Das 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Ukraine ist wegen des Widerstands der ungarischen Regierung noch nicht in der Ukraine angekommen, aber die EU-Spitze plant schon die nächste Hilfszahlung in Milliardenhöhe: EU-Energiekommissar Dan Jørgensen versprach Kiew die Überweisung von 1,02 Milliarden Euro zur Wiederherstellung der Energieversorgung.
picture alliance/dpa | Ansgar Haase
Der zuständige EU-Energiekommissar Dan Jørgensen sagte gestern bei seinem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kyiv zu: Die finanzielle Unterstützung setzt sich aus zwei Teilen zusammen – zunächst sollen 100 Millionen Euro für humanitäre Soforthilfe und die Bereitstellung von Generatoren verwendet werden. Hinzu käme ein umfangreiches Paket von 920 Millionen Euro zur Reparatur zerstörter Strom- und Wärmeanlagen sowie zur Stabilisierung der Netze.
„Die Europäische Union wird nicht zulassen, dass Russland unsere mutigen ukrainischen Freunde in die Knie friert“, meinte Jørgensen. Man werde die Unterstützung sogar verstärken, um sicherzustellen, dass „die Lichter anbleiben“. Die zusätzlichen Mittel sollen unter anderem dazu dienen, Stromnetze zu stärken, beschädigte Kraftwerke wiederherzustellen, den physischen Schutz kritischer Infrastruktur zu verbessern und dezentrale Energieerzeugung auszubauen, berichtet Politico.
Der Grund für die Notwendigkeit einer neuerlichen Finanzspritze sind die anhaltenden russischen Angriffe auf Energieanlagen in der Ukraine. Seit dem vergangenen Jahr kommt es nahezu täglich zu Attacken auf Umspannwerke, Heizkraftwerke und Versorgungsleitungen. Nach Angaben von Greenpeace wurden allein im Januar Tausende Drohnen, Lenkbomben und Raketen gegen entsprechende Ziele eingesetzt. Ganze Regionen sind dadurch zeitweise ohne Strom, Millionen Menschen mussten bei eisigen Temperaturen mit eingeschränkter Versorgung auskommen.
So nachvollziehbar die humanitäre Motivation erscheinen mag, so kontrovers wird die Rolle der EU inzwischen diskutiert: Der Vorwurf steht im Raum, dass eine klare Exit-Strategie aus diesem Konflikt mit Russland nicht zu erkennen ist – und auch die Kontrolle fehlt, wie die Gelder der EU tatsächlich in der Ukraine verwendet werden. So dürften hunderte Millionen von den bisher geleisteten Hilfszahlungen für die Energieversorgung der Ukraine von Politikern und deren Komplizen abgezweigt worden sein, wie der jüngste Korruptionsfall (Operation „Midas“) zeigt.
Angesichts angespannter Haushaltslagen in mehreren EU-Mitgliedstaaten und wachsender sozialer Herausforderungen innerhalb der EU fragen sich viele Bürger, wie lange diese finanzielle Dauerunterstützung noch zu schaffen ist.
Zudem bleibt offen, wie nachhaltig die Investitionen tatsächlich sind: Solange die Kampfhandlungen andauern, besteht die Gefahr, dass reparierte Anlagen erneut zerstört werden. Exs droht ein kostspieliger Kreislauf aus Zerstörung und Wiederaufbau.
Bei einer Zusage von einer Milliarde Euro aus EU-Mitteln liegt der effektive Anteil für Deutschland bei 25 bis 30 Prozent der Summe, also 250 bis 300 Millionen Euro netto. Deutschland trägt etwa ein Viertel bis knapp ein Drittel der EU-Haushaltslasten. Österreich hätte zwei bis drei Prozent der Summe und somit 20 bis 30 Millionen Euro mitzutragen.



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Wenn man sich überlegt, dass 450 Millionen EU-Bürger zuschauen, wie 60.000 EU-Beamte und -Bedienstete ihr Geld ausgeben, dann können diese nicht viel falsch machen.
