Mexiko: Eskalation im Drogenkrieg

Amerikanische Geheimdienste halfen Mexikos Armee bei der Jagd auf „El Mencho“. Danach brennen Autos und Einkaufszentren, brennende LKW blockieren wichtige Verbindungsstraßen. Wie groß ist der Einfluss der Narco-Kartelle auf das politische und öffentliche Leben in Mexiko? Und wie groß ist der amerikanische Einfluss? Die mexikanische Regierung spricht anti-amerikanisch, handelt aber pro-amerikanisch.

screenshot x/ Eduardo Menoni

Mit Unterstützung durch amerikanische Geheimdienste tötete die mexikanische Armee am 22. Februar 2026 Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, genannt „El Mencho“, den meistgesuchten und gefährlichsten Drogenhändler der Welt, beim Versuch, ihn festzunehmen.

Bemerkenswert an der Aktion ist, dass das mexikanische Heer, die Luftwaffe und die Nationalgarde auf X erklärten, sie hätten die Regierung von Jalisco und die mexikanische Polizei vorab nicht über die Operation informiert.

„Die Spezialeinheiten der mexikanischen Armee überraschten Oseguera Cervantes „El Mencho” in einer Villa in den Bergen. Weder der Gouverneur von Jalisco noch die Staatspolizei wurden vorab informiert. So konnten weder die territorialen Netzwerke noch die Schutzschilde von Ruben Oseguera Cervantes „El Mencho”funktionieren.“, heißt es auf X.

Durch die Geheimhaltung wurde eine mögliche Vereitelung des Zugriffs durch Unterstützer des Drogenbosses in Politik und Sicherheitsapparat verhindert.

Nach der Militär-Operation wurden verschiedene Bundesstaaten Mexikos von der Regierung in Alarmbereitschaft versetzt. Mitglieder der Narco-Clans hatten Autos und Lastwagen in Brand gesetzt, wichtige Verbindungsrouten blockiert und Angehörige mexikanischer Sicherheitskräfte angegriffen. Auffallend war, dass die Narco-Terroristen offenbar nur Terror verbreiten und nicht töten wollten. Mexikanische Quellen vermuten, dass die Narco-Kartelle mit dieser Vorgehensweise zeigen wollen, wozu sie in der Lage wären. Die Narco-Clans sind paramilitärisch organisiert, verfügen über modernstes militärisches Material und haben keinerlei Skrupel, diese Kriegswaffen in jeder von ihren Führern befohlenen Art und Weise einzusetzen. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, was passieren würde, wenn mit Kriegswaffen auf Menschenmengen geschossen würde.

Videos von Mitgliedern der Drogen-Gangs zeigen deren Bewaffnung:

Als Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), einer der bedeutendsten kriminellen Gruppen des Landes, leitete Oseguera ein kriminelles Unternehmen, mächtiger als jedes andere, das seine Geschäftspraktiken, die hauptsächlich mit Drogenhandel und Menschenschmuggel verbunden sind, gewalttätig und aggressiv durchsetzt.

El Mencho, so sein Spitzname, wurde bei einer Operation in der Sierra von Jalisco, in Tapalpa im Zentrum des Landes erschossen – ein Gebiet, in dem er sich seit Jahrzehnten frei bewegen konnte, geschützt von seinen kriminellen Gefolgsleuten. Das mexikanische Verteidigungsministerium teilte mit, dass Oseguera während eines Schusswechsels schwer verletzt wurde. Er starb auf dem Transport nach Mexiko-Stadt. Das Ministerium erklärte zudem, dass US-Behörden wichtige Informationen für die Aktion geliefert hätten.

Die Tötung von El Mencho, der auch für die USA ein vorrangiges Ziel war, ist der größte Schlag gegen den Drogenhandel in der jüngeren Geschichte. Die Regierung von Donald Trump bot bis zu 15 Millionen US-Dollar für Informationen, die zu seiner Festnahme beitragen würden. Das Weiße Haus wirft ihm den Handel mit Kokain, Heroin, Methamphetamin und Fentanyl vor. Auffallend ist, dass sich das pro-amerikanische Handeln der mexikanischen Regierung diametral von ihrer anti-amerikanischen Rhetorik unterscheidet.

Dass Narco-Clans in Mexiko Einfluss auf das politische und öffentliche Leben nehmen, wird von kaum jemandem bestritten. Uneinigkeit herrscht nur darüber, wie groß ihr Einfluss tatsächlich ist.

Die mexikanische Senatorin Lilly Téllez der PAN (Partido Acción Nacional) behauptet, Präsidentin Sheinbaum und ihre Partei Morena hätten Mexiko in einen Drogenstaat verwandelt. Angeblich finanzieren Kartelle, getarnt als Schutzmaßnahmen, ihre Wahlkämpfe.

Sheinbaum reagierte auf diese Anschuldigungen ihrerseits mit dem Vorwurf, Téllez habe Verrat begangen, weil sie in ausländischen Medien über die Lage des Landes gesprochen habe.

