Die Unterdrückung der Christen in muslimischen Ländern

Der muslimische Fastenmonat Ramadan hat nach eigenem Selbstverständnis eine starke soziale Komponente. Das loben auch deutsche Politiker. Fastende Muslime denken an die Armen und Schwachen. Ramadan ist damit ein guter Anlass, einmal auf das Schicksal der Christen in islamischen Ländern hinzuweisen.

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Louis Witter

Muslime genießen in Deutschland Religionsfreiheit, werden staatlich mit Steuergeldern unterstützt und dürfen ihre religiösen Praktiken in der Öffentlichkeit und manchmal sogar in Kirchen ausleben. Wie sieht das bei Christen in Marokko aus, einem Land, das unter den muslimischen Ländern als „gemäßigt islamisch“ gilt? In dem Länderranking der Christenverfolgung, das von Open Doors erstellt wird, lag Marokko in den letzten fünf Jahren zwischen Platz 21 und 29.

In Marokko ist der Islam Staatsreligion. Der Staat ist per Verfassung verpflichtet, den Islam zu fördern und die muslimische Einheit des Landes zu wahren. Umgekehrt heißt das, dass es die Aufgabe des Staates ist, den christlichen Glauben zu unterdrücken.

Es gibt in Marokko schätzungsweise 30.000 marokkanische Christen, die vom muslimischen Glauben zum Christentum konvertiert sind (0,075 % der Bevölkerung). Sie müssen ihren Glauben streng geheim halten. Es ist ihnen verboten, ihren Glauben gemeinschaftlich zu leben. Die einzigen offiziellen Kirchen des Landes, die von den ausländischen Christen in Marokko unterhalten werden, dürfen von marokkanischen Christen nicht besucht werden.

Ein großes Problem ist der Artikel 220 des marokkanischen Strafgesetzbuches, der die „Erschütterung des Glaubens eines Muslims“ unter Strafe stellt. Dadurch dürfen Christen anderen Menschen nicht von ihrem Glauben erzählen, weil sich ein anderer dadurch in seinem muslimischen Glauben erschüttert fühlen kann. Die Bestrafung der Christen kann darin bestehen, dass sie ihr Erbrecht verlieren oder dass ihnen das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen wird.

Die Regierung und die Gesellschaft erkennen den christlichen Glauben nicht als legitime Religion an, so dass die Hochzeit eines Christen nach muslimischem Ritus durchgeführt wird. Auch eine Beerdigung geht nur muslimisch auf dem muslimischen Friedhof durch den Iman mit dem Zitieren des Korans.

Christliche Literatur ist verboten und kann nur geschmuggelt werden. Bei Hausdurchsuchungen wird alles Christliche eingezogen inklusive Laptop oder Handy, auf dem Bibelverse gespeichert sind. Die Christen sind beim Staatsschutz gut registriert und können jederzeit verhört werden.

Eltern dürfen ihren Kindern keine christlichen Namen geben. Selbst wenn es dazu kein Gesetz gibt, so verweigern die Behörden, christliche Namen anzuerkennen und zu registrieren.

Jedes Kind muss den islamischen Schul- und Religionsunterricht mitmachen.

Eine marokkanische Christin darf nur dann einen ausländischen Mann heiraten, wenn dieser zuvor Muslim wird. Da die Christin offiziell als Muslimin gilt, gilt für sie das muslimische Recht, nach der eine muslimische Frau keinen nichtmuslimischen Mann heiraten darf.

Muslime fordern weltweit die Religionsfreiheit für ihre eigene Religion. Aber die Gläubigen anderer Religionen, Atheisten oder Agnostiker behandeln sie in erschreckend vielen muslimischen Ländern wie Verbrecher.

PS. Für alle Leser von TichysEinblick, die mal Interesse haben, eine Predigt von mir in einer lebendigen Gemeinde zu erleben, sind am 8.3.2026 um 10.00 Uhr herzlich eingeladen in die evangelische Gemeinschaft Lützel, In den Eichen 2, 57271 Hilchenbach-Lützel. Gerne können Sie mich nach dem Gottesdienst persönlich ansprechen.

