Für Grünwoke gelten keine Regeln

Kommt einer an die Grenze und sagt Asyl, darf er über die Grenze und auf Kosten der Steuerzahler bleiben. Kommen die Gewesslers an die Grenze zwischen Recht und Unrecht, haben sie recht, wenn sie Klima sagen.

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„Eine Umweltpolitikerin, die gegen Renaturierung stimmt, wäre rücktrittsreif.“
„Eine Bundesministerin, die gegen geltendes Recht verstößt, wäre rücktrittsreif.“
Schreibt Gernot Bauer in der Profil-Morgenpost.

„Umweltministerin Leonore Gewessler hat mit ihrem ‚Ja‘ zum EU-Umweltschutzgesetz (auch Renaturierungsgesetz) politisch alles richtig gemacht.  „… die richtige politische Strategie kurz vor der Nationalratswahl. Gewessler hat offensiv gespielt … haben die Grünen in den fünf Jahren ihrer Koalition mit der ÖVP viel zu selten probiert … Gewessler schärft ihr persönliches Profil – und das der Grünen … “ Schreibt Barbara Tóth auf Falter.maily und sagt voraus, „Gewessler (wird) vom Märtyrerinneneffekt profitieren: Seht her, für die ÖVP ist es also Amtsmissbrauch, wenn ich die Natur schützen will.“

In Österreich sind im September Nationalratswahlen. Da ist jetzt alles Wahlkampf. Aber das interessiert mich hier nicht, auch nicht, ob Gewessler und wogegen juristisch verstoßen hat, als sie gegen den Kanzler und gegen die Mehrheit der Bundesländer in Luxemburg abstimmte, und damit den Ausschlag gab, ob das „Renaturierungsgesetz“ beschlossen wird oder nicht.

Mein Punkt ist der: Gewessler hat sich mit ihrem Verhalten zu denen auf die Straße gesetzt, die den Verkehr blockieren ohne Rücksicht auf andere Bürger, und von denen deshalb einige im Gefängnis sitzen, weil sie ihre Geldstrafen nicht bezahlen. Gewessler hat als eine von denen gehandelt, die überzeugt sind, sich jederzeit über die Regeln erheben zu dürfen, weil sie für „Klimaschutz“ sind und für die Große Transformation.

Aber Gewessler, Genossen und ihr Handeln sind gar nicht das Problem. Dass die Grünwoken so sind, wissen alle, die ihre Augen offen haben. Dass die vereinte Medienschar es für selbstverständlich hält, dass für Grünwoke keine Regeln gelten, das ist der Skandal.

Kommt einer an die Grenze und sagt Asyl, darf er über die Grenze und auf Kosten der Steuerzahler bleiben. Kommen die Gewesslers an die Grenze zwischen Recht und Unrecht, haben sie recht, wenn sie Klima sagen.

Übrigens: Ob das den Grünen bei der Nationalratswahl hilft, ist nicht ausgemacht.

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Kommentare ( 20 )

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Soistes
1 Monat her

Die Grünen sind U-Boote der AFD/FPÖ. Weil nur durch konsequente Rückführung Mitteleuropas auf einen Agrarstaat in der Art des Vordenkers Morgenthau werden wir die Einwanderer wieder los. Und das ganz ohne Zwangsmaßnahmen. Hurrah.

w.k.
1 Monat her

Chancen der Grünen an zukünftige Regierungsbeteiligung- keine. Schon die EU-Wahl hat gezeigt, dass die Mehrheit die für gefährliche Blender hält . Egal, was die anstellen in D oder Ö, durch die fühlen wir uns, wie Fremde im eigenen Land. Das wird nicht durchgehen.

gast
1 Monat her

Ich weiß ja nicht, was sich dahinter verbirgt aber eine Renaturierung wäre doch sehr wünschenswert. Sümpfe, Moore und vor allem Gewässer, die in Kanäle unter die Erde gezwungen wurden und somit Wälder verdursten lassen, die wieder aufleben zu lassen, bietet eine unvorstellbare Fülle an Lebensraum.
Flüsse, deren Auen respektiert werden, ertränken auch keine Ortschaften im Hochwasser. Wenn das der Plan ist, hat sie als Grüne doch einmal richtig gehandelt.