Da haben sie völlig recht, denn im Grunde genommen ist es ein Unding, wie sie verfahren und die Bürger zusehen, wie ihr Steuergeld verplempert wird für eine Sache, die uns nichts angeht und auch große Gefahren in sich birgt. Das Rußland überhaupt noch zusieht, wie sie nach Kiew ein -und ausreisen ist schon bewundernswert, denn immerhin befinden sie sich im Kriegsgebiet und da könnte alles möglich sein und im Grunde genommen belegt, daß man lediglich die von Russen bewohnte Gebiete befreien will, denn wäre es anders, würden so manche schwer lädiert nach Hause kommen und nur dem Verstand der anderen… Mehr
Fass ohne Boden….die ganzen ehemaligen ostblockstaaten die heute in der EU sind ist ein fass ohne boden. Warum bekommt zb Ungarn nach über 20 jahren in der EU immer noch von uns geld via EU sprich sind nettoempfänger. Gemini – „wie viel euros hat ungarn bis heute von der eu bekommen“ Seit seinem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 2004 hat Ungarn massiv von finanziellen Transfers profitiert. Da Ungarn durchgehend zu den größten Nettoempfängern gehört, übersteigen die erhaltenen Fördergelder die eingezahlten Mitgliedsbeiträge bei weitem. Hier ist die Bilanz (Stand Anfang 2026): 1. Die GesamtsummeSeit 2004 hat Ungarn insgesamt rund 56… Mehr
Ich lebe in Irland und zahle meine Steuern hier. Ich hoffe der irische Anteil an der Ukrainehilfe bewegt sich hoechstens zwischen 5000 und 10000 Euro jaehrlich.
Die korrupte ukrainische Regierung wirds freuen. Endlich gibts mal wieder was unter sich aufzuteilen.
Wie ich in einem anderen Beitrag schon ahnte und schrieb:
Stimmen Orban und Slaowakei dem 90 Mrd. Paket nicht zu, schnürt man eben das Paket auf und „liefert scheibchenweise“ … ist doch soooo simpel … in der Demokratie a la vdL, Merz, Macron, etc. … plus Starmer.
„Der Grund für die Notwendigkeit einer neuerlichen Finanzspritze sind die anhaltenden russischen Angriffe auf Energieanlagen in der Ukraine.“ Die Ukraine tut aber Gleiches in Rußland, zumeist sind die russischen Gegenschläge „nur“ Vergeltungsschläge.
Ja. Und die Auswirkungen demolierter Energieinfrastruktur dort auf Resteuropa werden gar nicht besprochen.
Zumal nun auch Kompressoren hier abgezogen und Richtung transferiert werden – was nicht nur während des Berliner Stromausfalls bitter aufstieß – da unersetzt.
„Nach Angaben von Greenpeace wurden allein im Januar Tausende Drohnen, Lenkbomben und Raketen gegen entsprechende Ziele eingesetzt.“ Die Vorfeldorganisation der US-Geheimdienste darf ja auch nicht fehlen, die war ja schon beim sogenannten Potsdam-Treffen mit der Datenbeschaffung befaßt (TE berichtete noch am Anfang, später mochte das TE aber nie mehr erwähnen).
Da sie sich dort gegenseitig die Energieinfrastruktur demolieren macht Greenpeace dort Sinn.
Allerdings erklären sie nicht, welche Auswirkungen das auf den Westen hat, wenn sowohl da wie dort alles zerstört auf den Wiederaufbau warten muss – zumal auch bei uns aufs falsche Pferd gesetzt ist.
Um es mal mit Thatcher zu sagen. „I want my money back!“
Tja. Das hat sich in Rauch aufgelöst. Bzw. in goldene Kloschüsseln oder Boliden. Wo auch immer. Die Ukraine wird sich nach Corona und den Injektionen als die größte Geldwäschemöglichkeit der EU herausstellen – wetten das? Anderen Sinn scheint Brüssel gar nicht (mehr) zu haben. Berlin aber auch nicht. Die Karikatur zeigt, wie Taxpayers Money über die Ukraine (vormals wohl Afghanistan) in die Hände von u.a. Kongressabgeordneten zurück geleitet wird – wobei so gut wie jedes Projekt, bei dem Geld ins Ausland fließt (Inland nicht ausgenommen) die Möglichkeit birgt, Gelder zu waschen und in andere Hände zu spielen – wie die… Mehr
In #Deutschland haben wir mehrere #Landtagswahlen da könnte man den #Parteien zeigen, was man davon haltet, dass unser #Steuergeld in der #Ukraine versenkt wird!
Orban hat richtig gehandelt. Die EU, eher wohl Deutschland, pumpt Steuergeld ohne Ende in dieses korrupte Land, welches ganz offensichtlich keinen Frieden will. Natürlich tun einem die Menschen leid und Putin s handeln ist wieder kritisch zu hinterfragen, trotzdem., jetzt muss Schluss mit dem Töten sein, die Ukraine muss zum Frieden gezwungen werden!