Die mittlerweile berüchtigte britische Zweiklassenjustiz wird ergänzt durch eine Zweiklassen-Informationspolitik. Ist der Täter weiß, wird das sofort bekanntgegeben. Ein politisches Tatmotiv? Wird sofort ausgeschlossen. Die Wahrheit wird der Öffentlichkeit nur unwillig und per Salamitaktik zugemutet. Von Christian Geib
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | ALASTAIR GRANT
Unsere derzeitigen westlichen Eliten lieben ihre modernen Mythen. Einer davon ist der Mythos des multikulturellen Erfolgsmodells: Die bunte, diverse Einwanderungsgesellschaft wird illustriert durch Integrations-Success-Stories, gesellschaftliche Spannungen, soziale Verwerfungen und politische Probleme gibt es nicht.
Der zweite Mythos ist, dass politischer Radikalismus und Terrorbedrohungen fast ausschließlich von “rechts“ kommen.
Wo diese Mythen der Realität nicht Stand halten, wendet man zunehmend aggressive Realitäts- und Narrativkontrollen an. Hierbei greifen Staat und medialer Mainstream unverhohlen zur Ungleichbehandlung unterschiedlicher Ethnien und politischer Richtungen.
Im Vereinigten Königreich wird dies vor allem an drei Mordfällen deutlich. Im jüngsten Fall, der Ermordung der Politikerin Anne Widdecombe, wird aktuell ermittelt – und täglich kommen neue Erkenntnisse ans Licht.
Der Fall Widdecombe – Salamitaktik und Narrativkontrolle
Anne Widdecombe war ein Urgestein des britischen Konservatismus.
Sie nahm treffsicher immer jene Positionen ein, die nicht nur altmodisch waren, sondern den Mainstream kreischend auf die Palme brachten. Kein Wunder also, dass man im Medienmainstream verlässlich alle Klischee-Worthülsen abgriff, um ihre Monstrosität zu betonen.
Mord an Politikerin – Polizei schließt Terrorismus erst einmal aus
Am 8. Juli 2026 wurde diese streitlustige Frau, zeitlebens alleinstehend, in ihrem Haus ermordet. Die Zeitleiste und Art der medialen Kommunikation ist höchst bemerkenswert – sie offenbart die mittlerweile übliche Zweiklassenjustiz und Zweiklassenberichterstattung des britischen Staates und der britischen Medien.
Am Vormittag des 9. Juli verständigte eine Krankenwagenbesatzung die Polizei, nachdem man Widdecombes leblosen Körper in ihrem Haus in der idyllischen Region Devon aufgefunden hatte. Am 10. Juli gab die Polizei an die Öffentlichkeit mit der Mitteilung, dass man einen 26 Jahre alten Mann als Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Mord an Anne Widdecombe festgenommen hatte.
Bereits im zweiten Satz der Presseerklärung erklärte der Polizeisprecher, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen “weißen britischen Staatsbürger” handelte. Wie mittlerweile üblich bei derartigen Presseerklärungen warnte der Polizeisprecher vor Spekulationen, insbesondere in den sozialen Medien.
Nein, kein Terrorismus, sagt die Anti-Terrorpolizei
Erstaunlich selbstsicher – für einen Mord an einer prominenten Politikpersönlichkeit – ließ die Polizei umgehend verlauten, es gäbe keine Indizien bezüglich politischer Hintergründe der Tat.
Am 11. Juli teilte die Polizei mit, dass sich die Vorwürfe gegen den 26-jährigen Tatverdächtigen nicht erhärtet hätten und dieser wieder auf freiem Fuß sei. Am selben Tag wurde ein weiterer Tatverdächtiger aus dem weit entfernten Süd-Yorkshire festgenommen. Diese Festnahme gab man am 12. Juli bekannt und betonte abermals, dass es sich bei dem 28-Jährigen um einen weißen britischen Staatsbürger handeln würde.
Interessanterweise meldete sich nun der Leiter der Nationalen Anti-Terror-Polizeieinheit zu Wort: Man werde nun bezüglich der Beweggründe der Tat ermitteln. Anhaltspunkte auf Terrorismus gäbe es bis dato nicht. Am 13. Juli folgt die Ankündigung, dass die Anti-Terror-Einheit die Ermittlungen übernehmen würde.
