Neue Ukraine-Gespräche werden vorbereitet – Putin und Selenskyj sind zu Gesprächen bereit, aber noch ist nichts entschieden und eine Waffenruhe gibt es nicht. Die bisherige Bilanz des Treffens des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit Wladimir Putin in St. Petersburg.
IMAGO / Anadolu Agency
Ein Amerikaner kommt frei, neue Ukraine-Gespräche werden vorbereitet und eine Waffenruhe gibt es nicht: Das ist die bisherige Bilanz des Treffens des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit Wladimir Putin in St. Petersburg. Die Unterredung dauerte knapp drei Stunden. Anschließend erklärte der Kreml seine grundsätzliche Bereitschaft zu weiteren Gesprächen mit der Ukraine und den USA.
Russland ließ den 74-jährigen Amerikaner Stephen Hubbard frei, der seit 2022 festgehalten wurde. Washington hatte seine Inhaftierung als unrechtmäßig eingestuft. Doch kleine Gastgeschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft: Witkoff dankte Putin und nannte ihn einen „Menschenfreund“. Der republikanische Senator Thom Tillis wiederum kritisierte das als peinlich und empörend. Vizepräsident JD Vance verteidigte dagegen den Unterhändler: Wichtiger als dessen Wortwahl sei die Rückkehr eines Amerikaners zu seiner Familie. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump erfolgte die Freilassung auf seine Bitte und ohne Gegenleistung.
Witkoff nannte das Treffen mit Putin „konstruktiv“. Geplant sind zunächst Gespräche auf technischer Arbeitsebene, jedoch kein Gipfel der Präsidenten. Als möglichen Ort nennt Moskau Abu Dhabi, als frühesten Termin den 10. November. Der Kreml will laut Ukrainska Pravda über die Sicherheit Russlands und der Ukraine nach Kriegsende sprechen.
Im Interview mit Fox News erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, er sei bereit, die Kämpfe entlang der gegenwärtigen Front einzufrieren. Das könne ein erster Schritt sein, um das Töten zu beenden. Anschließend brauche die Ukraine belastbare Sicherheitsgarantien der USA und Europas. Eine Anerkennung der besetzten Gebiete als russisches Staatsgebiet war damit nicht verbunden.
Der ukrainische Präsident unterstütze neue Verhandlungen, heißt es, dränge aber auf einen früheren Termin: möglichst bis Anfang November. Reuters zufolge zeigte er sich offen für Vorschläge zu einer Waffenruhe, zur Einstellung der Angriffe auf Energieanlagen sowie zu humanitären Maßnahmen. Die Positionen liegen dennoch auseinander: Putins Berater Juri Uschakow erklärte, die von Witkoff übermittelten ukrainischen und europäischen Vorschläge enthielten wenig Brauchbares. Gemeint waren die Vorschläge aus Witkoffs vorherigem Gespräch mit Selenskyj und europäischen Vertretern in Oslo.
Berichte über einen möglichen Plan – keine Einigung
Nach verschiedenen unbestätigten Berichten in sozialen Medien könnte ein Verhandlungsplan vorsehen, die Front einzufrieren, einen ukrainischen NATO-Beitritt zu vertagen und Europa für die Absicherung zahlen zu lassen. Dass ein solcher Plan Ergebnis des Treffens zwischen Witkoff und Putin ist, ist ausdrücklich nicht bestätigt.
Kern wäre ein Waffenstillstand entlang der gegenwärtigen Front nach einem sogenannten koreanischen Modell. Russland behielte die besetzten Gebiete unter seiner Kontrolle. Die Ukraine müsste deren Verlust nicht rechtlich anerkennen, würde aber auf eine militärische Rückeroberung verzichten. Eine entmilitarisierte Zone sollte die Konfliktparteien trennen. Europäische Staaten müssten nach dieser Darstellung Truppen stellen und die Sicherung finanzieren; amerikanische Soldaten wären nicht vorgesehen.
Hinzu käme ein zehn- bis zwanzigjähriger Aufschub eines möglichen ukrainischen NATO-Beitritts. Waffenlieferungen sollten weitergehen, um neue russische Angriffe abzuschrecken. Auch diese sollte Europa finanzieren.
Wirtschaftlich würde der Plan eine Annäherung an Moskau bedeuten, auch um die Öl- und Gasmärkte zu stabilisieren und die amerikanischen Treibstoffpreise zu senken. Washington könnte sich stärker auf China konzentrieren und den Druck auf Iran erhöhen.
Bei den Gesprächen in St. Petersburg ging es auch um wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das russisch-amerikanische Dieselgeschäft kam zur Sprache; Putin bot Unterstützung bei einer Verständigung mit Iran an.
Eine Waffenruhe oder eine Einigung über die besetzten Gebiete wurde nicht verkündet. Die Angriffe gingen unterdessen weiter. Nach ukrainischen Angaben hat Russland in drei Wellen mindestens 21 ballistische Raketen abgefeuert. Moskaus Bürgermeister Sobjanin erklärte seinerseits, es seien 630 ukrainische Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen.


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Ich frage mich, wie der Krieg in der Ukraine weiter geht. Geht einmal einem der Akteure die Luft aus? Vielleicht wenn Putin aus Altersschwäche abtritt, dass Russland sich dann mit den aktuellen Zustand zufrieden gibt? Oder wenn die ukrainische Infrastruktur total am Boden ist, dass die Ukraine sich nicht mehr verteidigen kann? Oder wenn in Europa keine Regierung mehr Lust hat Geld zu geben, weil sie bei ihren Wählern mit dem Rücken zur Wand stehen? Ich könnte es aktuell nicht sagen.
Mit dem „Menschenfreund“ hat der Herr Witkoff zweifellos recht!!! Sieht unser Kriegshetzer Merz leider ganz und gar anders. Aber der wird hoffentlich bald Geschichte sein!!!
Schlimm, Ihr Kommentar! Wer hat denn die Ukraine überfallen? Herr Merz war es jedenfalls nicht.