Was passiert, wenn einer ein Buch über die zerfallende Verkehrsinfrastruktur vorstellt? Keiner kommt, weil alle im Stau stehen. Was sich wie ein schlechter Witz anhört, ist kürzlich Günther Ederer passiert als er sein Buch "Deutschland im Stau" vorstellen wollte:
Vallendar ist ein verwunschener Ort in einem Seitental des Mittelrheins. Ein Nonnenkloster liegt da, es ist ein Zentrum der katholischen Schönstatt-Bewegung mit Kapellen und Gnadenorten und hat eine Ordenshochschule für Theologie. Es ist ein Ort weit weg vom Weltgetriebe, noch weiter weg vom Berliner Politikbetrieb und seinen politisch-korrekten Debatten. Wohl gerade deshalb diskutieren dort Bundesaußenminister, Frank-Walter Steinmeier und ein Kirchenfürst: Walter Kasper, als „Kardinalspriester“ einer der ranghöchsten Kirchenfürsten. Die Brutalität der Realität, wie beide sie darstellen, steht in einem seltsamen Widerspruch zur idyllischen Magie des Orts: „Unsere Welt ist aus den Fugen geraten“, sagt der Politiker. Der Priester plädiert für Waffenlieferungen als „Gebot der Nächstenliebe“.
Darf man Politiker nicht mehr kritisieren, wenn es um -in geht?
Wenn es bei dieser Frau um Angela Merkel geht - dann ja, und zwar unbedingt. Wenn es sich dagegen um Ursula von der Leyen handelt, lautet die Antwort nein. „Da kann doch die arme Frau nichts dafür!“, „Das haben doch alle ihre männlichen Vorgänger verbockt, das liegt doch nicht in ihrer Verantwortung!“, „Jetzt lasst doch mal die Ursel in Ruhe! Soll sie mal Krippen bauen. Ist auch nicht so teuer wie Eurohawks verhauen.“ Die Schutzreflexe der Quotenfrauen funktionieren zuverlässig. Kritik wird dadurch weichgespült und umgeleitet, die Ministerin in Teflon gebadet. Und die Türe geschlossen und verriegelt, indem Kritikern entgegengeworfen wird: „Sie sind doch sowieso ein Frauenfeind,“ gerne auch mit dem Brandverstärker: pathologisch.
Den Preis für die gemeinste Überschrift des Jahres gebührt dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier. "Verlage empört. Jetzt will Google nicht mal mehr ihr Recht verletzen". Es hat ja was: Da wollen die Verlage Geld dafür, wenn Suchmaschinen längere Texte verwenden. Aber jetzt macht Google genau das - und bietet nur noch die kürzest mögliche Version als Suchergebnis an, natürlich mit ohne Text. Was wollten die Verlage, aber irgendwie genau so doch nicht. Google führt die Verlage am Nasenring durch die Arena.
Die Kritik von Günther Jauchs Sendung über den Islamismus hat heftige Reaktionen hervorgerufen. Viele Menschen erregten sich darüber, dass der eingeladene islamische Prediger Abdul Achim Kamouss so viel Raum eingeräumt erhielt; dass Moderator und die anderen Diskutanten ihm nicht zu widersprechen wagten, niedergeschrien und angepöbelt wurde oder ihn sogar noch unterstützten: Der NDR-Journalisten Stefan Buchen stellte den CDU-InnenPolitiker Wolfgang Bosbach als Komplizen des Imam dar. Es ist ein Grundsatzkonflikt: Wie gehen wir mit den Feinden einer offenen Gesellschaft um? Offene, demokratische Gesellschaften laufen immer Gefahr, von einigen wenigen Radikalen überrollt zu werden, die ihre zahlenmäßige Unterlegenheit durch Aggressivität und Regelbuch überkompensieren. Die offene Gesellschaft der Weimarer Republik ist so im Zangengriff von Nazis und Kommunisten zu Grunde gegangen.
