Der Weltklimarat kassiert sein schärfstes Untergangsszenario für 2100. Damit wackelt das Fundament vieler Klimaklagen, Behördenprognosen und Medienberichte, die jahrelang mit der äußersten Drohzahl Politik machten.
picture alliance / ZUMAPRESS.com, IMAGO - Collage: TE
Der Weltklimarat der Vereinten Nationen nimmt der Klimapolitik eine ihrer beliebtesten Drohkulissen weg. Das Extrembild einer Erderwärmung um vier bis sechs Grad Celsius bis zum Jahr 2100 soll im nächsten IPCC-Bericht verschwinden. Ausgerechnet jene Prognose, mit der über Jahre Angst erzeugt, Politik begründet, Gerichte beschäftigt und Medienseiten gefüllt wurden, gilt nun nicht mehr als brauchbare Leitannahme für dieses Jahrhundert.
Damit fällt noch nicht die Klimadebatte in sich zusammen. Aber ein sehr beträchtlicher Teil ihrer dramatischsten Kulisse bekommt schwere Risse. Der neue obere Rand der IPCC-Szenarien liegt bei etwa 3,5 Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. Das bleibt hoch. Es bleibt folgenreich. Doch es ist politisch etwas völlig anderes als jene vier bis sechs Grad, die in Schlagzeilen, Gutachten und Klageschriften wie ein amtliches Weltuntergangssiegel verwendet wurden.
Besonders unangenehm wird diese Korrektur für all jene, die aus dem alten Extremwert längst eine Gewissheit gemacht hatten. Viele Klimaklagen der vergangenen Jahre stützten sich auf genau dieses Katastrophenszenario. Auch düstere Projektionen über einen Meeresspiegelanstieg von mehr als einem Meter bis 2100 wurden stark damit unterlegt. Nun müssen Prognosen, Tabellen und politische Begründungen neu sortiert werden.
Die Medien stehen dabei nicht besser da. Genau so funktioniert Alarmjournalismus: Man nimmt die äußerste Modellkante, schreibt sie zur wahrscheinlichsten Zukunft um und liefert der Politik die moralische Begleitmusik. Wer dagegen Einwände erhob, wurde schnell in die übliche Ecke gestellt.
Detlef van Vuuren, Emissionsforscher und Mitverfasser der neuen IPCC-Szenarien, versucht die Korrektur fachlich einzuordnen. Die Folgen von rund 3,5 Grad seien „schon schlimm genug“, sagt er. Er weist auch darauf hin, dass höhere Werte möglich bleiben, falls die Welt zu wenig gegen Treibhausgasemissionen tut. Dann lägen sie allerdings eher nach 2100. Genau dieser Unterschied zählt: Aus der Katastrophe bis 2100 wird eine spätere Möglichkeit unter bestimmten Annahmen.
Van Vuuren räumt zugleich ein, dass auch das günstigste Szenario gestrichen wird.
In diesem unteren Pfad wäre die Temperatur kaum noch weiter gestiegen. Auch diese Hoffnung verschwindet aus dem kommenden Bericht. Praktisch bedeutet das: Das IPCC behandelt die 1,5-Grad-Grenze nicht mehr als realistische politische Zielmarke. Der Weltklimarat kappt also beide Enden der alten Erzählung. Der große Weltuntergang bis 2100 wird zurückgenommen, das schöne 1,5-Grad-Versprechen ebenso.
In der Fachwelt ist der Schritt längst vorbereitet. Zeke Hausfather von Berkeley Earth hatte schon vor Jahren in Nature darauf hingewiesen, dass die reale Entwicklung immer weiter vom dunkelsten IPCC-Pfad abweicht. Nun begrüßt er die Änderung ausdrücklich. Zugleich bleibt auch er bei der Warnung: Solange CO2-Emissionen oberhalb von null liegen, erwärmt sich die Erde weiter. Was für 2100 weniger plausibel geworden ist, kann für 2150 oder später wieder in Reichweite kommen.
Das alte 8,5-Szenario entstand vor rund fünfzehn Jahren. Es beschrieb eine Welt, die fast alles falsch macht: immer mehr Kohle, kaum technologische Erneuerung, schwache Nachhaltigkeit, stärkeres Bevölkerungswachstum als heute absehbar. Es war als obere Extremmarke gedacht. Im politischen und medialen Betrieb wurde daraus eine Standardformel: Das passiere, wenn „wir nichts tun“.