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Kommentare ( 22 )

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22 Comments
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Fralarovi
1 Monat her

Selbst KI unterrstützt das Christentum, wenn es instruiert wird, sich an die verfügbaren Fakten zu halten. Elon Musk’s AI Was Asked „Who Is Jesus?“ — What It Said Shocked Christians and Atheists – YouTube Viele christliche Apologeten haben das schon längst bestätigt. Jesus von Nazareth: Tatsachen und Argumente für die Wahrheit der Evangelien (Edition C. Unterreihe T – Taschenbücher) : McDowell, Josh, Wilson, Bill: Amazon.de: Bücher Amazon.de:Kundenrezensionen: Jesus von Nazareth Die Fakten des Glaubens: Die Bibel im Test. Fundierte Antworten auf herausfordernde Fragen an Gottes Wort : McDowell, Josh, Bright, William B., Horn, Friedhilde, Wilke, Dirk: Amazon.de: Bücher Gregor Mendel,… Mehr

Fralarovi
1 Monat her

Im Gegensatz zur christlichen Ideengeschichte haben atheistisch-/kommunistische oder islamische Gesellschaften z.B. im Laufe der Geschichte nirgendwo ORIGINÄR demokratische Denkweisen hervorgebracht. Amazon.com: The Victory of Reason: How Christianity Led to Freedom, Capitalism, and Western Success: 9781400062287: Stark, Rodney: Bücher Siehe auch „Das Buch der Mitte“ des indischen Sozialreformers Vishal Mangalwadi: Amazon.de : mangalwadi vishal Jesus Christus bestätigte in Mt. 7,12 mit der Goldenen Regel den ethischen Kern des jüdisch-christlichen Weltbildes. Wenn wir nicht ZULASSEN wollen, dass wir selbst belogen, betrogen, bestohlen, enteignet, verleumdet, entmenschlicht, versklavt und getöt werden, dürfen wir auch nicht ZULASSEN, dass andere belogen, betrogen, bestohlen, enteignet, verleumdet, entmenschlicht,… Mehr

Deutscher
1 Monat her

Naja, Monotheisten gegen Monotheisten. Was soll auch dabei rauskommen, wenn es nur einen Gott gibt und jeder den einzig wahren für sich beansprucht? Das Christentum kam genau so mit Willkür und Gewalt über Europa wie der Islam. Beide sind verzichtbar. Jesus verachtete die Schriftgelehrten für ihre tumben Dogmen nicht von ungefähr. Er wäre heute sicher konfessionslos.

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Deutscher

Gott hat die mehreren Religionen auf die Erde geschickt, damit sich keine zu sicher sein soll, vermutlich.

Hoffentlich kommt Pfarrer Zorn bald mal darauf zu sprechen, welchen Bekenntniszwängen 10- bzw. 14-Jährige bei Kommunion und Konfirmation wie auf dem Fließband durch ihre jeweilige Kirche ausgesetzt sind.

Was weitere Betrachtungen impliziert, wie es um die Freiheit im Christentum bestellt ist, das bekanntlich auf einer hierarchischen Struktur beruht mit einem Gott an der Spitze, nach dessen Willen es gehen soll (Quelle: Vaterunser).

Ich sage nicht, dass dies ein Fehler ist, nur dass es, obwohl essenziell, viel zu wenig präsent ist.

Fralarovi
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

Wichtig wäre es, die Fakten zu berücksichtigen.
Die Tatsache der Auferstehung : McDowell, Josh, Limper, Klaudia, Otten, Dieter: Amazon.de: Bücher
Selbst KI bestätigt die historischen Grundlagen des christlichen Menschenbildes, wenn sie angewiesen wird, die relevanten Fakten zu berücksichtigen.
Elon Musk’s AI Was Asked „Who Is Jesus?“ — What It Said Shocked Christians and Atheists – YouTube

Jesus von Nazareth : Amazon.de: Bücher

Kassandra
1 Monat her

Tja. Auch in Marokko hat der Islam lange übernommen: https://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_Marokko
Weshalb gelingt aber nicht zu übertragen, dass auch wir hier kujoniert und dezimiert werden, gewinnt der Islam an Stärke?

Marcel Seiler
1 Monat her

So ist das mit dem Islam. Er fordert gern Toleranz für sich. Aber wenn er erst mal am Drücker ist, gibt er anderen Religionen wenig Toleranz. Er duldet andere Religionen vielleicht, wenn er von ihren Anhängern Ungläubigen-Tribute kassieren kann.