cernunnos
1 Monat her
Antworten an  gast

Mag alles sein. Aber ich sehe nach all den Jahren keinerlei Grund mehr irgendeinem Grünen einen Vertrauensbonus zu gewähren. Was Grüne anfassen, stirbt ab.

h.milde
1 Monat her

Die Ö-GRÜNEN Sozialisten, wollen wohl wieder einen „Anschluß“ an die D-GRÜNEN & WEF-Sozialisten? Erinnert das irgendwie an 1938?

bfwied
1 Monat her

Die Grünen hebeln überall, wo sie sind, die Gesetze aus. Klar, sie wollen ja auch ein anderes Volk, wie die SED seinerzeit auch. Solange das Volk ihnen das durchgehen lässt, machen die so weiter, denn sie sind „Erleuchtete“, und das auch ohne jede Bildung und ohne Fachkenntnisse sowieso. Sie verstehen auch nichts von Wissenschaftlichkeit bzw. der wissenschaftl. Arbeitsweise, was zu den berühmten angeblichen 97 % führt und zu der Hockeystick-Kurve und zu dem selbst vom IPCC verdammten 8,5-Szenario. Die Grünen müssen die Länder erst total zerstören als wissenschaftl.-technologisch hochstehende Länder. Erst dann sehen die Leute, welchen Weg die als segensreich… Mehr

Martin Buhr
1 Monat her

Grundsaetzlich sehe ich es als eine dringende Notwendigkeit an , bei all unseren Entscheidungen , das Recht auf Leben und Ueberleben unserer Mitgeschoepfe auf Erden nicht unberuecksichtigt zu lassen . Dies allerdings einer bis ins Mark dogmatischen Sekte zu ueberlassen , deren Mitglieder einen Bildungsstand nachweisen , der nun wirklich allseits bekannt sein duerfte , halte ich fuer fatal – und zwar fuer unser aller Wohlergehen , dem menschlichen , tierischen wie auch pflanzlichen . Eine Sekte , die sich gebaerdet , als seie sie der Schoepfung laengst weit voraus und als habe sie die Chinesen erfunden , mag in… Mehr

Widerborst
1 Monat her

Unabhängig davon, dass die Renaturierung von Flussläufen sinnvoll, gerade im Rahmen einer Hochwasservobeugung ist, ist das Abstimmungsverhalten der grünen Umweltministerin Leonore Gewessler bezeichnend dafür, dass eine Regierungskoalition mit den Grünen schlicht unkalkulierbar ist.

Agrophysiker
1 Monat her
Antworten an  Widerborst

Teilweise ist das ein Holzweg. So meinte ein emeritierter Wasserbauprofessor, den ich zum Ahrntal befragte, dass dort gerade die Renaturierung das Problem verschärfte. Da hatte die Renaturierung in den letzten Jahrzehnten Priorität vor dem Hochwasserschutz. Als Folge haben sich dann z.B. Bäume an den Brücken verkeilt. Und aktiver Hochwasserschutz, wie Regenrückhaltebecken entspricht auch keiner Renaturierung. Unabhängig davon sollte man natürlich in Hochrisikogebieten nicht bauen und außerhalb der erweiterten Abflussrinnen dann wenigstens auf einen Erdhügel, so dass das Gebäude höher als der maximale Wasserspiegel steht.

gmccar
1 Monat her

Sie trägt gerne den Farbkreis des WEF am Revers. Wurde die gewählt um für die Bürger Austrias zu arbeiten oder für die Belange des WEF ?

Der-Michel
1 Monat her

Mich wundert die Reaktion bzw. Nichtreaktion von Karl Nehammer. Verstehen Sie, Herr Goergen, das? Oder können Sie es erklären?

Martin Mueller
1 Monat her

Im Grunde ein Affront gegen die Koaltionseinbarungen, die einen politischen Alleingang ja ausdrücklich ausschließen.
Mal schauen, wie viel Rückgrat die ÖVP hat…