Es war ein Highlight des Fernsehens, Günther Jauchs Sendung am Sonntag zu „Gewalt im Namen Allahs - wie denken unsere Muslime?“.
Nicht wegen der ausgetauschten Argumente, dafür kann man eine Zeitung lesen. Nein, es waren die Bilder, und wie es gesagt wurde.
Da grinste von Anfang an ein Imam in die Kamera, selbstgewiß und überheblich und es wurde nicht besser. Er brüllte, geiferte, fuchtelte mit den Händen, unterbrach gnadenlos jeden, der ihm widersprach.
Ausnahmsweise in eigener Sache: Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist.
Nach über sieben Jahren habe ich im Sommer 2014 die WirtschaftsWoche verlassen. Sie entwickelte sich in dieser Zeit nach Auflage, Reichweite und Anzeigenumfang zum unbestritten führenden Wirtschaftsmagazin Deutschlands. WiWo.de verzehnfachte seine Leserzahlen; über iPad und andere elektronische Dienste erreicht die WirtschaftsWoche eine Million Leser und belegte einen der führenden Plätze im Zitate-Ranking. Ich bin der Redaktion dafür dankbar, dass sie dies möglich gemacht hat. Zahlreiche Journalistenpreise dokumentieren die journalistische Leistung. Wir haben frühzeitig vor der Finanzkrise gewarnt, das Drama des Euro erkannt, viele Trends beschrieben. Wir waren ein tolles Team. So viel Neues liegt vor uns. Es wird spannend und bunt.
Nachtrag zur Pannen-Ursel: (29.9.2014)
Ihr will nichts mehr gelingen. Eine altersschwache Transall der Bundeswehr auf dem Weg zur Ebola-Bekämpfung in Afrika, kam nur bis Cran Canaria. Schön für die Flieger, die ein paar Tage ausspannen können. Pech für Pannen-Ursel, könnte man sagen, und vor allem: von der Leyen muß nun ausbaden, was ihre Vorgänger (männlich, wie viele wollen, dass hervorgehoben wird) versemmelt haben.
In der Tat wäre es ein übermenschliches Verlangen, in kürzester Zeit solche Materialmängel ausgleichen zu wollen. Das kann niemand und sollte niemand verlangen. Allerdings: Vor dem Wochenende standen für Pannen-Ursel Kinderkrippen auf der Agenda und verkürzte Arbeitszeit für Soldaten, nicht aber der Krieg mit dem Nachschub. Sie hat weitergemacht wie bisher, obwohl die Mängel schon länger bekannt sind und diskutiert werden.
Schlimmer noch: Sie gibt vorschnell Zusagen, die sie dann nicht halten kann. Das ist ja das Peinliche: Viel versprochen, und dann bleiben die Flieger am Boden. Auslandsmissionen, ob friedlich oder kriegerisch, müssen eben vorbereitet werden, und zwar ordentlich, das weiß ja jeder, der mit dem Auto an den Gardasee fährt. Aber springt zuerst fotogen vor die Kamera, verspricht viel und scheitert dann. Wer es gut mit ihr meint, der rät: Erst nachdenken, dann Fototermin.
So aber bleibt es bei der Überschrift:
Zum Schämen
Das Foto der Woche, abgedruckt u.a. auf den Titelseiten u.a. von der WELT und der STUTTGARTER ZEITUNG, zeigt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim Truppenbesuch in der Kurdenregion. Knusprig lächelnd, wie eben immer, auch wenn es nicht zum Lachen ist. Eher zum Weinen und Schämen.
Denn die zugesagte Waffenlieferung der Bundeswehr für die Kurden im Kampf gegen die Moslem-Terroristen blieb hängen, und auch die Ausbilder - Flugzeugschaden. Da haben wir schon eine von den Niederländern ausgeliehen, dann fliegt die genau so wenig wie unsere eigene Truppen-Transall. Nun ja, kann ja passieren. Die ist ja auch fast 50 Jahre alt.