Auf dieser Verschiebung beruhte ein ganzer Katalog apokalyptischer Vorhersagen. In Südeuropa, hieß es, könne Landwirtschaft bis Ende des Jahrhunderts unmöglich werden. Jede dritte Landpflanze könne verschwinden. Der Meeresspiegel könne bis 2100 um bis zu zwei Meter steigen. Das KNMI schrieb in seinen neuen Klimaszenarien, ohne Emissionssenkung drohten bis Ende des Jahrhunderts fast jeden Sommer Temperaturen über 40 Grad. Auch diese Aussage hängt am oberen Szenario.
Van Vuuren sagt nun, das 8,5-Szenario sei „schon immer extrem hoch“ gewesen. Die Welt habe sich weiterentwickelt. Erneuerbare Energien seien rasch billiger geworden. Außerdem gebe es Klimapolitik, wenn auch aus seiner Sicht zu wenig. Das ist ein Satz, den die Alarmbranche nur sehr, sehr ungern hört. Fortschritt, Markt und politische Maßnahmen haben die dunkelste Kurve überholt. Der reale Verlauf passt nicht mehr zur liebsten Drohgrafik.
Für Behörden, Medien und Aktivisten ist das ein herber Rückschlag. Van Vuuren sagt offen, dass viele Prognosen überarbeitet werden müssen. Er fügt hinzu, man könne Szenarien nicht deshalb unverändert lassen, weil Korrekturen Mühe machen. Genau hier liegt der Kern. Wer mit Modellrechnungen tief in Grundrechte, Energiepolitik, Eigentum, Verkehr, Landwirtschaft und Industrie eingreift, darf veraltete Extremannahmen nicht weiter als amtliche Wahrheit behandeln.
Die Größenordnung zeigt, wie erheblich diese Korrektur ist. Im alten Katastrophenszenario lag die Erwärmung bis 2100 zwischen 3,3 und 5,7 Grad. Die UN-Umweltbehörde UNEP sieht die Welt bei heutiger Klimapolitik hingegen auf einem Pfad von etwa 2,6 Grad. Auch das ist keine harmlose Zahl. Aber es ist weit entfernt von jenem dramatischen Bild, mit dem sich fast jede Zumutung begründen ließ.
Van Vuuren verweist auf verbleibende Unsicherheit. Seine Gruppe erstellte die neuen Szenarien, bevor Donald Trump wieder an die Macht kam. Nun gebe es eine US-Regierung, die fossile Brennstoffe stark subventionieren wolle, obwohl erneuerbare Energien inzwischen deutlich billiger seien. Auch daraus folgt: Szenarien hängen an politischen Entscheidungen, Energiepreisen, Technik, Bevölkerung und Wirtschaft. Sie sind Werkzeuge. Keine Offenbarungen.
Über Jahre wurde ein Extrempfad behandelt, als stehe er praktisch vor der Tür. Daraus entstanden Klagen, Kampagnen, Klimaleugner-Diffamierungen, Verbote, Panikberichte und staatliche Eingriffsprogramme. Nun zieht der Weltklimarat selbst die Linie neu. Wer gestern mit der äußersten Zahl regierte, sollte heute erklären, warum er daraus so lange eine Gewissheit machte.

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Hat wirklich irgendein Wissenschaftler, nein kein sog. Experte, geglaubt, daß durch weniger Autofahren oder das Jahrhundertgeschäft Energiewende die Wirkmacht nur der drei Objekte Sonne, Mond und Erde in ihrem Zusammenwirken in der Raumzeit beeindrucken oder gar verändern können?
Die „menschgemachten Klimawandel-Gläubigen“‘wird das so wenig interessieren, wie die veröffentlichten RKI-Protokolle die C-Jünger!
Das Extrembild einer Erderwärmung um vier bis sechs Grad Celsius bis zum Jahr 2100 soll im nächsten IPCC-Bericht verschwinden. Endlich!
Die Teilnehmer von der Flashmop-Challenge: „wir lassen heute mal über Nacht die Kühlschranktür offen“ hatten sicher einen Einfluss darauf!
Obwohl die Arktis eisfrei sein wird, will die EU eine Eisbrecherflotte aufbauen. Wird das jetzt gestoppt? Und rückt jetzt dafür der gesellschaftliche Klimawandel im Land vielleicht mehr in den Focus?
Lasst doch den Klimagläubigen ihren Kult. Das ist wie mit den Anhängern von Scientology, eine Sekte durch und durch. Das Wetter & Klima, ist einfach voll Nazi, macht es doch was es will, und folgt keiner Regel.
Glücklicherweise haben die Scientologen keine Operierender-Thetan-Abgaben eingeführt. Allerlei Klima-Tribute (schnell steigend) gibt es aber schon.
