Eine Hackergruppe behauptet, den Beweis zu besitzen: Einsatzbefehle an Geheimagenten sollen den Massensturm auf Ceuta begleitet haben. In spanischen Medien ist es das große Thema, nur Pedro Sánchez zeigt wenig Interesse. Derweil nimmt das Chaos in Ceuta wieder zu und eine deutsche „NGO“ ist auch vor Ort.
Es ist das neueste Gerücht, und es bestätigt ältere Vermutungen. Die Hackergruppe Jabaroot – vielleicht auch ein einzelner Whistleblower – habe das „größte Datenleck im marokkanischen Geheimdienst“ im Nachgang der Ceuta-Krise verursacht, heißt es in der spanischen Presse. Daten zu 70.381 Mitgliedern des marokkanischen Inlandsgeheimdienstes und der nationalen Polizei wurden demnach gehackt, darunter seien Sozialversicherungsunterlagen und Gerichtsakten.
Die gehackten Daten zeigen laut Jabaroot, dass der Sturm auf Ceuta von der Umgebung des Königs Mohammed VI. akribisch geplant worden sei. Bereits veröffentlicht wurden Auszüge aus Einsatzbefehlen an marokkanische Agenten zur Reise nach Fnidaq (Castillejos), kurz vor dem Sturm vom 30. Juli. Die bisher anekdotische Evidenz von marokkanischen Beamten, die die Invasoren zum Hinüberschwimmen nach Ceuta ermunterten, würde so durch Dokumente von höchster Stelle bestätigt.
Aber mehr noch: Jabaroot droht damit, die Namen aller Agenten des marokkanischen Inlandsgeheimdienstes und die vollständigen Befehlsschreiben zu veröffentlichen, wenn die durch Ceuta ausgelöste diplomatische Krise mit Spanien nicht so gelöst werde, wie die Gruppe es fordert. Darüber berichten seit Tagen alle spanischsprachigen Medien. In Deutschland: Schweigen im Walde. Man hat ja genug mit dem Hackerangriff auf die Berliner Behörden zu tun, bei dem die Pleite-Stadt gerade um zwei Millionen Euro Lösegeld angegangen wird.
Auf einem Telegram-Kanal hat die Gruppe bereits die Namen und Geburtsdaten von etwa zwanzig Mitarbeitern des marokkanischen Inlandsgeheimdienstes veröffentlicht, um zu zeigen, dass sie es ernst meint. Ehemalige Mitarbeiter der marokkanischen Geheimdienste konnten einen Teil der Daten als echt bestätigen, manches soll aber veraltet sein, heißt es daneben.
Sitzt der Whistleblower als „Tunesier“ in Deutschland?
Die Hackeroperationen in Marokko ist ein starkes Stück. Die Dienste des Landes stehen definitiv unter Druck. Die Hackerentität nennt ihre Aktion ein „Geschenk an Europa, vor allem an Spanien“, was gut mit einem algerischen Ursprung zusammenpassen würde. Aber beherrschen die Algerier solche digitalen Operationen? Oder steckt einer der größeren Verbündeten des Landes dahinter? Man könnte an Russland oder China denken, die deutlich mehr Erfahrung auf dem Feld haben.
Die Operationen der Gruppe haben dabei schon im Frühjahr 2025 begonnen, als sie sich eines Angriffs auf die marokkanische Sozialversicherungskasse rühmte – angeblich eine Vergeltungsmaßnahme für einen Hackerangriff auf das X-Konto der algerischen Nachrichtenagentur APS, was wiederum im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Westsahara stand. Im Juni 2025 folgten Hackerangriffe auf die Plattform zur Digitalisierung notarieller Urkunden und die marokkanische Grundbuchbehörde. Veröffentlicht wurde das jeweils auf Plattformen wie BreachForums und Telegram. Später behauptete Jabaroot, die Systeme des marokkanischen Justizministeriums geknackt zu haben.
Jabaroot nennt sich selbst eine Gruppe „algerischer Patrioten“. Aber bestätigt ist das nicht. Andere Theorien besagen, dass hinter dem Namen ein marokkanischer Ex-Geheimdienstler stecke, der auf eigene Faust handle. Angeblich lebt er in Deutschland und „identifiziert sich als Tunesier“ – so das Ergebnis verschiedener europäischer Recherchen.
