Trumps Air Force One muss am Weg nach Davos umkehren

Die Reise von US-Präsident Donald Trump zum Weltwirtschaftsforum in der Schweiz begann mit einem Zwischenfall: Die Präsidentenmaschine Air Force One musste am Dienstagabend kurz nach dem Start umkehren und zur Joint Base Andrews bei Washington zurückfliegen.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci

Dutzende X-User posteten in der Nacht auf heute die Aufzeichnungen des Flugportals Flightradar 24 über die 180-Grad-Schleife des Präsidenten-Jets, sogar über einen politischen Hintergrund zu dieser prompten Umkehr wurde spekuliert. Der Grund dafür war aber nach Angaben des Weißen Hauses ein technisches Problem, das vorsorglich eine Rückkehr erforderlich machte.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, die Entscheidung sei kurz nach dem Abheben getroffen worden, nachdem die Crew ein „kleineres elektrisches Problem“ festgestellt habe. Aus Sicherheitsgründen habe man sich entschlossen, den Flug abzubrechen. Details zur genauen Ursache wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Ein Jahr Präsidentschaft
Alle fürchten Donald Trump – aber die finsteren Mächte bangen mehr denn je
Ein Reporter an Bord schilderte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass kurz nach dem Start die Beleuchtung im Pressebereich des Flugzeugs ausgefallen sei. Weitere Erklärungen habe es während des Flugs nicht gegeben. Etwa eine halbe Stunde nach dem Abheben informierte die Besatzung die Passagiere darüber, dass die Maschine umkehren werde. Flugverfolgungsdaten zeigten später, dass das Flugzeug bereits über dem Atlantik war, bevor es wieder Richtung USA abdrehte.

Nach der sicheren Landung kündigte das Weiße Haus an, dass Trump für seine Weiterreise ein anderes Flugzeug nutzen werde. Der Präsident will dennoch wie geplant am World Economic Forum in Davos teilnehmen, wo er mit Staats- und Regierungschefs sowie führenden Wirtschaftsvertretern zusammentreffen soll. Eine zeitliche Verzögerung des Besuchs gilt als wahrscheinlich.

Politisch fiel der Zwischenfall in eine Phase provokativer Wortmeldungen des US-Präsidenten: Kurz vor dem Start hatte Trump bei einer ausgedehnten Pressekonferenz zum ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit erneut europäische Spitzenpolitiker kritisiert. Dabei nahm er unter anderem den britischen Premierminister Keir Starmer sowie den französischen Präsidenten Emmanuel Macron ins Visier. Beide seien, so Trump, „ein bisschen ruppig“, wenn er nicht persönlich anwesend sei. Sobald er vor Ort sei, ändere sich der Ton jedoch deutlich, fügte er hinzu.

Besonders scharf äußerte sich Trump über Macron. Er stellte dessen politische Zukunft infrage und verwies auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich im kommenden Jahr, bei der Macron nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren darf. In Paris gebe es, so Trump, wenig politische Beständigkeit.

Auch der Streit um Grönland war erneut Thema. Trump zeigte sich zwar versöhnlicher als in früheren Aussagen, betonte jedoch, dass er eine Lösung im Rahmen der NATO anstrebe. Man arbeite an einer Vereinbarung, mit der sowohl das Bündnis als auch die Vereinigten Staaten zufrieden sein würden, sagte der Präsident, ohne Details zu nennen.

Nun wird Trumps Auftritt in Davos mit Spannung erwartet – nicht zuletzt wegen seiner deutlichen Worte gegenüber europäischen Partnern und seiner Vorstellungen über die Zukunft der Weltordnung.

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Kommentare ( 31 )

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31 Comments
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Peter Pascht
28 Tage her

Bei der gescheiterten Migration in Deutschland kann Trump aber nichts repariern in Deutschland. Der gescheiterte Migration-Coup ist nicht auf Merkels Mist gewachsen, sondern auf dem Mist der Wirtschaftselite, sh. Strategiepapier „Migration 2012 – 2050“. „damit wir ein genügendes Potential(Arbeitslose) auf dem Arbeitsmarkt haben“ – aber ein Asyl-Bleiberecht nach dem Asylrecht im GG kann daraus nicht entstehen. Merkel hat dazu die dummen Ausreden als Doppellüge erfunden, die sich selber als Widerspruch entlarvt, des Missbrauchs des Asylrechts im Grundgesetz. – SED Intelligenzia 😉 Es geht nur entweder oder. (1) Asylanten sind keine „Fachkräfte“ – also erfüllen das reklamierte Ziel „Fachkräfte“ nicht. (2)… Mehr

Last edited 28 Tage her by Peter Pascht
Haba Orwell
28 Tage her

> Der Grund dafür war aber nach Angaben des Weißen Hauses ein technisches Problem, das vorsorglich eine Rückkehr erforderlich machte. Erlebte die Plappernde nicht Ähnliches? Teile des Wertigen Westens kapitulieren bereits vor der Welt: „Kanadas-Premierminister gibt den Betrug des Westens zu“ > „… Trudeau-Nachfolger und Mann aus dem liberalen Establishment der Globalisten, Kanadas Premierminister Mark Carney, hielt in Davos eine Rede. Er erklärte die US-geführte „regelbasierte Ordnung“ für beendet, erkannte die Niederlage des Westens im „2. Kalten Krieg“ an und gab den Betrug mit dem Völkerrecht zu. …“ Es ist zwar weithin bekannt aber vielen Michels doch irgendwie nicht: >… Mehr