Also am Ende vielleicht doch Terrorismus und ein politisches Motiv der Tat?
Am 14. Juli teilte die Nationale Anti-Terror-Polizeieinheit mit, dass man nunmehr von einem gezielten Angriff ausginge, aber bezüglich des Tatmotivs noch ermittle – die Erben von Sherlock Holmes und Watson kombinieren hier, was das Zeug hält. Am 17. Juli veröffentlichte die Daily Mail dann exklusiv das Bild und den Namen des Tatverdächtigen Joshua Kerry.
Die grausame Wahrheit kommt stückchenweise ans Licht
Die Ermittlungsbehörden lassen sich Zeit: Fast zwei Wochen nach der Tat, am 21. Juli, teilen Sie der Öffentlichkeit die grausamen Tatdetails mit. Auf Widdecombe sei etwa 21 Mal mit einem Hammer eingeschlagen worden, bevor sie ihren schweren Verletzungen erlag.
Alex Rudakubana, der Mörder von Southport
Widdecombes Fall zeigt, wie die Polizei ein Verbrechen durch schleppende Kommunikation zunächst zu verharmlosen sucht, zugleich aber umgehend opportune Informationen – der Täter ist „weiß“ – freigibt.
Der Kontrast zu den Morden von Southport ist überdeutlich: Vor fast genau zwei Jahren, am 29. Juli 2024, gingen Notrufe bei der Polizei der Stadt Southport ein, dass ein Angriff auf eine Tanzveranstaltung kleiner Mädchen im Gange sei. Um 17.25 Uhr des gleichen Tages gab die Merseyside Police bekannt, dass man derzeit nicht von einer Terrortat ausginge – ein bekanntes Muster.
Noch am 30. Juli warnte die Polizei davor, sich an Spekulationen über die Täteridentität zu beteiligen, nachdem in sozialen Medien angeblich ein falscher Name kursierte.
Drei Tage nach der Tat veröffentlichte die Polizei den Täternamen Axel Muganwa Rudakubana, nachdem ein Richter diese Information zunächst freigeben musste, da Rudakubana minderjährig war. Interessanterweise zeigte das erste veröffentlichte Foto ihn im Alter von etwa 11 Jahren in Schuluniform. Ein bewusster Versuch, die Wut der Öffentlichkeit zu bändigen? Später veröffentlichte Fotos zeigen den Täter mit irrem, beängstigendem Blick – kein Sympathieträger, anders als der adrette Schuljunge.
Man könnte einwenden, dass es allein dem jugendlichen Alter des Täters geschuldet sei, dass Informationen über ihn nur zögerlich an die Öffentlichkeit drangen. Aber man muss davon ausgehen, dass dies deutlich schneller geschehen wäre, hätte es sich um einen weißen Tatverdächtigen gehandelt – allein schon, um den Verdacht zu entkräften, es könne sich um einen migrantischen Täter handeln.
Premier wütet gegen eigene Bevölkerung
Der nunmehrige Ex-Premier Starmer schimpfte derweil über die “rechtsextremen Hassreden“ (in sozialen Medien), statt seine Wut auf die grauenhaften Morde an drei kleinen Mädchen zu richten – zehn weitere richtete er grauenhaft zu.
Im Weiteren wurde der Anschlag, Juristerei und Kasuistik am Hochreck, dann nicht als Terrorismus eingestuft. Zwar hatte der Täter gezielt eine Opfergruppe, weiße Mädchen, herausgesucht und war bestrebt, Opferzahl und Grausamkeit zu maximieren, aber die Polizeiüberwachungsbehörde bezeichnete eine Einordnung als Terrorismus als “wenig hilfreich”. Bestes Merkelsprech, auch auf der Insel.
Dass die Polizei ganz gemächlich erst am 29. Oktober 2024 mitteilte, dass man bei Rudakubana hochgiftiges Rizin und terroristisches Propagandamaterial von Al-Quaida gefunden hatte, war dann nur noch eine tragikomische Fußnote. Dass er schon lange als “tickende Zeitbombe” galt und auf dem Radar verschiedener Behörden auftauchte, kommt einem auch in Deutschland merkwürdig bekannt vor.