Spanien wehrt sich gegen Annexionspläne – mit Gerüchten über Mohammed VI.
Auffallend ist, dass es immer um marokkanische Institutionen geht. Sogar Bilder vom König selbst soll Jabaroot haben, heißt es aus Dissidenten- und Exilantenkreisen, und die bewiesen, dass Mohammed VI. in einer Hinsicht nicht dem koranischen Gesetz folgt: Er soll sich in Paris mit Männern getroffen haben – auch „zwischen den Laken“, wozu es Videos geben soll. Außerdem sei er nicht der biologische Vater des Thronprinzen. Diese Gerüchte sind älteren Datums, sollen aber noch nicht voll zum Einsatz kommen. Aber wenn nicht jetzt, wann dann?
Und nun also der Hack von Geheimdienst und Polizei, also den Generaldirektionen für territoriale Überwachung (Surveillance du territoire) und nationale Sicherheit (Sûreté nationale). Jabaroot beschuldigt vor allem Abdellatif Hammouchi, den Generaldirektor beider Dienste, sowie den wichtigsten Berater des Königs, Fouad Ali El Himma.
Hammouchi wurde das Großkreuz des Verdienstordens der Guardia Civil von keinem anderen als dem spanischen Innenminister Marlasca verliehen. Und es gibt hübsche Bilder von Hammouchi beim Handschlag mit seinem spanischen Pendant, der Direktorin des CNI, Esperanza Casteleiro. Solche Details lenken den Blick zurück auf die spanischen Behörden und ihre Untätigkeit vor der Krise von Ceuta, trotz der eindringlichen Warnungen des Stadtpräsidenten und anderer.
Das konservative Blatt ABC veröffentlichte einen Kommentar, in dem vom Annexionsplan der „marokkanische Tyrannei“ die Rede ist, bald würden Angriffe auf Melilla folgen, erneut ganz ohne Militäroperation. Mittelfristig solle zunächst die Stadt Ceuta so sehr an eine logistische Grenze des Funktionierens gebracht werden, dass die Bürger von alleine fliehen und die Abhängigkeit von Marokko auf quasi natürliche Weise wächst. Die hochkochenden Gerüchte über Marokko zeigen, dass die Spanier den Kampf noch nicht aufgegeben haben. Keine Rede ist hier von Sánchez und seiner Regierung. Die zerbricht sich derweil den Kopf über russischen und israelischen Einfluss hinter dem Grenzsturm, weiß der Spiegel. Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
Die Lage in Ceuta
In Ceuta bleibt es bei den Folgen der Grenzmissachtungs-Operation vom 30. Juli. Tausende Invasoren sind in der Stadt geblieben, zum Teil auch schon nach Europa verfrachtet worden. Über kurz oder lang werden sie Asylanträge stellen und so ihr Bleiberecht erst in Spanien, dann im Schengenraum sichern. Für Ceuta wäre nur eins noch schlimmer: Wenn die rund 10.000 Invasoren dort blieben und langfristig das demographische Gleichgewicht zerstören würden.
Die Polizei tut sich heute schwer, das Heer der Invasoren in Lager zu sperren, die nicht groß genug für alle sind. Das Chaos auf den Straßen ist zum Alltag geworden. Nachts wird die Stadt zum offenen Heerlager. Und es stimmt auch nicht, dass die Marokkaner überwiegend zurückgekehrt wären. Die spanische Stadt ist laut allen Berichten noch voll von ihnen.
Auch in der Stadt ist die Dresdner „NGO“ Mission Lifeline, gegründet 2016 von einem gewissen Axel Steier, der in einem Tweet ankündigte, dass er dem „lustigen Leben als Weißbrot“ in Deutschland via „Enthomogenisierung“ ein Ende bereiten wolle. Steier wünschte sich die deutsche Milch also weniger homogen, sie soll offenbar klumpen.
— Tim Röhn (@Tim_Roehn) August 31, 2026
Deutscher NGO-Komplex in Aktion
In Ceuta verteilt die Open-Borders-Organisation Essen an die illegalen Eindringlinge. Angeblich lässt sich Mission Lifeline ja nur von privaten Spenden tragen. Man weiß aber seit einer Spendenaktion von Jan Böhmermann im Jahr 2018 recht genau, aus welchem polit-medialen Milieu diese Spenden stammen. 200.000 Euro sammelte das woke ZDF-Agitator-Sternchen damals, um Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch zu unterstützen, gegen den auf Malta ein Prozess angestrengt worden war.
