Von Migranten zu Tode getreten: Der Lynchmord an Louis (17) erschüttert Frankreich

Eine Barbarei, die in Frankreich leider alltäglich geworden ist. Nur will das nicht jeder sehen oder zugeben. Besonders entsetzlich: Die Täter filmten und veröffentlichten ihre Tat, mit der sie ältere Gewalttaten zudecken wollten. Die Justiz stochert im Nebel, die Opposition fordert Konsequenzen.

screenshot via X/ bostonTea

Es ist die Top-Nachricht in den großen französischen Medien, nicht nur im Nachrichtensender CNews, auch im Figaro: Ein 17-Jähriger wurde in Narbonne von einer Migrantengruppe auf offener Straße bzw. auf einer Baustelle zu Tode geprügelt. Das geschah am vergangenen Freitagabend am Quai d’Alsace. Das Opfer, Louis, wurde erst am nächsten Morgen von einem Arbeiter gefunden. Louis lebte noch, war jedoch in kritischem Zustand, mit vielfachen Verletzungen und Blutergüssen im Gesicht. Er kam ins Krankenhaus von Narbonne, wurde dann noch als Notfall nach Perpignan gebracht. Über Tage lag er im Koma.

Gleichzeitig fiel der Polizei ein Video auf, das offenbar einer der Täter aufgenommen und auf einer Social-Media-Plattform veröffentlicht hatte. Das Video ist öffentlich zugänglich. Man sieht darin ein am Boden liegendes Opfer. Teils treten ihn die umstehenden Jugendlichen reihum mit unerhörter Brutalität, dann wieder kniet sich einer neben den regungslosen Körper, um enthemmt auf den Kopf einzuschlagen. Ein ursprünglich separates, zweites Video zeigt den am Boden liegenden schwer atmenden Louis, wie im Hohn. Einer der Täter präsentiert dazu zwei Finger wie im Victory-Zeichen und dann seine Faust, dazu streckt er grinsend die Zunge heraus.

In the early hours of June 20, the teenager was ambushed on a construction site and pummeled while the attackers filmed themselves delivering repeated blows to his face.

They shared… pic.twitter.com/hDjS4S3z1D

— NewsForce (@Newsforce) June 24, 2026

 

Durch die Videos konnten die Täter identifiziert und festgenommen werden. Gegen fünf Personen wird wegen versuchten Mordes ermittelt, drei davon sind minderjährig. Während der Untersuchungsrichter diesen Ermittlungsauftrag erteilte, erlag Louis am 23. Juni seinen Verletzungen. Damit hat sich auch der Tatvorwurf faktisch von versuchtem Mord zu Mord verändert.

„Diese alltägliche Barbarei“

Die Ermittler sprechen im Flüsterton von dem Geschehen. Die Rede ist von einem „Fall von außergewöhnlicher Brutalität, der die Ermittler tief beeindruckt habe“. Doch wie selten, wie außergewöhnlich ist eine solche Brutalität wirklich im heutigen Frankreich? Die Zeitungen sind voll von ähnlichen Fällen, von sinnlos ermordeten jungen Männern, Überfällen auf Rentner und Rentnerinnen, Attacken auf junge Frauen. Marine Le Pen spricht auf X von „dieser alltäglichen Barbarei“, die einen „unermesslichen Zorn bei den Franzosen“ nähre.

Jordan Bardella erkennt das „Symbol eines Landes, das aus der Bahn geraten ist und von einer zunehmenden Verrohung unterhöhlt wird“.

Auch Eric Ciotti spricht von einem „weiteren Opfer der zunehmenden Verrohung Frankreichs“.

Eric Zemmour nennt es eine „Massakrierung von unerhörter Brutalität“ durch eine „Meute von Gesindel“ (racaille). Allzu oft folge auf derartige Taten dasselbe Schweigen. Doch die „Frankozide“ (Morde an Franzosen, an Frankreich) sind für Zemmour keine reinen Nachrichtenmeldungen, sondern „die Symptome unserer Invasion und unserer Kolonisierung“.