Der spanische Journalist Daniel Lacalle hingegen teilt Téllez‘ Ansicht. Er spricht in einem Videobeitrag auf X davon, dass die Narco-Clans enormen Einfluss auf die mexikanische Politik hätten. Lacelle ist promovierter Volkswirt und schreibt regelmäßig für CNBC, Bloomberg TV, World Economic Forum, Epoch Times, Mises Institute, Hedgeye, Zero Hedge, Focus Economics, Seeking Alpha, El Español, The Commentator und The Wall Street Journal.

Auch der amerikanische Präsident Donald Trump sagte in einem Interview am 8. Januar 2026, dass die Narco-Kartelle Mexiko regieren und kündigte an, dass er damit beginnen werde, Ziele der Drogenkartelle auf dem Landweg anzugreifen.

Der Journalist Javier Negre, Präsident von Real America’s Voice Español und Eigentümer von La Derecha Diario, UHN Plus, EDATV, VisegradES, Mundo Financiero und Informa Radio schreibt auf X zu einer Videoaufnahme einer Schießerei im mexikanischen Bundesstaat Jalisco:

“Das Problem Mexikos ist nicht nur Puerto Vallarta. Schauen Sie sich an, wie es in Culiacán aussieht, wegen der Drogenpräsidentin Sheinbaum und ihrer Weigerung, den Gouverneur von Sinaloa, Rocha, auszuliefern. Wie Trump sagt, wird Mexiko von den Drogenbaronen kontrolliert. Von den Kartellen, die mit Sheinbaum befreundet sind. Wenn sie wollte, könnte sie mit Hilfe der USA den Drogenhandel in weniger als sechs Monaten beenden, aber wie könnte sie das wollen, wenn ihre Partei, Morena, sich daraus finanziert? Schauen Sie sich an, was in Culiacán wegen der Drogenpräsidentin Sheinbaum und ihrer Weigerung, den Gouverneur von Sinaloa, Rocha, auszuliefern, passiert.”

Will man eine Vorstellung von der Macht der Narco-Clans in Mexiko bekommen, lohnt es, Videos der Ankunft der Leiche von „El Mencho“ in Mexiko-Stadt anzusehen. Die Sicherheitsmaßnahmen sind, nicht ohne Grund, erheblich.

Erschreckend sind auch Videos, die den Terror der Narcos veranschaulichen, der das ganze Land überzieht.

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Kommentare ( 14 )

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Ava Tar
59 Minuten her

In diesem Artikel gibt es einige Tendenzen die dazu verleiten das Sheinbaum und ihre Partei die Narcos unterstuetzen. Das ist richtig aber auch einseitig.. Die Narcos sind auf allen Ebenen in der Politik und Polizei verstrickt. Dabei spielt es auch keine Rolle welche Partei gerade in der Regierung ist. Politische Ansichten spielen keine Rolle, Kontakte zu denen die das Sagen haben schon. Und wenn ich schon diesen Journalisten Javier Negre hoere „Wenn sie wollte, könnte sie mit Hilfe der USA den Drogenhandel in weniger als sechs Monaten beenden“ – Ja, wenn man sicher in Washington auf einem Buerostuhl sitzt kann… Mehr

Sozia
2 Stunden her

Wenn in Deutschland die CDU mit der AfD gemeinsam abstimmt und anschließend randaliert die Antifa auf der Straße und die CDU wird in eigenen Parteibüros bedroht, dann ist das die Vorstufe des Gleichen. Die Parallelen sind unübersehbar, der Mob maßt sich die Macht im Staate an.

EinBuerger
2 Stunden her

Meine Meinung: Sollte der Staat hier bei uns ernsthaft gegen die Clans vorgehen, wäre die Reaktion ähnlich. D.h. der Staat kann und wird niemals gegen die Clans vorgehen.

Thomas
39 Minuten her
Antworten an  EinBuerger

Noch ist es möglich lateinamerikanische Verhältnisse abzuwenden. Jedoch ist kein dahingehender Wille erkennbar in Deutschland.

Last edited 38 Minuten her by Thomas
Brauer
4 Stunden her

Falls der noch nicht korrupte Staatsapparat nur zurückweicht, ist er ganz verloren.

Haba Orwell
5 Stunden her

> Dass Narco-Clans in Mexiko Einfluss auf das politische und öffentliche Leben nehmen, wird von kaum jemandem bestritten. Uneinigkeit herrscht nur darüber, wie groß ihr Einfluss tatsächlich ist. Eine Frage auch, wie weit die CIA und andere US-Dienste involviert sind. Im Gedächtnis habe ich Stichworte wie „Iran-Contra-Affäre“ – und es gibt auch neuere. Bei Gelegenheit: > „… Im Zeitraum vom 20. August 1985 bis zum 28. Oktober 1986 wurden insgesamt 2.515 TOW-Systeme sowie 258 HAWK-Systeme bzw. deren Teile, auch via Israel, an den Iran geliefert. …“ Seit 1979 regieren dort die Mullahs – mit dem gleichen Koran wie heute waren die in den… Mehr

