Nach den schweren Ausschreitungen in Mailand ermittelt die Antiterror-Staatsanwaltschaft gegen einen italienisch-marokkanischen Journalisten. Siher soll eine neue Gewaltbewegung aufgebaut haben. Die Spuren führen in die propalästinensische Aktivistenszene.
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Die italienische Polizei hat am 24. Oktober den 30-jährigen Youssef Siher festgenommen. Der italienische Staatsbürger marokkanischer Herkunft gilt als mutmaßlicher Kopf der sogenannten „Bewegung 17. Oktober“, die nach den schweren Ausschreitungen in Mailand entstanden ist. Die Staatsanwaltschaft wirft dem freien Journalisten und Politikwissenschaftler vor, über soziale Netzwerke neue gewaltsame Proteste vorbereitet und zu Straftaten mit terroristischer Zielsetzung angestiftet zu haben. Siher sitzt inzwischen im Mailänder Gefängnis San Vittore. Gegen seine Ehefrau wird ebenfalls ermittelt.
Die Festnahme wirft ein neues Licht auf die Gewaltwelle, die Italien Mitte Oktober erfasst hat. Hinter dem mutmaßlichen Organisator steht eine interessante Vita: ein Hochschulabsolvent mit Kontakten in die akademische Außenpolitikforschung, früherer Mitarbeiter italienischer Zeitungsredaktionen und ein seit Jahren aktiver Vertreter der propalästinensischen Bewegung. Die italienischen Sicherheitsbehörden hatten ihn offenbar bereits vor zwei Jahren wegen möglicher Verbindungen zu islamistischen Propagandastrukturen im Blick.
Am 17. Oktober hatten sich in Mailand etwa 5.000 Menschen an einer Demonstration gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und niedrigen Löhne beteiligt. Zu den Protesten unter der Bezeichnung „Italia in piazza“ war über soziale Netzwerke aufgerufen worden; die Bewegung trat ohne formelle Bindung an Parteien oder Gewerkschaften auf. Insgesamt fanden in 13 italienischen Städten entsprechende Kundgebungen statt.
In Mailand eskalierte die Lage innerhalb kurzer Zeit: Linksextremisten zusammen mit Personen mit Migrationshintergrund bewarfen Polizisten mit Flaschen und Steinen, errichteten Barrikaden und beschädigten Gebäude. In der Innenstadt gingen Fensterscheiben zu Bruch. Rund um die Piazza Duomo und den Cordusio kam es zu schweren Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die gewalttätigen Gruppen zurückzudrängen.
Auch am folgenden Tag zogen Gruppen überwiegend junger Extremisten durch die Innenstadt, dabei wurden auch Geschäfte und Supermärkte geplündert, Schaufenster eingeschlagen und Müllbehälter angezündet. Unter den Beteiligten befanden sich Berichten zufolge zahlreiche Jugendliche aus Einwandererfamilien. Die erste Bilanz sprach von rund 60 festgehaltenen Personen und mindestens 25 Verletzten. Nach den weiteren Ausschreitungen vom 18. Oktober meldete die Polizei schließlich 271 zur Polizeidienststelle gebrachte Personen, darunter 220 Minderjährige. 32 Menschen wurden festgenommen. Allein für diesen zweiten Tag wurden 14 verletzte Einsatzkräfte gemeldet.
Ein Revolutionsnetzwerk, das aus Ausschreitungen entsteht
Unmittelbar nach den Gewaltexzessen entstand dann die „Bewegung 17. Oktober“, deren Name damit ausdrücklich Bezug auf den Tag der ersten schweren Zusammenstöße nimmt. Auf Instagram und Telegram entwickelte sich binnen weniger Tage ein Netzwerk mit beträchtlicher Reichweite: der Telegram-Kanal näherte sich der Marke von 10.000 Mitgliedern, die Instagram-Seite erreichte mehr als 48.000 Abonnenten. Hier sollte die Wut der Straße organisiert und in eine dauerhafte politische Bewegung überführt werden.
Nach Darstellung der Ermittler war Siher einer der maßgeblichen Betreiber dieser Plattformen. Über die Kanäle seien Mobilisierungsaufrufe verbreitet und weitere Demonstrationen vorbereitet worden. Im Mittelpunkt standen junge Menschen, darunter Angehörige der zweiten Einwanderergeneration. Für den 24. Oktober waren neue Aktionen in mehreren italienischen Städten vorgesehen. Die Behörden vermuten, dass dabei weitere Gewalttaten gezielt in Kauf genommen und angestrebt wurden.