Mediale und polizeiliche Ungleichbehandlung zweier Morde und eine Gemeinsamkeit
In einem dritten Fall manifestiert sich die Schieflage in britischer Polizeiarbeit und Berichterstattung in gedrängter Form: Während des Gerichtsprozesses im Fall der Ermordung des Studenten Henry Nowak erfuhr die Öffentlichkeit, dass die Polizei dem sterbenden Opfer Handschellen angelegt hatte. Sie ignorierte sein röchelndes Flehen um Hilfe und seine mit Mühe vorgebrachte Versicherung, er könne nicht atmen. Hatte sich die Polizei 2020 nach dem Tod George Floyds in den USA auch in Großbritannien in Sack und Asche auf die Knie geworfen, so schien das “I can’t breathe“ eines weißen Tatopfers nichts zu gelten.
Dies entspricht der Informationspolitik in den Fällen Widdecombe und Southport: Der Eindruck, dass eine besondere Bedrohungslage durch Täter mit Migrationshintergrund bestehe, soll um jeden Preis vermieden werden.
Bloß kein Terrorismus
Und noch eine Gemeinsamkeit gibt es: Das Wort „Terrorismus“ wird so lange wie möglich vermieden – außer, es handelt sich um rechten Terror. Ausgerechnet am 13. Juli, dem Tag, an dem die Antiterrorpolizei mitteilte, dass sie den Fall Widdecombe übernommen habe, gab Innenministerin Shabana Mahmood auf Twitter bekannt, man habe einen rechtsradikalen Terroranschlag auf eine muslimische Veranstaltung verhindert. Hier wurde der Terrorvorwurf so schnell erhoben, wie er bei Widdecombe geleugnet wurde.
Wem das Timing der Vereitelung dieses Anschlags von rechts komisch vorkommt: Inzwischen sind alle der 13 Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Immerhin, einer von ihnen hatte eine Elektroschockwaffe und einen Teleskopknüppel im Haus. Ein anderer hatte das stolze Lebensalter von 82 Jahren.
Doch wenn man die Gefahr von rechts beschwören kann, tut man dies auch in Großbritannien großzügig. Nicht zuletzt braucht man eine Legitimation für die Einschränkung von Freiheitsrechten und drakonische Online-Zensur.
Politischer Terror gegen „Rechte“ passt da nicht ins Bild, Rassenhass von seiten nichtweißer Menschen schon gar nicht. Schließlich ist eine ganze Industrie von NGOs davon abhängig, gegen Rassismus durch Weiße zu kämpfen. Eine Industrie, die sich auch an der Diffamierung „Rechter“ beteiligt und damit mitverantwortlich ist, wenn Aggression gegen diese eskaliert.
So löschte die NGO ”Hope Not Hate” (“Hoffnung statt Hass”) ihren Eintrag über Widdecombe, in dem es hieß, sie sei „spaltend und gefährlich”. Eine Art von Hetze, von der Nigel Farage ein Lied singen kann. Nicht nur erscheint er prominent auf der Seite von Hope not Hate, er ist wahrscheinlich einer der am häufigsten körperlich attackierten Politiker des Landes. Wiederholt wurde er mit Milchshakes beworfen, mitunter gesellten sich Wurfgeschosse wie Baumaterialien dazu.
Ob sich auch der Mörder von Anne Widdecombe über Portale wie Hope not Hate radikalisiert hat? Ob die Verzerrung des öffentlichen Diskurses in ihm die Überzeugung geweckt hat, er dürfe die missliebige Politikerin umbringen? Über die Normalisierung von Gewalt gegen Menschen wie Widdecombe zeigen sich weder Mainstreammedien noch Sicherheitsbehörden besorgt. Es dürfte interessant sein, was die Ermittlungen in diesem Fall noch zutage fördern werden.


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> Wiederholt wurde er mit Milchshakes beworfen, mitunter gesellten sich Wurfgeschosse wie Baumaterialien dazu
Wenn in Westeuropa mittlerweile so die „übliche politische Kultur“ aussieht, kann man sich wundern, dass es manchmal wie in Heidelberg ausartet?
Über Widdecombe schrieb TKP.AT vor ein paar Tagen, dass sie zuletzt stark die Globale Finanzoligarchie kritisierte.
Wieviele Migrationshintergrund Politiker (Schwerpunktmäßig moslemischen Glaubens) bestimmen den mittlerweile über die britische Gesellschaft, Politik, Medien, Gesetzte, Justiz, Behörden……???
Wir sind sowas von am A.