Rasparis
2 Stunden her
Antworten an  Haba Orwell

Der Mittelsmann des geheimen Iran-Contra-Deals war der ehemalige, israelische Militärattache zum Pfauenthron, Yaakov Nimrodi, der in den 1920er Jahren selbst noch im Iran geboren worden war und daher Farsi sprach. Der betätigte sich nach dem Sturz des Schahs, der einigen seiner „Freunde“ wohl aufgrund von dessen Nuklearambitionen und der seit Mitte der 1970er Jahre auffälligen Hinwendung des Iran zum Nachbarn UdSSR wohl als nicht mehr zuverlässig galt, u.a. als Waffenhändler. Der radikale, schiitische Kleriker Khomeini wurde schließlich 1979 aus seinem Exil Paris eingeflogen, was ohne das zumindest stillschweigende Einverständnis des Enarchen „Giscard“ (dEstaing) wohl kaum möglich gewesen wäre. Im Flugzeug… Mehr

Last edited 2 Stunden her by Rasparis
CasusKnaxus
5 Stunden her

Mexiko hat viel zu lange zugeguckt, wie die Narcobanden sich wie ein Krebsgeschwür ausbreiten konnten. Jeder Depp kann das auf Netflix seit Jahren in gut recherchierten Dokus anschauen. Daß die Linke mit den Drogen sympathisiert und sich halsstarrig weigert, gegen Drogenbanden vorzugehen, kennen wir ja auch von hier seit 1968. In Mexiko hat das Problem aber ganz andere Dimensionen erreicht. Trump hat vollkommen recht: Mexiko ist ein failed state. Kein Wunder, daß die Armee eingesetzt werden muß. Warum wohl? Die Banden kaufen sich reihenweise Polizisten. Es wird lange dauern, bis die Gefahr ausradiert ist. Aber es geht nicht anders. Es… Mehr

Lepanto
2 Stunden her
Antworten an  CasusKnaxus

Das Meme, welches die Heuchelei der Linke so treffend offenlegt: „Is against multinational greedy corporations / uses drugs“ – geschenkt! Viel notwendiger erscheint mir, auch auf die Verstrickungen des „Deep State“ (den man seit den Epstein Enthüllungen hier überhaupt nicht mehr adressieren will) hinzuweisen: Es waren US Geheimdienste, die den weltweiten Drogenhandel und den Import in die USA aktiv (!) förderten und fördern. Und wo wir bei Filmen sind, dann kommen mir hier spontan American Made (Tom Cruise), American Airline (Mel Gibson), oder dann Kill the Messenger (Jeremy Renner), über den Journalisten Gary Webb, in den Sinn. Gary Webb hatte… Mehr

Peter Gramm
6 Stunden her

in Venezuela wurde ja auch kurzer Prozess gemacht. Angeblich wegen den Drogen. Scheinbar hat man sich das falsche Land ausgesucht. Vielleicht ging es gar nicht um Drogen. Mexico ist ein gigantischer Drogenlieferant, hat halt nicht die grandiosen Ölreserven. Die Nachfrage nach Stoff in Amerika muß ja irgendwie gedeckt werden.

Ecke
6 Stunden her

Werden nicht ein Teil der Fußballspiele zur Weltmeisterschaft in Mexiko ausgetragen? Mir war doch so.
Die hiesigen arabischen Clan‑Mitglieder werden den Fall mit Interesse betrachten. Ich möchte zu gerne wissen, was in der Berliner Stadtpolitik an arabischen Interessen indirekt so gutgeheißen wird.

Thomas
6 Stunden her

Sicario ist ein guter Film dazu und zeigt wie die Kartelle schon in den USA Fuss gefasst haben.
https://www.youtube.com/watch?v=jQZP7utR1wg

Last edited 6 Stunden her by Thomas
Haba Orwell
4 Stunden her
Antworten an  Thomas

Sehr stark, allerdings kein Dokumentarfilm. Der Regisseur Denis Villeneuve – Wikipedia drehte danach nur noch SF-Filme mit düsterer Atmosphäre: Arrival, Blade Runner 2049, Dune und Dune: Part Two. Das Reich der Harkonnen im Jahr 10191 ist übrigens vermutlich direkt aus der EUdSSR hervorgegangen.

Sicario 2 hatte übrigens einen anderen Regisseur. Die Szene beim US-Kriegsminister: „Wenn wir es schön haben wollten, wären Sie nicht da…“. Josh Brolin spielte später auch in beiden Dune-Filmen.

Peter Gramm
1 Stunde her
Antworten an  Thomas

Auch die Mafia und deren Paten sind in Amerika mehr als aktiv in Politik und sonstigen Regierungsämtern. Meyer-Lanski früher und jetzt Epstein. Dieser Sumpf besteht weiterhin. Das war immer schon so und ist heute nicht anders bei unseren „Freunden“. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Buch „Bekenntnisse eines „Econcomic Hit Man“ (Erweiterte Neuausgabe) von John Perkins. Amerika war immer schon auf Raubzug und schuf seinen Reichtum auf Kosten des Elends, der Armut und Kriegen in anderen Ländern. Zuvor mußten die Ureinwohner dran glauben.