berlin früher sagte, als Berlin noch Berlin und nicht Neu-Versailles war, gründlich vorbeigelungen.

„Wir haben nur noch diesen einen Schuss“
Merz bildet die Regierung um – und alles wird noch schlechter
Dass sich der tollste Reform-Merz mit der tollsten Reformregierung im besten Deutschland, das wir je hatten, in seiner Regierungsumbildung nur an die Minister mit CDU-Parteibuch wagte und nicht auch an die SPD-Minister, weder an Bas, Radovan oder Schneider, wird keine Freude in der Unions-Fraktion bei den CDU-Abgeordneten hervorrufen und zeigt, dass Friedrich Merz in der Regierung der König Johann Ohneland ist. Und selbst der war im Vergleich mit Merz noch eine Lichtgestalt.

Friedrich Merz hat ein Alleinstellungsmerkmal, er ist der Bundeskanzler, dem alles misslingt. Selbst die Regierungsumbildung als große Reform gedacht endet als Rohrkrepierer. In der Skandal-Causa Patrick Schnieder zeigt sich die Unfähigkeit des Bundeskanzlers Friedrich Merz, sich gegen den eigentlichen Regierungschef Lars Klingbeil durchzusetzen, er schlägt lieber auf die eigenen Leute ein. Und er liebt es, beklatscht zu werden. Wie wäre es mit Amthor als Verkehrsminister? Gut klatschen kann der doch und schlägt dabei jeden Duracell-Hasen.

Die Peinlichkeit seiner Personalrochaden offenbaren die Unfähigkeit eines Regierungschefs, von dem man den Eindruck gewinnt, dass der in einem Paralleluniversum lebt. Ansonsten herrscht nur Niedergang. Soeben kommt die Meldung, dass der Batteriehersteller Varta Insolvenz anmeldet und dessen Zerschlagung droht. Eine von inzwischen vielen Meldungen, an die wir uns gewöhnen, wie wir uns an die Morde von Migranten an Deutschen gewöhnen sollen.

Es ist nicht etwa so, dass der Bundeskanzler als Löwe springt und als Bettvorleger landet. Er hüpft nur müde als Bettvorleger und landet auch als Bettvorleger eines Bettvorlegers.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 59 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

59 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
ceterum censeo
21 Tage her

Hahaha – selbst im Rausschmeißen scheitert diese Niete! Kann der überhaupt was? Außer Sprüche klopfen und Bürger beschimpfen?

Hieronymus Bosch
21 Tage her
Antworten an  ceterum censeo

Ja, es wundert einen, dass die Lusche Laschet nicht wieder aus der Versenkung emporgezogen wird!

ceterum censeo
20 Tage her
Antworten an  Hieronymus Bosch

Bei DIESER Personaldecke eine berechtigte Frage. Aber wo sollte diese Aachener Printe denn arbeiten? Im noch zu schaffenden Lach-Ministerium?

joly
21 Tage her
Antworten an  ceterum censeo

Frage: Hat er schon mal etwas gekonnt – als Politiker? Außer seiner Bierdeckel-Idee als Steuererklärung.

ceterum censeo
21 Tage her
Antworten an  joly

Es ist jetzt eine Stunde her, wo Sie die Frage gestellt haben. Mir ist immer noch nichts eingefallen…

RBoo
20 Tage her
Antworten an  joly

Ja, er ist ein exzellenter Wahlkämpfer mit markigen Sprüchen. Und er kann durch seine arrogante Art jeden, der Widerspruch leistet, medienwirksam zusammenfalten. Da er keine politischen Visionen hat, sollte er sich auf Wahlkampf beschränken. Er ist als Kanzler ein Totalausfall.

Adlershofer
21 Tage her

Ich hasse die Abrissbirne aus der Uckermark abgrundtief, aber in einem hatte sie recht über Merz: „Er Kann es nicht!“

Siggi
21 Tage her
Antworten an  Adlershofer

Bei beidem stimme ich Ihnen zu. Sie war das Initial für die DDR 3.0

Reinhard Schroeter
21 Tage her
Antworten an  Siggi

Das sie 16 Jahre im Kanzleramt hocken konnte hat diese inofizielle Mitarbeiterin des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR , einzig und allein dem Wähler in Westdeutschland zu verdanken .
Eine einfache Frage der Mathematik.
Selbst dann wenn der ganze Osten seine Stimme der Bolschewistin gegeben hätte, sie wäre niemals auch nur in die Nähe des Kanzleramts gekommen .

DDRforever
21 Tage her
Antworten an  Reinhard Schroeter

Weil sie so klug sind diese BRD Bürger und immer sind die anderen schuld.