Ich habe nichts gegen Muslime persönlich, warum sollte ich. Aber wegen der oben genannten Eigenschaft ihrer Religion muss die Anzahl der aktiven Muslime in Deutschland klein bleiben.

Retlapsneklow
1 Monat her

« Für alle Leser, die mal Interesse haben, eine Predigt von mir in einer lebendigen Gemeinde zu erleben, sind am 8.3.2026 herzlich eingeladen in die evangelische Gemeinschaft Lützel »

So lebendig wie 460 Einwohner abzüglich Katholiken und Abstinenzler sein können. Gute Idee, die eigenen Jünger mitzubringen. Man predigt ungern vor leeren Bänken.

Mal in den Wahlkalender geguckt: An jenem Sonntag sind die Baden-Württemberger wegen der Landtagswahl verhindert, und alle anderen warten aufs Ergebnis. Dabei dachte ich ohenhin, dass die Predigten schon jede Woche hier stehen.

achijah
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

In Lützel predigt keiner vor leeren Bänken. Da sind so viele Familien und junge Leute. Lösen Sie sich bitte mal von Ihren arroganten Vorurteilen.

Und im Vorwort zum Sonntag gibt es Vorwörter zum Sonntag, kein Wort zum Sonntag. Hier stimmen Form und Inhalt überein.

Warum stänkern Sie gegen Menschen wie mich, der Ihnen vielleicht politisch nahe steht?

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  achijah

« Warum stänkern Sie gegen Menschen wie mich, der Ihnen vielleicht politisch nahe steht? »

Vielleicht, weil Sie keinen Humor haben, was teils daran liegen mag, dass Sie sich zu viel aufs Wort versteifen statt sich einen passenden Begriff vom Gelesenen zu machen und auch Parallelen zu akzeptieren, die eng beieinander liegen. Ich denke nicht, dass Sie in der Kirche predigend ein anderer sind.

Wie enorm viele evangelische Familien gibt es denn bei brutto 460 Einwohnern, die längst nicht alle in die Kirche gehen? Was wollen Sie vorspiegeln? Glauben Sie, man kann selber keinen Eindruck haben, wie Besucherzahlen normalerweise aussehen?

Last edited 1 Monat her by Retlapsneklow
Rosette
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

Freikirchen haben häufig einen deutlich über die Kommune hinausreichenden Einzugsbereich. Da fährt man dann für den Gottesdienst 20 km, weil er es „wert“ ist. Vielleicht liegt es daran, dass man dort Gottes Wort hören kann, dass nach der Bibel gepredigt wird …
Ich bin jedenfalls neugierig, Herrn Zorn einmal zu hören und nicht nur von ihm zu lesen – Danke für den Hinweis auf den Stream!

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  Rosette

Auch ich wäre neugierig, Herrn Zorns Kirchenpredigt zu hören. Ich hatte weiter unten bewusst um Manuskripte früherer seiner Predigten gebeten. Ich habe auch nichts dagegen, wer sich das anschaut. Eine (ggf vorab beeinflusste) Einzelpredigt ist jedoch nicht sonderlich signifikant.

Ich zweifle allerdings, dass ein Mensch ein anderer ist, wenn er von der Kanzel redet statt schreibt. Herrn Zorns prioritärer politischer Fokus ist wohlbekannt. Ich fürchte jedesmal um die Religion

Zu konkreten Besucherzahlen hat übrigens noch niemand etwas aufgezeigt. Man verzeihe mir meinen Hang zur Objektivität und Erwartung an objektive Ehrlichkeit.

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  achijah

« …wie mich, der Ihnen vielleicht politisch nahe steht? »

Worüber ich mir ganz sicher bin, ist, dass meine religiösen Auffassungen sowie potentiellen Perspektiven in keinem der politischen Angebote abgebildet werden.

Politische Eingenommenheiten verbiegen die Religion, teils ins Absurde, und verderben sie damit letztlich stellenweise bis zum schieren Gegenteil.