So ist es, und gekleckert wird nicht. Da gehen wir beide ja sogar mal konform, Sachen gibt’s. 😁😉
Ja, es ist ein Witz, ein bitterer! Aber Sektierern darf man dann nicht ihren Kult lassen, wenn der für alle nicht nur unerträglich, sondern verheerend wirkt.
Ich habe diese Zustände, und Alles was damit einhergeht nie gewählt. Ich versuche aufzuklären, wo ich es kann. Hätte ich die Zeit, würde ich mich politisch einbringen, erstmal auf kommunaler Ebene, ich habe Sie aber nicht. Familie, Kinder & Job usw. Abschließend noch erwähnt, Landtagswahl BW, meiner Heimat. Weitere Fragen, erübrigen sich.
Aber aber, auf der Seite des Bundesumweltamtes ist zu lesen, dass es durch die Klimaerwärmung mittels Veränderung der Atlantischen Ozeanzirkulation zu einer erheblichen Abkühlung der Nordhalbkugel kommen könnte:
https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/kippt-der-golfstrom-kommt-es-daher-in-europa-zu
Manchmal kommt mir die ganze wilde Orakelei inzwischen vor wie der grösste und teuerste Hoax aller Zeiten. Wären wir nicht besser bei der klassischen Religion geblieben mit einem externen Gott?
Die Zentralheizung Europas ist der Golfstrom – wenn der nachlässt, dann wird’s kalt hier. Nach Milankovic aber kömmt die nächste Eiszeit in ca. 80 – 100.ooo Jahren, vorher wird’s tendenziell wärmer, kosmisch bedingt. Milanković-Zyklen sind langfristige, natürliche Schwankungen der Erdbahn und Erdachse, die über Zehntausende von Jahren die Sonneneinstrahlung verändern. Sie sind die Hauptursache für den Wechsel zwischen Eis- und Warmzeiten, indem sie steuern, wie viel Sonnenenergie die Nordhalbkugel erreicht. Die Zyklen beeinflussen das Klima seit Jahrmillionen durch Exzentrizität (Orbitform), Obliquität (Achsneigung) und Präzession (Kreiseln). Etwas genauer: https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Milankovic-Zyklen Generell gilt: Je weniger Menschen es gibt, desto leichter können sie sich… Mehr
Es darf nicht vergessen werden dass es die Grünen waren die aus dieser unglaubwürdigen Katastrophenshow ihre Existenzberechtigung abgeleitet haben und unsere Gesellschaft ruinierten. Heute lassen sie sich mit üppigst ersessenen Pensionen das Leben angenehm gestalten. Aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation wären sie wohl bei Hartz IV gelandet.
Sorry, ich kann den ganzen Rotz nicht mehr hören, egal ob es wärmer oder kälter wird, der Mensch weiß damit umzugehen!
Ja, und je weniger es sind, desto leichter. It’s the demography, simply. Wenn sie überhand nehmen, sind sie einfach nur noch lästig. Invasion: „Wir werden immer mehr und beanspruchen Deutschland für uns.“ – egal, ob’s stürmt oder schneit.
Vom Hitzeschock zur Eiszeit-Angst – Al Gore warnt jetzt vor Kälte….ja wirklich
Es ist nicht mal neu – Klimahysterie schafft mühelos die 180-Grad-Wende: https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article5489379/Weltklima-Szenarien-Als-uns-vor-30-Jahren-eine-neue-Eiszeit-drohte.html (der Artikel kam vor 17 Jahren).
die Jahresdurchschnittstemperatur in Berlin beträgt 9,8 – 11Grad, in Mailand
11 – 13 Grad, so erklären sich die Tausenden Hitzetoten, die nahe Mailand in der Region Bergamo im Jahre 2020 mit Militärlastern abtransportiert wurden, obwohl sie doch alle die Spritze gegen Hitzetod bekommen hatten, jedoch half diese Spritze weder gegen Hitzetod noch gegen Corona.
Das ist doch egal. Wer IPCC Bericht schon früher gelesen hat, hat auch wissen können, dass die hunderte Modelle in dem Bericht nicht wirklich als zu vorhersagen benutzt werden konnten. Kein Model konnte die Zukunft sehen. Es dauert nur lange bis man das weiß, weil man die langsame Veränderungen vergleichen muss und das ist dann so langsam wie die Veränderungen also nimmt Jahre. Dazu gibt es in unserem Wissen über das Wetter sehr große Löcher. Einige konnte man Einschätzen vlt (wie viel CO2 können die Ozeane speicher und wie groß ist ihre Wärmespeicherkapazität) ohne dass man es genau wissen könnte.… Mehr