Mohamed verdrängt Manuel: Andalusiens Namensstatistik zeigt Europas demographische Wirklichkeit

Auch in Andalusien steht Mohamed nun an der Spitze der Jungennamen. Was Politiker wegreden möchten, bestätigen längst die Statistiken: Die islamische Masseneinwanderung verändert Westeuropa messbar, sichtbar und unumkehrbar.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Manu Fernandez

Mohamed in all seinen Schreibweisen ist in Andalusien zum häufigsten Namen für neugeborene Jungen geworden. In Spaniens bevölkerungsreichster Region hat er Manuel von Platz eins verdrängt, jenen traditionellen Namen, der die regionale Rangliste seit 2016 Jahr für Jahr angeführt hatte. Damit erreicht Andalusien einen Punkt, der in anderen Teilen Europas bereits registriert wurde: in England und Wales, in Belgien sowie in Teilen Deutschlands und Frankreichs.

Es geht um eine demographische Verschiebung, die inzwischen so offen vorliegt, dass man sie nur noch politisch verdrängen kann.

Wie schnell sich diese Verschiebung vollzieht, zeigen die Zahlen aus Andalusien selbst. In der Provinz Almería hatte Mohamed bereits 2023 mit Antonio gleichgezogen und lag als männlicher Vorname auf Platz drei. Jeweils 51 Babys wurden damals unter diesen Namen registriert, wie das Instituto de Estadística y Cartografía de Andalucía auswies. Nur Hugo und Alejandro lagen noch davor. Zwei Jahre später ist der Trend nicht mehr auf eine Provinz beschränkt. Bis 2025 hat er die größere Region erfasst. Was in einzelnen Städten und Provinzen begann, steht nun in der Gesamtstatistik Andalusiens ganz oben.

Über Jahre galten María bei Mädchen und Manuel bei Jungen als feste Größen offizieller Namensranglisten. Solche Namen stehen für kulturelle Kontinuität. Dass Mohamed in all seinen Schreibweisen nun Manuel an der Spitze der Jungennamen ersetzt, ist deshalb mehr als ein statistischer Wechsel. Es ist ein sichtbares Zeichen für eine Veränderung der Bevölkerungsstruktur, die vor allem durch Einwanderung aus Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit getrieben wird, in Andalusien vor allem aus Marokko. Weder der spanische Staat noch die EU haben bislang ernsthaft versucht, diese Entwicklung zu bremsen.

Spanien ist damit natürlich kein Sonderfall. Bereits 2023 lebten nach Angaben des spanischen Nationalen Statistikinstituts INE fast 76.000 Menschen namens Mohamed in Spanien. Damit gab es mehr Spanier oder in Spanien lebende Menschen mit diesem Namen als solche namens Gonzalo oder Felipe. In Europa ist die Entwicklung noch deutlicher. In Österreich stieg die Zahl der Neugeborenen, die Mohamed genannt wurden, in den vergangenen 25 Jahren um 732 Prozent. In Irland betrug der Anstieg 372 Prozent, in Frankreich 127 Prozent. In England und Wales führen Mohamed und seine Varianten die Ranglisten der Neugeborenen seit mehreren aufeinanderfolgenden Jahren an.

Die Namensstatistiken sind deshalb so vielsagend, weil sie jede politische Deutung auf die Plätze weisen. Das Pew Research Center schätzte den muslimischen Anteil an Europas Bevölkerung im Jahr 2020 auf rund sechs Prozent. In einem mittleren Migrationsszenario erwartete Pew bis 2050 einen Anstieg auf 11,2 Prozent. Wer die gegenwärtige EU-Migrationspolitik betrachtet, findet wenig Anlass zu glauben, dass dieses Szenario zu hoch angesetzt wäre. Eher wirkt es vorsichtig geschätzt. Die Grenzen bleiben durchlässig, die Anreize bleiben bestehen, die politischen Korrekturen bleiben aus. Im Gegenteil. Durch Familiennachzug wird nochmal Jahr um Jahr der Turbo gezündet und die Gesellschaften Westeuropas unwiderruflich zerstört.

Andalusien trägt zudem eine historische Komponente, die diese Entwicklung besonders auflädt. Ein Teil des heutigen Andalusien, abgeleitet vom arabischen Al-Andalus, stand fast acht Jahrhunderte lang unter islamischer Herrschaft: von 711 bis zum Fall Granadas am 2. Januar 1492. Die Erinnerung an diese Epoche ist auf beiden Seiten des Mittelmeers nie vollständig verschwunden. In der Ideologie des politischen Islam taucht die Rückgewinnung Andalusiens immer wieder als Anspruch auf. Was in Europa gern als ferne Geschichtsrhetorik abgetan wird, gehört dort seit langem zum festen Repertoire.

Osama bin Laden schrieb, die islamische Nation solle „die einzigartige Flagge Allahs auf allem gestohlenen islamischen Land, von Palästina bis Andalus, erneut erheben“. Sein Mentor Abdullah Azzam formulierte die Pflicht zum Dschihad zur Rückgewinnung verlorener Gebiete ausdrücklich auch mit Blick auf Andalusien. Ayman al-Zawahiri von Al-Qaida wandte sich 2007 in einer Tonaufnahme direkt an nordafrikanische Muslime und erklärte: „Die Rückkehr von Andalus in muslimische Hände ist eine Pflicht für die Nation im Allgemeinen und für euch im Besonderen.“ Diese Zitate sind keine Randnotizen einer fernen Vergangenheit. Sie zeigen, welche symbolische Bedeutung Andalusien im politischen Islam besitzt.

