Nach Paris, Lille, Limoges, Mailand, Bologna und Rom ist nun auch Bilbao Ziel gewalttätiger Demonstranten: Auslöser der Unruhen war eine geplante Veranstaltung des rechten Influencers Vito Quiles an der Universität, die er aber aus Sicherheitsgründen absagte.
IMAGO / Europa Press
Vor Beginn der geplanten Veranstaltung des Web-Aktivisten hatten Tausende Menschen, darunter viele Studenten, unter Antifa-Flaggen gegen die Anwesenheit von Vito Quiles demonstriert.
Die Unruhen verlagerten sich dann ins Zentrum, unter anderem in die Nähe der Plaza de Euskadi und der Torre Iberdrola – auf X zeigen Videos das Ausmaß der Zerstörung. Die Universität Deusto hatte vorsorglich den Campus geschlossen und den Unterricht ausgesetzt. Unter den festgenommenen Chaoten waren auch sieben Minderjährige.
Vito Quiles (26) ist als Web-Aktivist und ehemaliger Kommunikationsverantwortlicher der Partei Se Acabó La Fiesta von Alvise Pérez bekannt. Die Absage seiner Veranstaltung hatte er über soziale Medien so begründet: „Ex-Mitglieder der ETA, Terroristen und andere Kriminelle“ hätten mit Protesten gedroht – die dann trotz der Absage stattgefunden haben. Die baskische Sicherheitsbehörden werteten das Vorgehen der Randalierer als geplant.
Bürgermeister spricht von „Horrornacht“
Bilbaos Bürgermeister Juan Maria Aburto Rike sprach von einer „abscheulichen“ und „Horror-Nacht und erklärte, die Täter seien „keine Antifaschisten, sondern echte Faschisten“. Der baskische Sicherheitsminister Bingen Zupiria wies darauf hin, dass jemand offenbar gewaltsame Bewegungen nachahmen wolle, die man in anderen Teilen Europas gesehen habe, und erinnerte an die Vorfälle in Barcelona am vorangegangenen Samstag. Auch der PP-Vorsitzende Alberto Núñez Feijóo verurteilte das Geschehen als Einschüchterungsversuch der „gewaltbereiten Linken“.
In der Vorwoche eskalierten in Frankreich und Italien Demonstrationen gegen die immer höheren Lebenshaltungskosten und gegen soziale Missstände. In Frankreich nahmen laut den Behörden 550.000 Menschen teil – es kam zu massiven Plünderungen, Brandstiftungen und auch zu 2.000 Festnahmen. In Italien, insbesondere in Mailand, gab es ebenfalls schwere Krawalle mit Plünderungen, die Regierung unter Giorgia Meloni entsandte 500 Soldaten zur Unterstützung der Polizei. Auch in Barcelona zeigten Video-Clips auf Social-Media-Plattformen ähnliche Szenen mit vermummten Gruppen und Plünderern.



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