In der Festnahmeanordnung ist von einem Vorhaben die Rede, das auf Straftaten mit „umstürzlerischen Zielen“ ausgerichtet gewesen sei. Die Ermittler werfen Siher vor, die Ereignisse vom 17. und 18. Oktober als Ausgangspunkt für eine weitreichende politische Mobilisierung genutzt zu haben. In der Begründung wird er als wirkungsvoller Anstifter beschrieben, der Menschen zu Gewalttaten habe bewegen können.
Besonders aufschlussreich ist ein Dokument mit dem Titel „Rivoluzione, istruzioni per l’uso“ – „Revolution, Gebrauchsanweisung“. Das über die Bewegung verbreitete Handbuch orientiert sich nach eigener Darstellung an einer Anleitung aus der ägyptischen Revolution des Jahres 2011. Es enthält Vorgaben zur Organisation von Demonstrationen und zum Verhalten bei Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die vermeintlich spontane Empörung bekam damit eine schriftliche Gebrauchsanweisung für den Straßenkampf.
Auch die Gewaltexzesse in Frankreich dienten ganz offenbar als Vorbild. In Nachrichten des Netzwerks wurde ausdrücklich die Möglichkeit angesprochen, die dortigen Unruhen in Italien zu wiederholen. Das französische Chaos erschien in diesen Kreisen damit als nachahmenswertes Modell. Wie konkret die Planungen bereits waren, zeigen die bei den Durchsuchungen sichergestellten elektronischen Geräte. Auf einem Computer fanden die Ermittler nach italienischen Medienberichten vorbereitete Telegram-Nachrichten mit Anweisungen für weitere Versammlungen am 24. Oktober. Vorgesehen waren kurzfristig bekanntzugebende Treffpunkte, um die polizeiliche Kontrolle zu erschweren. Auch Stadtpläne wurden sichergestellt.
Ein direkter organisatorischer Zusammenhang zwischen Siher und den Tätern der ursprünglichen Ausschreitungen vom 17. und 18. Oktober ist bislang nicht nachgewiesen. Die Ermittlungen konzentrieren sich deshalb auf den Versuch, die bereits ausgebrochene Gewalt anschließend für neue Aktionen zu nutzen.
Melonis neues Sicherheitsgesetz trifft ersten Verdächtigen
Die italienische Regierung unter Giorgia Meloni hatte auf die Gewalteskalation mit einer Verschärfung des Strafrechts reagiert. Am 20. Oktober beschloss das Kabinett ein neues Sicherheitsdekret, das am 23. Oktober in Kraft trat. Es führte unter anderem den Straftatbestand der organisierten Gewalt bei öffentlichen Demonstrationen ein. Der neue Artikel des italienischen Strafgesetzbuches erfasst auch Personen, die entsprechende gewalttätige Gruppen über digitale Kommunikationsmittel organisieren oder zu solchen Taten aufrufen.
Für die Organisation oder Förderung derartiger Gewaltgruppen sieht das Gesetz Freiheitsstrafen von vier bis zwölf Jahren vor. Damit zählt Siher zu den ersten Beschuldigten, gegen die auf Grundlage der neuen Bestimmung ermittelt wird. Die italienische Justiz will damit auch diejenigen strafrechtlich erfassen, die Gewaltaktionen aus der Distanz organisieren und andere zur Ausführung anstiften.
Zusätzlich untersucht die Mailänder Antiterror-Staatsanwaltschaft den Verdacht einer terroristischen Zielsetzung. Im Raum steht auch der Vorwurf der Beteiligung an einer Vereinigung mit terroristischen oder umstürzlerischen Zielen. Am 26. Oktober beantragte die Staatsanwaltschaft die Bestätigung von Sihers Festnahme und seine weitere Inhaftierung. Sie verweist unter anderem auf Fluchtgefahr und das Risiko neuer Straftaten. Eine rechtskräftige Verurteilung liegt bislang nicht vor.
Mutmaßlicher Drahtzieher kommt aus akademischem Milieu
Die politische und berufliche Laufbahn des Verdächtigen verdient besondere Aufmerksamkeit. Siher studierte Kommunikationswissenschaften an der Universität Mailand und absolvierte anschließend ein Masterstudium der Politikwissenschaft. Er gehörte zeitweise dem akademischen Senat an. Bereits 2018 hatte er an der Universität eine muslimische Studentenvereinigung gegründet, deren Präsident er wurde.