Am Ende des Kommunikationkongresses war es Zeit, zurückzublicken und…
Ob Uber-Taxe oder Erreichbarkeit per Smartphone nach 18.00: Immer Regulierung, immer mehr Einengung auf einen Mainstream, immer mehr Konformismus: Wieviel Freiheit erträgt diese Gesellschaft noch? Warum sind wir so mutlos, den Menschen Entscheidungen zu überlassen? Wer heute mit Politikern spricht hört nur: Gesetz, Verschärfung, Regulierung, Einschränkung. Es geht auch anders.
Oswald Metzger plädiert für Steuerzuschläge auf Länderebene. "Ich bin überzeugt, dass die Solidität in der Finanzpolitik wächst, wenn zusätzliche Ausgabenwünsche vor Ort zu Steuererhöhungen führen würden.
Brauchen wir im Internetzeitalter eine Nationalstiftung der Qualitätspresse?
Mit 300.000 Spiegeln wird in Kaliforniens Wüste Strom produziert. Doch das Kraftwerk Ivanpah kostet Tausende Vögel das Leben: Sie verglühen. Kleine Tricks könnten sie retten, glauben Tierschützer.
Eine Mietpreisbremse würde unsere Städte ruinieren
Nach der Sommerpause geht es wieder los mit der Politik, die Probleme bearbeitet, die sie selbst erfindet – oder noch besser: die sie selbst geschaffen hat, um sie zu bearbeiten. Jetzt hat sich die Große Koalition auf eine Mietpreisbremse verständigt. (24. 9. 2014 mit Ergänzungen vom 25. 9. 2014)
Der Sieger der Wahlwette für die Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg steht fest:
R a i n e r F r a n z o l e t
Er tippte die AfD hoch und die SPD niedrig. Es zeigte sich: Der Wähler im Osten ist undankbar. Keine zusätzlichen Stimmen als Dank für für den Mindestlohn. Sind die Ossis so undankbar wie früher die Frauen?
Wenn sich deutsche und französische Politiker treffen, gilt immer: FFE. Friede, Freude, Eierkuchen.
So auch beim gestrigen Antritts-Besuch des neuen französischen Premiers Manuel Valls in Berlin. Valls verspricht Reformen, Angela Merkel nennt sie „ambitioniert“. Also alles FFE, wie es sich für einen Antritt gehört unter Freunden?
"Planwirtschaftlicher Fremdkörper mit eingebauter Ausbreitungstendenz"
Der Beitrag hier: hat viel Zustimmung aber auch Widerspruch ausgelöst - der sich allerdings eher in persönlichen Angriffen ereifert, statt sich mit Argumenten Ausdruck zu verschaffen. Viele Bürgerinitiativen haben sich gemeldet - offensichtlich werden jetzt die ökologischen Folgen der Energiewende spürbar.
Am 20.05.2014 war ich zu Gast bei Sandra Maischberger. Die gefühlte 1000. Sendung zum Staatsakt Uli Hoeneß und der Frage zur Steuermoral der Deutschen. Fand mich wieder zwischen Dirndl-Wunder Verena Kerth und Steuer-Zausel Ondracek.
Eine Polemik gegen die erneuerbare Selbsttäuschung
„Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie….“. Wir alle kennen diese Sätze, vermutlich die schnellstgesprochenen der Fernsehgeschichte.
Zu Risiken und Nebenwirkungen der Energiewende dagegen gibt es niemanden, den man befragen soll. Das ist wohl auch besser so. Denn sonst würde man erschrecken vor dem Ausmaß an ständig erneuerter Selbsttäuschung in einer der wichtigsten ökologischen und ökonomischen Fragen unserer Gesellschaft. Denn keine der vielen Phrasen hält einer auch nur oberflächlichen Prüfung statt.
Der Wettbewerbsexperte Justus Haucap erläutert in der Neuen Zürcher Zeitung, inwieweit die Angst vor den Internet-Giganten Google, Amazon und Facebook begründet ist.





