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

Die „Predigten“ sind mir persönlich noch viel zu seicht.
Das Problem dabei ist allerdings, daß es hier nur wenige gibt, die Herrn Zorn nicht zustimmen.
Ich habe übrigens den allergrößten Respekt vor Leuten, die auch bei einem kleinen Publikum glauben, daß die Worte nicht „verloren“ sind!
Und dann denke ich gleichzeitig an die meist geschönten Zahlen von sog. Demonstranten. Mein Fazit: In Lützel werden vielleicht nur 10 aufrichtige Menschen zum Gottesdienst kommen, aber auf den Demos gegen rechts etc. pp. befinden sich regelmässig mehrere tausend Volltrottel…!

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  verblichene Rose

« Das Problem dabei ist allerdings, daß es hier nur wenige gibt, die Herrn Zorn nicht zustimmen »

Nicht anders zu erwarten, dass die gut Bedienten in der Mehrheit sind, weil sie bekommen, was sie hören möchten. Profan. Davon hängen religiöse Richtigkeit und auch sonst Wahrheit nicht ab.

Andere gehen weg, sind aber nicht weg. Aber für manche Dagebliebenen gibt es nur das, was sie sehen können. Die wissen am wenigsten von der Welt und sich selbst.

Den aufgeblasenen Elefanten in Lützel haben Sie ja nun auch implizit bestätigt. Das Aufbrezeln zahlt sich einfach nicht aus.

Last edited 1 Monat her by Retlapsneklow
verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Retlapsneklow

…Die wissen am wenigsten von der Welt und sich selbst…
********
Ich habe möglicherweise schon mehr vergessen, als Sie jemals wussten!

Rosette
1 Monat her

Lieber Herr Zorn, vielen Dank für den Hinweis auf Ihren Predigtdienst – wird er auch gestreamt? Das würde auch aus weiterer Entfernung die Teilnahme ermöglichen. Dann würde ich mich über eine Ergänzung unter diesem Artikel sehr freuen.

achijah
1 Monat her
Antworten an  Rosette

Liebe „Rosette“. Der Gottesdienst wird tatsächlich gestreamt. Aber nur zur Live-Zeit um 10 Uhr am nächsten Sonntag 8.3.26. Der Weg dahin: „youtube.com“ und dann „Evangelische Gemeinschaft Lützel“.

Retlapsneklow
1 Monat her
Antworten an  achijah

Danke für den späten Hinweis.
Warum ist Ihre Predigt nur live zu sehen, während die vorhandenen, früheren Gottesdienste (mit anderen Predigern) auf besagtem Kanal bis ins Jahr 2021 und wahrschl. länger nachträglich zu sehen sind (allerdings ohne Schwenk ins Publikum)?

Andere Idee: Könnten Sie vorhandene, schriftliche Manuskripte einiger Ihrer früheren Predigten, egal wo gehalten, hier veröffentlichen (aus Gründen des Zeitaufwands für Leser)? Sagen wir davon fünf aufeinanderfolgende?

verblichene Rose
1 Monat her

Leider ist Hilchenbach-Lützel für mich nicht gerade „um die Ecke“😊
Aber wenn Sie mal in Hamburg/Umgebung sind, höre ich Ihnen sehr gerne zu und würde Sie auch gerne persönlich kennenlernen!
Bis dahin alles Gute und für die Predigt sei der Herr mit Deinem Geist.
Wenn Sie übrigens etwas von Ihren Worten veröffentlichen könnten; ich würde sehr gerne davon erfahren.
Hier werden Christen ja Gott sei Dank noch nicht verfolgt.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  verblichene Rose

Wiewohl man nicht genau wissen kann, weshalb manche von anderen inzwischen hier gemessert oder noch ganz anders gequält und ins Jenseits gebracht werden. Der Auftrag in deren Kampfbefehlen ist eindeutig – und der Mörder von Solingen hat sich darauf bezogen: https://www.zukunft-ch.ch/wp-content/uploads/2017/03/Zukunft-CH-Infoblatt-Kampfbefehle-im-Islam.pdf

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Kassandra

Das ist für mich keine Herausforderung, sondern gehört (neuerdings) zum „normalen“ Lebensrisiko dazu. Wiewohl das auch potentielle Angreifer verinnerlichen sollten, denn ich liesse mich unter keinen Umständen einfach abschlachten!
Was aber dieser „Staat“ und seine Büttel wissen sollten ist, daß ich vom Verteidiger zum Angreifer würde, wenn man mir meine Religion/Glaube oktroyieren wollte! Und das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.