Auch der Islamische Staat griff diese Vorstellung auf. Dschihadisten produzierten ein Video, in dem sie ankündigten, Al-Andalus zu einem Teil eines neuen Kalifats machen zu wollen. Ein Kämpfer sprach Spanisch mit nordafrikanischem Akzent und erklärte: „Spanien ist das Land unserer Vorväter, und wir werden es mit der Macht Allahs zurückholen.“ Man muss solche Drohungen nicht mit der heutigen Namensstatistik gleichsetzen. Aber man darf auch nicht so tun, als hätten historische Erinnerungen, religiöse Ansprüche, Migration und kulturelle Selbstbehauptung nichts miteinander zu tun.

In den vergangenen Jahren hat sich die islamische Ansprache an Spanien deutlich in die sozialen Medien verlagert. Junge muslimische Influencer, in Spanien geboren und fließend Spanisch sprechend, nutzen Plattformen wie TikTok und Instagram. Sie verbinden religiöse Botschaften mit Lebensstil-Inhalten, die sich gezielt an ein junges Publikum richten. Damit entsteht eine neue Form der kulturellen Prägung: weich im Auftritt, modern in der Verpackung, hart religiös und rückwärts gewandt im Kern. Spanische Behörden beschreiben diese Landschaft bereits als sicherheitspolitische und kulturelle Herausforderung, die schwer zu verfolgen ist.

Trotzdem hat keine der etablierten spanischen Parteien einen kohärenten Plan, wie sie diese Entwicklung steuern, begrenzen oder politisch beantworten will.

Integration braucht gemeinsame Sprache, gemeinsame staatsbürgerliche Normen und vor allem Zeit. Masseneinwanderung im heutigen Tempo nimmt einer Gesellschaft genau diese Zeit. Wer immer größere Gruppen in immer kürzeren Abständen aufnimmt, kann Integration nicht mehr politisch behaupten. Er kann sie nur noch plakatieren.

Am 17. Mai wählt Andalusien ein neues Regionalparlament. Regionalpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla kündigte am 23. März die vorgezogene Wahl an und löste das Parlament vorzeitig auf. Rund sieben Millionen Wähler sind aufgerufen, an einer der am stärksten beachteten Wahlen Spaniens in diesem Jahr teilzunehmen. Damit trifft die neue Namensstatistik nicht auf einen beliebigen politischen Kalender, sondern auf einen Wahlkampf, in dem sich entscheidet, ob das Thema weiter verdrängt oder offen ausgetragen wird.

Moreno Bonilla gehört in Spanien zu den lautesten Befürwortern offener Einwanderung. Er unterstützt Programme zur Arbeitsmigration und lehnt Beschränkungen sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene ab. Diese Position steht nun neben den demographischen Daten seiner eigenen Region. Andalusien liefert die Zahlen, die seine Politik erklären müsste. Genau dort wird sichtbar, was offene Migrationspolitik nicht in Reden, sondern in Geburtsstatistiken bedeutet.

Umfragedurchschnitte deuten darauf hin, dass Moreno Bonillas Volkspartei PP Schwierigkeiten haben könnte, ihre absolute Mehrheit im 109 Sitze umfassenden andalusischen Parlament zu verteidigen. Auch der PSOE steht unter Druck. Die Sozialisten könnten ihr schlechtestes Ergebnis in der demokratischen Geschichte Andalusiens erzielen. Ihre Kandidatin María Jesús Montero ist als spanische Finanzministerin zurückgetreten, um den Wahlkampf der Sozialisten in Andalusien zu führen. Schon dieser Schritt zeigt, wie groß die Bedeutung dieser Wahl für die Partei ist.

Unter den Parteien, die antreten, stellt nur Vox die Umkehr der Masseneinwanderung ins Zentrum seines Programms. Es geht dabei nicht nur um das Stoppen weiterer Zuwanderung, sondern auch um eine aktive Reduzierung der bereits in Spanien ansässigen im Ausland geborenen Bevölkerung. Vox liegt in den Umfragen zwischen 19 und 22 Sitzen. Bei der Wahl 2022 kam die Partei auf 14 Mandate. Die Richtung ist damit klar: Je stärker die demographische Veränderung im Alltag sichtbar wird, desto schwerer fällt es den etablierten Parteien, das Thema als Randthema zu behandeln.
Einwanderung und öffentliche Dienste werden im Wahlkampf eine große Rolle spielen. Die Namensstatistik wird ebenfalls eine Rolle spielen, ob Politiker das wollen oder nicht. Für viele Andalusier ist Mohamed an der Spitze der Jungennamen kein abstraktes Symbol und keine kulturpolitische Debatte für Sonntagsreden. Es ist der Blick aus dem Fenster, der Blick in die Schulklasse, der Blick ins eigene Viertel. Die Zahlen sagen nur noch amtlich, was viele längst sehen.

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Kommentare ( 2 )

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Kraichgau
23 Minuten her

die spannende Frage,da jeder weiss,das islamische Besiedelung bisher IMMER zu Bürgerkrieg und Ausmerzung christlicher Gemeinschaften und Bevölkerungen geführt hat:
Wer hat Politiker ermächtigt, diese verhängnisvolle Entscheidung zu treffen gegen die Zukunft der eigenen Nation/Bürger?
Wessen Interessen vertreten diese „Volksvertreter“ wirklich?
Verdrängung indigener Bevölkerung durch Zuwanderung ist im Übrigen ein durch die UN sanktioniertes Völkerrechtsverbrechen

merkelinfarkt
24 Minuten her

Wenn auch die Spanier auf das süße Gesäusel der Verteilung von „oben nach unten“ von Sozialisten hereinfallen, werden sie eben aus ihrem – dann ehemaligen – Land durch den Islam vertrieben oder unterjocht. Uns ergeht es hier nicht besser. Jedem das – gewählte – Seine! Bin dann mal weg…