Ein Bewaffneter eröffnet am Samstagnachmittag auf dem belebten Hauptmarkt der polnischen Stadt Krakau das Feuer auf Passanten. Mindestens fünf Menschen sterben, zahlreiche weitere werden verletzt, darunter zwei Polizisten. Der Angreifer wird bei einem Schusswechsel mit der Polizei getroffen und festgenommen.
picture alliance / NurPhoto | Klaudia Radecka
Mitten im historischen Zentrum von Krakau hat ein bewaffneter Mann am Samstagnachmittag ein Blutbad angerichtet. Gegen 15 Uhr fuhr der Täter mit einem Auto auf den Großen Ring (Rynek Główny), einen der bekanntesten und meistbesuchten Plätze Polens. Aus seinem Fahrzeug heraus eröffnete er wahllos das Feuer auf Menschen, die sich auf dem Platz aufhielten. Nach Angaben der Polizei der Woiwodschaft Kleinpolen wurden mindestens fünf Menschen getötet. Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet von mindestens zwölf Verletzten.
Der Angriff begann nach bisherigen Erkenntnissen im Bereich der Sławkowska-Straße, die unmittelbar zum Hauptmarkt führt. Augenzeugen berichteten von Schüssen aus einem fahrenden Wagen. Auch eine Straßenbahn geriet offenbar unter Beschuss. Nach Angaben des Krakauer Verkehrsbetriebs meldete ein Straßenbahnfahrer, dass ein Schuss die Scheibe seiner Fahrerkabine zerstört habe.
Der Täter trug nach Polizeiangaben militärähnliche Kleidung und war mit einer militärischen Langwaffe bewaffnet. In seinem Fahrzeug entdeckten die Ermittler weitere Waffen beziehungsweise Waffenteile sowie Munition. Wie die Polizeisprecherin Katarzyna Cisło dem polnischen Fernsehsender TVN24 mitteilte, handelte der Mann nach bisherigen Erkenntnissen allein.
Bei der anschließenden Fahndung kam es zu einem Schusswechsel mit Polizeibeamten. Der Täter erwiderte das Feuer und verletzte dabei zwei Polizisten. Die Einsatzkräfte schossen auf den Angreifer, überwältigten ihn und nahmen ihn fest. Der verletzte Mann wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht.
Auf dem Hauptmarkt spielten sich unterdessen dramatische Szenen ab. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste rückten mit einem Großaufgebot an. In unmittelbarer Nähe der berühmten Marienkirche landete ein Rettungshubschrauber, um die Versorgung der Verletzten zu unterstützen. Die Behörden sperrten große Teile des historischen Stadtzentrums ab und forderten Bewohner und Touristen zunächst auf, das Gebiet zu meiden und sich in Sicherheit zu bringen.
Der Terrorakt erschüttert eine der wichtigsten Touristenstädte Europas. Rund 15 Millionen Besucher kommen jährlich nach Krakau, dessen mittelalterlicher Hauptmarkt mit seinen historischen Gebäuden zu den größten Attraktionen Polens zählt. Dass ein bewaffneter Angreifer dort am helllichten Tag wahllos auf Menschen schießt, ist für das Land ein außergewöhnliches Gewaltereignis.
Polens Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, er werde vom Innenminister fortlaufend über die Lage unterrichtet. Die Polizei untersuche die Hintergründe und sämtliche Umstände der Tat. Auch Staatspräsident Karol Nawrocki äußerte sein Mitgefühl mit den Opfern, den Verletzten und ihren Angehörigen.
Über die Identität des Festgenommenen, seine Herkunft und sein mögliches Tatmotiv liegen bislang keine gesicherten Informationen vor. Die Ermittlungen dauern an. Nach Angaben der Polizei besteht keine weitere unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung.


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