Wie der Journalist Jules Laurans berichtet, war Louis schon um den 12. Juni angegriffen und verprügelt worden. Er hatte das angezeigt. Der tödliche Angriff war demnach offenbar ein Lynchmord aus Vergeltung. In dem Video hört man unter anderem die Worte: „Du sprichst nicht mehr mit der Polizei.“ Es war ein Mord aus kalter Berechnung, auch aus Wut über den „Geheimnisverrat“ des Angegriffenen. Insofern wäre es die Schuld der Behörden gewesen, nach dem ersten Angriff keine wirksamen Schutzvorkehrungen für Louis’ Leben getroffen zu haben. Dies sind die tödlichen Rücksichten einer Gesellschaft für das Verbrechen und die Omertà der Täter. Der Verlauf aus Gewalt, Anzeige, wieder Gewalt und deren Veröffentlichung in sozialen Netzwerken ist sehr bedeutend und zeigt das ganze Ausmaß der Enthemmung wie Verwilderung an. Dem Staat wird offenbar nicht mehr ansatzweise zugetraut, solcher Probleme Herr zu werden.

Angehörige wünschen sich Öffentlichkeit

Am 24. Juni wandte sich Louis’ Familie an das Magazin Frontières, weil sie sich eine Berichterstattung über den tragischen Fall wünscht. Louis’ Andenken soll laut der Familie nicht „mit Schweigen übergangen werden“. Auch die Veröffentlichung des Videos befürworteten die Eltern des Getöteten. Louis lebte laut Presseberichten auf Anweisung des Jugendamtes in einem Heim. Laut seiner Familie hatte Louis mit seinen Mördern „seit einigen Monaten Umgang“ und allerdings auch „Schwierigkeiten“. Ob der Umgang freiwillig, erzwungen, durch örtliche Nähe oder Zusammenleben in dem Heim bedingt war, erfahren wir nicht.

Allerdings gibt es auch aus Deutschland Beispiele, in denen ein Gewaltopfer in engerer Beziehung zu seinen Misshandlern steht, freiwillig oder unfreiwillig zur gleichen Peer-Group gehört, auch wenn es darin nicht gleichberechtigt ist. So gibt es Videos, die – zumal weiße – deutsche Kinder zeigen, wie sie vor Migrantenkindern auf die Knie zu gehen haben, dabei geschlagen und misshandelt werden: Rassismus gegen Weiße lautet das Stichwort. Auch der heimtückische Mord an der zwölfjährigen Luise aus Freudenberg wurde von ihren beiden ‚Freundinnen‘ (damals 12 und 13) begangen, deren Familien den Hinterbliebenen Luises nun immerhin ein Schmerzensgeld von 144.400 Euro zahlen müssen.

Der Lynchmord am 17-jährigen Louis weckt in Frankreich auch Erinnerungen an den Mord an Quentin Deranque in Lyon, der durch einen Angriff mehrerer Antifa-Schläger umkam. Der Figaro spricht von einem Schock für die 60.000-Einwohner-Stadt Narbonne. Laut CNews beweint Frankreich ein weiteres Opfer der „Ultra-Gewalt“. Auf sozialen Medien trendet der Aufruf #JusticePourLouis: „Gerechtigkeit für Louis“.

Worin sie bestehen kann, dass ist nun herauszufinden. Der Schritt der Eltern an die Öffentlichkeit ist ein Teil davon und legitim – vergleichbar mit dem Kampf von Michael Kyrath um das Andenken seiner Tochter. Doch konkrete politische Schritte müssten in Frankreich und anderen Ländern folgen – und bleiben schmerzhaft aus. Stattdessen werden jene als „rechtsextrem“ verfolgt, die von den alltäglich gewordenen Verbrechen sprechen.

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