Im Jahr 2024 absolvierte er ein Forschungspraktikum beim Institut für Internationale Politische Studien (ISPI) in Mailand. Dort beschäftigte er sich im Nahost- und Nordafrika-Bereich mit dem politischen Islam und islamischen Bewegungen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörte auch das Verhältnis zwischen Islam und arabischem Nationalismus. Das Institut betont inzwischen, dass Siher seit 2024 nicht mehr für das ISPI tätig gewesen sei.
Auch in der italienischen Medienlandschaft war der mutmaßliche Organisator der Unruhen kein Unbekannter. 2022 absolvierte er ein Praktikum in der Onlineredaktion von Il Fatto Quotidiano, einer der großen überregionalen Zeitungen Italiens. Bis 2025 veröffentlichte er dort weitere Beiträge, unter anderem zu Entwicklungen in Nordafrika. Für die politisch einflussreiche Zeitung Il Foglio schrieb er im April 2022 einen Artikel über Pakistan.
Seine publizistische und wissenschaftliche Tätigkeit ermöglichte ihm einen Zugang zu Kreisen, die gewöhnlich mit außenpolitischer Analyse und öffentlicher Meinungsbildung verbunden werden.
Propalästinensischer Aktivismus und Verbindungen zur radikalen Linken
Parallel zu seiner akademischen Laufbahn entwickelte sich Siher zu einem bekannten Vertreter der propalästinensischen Szene Mailands. Er nahm regelmäßig an Demonstrationen teil und trat bei Kundgebungen als Redner auf. Besonders engagierte er sich im Umfeld der „Jungen Palästinenser Italiens“, einer Organisation, die sich gegen die Beziehungen zwischen Italien und Israel positioniert.
Siher kritisierte unter anderem die Städtepartnerschaft Mailands mit Tel Aviv. Bei einer Demonstration im Juli 2025 beschuldigte er italienische Institutionen einschließlich der örtlichen Behörden der Mittäterschaft an dem von ihm behaupteten Völkermord in Gaza. Im September desselben Jahres erregte er mit Äußerungen zu propalästinensischen Protesten am Mailänder Hauptbahnhof erneut Aufmerksamkeit.
Bereits vor der aktuellen Gewaltwelle hatte sich offenbar der italienische Inlandsgeheimdienst AISI für Siher interessiert. Nach übereinstimmenden italienischen Medienberichten wurde den Sicherheitsbehörden 2024 eine von ihm gegründete Organisation mit dem Namen „Alba Nascente“ bekannt. Die Vereinigung steht unter dem Verdacht, in muslimischen Gemeinschaften Europas Propaganda verbreitet zu haben, die der islamistischen Terrororganisation Hamas sowie der marxistisch-palästinensischen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) zuzurechnen ist.
Brisant sind auch die Hinweise der Sicherheitsdienste auf Kontakte der Organisation zu radikalen linksgerichteten Aktivistengruppen. Die Behörden interessierten sich demnach auch für deren Rolle bei der logistischen Vorbereitung propalästinensischer Demonstrationen. Inzwischen prüft auch die Staatsanwaltschaft Genua mögliche Kontakte Sihers zu einem anderen Ermittlungsverfahren. Dabei geht es um den Verdacht, dass über angebliche Hilfsorganisationen Gelder an die Hamas geflossen sein könnten.
Auch seine Ehefrau gerät ins Visier
Die Ermittler durchsuchten unter anderem auch Räumlichkeiten im Raum Brescia, wo der 30-Jährige seinen offiziellen Wohnsitz hat. Schließlich fanden sie ihn in einer Wohnung im Mailänder Stadtteil Corvetto, die dem Umfeld propalästinensischer Aktivisten zugerechnet wird. Das Mobiltelefon von Sihers Ehefrau war der Polizei offenbar dabei behilflich, um seinen Aufenthaltsort zu bestimmen. Sein eigenes Telefon war ausgeschaltet.
Die 32-jährige Sagia Hammoud, eine Kulturvermittlerin libanesischer Herkunft, wird ebenfalls beschuldigt, an der Verwaltung der Internetkanäle beteiligt gewesen zu sein. Gegen sie wird wegen der gleichen mutmaßlichen Straftaten ermittelt. Sie befindet sich aber weiterhin auf freiem Fuß. Nach Angaben der italienischen Behörden beobachtete die AISI bereits vor Sihers Festnahme Aktivitäten rund um die neue Protestbewegung.