Peter Pascht
28 Tage her

„Der Untertan“ von H. Mann (1914) heißt jetzt Vladimir Trump und wahlweise Donald Putin.
Der Untertan des H. Mann. ist ein ungebildeter skrupelloser Konformist, ein Obrigkeitskriecher, ein Feigling frei von Zivilcourage –
Doch „der Untertan“ macht Karriere in Politik und Staat, seine Strategie verfängt: nach unten treten, nach oben buckeln.

moorwald
28 Tage her

Aus einem Treffen Trumps mit Merz wird wohl nichts werden. Angeblich wegen des verspäteten Eintreffens des Präsidenten in Davos
Da bleibt Merz wenigstens eine Absage wegen seiner rein dekorativen Anwesenheit erspart.
Ein amerikanischer Präsident dürfte Besseres zu tun haben, als sich mit einem komischen Konkursverwalter zu treffen. Für einen „deal“ kommt der nicht infrage

Last edited 28 Tage her by moorwald
Haba Orwell
28 Tage her
Antworten an  moorwald

Sie meinen – ein Treffen beider Konkursverwalter? Das Trumpistan hat nur noch bis zum Ende Januar Haushalt. Woanders werden schon mal lustige Karten gezeichnet: „Die Neuordnung der Welt, von Thierry Meyssan“ > „… Die G7 wird durch eine C4/5 ersetzt werden, die aus China, den Vereinigten Staaten, Indien und Russland besteht, welcher Präsident Trump hofft, Japan anzuschließen  [1] . Es ist allerdings wahrscheinlich, dass Japan nicht aufgenommen wird, angesichts seiner kriegerischen Erklärungen. China ist weiterhin empört über den zunehmenden japanischen Imperialismus, die Leugnung der Geschichte durch die Regierung von Sanae Takaichi, ihre Ansichten zu taiwanesischen Mikroprozessoren …“ Will sich der… Mehr

Peter Pascht
28 Tage her

Trump ist inzwischen in Davos mit dem Hubschrauber gelandet.
„The Schow must go on“
Cristine Lagard verläst empört das Dinner während der Rede von US-Handelsminister Howard Lutnick, wegen dessen Rede.
Mal sehen wie leer der Saal bei Trumps Rede wird.

moorwald
28 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Keine Sorge: den füllt schon die Weltpresse. Die Dame heißt übrigens Lagarde (ist französisch)
Ist auch verurteilt wegen des fahrlässigen Umgangs mit öffentlichen Geldern…

Last edited 28 Tage her by moorwald
Autour
28 Tage her

Was gab es nicht für einen Aufschrei als Trump entschieden hatte eine NEUE Airforce one zu bestellen, da die alten schon Asbach Uralt seien…
Und dann der Aufschrei als man ihm ein Flugzeug geschenkt hatte .. das man „umbauen“ könnte… jaja irgendwie hat Trump halt doch am Ende Immer Recht…

Klaus D
28 Tage her

Air Force One…..Trump will deswegen Boing auf 100mrd dollar verklagen (ironie off). Vorstellungen über die Zukunft der Weltordnung….eine wo die USA weiter (wieder) das sagen haben! Nach dem sieg des kalten krieges waren die USA die NR1 auf der welt und alle mussten sich mehr oder weniger nach diesen richten – dann kam china! Bei „make america great again“ dachten die meisten das Trump die us wirtschaft gemeint hat aber das stimmt nicht. Trump will die USA wieder und vorallem unangefochten zur NR1 machen und das ist das was er damit gemeint hat. Trumps Auftritt…was er und auch Putin nicht… Mehr

Mikmi
28 Tage her

Wer mit 300 Begleitern erscheint, der muss die Hosen ganz schön voll haben.
Wir werden alle mal alt, verwirrter und keiner wird uns ernst nehmen.

Melly
28 Tage her

Politisch fiel der Zwischenfall in eine Phase provokativer Wortmeldungen des US-Präsidenten: Kurz vor dem Start hatte Trump bei einer ausgedehnten Pressekonferenz zum ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit erneut europäische Spitzenpolitiker kritisiert. Frage, was ist daran Falsch, wenn diese Verbrecher kritisiert werden?

Mikmi
28 Tage her
Antworten an  Melly

Die Amerikaner kennen sich mit der Eroberung aus, Völker fast ausrotten, nur damit wird es nicht richtig sein, oder gar rechtens. Wir leben jetzt in einer zivilisierten Welt, zu mindestens überwiegend, die Neandertaler galten als ausgerottet.

Autour
28 Tage her
Antworten an  Mikmi

Also wenn ich mir die Stassen deutscher Grossstädte ansehen kann ich von „Zivilisierter“ Welt nicht viel erkennen… ich weiss ja nicht wo sie leben aber aus einer deutschen Grossstadt können sie nicht kommen!

Kassandra
28 Tage her
Antworten an  Autour

Momentan nur locker bestückt.
Ist denen zu kalt oder sind die alle auf Heimaturlaub?
Ich freue mich, wenn jemand meine Wahrnehmung bestätigt!

Mikmi
28 Tage her
Antworten an  Autour

Ich komme viel rum, Hamburg, Bremen, Rostock, Schwerin, Berlin, Hannover, Dresden uvm., also ich habe mich in den letzten 50 Jahren weiter entwickelt, was man von anderen Kulturen nicht sagen kann. Wer meint, mit Drohungen, mit Militär kann man die Welt einschüchtern, der hat sein Niveau gezeigt.

Alfonso
28 Tage her

Das Problem im Flugzeug war wohl ein „Miniproblem“:

The lights in the press cabin briefly went out after takeoff, reporters on board said.“ (Quelle: foxnews)