Außerdem hat der kirchen- und grünennahe Schleuser-Verein United4Rescue (im Vorstand: Göring-Eckardt-Partner Thies Gundlach) in diesem Jahr ein „schnelles Beiboot“ mit „hoher Transportkapazität“ für die LIFELINE SAR beschafft, damit die Schleusungsaktionen des NGO-Schiffes auch im zentralen Mittelmeer weitergehen mögen. Der Kirchenverein wird von einem ganzen Bataillon an Gemeinden unterstützt, die sich jeder Kirchgänger zu Gemüte führen sollte. Zeitweise wurde United4Rescue sogar von der Bundesregierung gefördert und leitete die Gelder an verschiedene Schiffs-NGOs weiter.
Und diese Leute von Mission Lifeline verteilen nun also in Ceuta Essen an widerrechtliche Invasoren. Nichts könnte logischer, aber auch nichts bezeichnender sein. Es ist der NGO-Komplex in Aktion, wie er sich auch im deutschen Inland neue Arbeit schafft. Jeder einzelne Schritt der illegalen Migranten muss ermutigt, gestärkt und ermöglicht werden, damit am Ende die Asylindustrie in Deutschland wieder etwas zu tun bekommt. Und davon profitieren dann wiederum Kirchen und rot-grüne Grüppchen, die sich auf das Betreuen der schwer Vermittelbaren im hiesigen Sozialstaat spezialisiert haben. Es ist eine Kette, bei der jedes Glied ins andere greift, fast ein Mobile perpetuum, das allerdings laufend einen großen Bedarf an Steuergeldern auslöst.
Exzess der Sozialisten: Soldaten dürfen sich jetzt selbst verteidigen
Noch immer bleibt es bei den Versuchen von Marokkanern, gerade über Ceuta aufs spanische Festland zu gelangen, wie der Faro de Ceuta meldet. Dieser Weg scheint privilegiert zu sein, schlicht einfacher als der direkte Weg von Marokko ins europäische Spanien. Die autonome Stadt Ceuta fungiert heute als Bindeglied zwischen den Kontinenten, auch weil Spanien nicht genug Härte im Umgang mit der massenhaften illegalen Grenzverletzung gezeigt hat. Die spanische Mediendiskussion über die Hackergruppe oder den Einzelhacker Jabaroot ist vielleicht Teil einer zumindest medial herbeigesehnten Gegenoffensive des spanischen Staates. Sie zeigt: Das tiefe Spanien hat sich noch nicht aufgegeben. Doch die Regierung verhält sich noch immer so, als sei man in der Hand Marokkos.
Nur wenn es Pedro Sánchez’ Ziel sein sollte, Spanien und dann auch die gesamte EU mit noch mehr illegalen Eindringlingen zu fluten, dann macht er – aus seiner engen PSOE-Parteisicht – alles richtig. Man kann eben nicht Stärke von einem Politiker verlangen, der sich für Weichheit hat wählen lassen.
Alle Hoffnungen auf ein konsequentes Durchgreifen der spanischen Kräfte zugunsten der Ceutaner scheinen eitel zu sein. Nun haben immerhin die Soldaten in der Stadt das Recht bekommen, sich mit Waffengewalt zu verteidigen – offenbar die Konsequenz aus einem Hinterhalt, in den einige Militärs kürzlich geraten waren. Das ließ die Einsicht wachsen, dass die Soldaten zumindest für ihre eigene Sicherheit sorgen sollten. Gewehre und Pistolen wurden an die Patrouillen verteilt. Aber immer noch soll nur jeder fünfte Soldat eine Waffe bei sich tragen. Die Forderungen des Heers gehen offenbar weiter.
Aber für ein härteres Vorgehen, gar eine Rückführung der Eindringlinge dürfte es keine Rückendeckung aus Madrid geben. Insofern scheint die Richtung dieser Krise zementiert. Ein integraler Teil eines EU-Landes hat vor alle Augen seinen Charakter verändert und ist zu einem nordafrikanischen Slum verkommen. Nur die Ceutaner selbst haben offenbar Widerstand gegen diese Entwicklung geschworen.


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