Von besonderem Interesse sind mögliche weitere Beteiligte sowie Kontakte zwischen den Betreibern der Plattformen und militanten Gruppen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass durch das Einschreiten der Ermittler erneute gewaltsame Ausschreitungen am 24. Oktober verhindert wurden.
Die Parallelen zu Frankreich sind auffällig. Wie TE bereits berichtete, identifizierte eine Recherche von Fox News im Umfeld der dortigen Ausschreitungen 54 Organisationen, darunter kommunistische Parteien und radikale propalästinensische Gruppen. Gerade einmal 16 davon sind Schüler- oder Jugendorganisationen. Auch zwölf Gewerkschaftsorganisationen und Interessenvertretungen gehören zu dem untersuchten Mobilisierungsumfeld. Gruppierungen wie der Nouveau Parti anticapitaliste versuchen, die Proteste zu einer revolutionären Massenbewegung auszuweiten. Die linksradikale Studentenorganisation FSE rief bereits dazu auf, Frankreich landesweit zu blockieren. Ihr erklärtes Ziel: die Revolution. Eine organisatorische Verbindung zum Mailänder Netzwerk ist bislang nicht nachgewiesen.
Die nächste Mobilisierung über die Landesgrenzen hinweg ist bereits angekündigt. Für den 20. November planen 28 sozialistische und kommunistische Jugendorganisationen aus zwölf europäischen Staaten einen gemeinsamen Aktionstag. Ihr Manifest fordert einen radikalen Systemwechsel, die Auflösung der NATO und den Abbruch der Beziehungen zu Israel. Auch Deutschland steht auf dem Aktionsplan. Zu den Unterstützern gehören die Linksjugend Solid, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend der DKP und die Falken. Was in Frankreich mit Protesten gegen marode Schulen begann und in Italien nach schweren Straßenkrawallen zur Gründung einer neuen Bewegung führte, findet seine ideologische Fortsetzung inzwischen in europaweiten Aufrufen zum Umsturz. Der nächste Termin steht bereits fest.


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Noch was zu meinem Lesebrief. Die Palis und die Linken lieben das zerstören, was andere geschaffen haben, weil sie selbs nicht im Stande sind, Werte zu schaffen, deshalb hassen sie israel und andere westliche Länder. Mit den geschenkten Miliarden in den vielen jahren, hätten sie längst ein prosperieretes Land schaffen können.
Sobald ein Geheimdienst in einem Land Waffen verteilt und auf Sicherheitskräfte schießen lässt, wird es hier sogar bejubelt – OK, es war in Iran. Würde es zwar genauso, aber in umgekehrte Richtung laufen, wäre es Terrorismus.
Die „Farbrevolutionen“ hat nun mal der Westen erfunden – nicht klagen, wenn Retourkutschen kommen. Wenn es nicht genehm ist, hätte man gar nicht damit anfangen sollen. Ein Wettbewerb der Systeme könnte auch sauber und fair laufen.
Ja, die Palis, die werden der westeuropa noch zeigen, was in ihnen steckt. Nicht ohne Grund lassen die muslemische Länder keine Palis rein, aber dieLinken haben die gleiche Agenda wie die Palis und deshalb sind das ihre beste Freunde.
Die Einzelheiten zur Person lesen sich wie die Details einer islamo-gauchistischen ‚Musterbiografie‘, wie sie sich ähnlich gewiss auch in Buntland (in F, Benelux, ES und GB sowieso) ausfindig machen ließen:
Der kleine, aber wichtige Unterschied besteht allerdings darin, dass solche Figuren in Bella Italia aufgrund eines klug modifizierten Strafrechts erfolgreich aus dem Verkehr gezogen werden können, während hierzulande allenfalls ein freundliches ‚Du-Du-Du‘, wenn nicht gar in Bälde ein schickes ‚Buntes Blech‘ für zivilgesellschaftliches Engagament in einer der vielen einschlägig aktiven NGOs, zu erwarten wäre…
Drum merke, o Wanderer zwischen den Welten: „So verschieden ist es im menschlichen Leben…“ (Kurt Tucholsky).
Komisch,da gehts,hier werden „Bündnisse“ wie „Widersetzen“ medial umsorgt und gehätschelt,dabei könnte es seit 40 Jahren so einfach sein,denn damals wurde wegen der Hooligan-Tourismus-Riots der präventive Gewahrsam eingeführt…bei der Zielgruppe hat es funktioniert,schliesst die Aufrufschreiber von der Antifa genauso über die Akrionstage weg!