RBoo
20 Tage her
Antworten an  DDRforever

Die Westler, zu denen ich gehöre, haben durch ihre Sozialisation Defizite bei Indoktrination und Propaganda, ihnen fehlt ein gesundes Misstrauen gegenüber „etablierten“ Medien/ÖRR sowie gegenüber dem Staatsapparat („unsere Demokratie“). In meinem Bekanntenkreis gibt es aber auch Ostler, die sich wenig um Politik kümmern und die Mutti eigentlich ziemlich gut fanden. Ja, Sie konnte viele sehr lange täuschen. Für mich ist jedoch wichtiger, wie wir im Jetzt solche sozialistischen Politiker loswerden!

Koeller
20 Tage her

Ich sehe vor meinen Augen den erfreuten Vater Jens Spahn mit seinem Partner in den USA ihr neues Familiengluck genießen und sich krank lachen. Jede Wette, der verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die Geschehnisse in Deutschland. Was auch immer sein Plan war , den er sich vielleicht anders gedacht hatte, eines hat er erreicht, er hat Merz vorgeführt und das dürfte uneingeschränkte Freude bei ihm auslösen . Wie es mit dieser Trümmertruppe jetzt weiter geht, wird interessant werden. Wie Linnemann sich als Gesundheitsminister profiliert darauf darf man auch gespannt sein. Mein Gott, wo sind wie nur hingeraten ?

RA.Dobke
18 Tage her
Antworten an  Koeller

Eine <Revolution> unter Einhaltung des GG wäre doch ein Weg, oder?

Nibelung
20 Tage her

Und dabei machen sie der blauen Opposition ständig Vorwürfe sie hätten nicht das richtige Equipment für eine Regierungsbildung und wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, denn nun belegen sie noch selbst, wie schlecht es um sie bestellt ist und wenn man auf die Roten blickt ist es noch weit schlimmer, von den Grünen ganz abgesehen, die allesamt nichts taugen und überflüssig sind, seit die Welt sie erschaffen hat in den fünfziger Jahren, was nun in höchster Blüte steht.

Ernst K.
20 Tage her

Das Personaltheater der Regierung nimmt breiten Raum in der Öffentlichkeit ein, ideal, um die brutale Realität zu verdecken. Und ein Großteil der Wähler glaubt, daß sich mit dem Austausch der Statisten etwas ändert.
So sehen wir einfach zu, wie unser Land den Bach runter geht und freuen uns über jede, noch so nachrangige Ablenkung.
Gut zwei Drittel kapieren nicht mal das und stützen die für den Verfall unseres Landes verantwortlichen Parteien. Offenbar muß es noch viel schlimmer werden, ehe es der Wessi kapiert.

RBoo
20 Tage her
Antworten an  Ernst K.

Volle Zustimmung. Definitiv wird es noch sehr viel schlimmer werden. Für politische Richtungsänderungen müssten „schwere Geschütze“ aufgefahren werden. Die Bürger müssten sich eine Verfassung geben

  • in der die politischen Parteien keine Macht mehr haben.
  • in der nur Direktmandate in das Parlament kommen.
  • in der durch Abstimmungen (direkte Demokratie ähnlich der Schweiz) in die Politik eingegriffen kann.
  • in der Verfassungsrichter und Staatsanwälte vom Volk gewählt werden.

usw. Zudem muss der Einfluss der Europäischen Union auf die deutsche Politik beendet werden. Also ich denke, vorerst wird sich nicht viel ändern…

gast
21 Tage her

Wahrscheinlich hat der potentielle Nachfolger bemerkt, die haben ihm das Geld weggenommen, was soll ich denn da machen? Für Brückenbau in der Ulraine bin ich doch nicht zuständig.

Jerry
21 Tage her

Der letzte Absatz ist super 👍

puke_on_IM-ERIKA
21 Tage her

Jeder im Pinocchio Kabinett ist Mitglied einer Loosertruppe. Angeführt vom Oberlooser, der sich wie Bolle auf die Ostwahlen freuen darf !

DDRforever
21 Tage her

All das stimmt und was wird passieren? Na der kluge BRD Bürger wählt Rot Grün, so wie immer. Ihr Deppen zerstört alles und freut Euch noch das der CO2 Ausstoß sinkt.

Willi4
21 Tage her

Wenn Merz „Prinz John (ohne Land) ist, wer ist dann der sherif von Nottingham? Ich vermuteder mit dem Beil im Namen.

Shipoffools
21 Tage her

Ich dachte zuerst Schneider. Wtf is Schnieder? Das wäre ja aber auch zu schön gewesen. SPDler haben Bestandsschutz. Das kommt in der CDU wohl richtig gut. Das Eis für Fritze ist nicht mehr nur dünn, es gibt es nicht mehr. Open Waters, der Fritze muss nunmehr über das Wasser gehen können. Fritze der Strahlende.

Siggi
21 Tage her

Bei all den selbstverschuldeten Pannen, kommt diese Versagerregierung nicht mehr dazu Politik zu machen. Bis die nächsten eingearbeitet sind, sind die schon wieder auszutauschen. So wart jeder einmal Minister und hat ausgesorgt.